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Thema: Meckern und Aufregen über Kleinigkeiten - warum?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meckern und Aufregen über Kleinigkeiten - warum?

    Ich stelle seit Monaten fest, dass on- wie offline in Deutschland immer mehr gejammert, genörgelt, gemeckert und sich aufgeregt (oder sogar lustig gemacht) wird - fast immer über Kleinigkeiten / Banalitäten, und oftmals wenn etwas anders läuft als erhofft oder auch wenn andere Menschen anders handeln oder denken als man selbst.

    Warum ist das so? Gibt es psychologische Begründungen dafür, wenn ja welche?

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    ackethanashl (10.01.2017)

  3. #2
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    Geht mir auch so, aber nicht erst seit Monaten, Stichwort "Wutbürger" und "besorgte Bürger". Viele fühlen sich vernachlässigt und haben ein Problem damit, dass ihre Belange nicht ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Zu viel Wohlstand? In Deutschland ist die Arbeitslosenquote so niedrig wie seit 1991 nicht mehr. Zudem legt die Erwerbstätigkeit ständig zu. (Nein, das ist nicht das Gleiche!) Kein anderer Staat in Europa hat die Finanzkrise so gut weggesteckt. Aber wo man hinschaut ständig nur Unzufriedenheit und Rumgejammer. Online und Offline, wie du sagst. Ja, das ist bestimmt eine Massenpsychologie. Die Medien laufen sich gegenseitig den Rang ab, wer jetzt gerade die schlimmste Ungerechtigkeit oder die größte Gefahr aufdeckt. Dabei gab es das schon immer. Eine reale Einschätzung der individuellen Situation geht zunehmend verloren.
    Geändert von castorp (04.01.2017 um 02:19 Uhr)

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    ackethanashl (10.01.2017)

  5. #3
    Verleger Avatar von mops
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    Als kleiner Schuljunge stellte ich mal fest: "Der Mensch regt sich über alles und nichts auf! Jeder regt sich über jeden auf! ..."

    Der Mensch hat Wünsche und Erwartungen!

    Die Menschen haben Wünschen und Erwartungen, wenn die nicht erfüllt werden, fängt er an zu meckern, zu schimpfen, zu nörgeln.
    Es war schon immer so im Leben der Menschen.
    Oft kommt es auch dazu, dass die Menschen falsch oder zu hohe Erwartungen haben!

    Das ganze bewirkt auch mit, dass sich immer wieder was in unserem Leben verändert.


    gruss mops
    Geändert von mops (04.01.2017 um 07:34 Uhr)

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    ackethanashl (10.01.2017)

  7. #4
    Neuling Avatar von Henry
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    Banalitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

    Bananenreiten

    bar do thos grol
    Geändert von Henry (04.01.2017 um 07:10 Uhr)

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    ackethanashl (10.01.2017)

  9. #5
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    bar do thos grol
    Bist Du am Sterben oder schon gestorben?

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    ackethanashl (10.01.2017)

  11. #6
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    Zitat Zitat von mops Beitrag anzeigen
    Als kleiner Schuljunge stellte ich mal fest: "Der Mensch regt sich über alles und nichts auf! Jeder regt sich über jeden auf! ..."
    Dann warst Du als kleiner Schuljunge bereits ein besserer Beobachter als ich zig Jahre lang. Respekt.

    Zitat Zitat von mops Beitrag anzeigen
    Die Menschen haben Wünschen und Erwartungen, wenn die nicht erfüllt werden, fängt er an zu meckern, zu schimpfen, zu nörgeln.
    Es war schon immer so im Leben der Menschen.
    Aber warum? Warum können wir nicht einfach akzeptieren, dass andere Menschen vermeintlich dümmer sind als wir, andere Geschmäcker haben, andere Vorlieben, andere Prioritäten etc.?

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    ackethanashl (10.01.2017)

  13. #7
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    Ich erkläre mir ständige Meckerein über Individualisierungsthesen (Ulrich Beck zum Beispiel) und den Anspruch sich selbst verwirklichen zu sollen oder gar zu müssen.

    Die Lebensentwürfe sind ja mittlerweile total ausdifferenziert. Und das merkt man dann eben auch in den überhöhten Erwartungen vieler Menschen.

