Hallo Forum
Also vorweg einmal eine kurze Einleitung zu meiner Person.
Mein Name ist Michelle, ich bin noch 26 und lebe zusammen mit meinem Freund, 21, in Düsseldorf. Zur Zeit bin ich auf Arbeitssuche und verbringe den Tag hauptsächlich mit Hobbies.
In diesem Beitrag geht es eher um meinen Freund als um mich.
Hier mal ein kleines Resumée:
Mein Freund wurde vor 21 Jahren in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern waren nie verheiratet und er kam mit einer leichten Behinderung zur Welt, da seine Mutter in der Schwangerschaft falsche Medikamente bekam. Dies führte dazu, dass ein Bein ein Stückchen kürzer ist und seine Wirbelsäule leicht gebogen. Man nennt dies Skolliose.
Von klein auf humpelte er und wurde deshalb von seinen Mitschülern immer gehänselt. Dazu kam noch, dass seine Eltern sich trennten und er zusammen mit seinen 3 Geschwistern bei seiner Mutter blieb.
Als er dann in die Pubertät kam, die Hänseleien immer schlimmer wurden, wurde er handgreiflich gegenüber anderen Schülern. Seine Mutter wurde nicht mehr mit ihm fertig und wollte ihn zu seinem Vater abschieben.
Gemeinsam wurde beschlossen, ihn in eine "Anti-Agressions-Kur" zu schicken.
Dort wurde ihm eine "mir ist alles *******gal"-Einstellung beigebracht, was dazu führte, dass er nicht mehr ganz so agressiv gegenüber anderen Kindern war.
Als er dann wieder "daheim" war, kam aber auch sein Vater nicht mehr klar mit ihm und die Eltern entschieden, ihn in ein Internat zu stecken.
Das wollte aber seine Oma verhindern und nahm ihn zu sich. Dort hatte er endlich ein geregeltes Familienleben gefunden. Doch dann nach ein paar Jahren verstarb seine Oma und er musste zurück zu seiner Mutter.
Überfordert von nun wieder 4 Kindern, war diese auch nicht wirklich stabil und es gab häufig Stress und Streit und er beschloss freiwillig wieder zu seinem Vater zu ziehen.
Dort lebte er dann bis er 18 war. Dann lernten wir uns übers Internet kennen, verliebten uns und kurz darauf zog er zu mir.
Er sagte mir sehr oft, dass er noch nie so geliebt wurde wie von mir. Er war immer herzlich, sanft und nie agressiv gegenüber mir.
Hin und wieder bekam er einen seiner Wutanfälle, wenn ihm eine Sache nicht gelang, und er schlug mit der Faust auf seinen Schreibtisch, trat gegen eine Tür, etc.
Bei familiären Angelegenheiten behielt er weiterhin diese "*******egal" Einstellung. Ich hatte von Anfang an Angst vor dieser Einstellung und dass sie irgendwann mal in unsere Beziehung eindringen würde...
Bis es dann vor einem Jahr soweit war. Mein Opa starb und ein großes finanzielles Problem kam auf mich und meine Mutter zu. (Wir wohnen in einem Haus, was uns vererbt wurde und der Bruder meiner Mutter wollte ausgezahlt werden) Neben dem großen Verlust eines geliebten Menschen kam nun auch noch dazu, das ein vorher relativ unbeschwertes Leben auf einmal in ein sparsames Leben umschlug.
Und auf einmal ist jede Macke, jede dumme Angewohnheit des Anderen störend.Und jedesmal, wenn ich versuche, ihn darauf anzusprechen, sagt er irgendwann: "Ach weisst Du Schatz, eigentlich ist es mir egal mittlerweile"
Dann wird er irgendwann agressiv und ein Gebrauchsgegenstand muss wieder dran glauben.
Ich weiss nicht wie ich mir und ihm helfen soll. Zum Psychologen will ich ihn nicht schicken, da er aus seiner Jugend noch einen regelrechten Hass auf "diese Leute" hegt. Verlieren will ich ihn aber auch nicht, da ich ihn erstens liebe und er zweitens eine Hand braucht, die ihn unterstützt.
Ich wäre sehr froh, wenn ich hier vielleicht ein wenig Hilfe finden würde und dieses komplexe Problem ein wenig in den Griff bekommen könnte.
Liebe Grüße, Mimi


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Und jedesmal, wenn ich versuche, ihn darauf anzusprechen, sagt er irgendwann: "Ach weisst Du Schatz, eigentlich ist es mir egal mittlerweile"
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