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Thema: Mein Freund hat Depressionen

  1. #1
    Neuling
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    Standard Mein Freund hat Depressionen

    Hallo zusammen,

    Ich bin seit 6 Monaten nun mit meinem Freund zusammen,
    den ich auch über alles liebe. Nach gut einem Monat Beziehung hat er
    mir gestanden dass er an Depressionen leidet.
    Er war auch schon bei einem Psychologen um sich helfen
    zulassen. Dieser jedoch meinte gleich beim ersten Gespräch das eine Therapie nicht notwenig sei und er mit Ratschlägen / Tipps dass ganz gut in den Griff bekommen würde. Bei seinem zweiten Termin meinte er nun das eine Therapie ( Tagesklinik) doch ganz hilfreich sein würde ( Antidepressiva nimmt er zusätzlich auch). Jedoch sind die Wartezeiten enorm. 6 Monate muss man mindestens auf einen Platz warten laut seinem Psychologen. Dies hat meinen Freund natürlich wieder etwas hinunter gezogen weil er sich einfach mehr erhofft hatte von den ganzen Gesprächen / Terminen bei einem Psychologen. Ihm fehlt momentan einfach der Antrieb und die Kraft das alles alleine umzusetzen bzw. Ratschläge und Tipps zubefolgen. Die Antriebslosigkeit & Lustlosigkeit belastet mich natürlich auch. Ich würde so gern mit ihm mehr unternehmen, erleben, sehen aber er lässt sich einfach nicht so recht aufraffen und motivieren. Er ist quasi den ganzen Tag zuhause und liegt im Bett oder auf dem Sofa. Den Haushalt bekommt er gearde so noch hin aber es bleibt natürlich auch viel liegen.
    Hinzu kommt das er nun seit gut 4-5 Monaten nicht mehr arbeiten war und dies natürlich eine Kündigung zufolge hatte. Die Kündigung hat ihn natürlich noch mal ein Stück hinunter gezogen aber er konnte seine Arbeit einfach nicht mehr verrichten. Seit letztem Monat ist er nun arbeitslos. Ich habe schon ein paar Mal gefragt ob er sich nicht langsam mal bewerben möchten aber dies blockt er sofort ab und meint " Ja jetzt nerv mich nicht.
    Er geht also gar nicht erst darauf ein. Und so ist es mit fast allen Sachen zur Zeit. Egal ob es sich um Unternehmungen handelt oder einfach ganz normale Gespräche ( Wie der Tag so war, ob es ihm gut geht, etc.). Seine Antworten sind alle ganz knapp gehalten und wenn es ihm dann zuviel wird oder er keine Lust mehr hat kommt immer der Satz " Jetzt nerv mich nicht". Und das macht mich traurig weil ich es doch nur gut meine und ihm helfen möchte. Aber er versteht dies wahrscheinlich als " unter Druck setzen" und reagiert dann einfach so kalt und abweisend zu mir.
    Ich bin einfach so langsam mit meinem Latain am Ende und weiß nicht mehr so richtig was ich machen soll.

    Habt ihr vielleicht irgendwelche Erfahrung mit depressiven Personen gemacht und könnt mir Tipps geben wie ich mich verhalten soll oder wie ich ihm am besten helfen kann bzw. unterstützen kann?

    Ich möchte ihn einfach nicht verlieren und mein größter Wunsch ist es einfach das er wieder glücklich und zufrieden ist. Das es ihm einfach wieder besser geht.

    DANKE.

  2. #2
    Loewenzahn
    Gast

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    Hallo Sonnenblume !

    Vielleicht wäre es gut ,wenn Du Dich erst mal so intensiv wie möglich über Depressionen belesen würdest . ( Bücher ,Internet ,Depressionsforen )

    Es ist sehr wichtig zu verstehen ,dass es sich bei schweren Depressionen um eine echte ,eventuell gar chronische oder vielleicht auch zusätzlich noch vererbte Krankheit handelt .

    Bei einer Herzkrankheit würdest du ja auch niemandem empfehlen sich zusammen zu reissen , oder ?

    Ich glaube Dir ,dass Du helfen möchtest .

    Die beste Hilfe ist wohl Akzeptanz und Verständnis .

    Um Himmels Willen keinen Druck ausüben , das könnte die Symptome eventuell verstärken .

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo Sonnenblume,

    bin selbst betroffen und erkenne mich etwas in den Reaktionen deines Freundes wieder.

    Zu der Zeit als ich keinen Job hatte, wollte ich gar nicht daran denken, daß dies so ist, denn die Beschäftigung mit diesem Thema hatte mich meistens voll runtergezogen. Also verdrängte ich es und spielte mir so gut es eben ging eine heile Welt vor. Dies erleichterte es mir um einiges den Tag durchzustehen und mich nicht als vollkommen minderwertig zu fühlen. Es kräftigte mich auch um wieder einen neuen Anlauf zu versuchen.

    Ich denke, daß auch genau das der wunde Punkt bei deinem Freund ist. Deine Fürsorge könnte bei ihm noch zusätzlich Minderwertigkeitsgefühle verstärken.

    Mir hilft es, wenn andere Menschen mich an meine Stärke und Kraft erinnern. Für mich da sind, mir aber dennoch die Fähigkeit zusprechen mir selbst helfen zu können. Denn die sollte jeder Kranke haben, und wenn es nur darum geht um Hilfe zu bitten.

