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Thema: Mein Partner hat Depressionen - Wie soll ich mich verhalten?

  1. #1
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    Standard Mein Partner hat Depressionen - Wie soll ich mich verhalten?

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und dachte ich lasse mir vielleicht den ein oder anderen hilfreichen Tipp zum Thema Depressionen von euch geben...

    Mein Freund hat seit längerem Depressionen. Er hat Phase, wo man sogar vergessen könnte, dass er darunter leidet und Phasen, in denen es ihm extrem schlecht geht. Ich fühle mich dabei so hilflos, da er sich nicht helfen lassen möchte... Im Gegenteil, momentan meint er nur, er fühle sich nicht gut und müsse herausfinden warum.... Er zieht auch in Betracht, dass es an mir liegen könnte...

    Ich selbst denke, dass er sich das nur einredet, da zwischen uns alles ok war... Den Grund für seine Depressionen möchte ich nicht nennen, aber sie sind sehr gut nachvollziehbar... Momentan möchte er von mir in Ruhe gelassen werden. Er meinte er muss herausfinden, was los ist... Ich rechne also die ganze Zeit damit, dass er Schluss machen könnte, da er seine Depressionen falsch interpretiert...

    Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll.. Er war auch schon beim Arzt, von dem er aber nur Antidepressiva bekommen hat... Ich weiß, dass er eine Gesprächstherapie bevorzugen würde und habe ihm auch schon Adressen herausgesucht... Da er aber gerade keinen Kontakt wünscht, weiß ich nicht, ob er vorhat, zu einem anderen Arzt zu gehen...

    Für mich stellt sich nun die Frage: Komme ich seinem Wunsch nach und lasse ihn in Ruhe oder soll ich ihm helfen, in dem ich für ihn einen Termin ausmache... Wenn er Schluss machen sollte, bin ich mir auch nicht sicher, ob ich es dabei beruhen lassen soll oder ob ich kämpfen soll? Wenn ich nichts tue, habe ich das Gefühl, ich lasse ihn hängen.

    Vielen Dank für euer Feedback im Voraus...

    LG

  2. #2
    Moderator Avatar von Tänzerin
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    Hallo Cinnamon,
    das ist schwierig zu beurteilen, schließlich reagiert jeder Depressive auch immer etwas anders.

    So grundsätzlich macht es aus meiner Sicht eher wenig Sinn, wenn du ihm Dinge abnimmst, wie bsp. Termin ausmachen, wenn er das gar nicht will. Selbst wenn er dann hingehen sollte - ohne die eigene Bereitschaft, etwas zu ändern, dürfte da kaum ein Weg hinein führen.

    Bei mir ist es meistens so, dass mein Gegenüber in einer unreflektierten Depressionsphase eigentlich nur alles falsch machen kann. Alles wird so gedreht und gewendet, dass es gegen den anderen und zur Depression geht.

    Letztlich kannst du ganz oft nur zuschauen; mir hilft es immer, wenn ich weiß, dass nach der depressiven Phase mein Partner immernoch da ist, dass ich dadurch nichts kaputt gemacht habe (meine größte Angst und einer der größten Hemmnisse in der Endphase der depressiven Phase). Dass, wenn der Verstand sich wieder zu klären beginnt, man nicht vor den Trümmern seines Handelns steht.
    nur diese vier worte: wenn wir uns küssen

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tänzerin für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (18.10.2011)

  4. #3
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    Letztlich kannst du ganz oft nur zuschauen; mir hilft es immer, wenn ich weiß, dass nach der depressiven Phase mein Partner immernoch da ist, dass ich dadurch nichts kaputt gemacht habe (meine größte Angst und einer der größten Hemmnisse in der Endphase der depressiven Phase). Dass, wenn der Verstand sich wieder zu klären beginnt, man nicht vor den Trümmern seines Handelns steht.[/QUOTE]

    Danke schön für dein Feedback! Eigentlich wollte ich das auch tun... das letzte was ich ihm geschriebeb hatte (weil er ja ruhe und zeit für sich wollte) ist, dass er immer auf mich zählen kann, egal was passier... ich würde immer hinter ihm stehen...