    Mal als Beispiel im Hobbybereich, wo das mir und meinem Mann schon häufiger aufgefallen ist. Ich hab mal versucht eine Gruppe zu gründen. Obwohl ich da Stunden, Wochen und Tage in die Organisation steckte, habe ich diese Gruppe bis heute nicht. Den einen passte der Tag nicht wann wir uns treffen, die anderen wollten sich eher treffen, wiederum andere später treffen. Inhaltlich wurde da auch ganz unterschiedliches an mich herangetragen. Jeder wollte das dieser Abend perfekt in seine Lebensplanung und seine Zeitvorstellungen hineinpassen. Ich war total überfordert mit so vielen Forderungen. Bei mir ist es so wenn ich zum Beispiel einen Aushang sehe, dass ich mich frage kann ich da, will ich das inhaltlich und wenn ja, melde ich mich. Aber es scheint normal zu sein das viele dann noch nach ihrem Gusto nachjustieren wollen. Das ist ja prinzipiell nix verwerfliches, aber so kommt man halt nicht mit allen Leuten zusammen. Es gab dann sogar eine Eskalation weil eine Person unbedingt ihr Kind mitbringen wollte und zwar immer. Ich wußte jedoch das eine Mama dabei ist, die den Abend explizit nutzen wollte um mal was nur für sich außerhalb der Kinder zu machen und eine Frau dabei ist, die einen unerfüllten Kinderwunsch hat. Als ich dann sagte dass das mit Kind nicht geht, wurde ich wüst beschimpft. Das war echt krass.
    Mein Mann hat eine Band und einer hat sehr wenig Geld. Der Proberaum ist schon umsonst. Einer der Bandkollegen hat ne zeitlang tatsächlich erwartet das die Band aufgrund seiner Geldknappheit die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel mit übernimmt.

    Offenbar scheint es vielen heute schwer zu fallen einfach mal was so hinzunehmen. Jeder möchte die Aktion x noch optimieren und noch perfekter in seinen eigenen Lebensentwurf integrieren. Was ich damit sagen will - wer unrealistisch hohe Ansprüche hat, kann ja nur permanent enttäuscht werden. Und was wird dann häufig gemacht? - Genau. Gemeckert.

    Mein Mann und ich verdienen zum Beispiel nicht unfassbar viel (arbeiten beide 'nur' Teilzeit), aber wir kommen wirklich sehr gut zurecht mit unserem Geld (gefüllter Kühlschrank ist immer vorhanden, einmal im Jahr eine tolle Urlaubsreise, wir haben die finanziellen Mittel für unsere Hobbies usw.). Ich weiß nicht wie oft wir schon fassungslose Gesichter gesehen haben wenn wir gesagt haben wir sind finanziell zufrieden. Das scheint es einfach nicht zu geben. Klar wäre mehr immer besser und toller

    Ich glaube das bei vielen wie so eine Art Grundtendenz zur Depression da ist. Anstatt mal zu schauen was haben wir eigentlich alles (zum Beispiel ein Dach übern Kopf, Familie, Freunde, Auto, keine Hungersnot, kein Krieg, keine lebensbedrohliche Krankheit, Zeit für ein aufregendes Hobby), wird oft danach geschaut was haben andere, was ich nicht habe. Oft sind diese Negativlisten ja relativ klein gegenüber der was die Leute eigentlich alles haben (zum Beispiel ein größeres Auto, ein Haus statt einer Wohnung, größeres Gehalt).

  14. #8
    Verleger Avatar von manannan
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    Zum Teil kommt diese pessimistische Einstellung vielleicht auch daher, weil kaum einer von uns am eigenen Leib erlebt hat, dass es in früheren Generationen ganz anders gewesen ist, und dass viele Selbstverständlichkeiten, die uns heute das Leben leicht machen, früher nur unerfüllbare Träume gewesen sind. Schon allein der Luxus einer Waschmaschine, einem jederzeit vollen Kühlschrank und einer funktionierenden Heizung im Winter waren früher überhaupt nicht denkbar. Wäsche waschen war Schwerarbeit, die viele Stunden in Anspruch genommen hat. Geheizt wurde mit Holz oder Kohle (falls es genügend davon gab), oder es blieb kalt. Und wenn es mal einen schlechten Sommer gab, war die Ernährungssituation der Bevölkerung nicht gesichert. Dazu die ständigen Bedrohungen durch Seuchen und Krankheiten, sowie die ständigen Kriege zwischen den Nachbarländern.

    Manchmal wundere ich mich selbst, wieso so viele Menschen trotz der eigentlich paradiesischen Verhältnisse, in denen wir leben, ständig von "schweren Zeiten" reden.

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