    Das gefährliche für die Angehörigen ist, daß sie sich in der kranken Person verlieren können. Erkenne, wo Hilfe keine Hilfe mehr ist, sondern Selbstaufgabe. Es ist sehr wichtig, daß du dich auch um dein Wohlergehen kümmerst, tust du das? Evtl rüttelt es deinen Freund wach, wenn er sieht daß das Leben auch wieder anders sein kann. Wenn er sieht, wie du es machst, damit es dir gut geht... Es muß aber echt sein, keine Manipulation. Und wenn du ihm dazu das Gefühl gibst, daß er dir wichtig ist, du gern mit ihm zusammen bist, egal in welcher Verfassung er grade ist.

    Und dennoch kann es sein, daß er längere Zeit braucht um sich auf den Weg zu machen. Denn der Wille dazu wächst meistens langsam.

    Grüßle
    monkey

  4. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (14.11.2011),So Ham (14.11.2011)

  5. #4
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    Zitat Zitat von monkey Beitrag anzeigen
    Hallo Sonnenblume,

    ...
    Das gefährliche für die Angehörigen ist, daß sie sich in der kranken Person verlieren können. Erkenne, wo Hilfe keine Hilfe mehr ist, sondern Selbstaufgabe. Es ist sehr wichtig, daß du dich auch um dein Wohlergehen kümmerst, tust du das? Evtl rüttelt es deinen Freund wach, wenn er sieht daß das Leben auch wieder anders sein kann. Wenn er sieht, wie du es machst, damit es dir gut geht... Es muß aber echt sein, keine Manipulation. Und wenn du ihm dazu das Gefühl gibst, daß er dir wichtig ist, du gern mit ihm zusammen bist, egal in welcher Verfassung er grade ist....
    Hallo Sonnenbume,

    obiges ist ein sehr wichtiger Aspekt, der sich oft schleichend und nicht bemerkt vollzieht. Es ist sehr wichtig, gut auf sich selbst zu achten und besonders eines nicht zu vergessen. Man kann als Freund oder Partner eine Stütze sein, niemals aber der Therapeut.
    Depressionen sind eine komplexe schwierige Erkrankung und die Reaktionen die daraus entstehen sind für "gesunde" oft nicht verständlich.
    Da wo Du denkst "komm wir gehen raus oder wir können dies oder jenes mal eben schnell machen" ist es dem anderen aufgrund seiner Depression tatsächlich nicht möglich es zu tun, auch wenn es von Außen so einfach aussieht.
    Die Auswirkungen von Depressinen auf die Betroffenen und deren Umfeld werden leider noch immer weit unterschätzt. Allerdings gibt es inzwischen auch gute Literatur für Angehörige zum Thema Depressionen.
    Ich wünsche Euch beiden alles Gute.
    Vergiss nicht, er und Du Ihr seid bede eigenständige Menschen. Höre und fühle oft in Dich hinein, wenn Du diesen Weg gehen möchtest.

    LG So Ham
    '''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

    Man sollte die persönliche Hölle des Anderen stets barfuß betreten.

    ''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''''

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei So Ham für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (14.11.2011),Thessa (24.11.2011)

  7. #5
    Neuling
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    Vielen Dank für eure Antworten und Tipps.

    Ja stimmt schon, ich habe in den letzten paar Monaten nicht wirklich etwas für mich getan sonder war für meinen Freund da und habe fast meine ganze Energie in ihn gesteckt. Mir war oder ist dies aber wert.
    Klar ich muss mich auch um mich kümmern / sorgen.....

    Leider ist jetzt vor ein paar Tagen das passiert womit ich echt nicht gerechnet hätte.
    In letzter Zeit war er immer mehr antriebsloser und lustloser als sonst und konnte auch nicht so richtig die Nähe zu mir aufbauen.
    Auf jedenfall hat er nun vor ein paar Tagen gemeint das er mal eine Auszeit braucht. Ihm ist das momentan alles etwas zu viel und er braucht ein bisschen Ruhe.
    War für mich natürlich ein Schock.
    Er meinte das er mich trotzdem noch liebt und unsere Beziehung auch nicht beenden möchte, er einfach grad nicht anders kann und eine Pause braucht.
    Ich werde natürlich warten und ihm die Zeit geben die er braucht und ihn auch weiterhin unterstützen und für ihn da sein.

    Habt ihr irgendwelche Erfahrungen in die Richtung? Gab es bei euch auch schon so etwas? Wie lange kann so eine Auszeit dauern??

    Danke

  8. #6
    Neuling Avatar von ChrissyVeronika
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    Hallo Sonnenblume

    Ich habe gerade deine Beiträge gelesen und wollte mal fragen wie denn momentan der Stand der Dinge bei dir und deinem Freund ist...?
    Habt ihr immernoch eine Auszeit? Ist ja schon ne Weile her seitdem du deinen Beitrag geschrieben hattest...

    Mich hat deine Geschichte ganz besonders interessiert, da ich derzeit in genau der gleichen Situation stecke mit meinem Freund.... Ebenfalls halt Depressionen, nach 4 Wochen rutschte er in eine solche Phase ab und sagte es mir daher auch und derzeit haben wir ebenfalls eine Auszeit, seit 2 Monaten schon...

    Tja, solche Phasen bzw. Auszeiten kann man nicht vorhersagen, dass ist bei jedem depressiven und Schweregrad der Krankheit anders.... Es können nur ein paar Wochen sein, kann sich aber auch über zahlreiche Monate hinziehen... Und wenns ganz schlimm kommt kann es sogar ins chronische ausarten....

    Lg,
    Chrissy

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