    meine angst ist, dass er das schon gar nicht mehr aufnehmen kann... dass er wirklich denkt, ohne mich würde es ihm besser gehen... dass er mich und unsere beziehung als zusätzliche belastung sieht... ich versuche immer so viel wie möglich rücksicht zu nehmen... manchmal leide ich auch darunter, weil ich meine wünsche und träume total hinten anstelle... aber er ist es mir wert und ich denke und hoffe, dass das nur eine phase ist... was nur, wenn er mit seine nächsten anruf mir verkündet, dass es das war... das er nicht mehr kann... dann kann ich nicht mehr für ihr da sein... das macht mir angst und bereitet mir schlaflose nächte... habe das letzte mal letzten mittwoch mit ihm telefoniert... da war noch alles ok... donnerstag nicht mehr erreicht und freitag kam die sms, dass er gerade nicht mehr kann und zeit für sich braucht...

  5. #4
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    Zitat Zitat von Cinnamon Beitrag anzeigen
    meine angst ist, dass er das schon gar nicht mehr aufnehmen kann... dass er wirklich denkt, ohne mich würde es ihm besser gehen... dass er mich und unsere beziehung als zusätzliche belastung sieht... ich versuche immer so viel wie möglich rücksicht zu nehmen... manchmal leide ich auch darunter, weil ich meine wünsche und träume total hinten anstelle... aber er ist es mir wert und ich denke und hoffe, dass das nur eine phase ist... was nur, wenn er mit seine nächsten anruf mir verkündet, dass es das war... das er nicht mehr kann... dann kann ich nicht mehr für ihr da sein... das macht mir angst und bereitet mir schlaflose nächte... habe das letzte mal letzten mittwoch mit ihm telefoniert... da war noch alles ok... donnerstag nicht mehr erreicht und freitag kam die sms, dass er gerade nicht mehr kann und zeit für sich braucht...
    Das ist wirklich keine einfache Situation. Worauf du unbedingt achten musst: Auf dich.
    Wenn du dich so stark zurückstellst, dass du dabei unglücklich wirst, dann ist euch beiden nicht geholfen. Im Zweifelsfall wird es ihn quälen, dass er dich so unglücklich macht. Solange er selbst nicht die Mechanismen seiner Depression enttarnt, kann er jede deiner Verhaltensweisen so interpretieren, dass sie ihn nur noch unglücklicher machen.

    Ein Ratschlag, den ich auch selbst oft gegeben habe - mit deiner Selbstfürsorge kannst du ihm noch am besten helfen. Kümmere dich um dich, sorge dafür, dass es dir gut geht. Weil du dann nämlich mehr Kraft für ihn haben wirst und gewährleisten kannst, dass ihr nicht beide kaputt geht.

    Wichtig für dich ist auch zu begreifen, dass du seine Probleme für ihn nicht lösen kannst. Die Schmerzen einer Depression kann kein Partner der Welt von einem nehmen (ich habe einen unfassbar kompetenten Partner an meiner Seite und weiß daher um die Grenzen). Das ist für beide schwer auszuhalten, aber nicht zu ändern.

    Er muss den Weg zu professioneller Hilfe finden - wenn er lernt, konstruktiv mit seiner Depression umzugehen, dann könnt ihr auch in der Beziehung gemeinsam arbeiten. Weil er dabei auch lernen wird, zu kommunizieren, sich mitzuteilen. Solange er sich zurückzieht, kannst du wenig machen - abwarten und den Blick auf dich selbst bewahren, damit du merkst, wann du dich selbst dabei unglücklich machst.
    nur diese vier worte: wenn wir uns küssen

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Tänzerin für den sinnvollen Beitrag:

    Cinnamon (17.10.2011)

  7. #5
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    Vielen Dank! Ich hoffe, ich bekomme das hin... denn alles, was momentan in meinem kopf kreist, ist: "wann meldet er sich..." und "ohje, was wird er mir nur zu sagen haben, wenn er sich meldet... "

    ich gehe einfach schon wahrscheinlich zu sehr vom negativen aus...

    mich hat es irgendwie schockiert, als er meinte, es ginge ihm nicht gut und er müsse herausfinden warum.... er denkt nicht, dass es mit mir zu tun hat, aber er muss es in betracht ziehen...

    das tat so verdammt weh, weil ich dachte, ich hab doch gar nichts getan, außer immer für dich da zu sein... ich war so erstaunt darüber, dass er geschrieben hat, er müsse herausfinden, warum es ihm nicht gut geht, weil er das ja eigentlich weiß... er weiß, dass er aufgrund seiner situation unter depressionen leidet... er war ja auch bereits beim psychologen.. nur mit tabletten tut er sich halt nicht zufrieden...

    momentan kommt es mir jedoch so vor, als ob er vergessen hat, was seine depressionen ausgelöst haben und versucht einfach nur vor allem (und vor allem von mir, weil ich ihm am nähesten stehe) davon zu rennen...

    das tut sehr sehr weh...

