Hallo zusammen,

ich wusste nicht genau ob ich das Thema unter "Liebe & Partnerschaft" posten soll oder doch hier, denn ich hab keine Ahnung in welche Kategorie ich dieses Problem einordnen kann/soll.

ZumThema: Mein Freund und ich haben uns vor ca. 2 Jahren und 357 Tagen, dem 15. Dezember 2007, kennen und lieben gelernt. Damals war er 31 und ich 18 Jahre alt. Vor unserem erstmaligen Treffen wusste ich noch nicht so recht wie ich zu ihm stehe, auch wegen dem Altersunterschied (der aber, wie sich herausstellte, ausschließlich körperlich auf 13 Jahre belief), und ob aus uns jemals was werden könnte, doch an dem Tag war ich mir so sicher wie noch nie in meinem Leben. Wie es eben so ist wenn man frisch verliebt ist, konnten wir die Distanz zwischen uns (er wohnt ca. 140km weit entfernt von mir) nur schwer ertragen und wir haben uns immer häufiger gesehen. Wir haben uns viel unterhalten, unternommen aber vorallem geliebt.
Ich möchte zusätzlich erwähnen, dass wir beide keine leichte Vergangenheit hatten, er wurde als Kind von seinem Cousin sexuell missbraucht und stürzte anfang 20 in eine schwere Drogensucht, mit einem ähnliches Schicksal, abgesehen von den Drogen, hatte/hab auch ich zu kämpfen.

Er öffnete sich anfangs sehr und konnte, denk ich, zum ersten mal wirklich offen über sich und sein Leben sprechen. Ich hab diese Zeit sehr genossen da es nichts gab das durch unschöne Lügenmärchen unter den Tisch gekehrt wurde oder iwie zwischen uns stand.
Zu Beginn unserer Beziehung war er bereits lange Zeit arbeitslos, was ihm sehr zu schaffen machte, aber dazu später mehr.

Um's kurz zu machen, die darauffolgenden Jahre und Tage gestalteten sich recht wirr und ohne Plan, unsere Beziehung war geprägt von Höhen und Tiefen wie jede andere auch, aber doch immer etwas speziell, es war eine sehr passionierte Beziehung. Im Jahr 2009 dann endlich konnte ich ihm helfen einen Job zu finden, doch ab diesem Zeitpunkt, so schien es mir, ging es schleichend bergab mit unserer Beziehung.

Das er Arbeitstechnisch bedingt weniger Zeit für mich haben würde war mir klar, jedoch nicht in diesem Ausmaß, er verschloss sich auch immer mehr und redete nur noch das notwendigste. Ich habe ihn einigemale darauf aufmerksam gemacht, was eine kurzweilige Besserung nach sich zog, doch im Großen und Ganzen schien sich nichts wirklich zu bessern.

Er meinte später dann immer zu seiner Verteidigung, dass er so gerne einfach ein ganz normaler Mensch sein wollte, der auch sein eigenes Geld verdient und irgendwann mal eine eigene Wohnung haben würde (er lebt bis zum heutigen Tag in einer Wohnung im Hause seiner Eltern, in der auch ich die letzten 3 Jahre gewohnt hatte).

Nunja, mehr als akzeptieren konnte ich die Situation nicht, also haben wir weiter gemacht, immer häufiger jedoch hat er sich im Internet auf div. Sex- und Kontaktseiten herumgetrieben, was ich wiederum so gar nicht akzeptieren konnte und das weiss er auch.
Nun litt auch unser Sexualleben stark unter den vorherrschenden Bedingungen, ich versuchte ihm zwar ein wenig entgegen zu kommen, aber es änderte sich kaum etwas.

Im vergangenen Jahr äusserte er mehrmals dann den Wunsch nach einer Trennung, doch nach ganz sicher schien er sich nicht, er sagte mir immer noch dass er mich lieben würde und ich liebte ihn ebenso noch immer, trotz alledem was war.

Die Zeit von Jannuar bis August war er dann wieder arbeitslos bis er dann im September wieder anfing zu arbeiten. In der Zeit in der er zu Hause war besserte sich sein Umgang mit mir und auch die Beziehung schien ihm wieder mehr wert gewesen zu sein, doch ab September gings steil bergab.

Beinahe jeden Tag trieb er sich im Internet auf den bereits erwähnten Seiten rum, sobald ich nicht in der Nähe war. Sein Verhalten schien fast schon wie eine Sucht obwohl er immer beteuerte dem wäre nicht so. Wir hatten überhaupt keinen Sex mehr und redeten noch weniger als je zuvor, bis ich mich anfang November dazu entschloss mal eine Auszeit zu nehmen und für zwei Wochen, oder mehr, zu meinen Eltern zu fahren und mich nicht zu melden.

Leider aber kam mir mein Freund zuvor, er lud mich noch zum Essen ein und meinte danach dass er sich trennen wollte weil es nicht so weiter gehen könne. Er bat mich auch darum noch am selben Tag auszuziehen. Also hab ich das notwendigste zusammengepackt und bin zu meinen Eltern gefahren.

Vorgestern, 2 1/2 Wochen später, bin ich dann einfach losgefahren und stand dann bei ihm vor der Tür, ich hatte mich nicht angekündigt weil es mir einfach zu schwer fiel.

Bei einem kurzen Blick in die Küche traf mich halb der Schlag.
Jeglicher Müll den er in der Wohnung fand landete einfach in der Küche, die nurmehr schwer als solche erkennbar war.
Er meinte noch er würde jeden Tag mindestens einmal Geschirr abwaschen, doch selbst der Teller und das Glas, welches ich am Tag unserer Trennung benutzte stand noch verdreckt herum. Irgendwie bekam ich auch starkes Mitleid mit ihm, weil ich merkte wie schwer er sich tat und wie wenig er doch zurecht kam.

Anfangs war die Stimmung gedrückt und ich musste weinen weil ich die vergangenen 2 1/2 Wochen einfach alles verdrängt hatte was mich sosehr belastete, als ich bei ihm war merkte ich erst wie schwer mir die Trennung fiel. Er lenkte aber mit vollkommen unpassenden Einwürfen ab und krängte mich eig. noch mehr, iwie konnte ich nur heulen und nichts sagen obwohl ich ihm doch gern soviel gesagt hätte.

Plötzlich jedoch legte er sich auf die Couch (welche er nun als Bett nutzte weil er da gleich den PC neben sich hatte) und meinte ich soll mich in seinen Arm legen, er meinte es gäbe auch viel das er mir sagen möchte, aber er kann nicht, denn er würde es womöglich bereuen. Dann war kurz Stille und einfach so küsste er mich.

Verwundert fragte ich ihn was das jezt war, er starrte mich an und meinte verlegen er weiss es nicht. Er bat mich über nacht zu bleiben und so blieb ich dann.

Im laufe des Abends hatten wir auch noch Sex auf sein angehen hin, mehrmals habe ich ihn gefragt ob es denn wirklich das ist was er will, doch er meinte ja.
Als ich ihn fragte wie ich das zu verstehen hätte mit der Trennung und dann den doch etwas plötzlichen sexuellen Avancen, meinte er dass er nicht wolle dass es (also eine eventuelle Beziehung?) wieder so werde wie vorher und dass er seine Zeit für sich, sehrwohl genossen hätte. Aber er mich doch auch vermisst hätte.

Wir schliefen gemainsam in unserem Bett, Frühstückten gemeinsam, gingen Mittags essen und verbrachten so den zweiten, den gestrigen Tag, ähnlich wie in der Zeit vor unserer Trennung nur schöner.

Gegen Abend fragte er mich ein paar mal ob ich denn nicht fahren möge denn es würde dann dunkel werden und er wünscht sich dass ich gut nach Hause komme. Als ich dann wieder fuhr habe ich ihn noch gefragt wann ich mich wieder melden soll/kann/darf und er meinte: "Melden kannst du dich jederzeit, was nicht heißt das ich immer hingehe, wenn du wieder vorbeikommen magst dann kannst du dich gerne wieder in einer oder zwei Wochen melden."

Er begleitete mich noch bis zur Haustür und dann fuhr ich, irgendwie was es wieder extrem schmerzhaft zu gehen, zudem hatte/hab ich den Kopf voll von Gedanken, ich weiß nichts weil ich total verwirrt bin.

Ich weiß auch nicht wie ich mit dem Treffen von vorgestern auf gestern umgehen soll, weil ich seine Aussagen und sein Handeln rein garnicht interpretieren kann. Ich weiss nur dass ich mich sehrwohl freuen würde wenn er, wie ich, der Meinung ist dass wir nichts auschschließen sollten, schließlich liebe ich ihn immernoch sehr. Ich weiss leider nicht wie er zu mir steht, wann und wie ich mich am besten melden kann ohne nicht gleich wieder alles kaputt zu machen. Ich habe keine Ahnung von nichts, vl hat jemand Rat...

lg Claudia