  8. #6
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    Zitat Zitat von Cinnamon Beitrag anzeigen
    mich hat es irgendwie schockiert, als er meinte, es ginge ihm nicht gut und er müsse herausfinden warum.... er denkt nicht, dass es mit mir zu tun hat, aber er muss es in betracht ziehen...

    das tat so verdammt weh, weil ich dachte, ich hab doch gar nichts getan, außer immer für dich da zu sein... ich war so erstaunt darüber, dass er geschrieben hat, er müsse herausfinden, warum es ihm nicht gut geht, weil er das ja eigentlich weiß... er weiß, dass er aufgrund seiner situation unter depressionen leidet... er war ja auch bereits beim psychologen.. nur mit tabletten tut er sich halt nicht zufrieden...

    momentan kommt es mir jedoch so vor, als ob er vergessen hat, was seine depressionen ausgelöst haben und versucht einfach nur vor allem (und vor allem von mir, weil ich ihm am nähesten stehe) davon zu rennen...
    Bei meinen Depressionen ist es so, dass ich in richtig schlimmen Phasen gar nichts mehr weiß.
    Ich weiß nicht, dass ich meinem Freund alles bedeute geschweige denn, dass er mich mit meiner Krankheit nimmt, und dass ich nichts tun kann, was ihn davon abhalten würde, bei mir zu bleiben.
    Alles weg. Es ist wirklich schwierig, mit einer Depression umzugehen und zu begreifen, dass sie alles manipuliert, was geht. Die eigene Wahrnehmung, die eigenen Gefühle. Ich habe streckenweise, je nach Form, auch aggressive Anwandlungen, in denen ich ihn am Liebsten so stark verletzen würde (emotional, verbal), dass er mich wegschickt - damit ich dann in dem Gefühl versinken kann, wie einsam ich bin. Es ist sehr fies und mein Verhalten ist auch oft sehr widersprüchlich und kaum zu erfassen, insbesondere, wenn man sich mit psychischen Erkrankungen nicht auskennt.
    Danach habe ich meist kaum Erinnerungen daran, wie es eigentlich war und was ich gesagt oder getan habe. Es bleibt nur noch Erschöpfung und Müdigkeit.
    Das vielleicht, um dir etwas zu verdeutlichen, welche Formen das annehmen kann und dir das Verhalten etwas näher zu bringen.

    Vielleicht überlegst du dir auch mal, zu einer Beratungsstelle zu gehen, die beraten auch Angehörige.

    das tut sehr sehr weh...
    Das glaube ich, fühl dich gedrückt.
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  9. #7
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    Danke! Du bist echt sehr lieb und deine Beiträge helfen emotional sehr! Es tut mir leid für dich, dass du selbst an Depressionen leidest und ich wünsche dir und auch deinem Partner ganz viel Kraft! Du wirkst auf mich sehr stark und gefasst! Scheinst mir eine Kämpferin zu sein! Und du hast das Herz am richtigen Fleck! Fühl dich auch gedrückt!

    LG

  10. #8
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    Zitat Zitat von Cinnamon Beitrag anzeigen
    Danke! Du bist echt sehr lieb und deine Beiträge helfen emotional sehr! Es tut mir leid für dich, dass du selbst an Depressionen leidest und ich wünsche dir und auch deinem Partner ganz viel Kraft! Du wirkst auf mich sehr stark und gefasst! Scheinst mir eine Kämpferin zu sein! Und du hast das Herz am richtigen Fleck! Fühl dich auch gedrückt!

    LG
    Vielen Dank für diese Rückmeldung. Es freut mich, wenn ich dir etwas helfen konnte.
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