psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: Mein Vater und ich

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    22.09.2008
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Mein Vater und ich

    Nachdem ich hier sonst keine Kategorie gefunden habe die zum Thema passen würde,schreibe ich es mal hier rein.

    Es geht um meinen Vater.Wir hatten schon immer ein schwieriges Verhältnis (ich bin heute 36,er ist 60), aber heute habe ich gar keinen Kontakt mehr zu ihm.
    Dabei wohnt er im nächsten Ort...

    Als ich ein Kind war, hat er mich immer spüren lassen dass ich nicht gut genug bin.Ich war nicht gut genug in der Schule und auch zu Hause konnte ich es ihm nicht recht machen.Wir hatten ein Pflegekind das die Woche über bei uns war.Wenn wir mit dem Auto fuhren, trat sie mich hinten auf der Rückbank.Anstatt mit ihr zu schimpfen, schimpfte er mit mir.
    Später war ihm meine Ausbildung nicht recht, und einen reichen Mann hatte ich auch nicht geheiratet.
    Als ich dann schwanger war ließ er sich oft bei mir blicken, und auch als meine Söhne auf der Welt waren (nacheinander).
    dann ließ ich mich scheiden und daran war in den Augen meines Vaters natürlich ich Schuld.Dass mein Exmann trank, nahm er nicht zur Kenntnis.Die Besuche wurden weniger,er zog mit seiner neuen Freundin zusammen und ich habe nicht mal seine Adresse bekommen (ich weiß wo er wohnt,aber das weiß ich nicht von ihm).Er lud mich nicht zu seinem 60. geburtstag ein,er gratuliert weder mir noch seinen Enkeln zum Geburtstag.Seit einem Jahr meldet er sich gar nicht mehr.

    Vor 2 Jahren hatte ich einen Tumor im Bein.Es war nicht klar ob gut- oder bösartig.Mein Vater rief nach der OP nicht im Krankenhaus an um sich zu erkundigen (er war zu der Zeit in Kur) und auch danach fragte er nie wie es mir geht.

    Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll dass mein Vater mich so ablehnt.Wir hatten noch nicht mal Streit.Ich habe ihm vor ein paar Monaten geschrieben,aber es kam nie was zurück.

    Vielleicht hat jemand einen Rat für mich wie ich damit abschließen kann,denn ändern wird sich nichts mehr

    LG
    Tala

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    23.09.2008
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Wir haben ziemlich viele Gemeinsamkeiten, was das Verhältnis zum Vater anbelangt. Ich wurde auch nie von meinem Vater respektiert. Immer wurde ich beschuldigt und alles was ich gemacht habe war falsch. Er hat mich Jahre lang, wie ein Minderwertiges Wesen behandelt.

    Ich bin heute 23 Jahre alt und habe es geschafft den Kontakt zu ihm abzubrechen. Denn dies war, meiner Meinung nach die einzige Lösung, einen Neuanfang zu machen und glücklicher zu werden.

    Er hat uns geschlagen und gedemütigt. Als ich 19 war hat er sich von meiner Mutter getrennt. Seither habe ich ihn nicht mehr gesehen. Am Anfang hatte ich Mühe damit umzugehen, dass er nicht mehr zu Hause war. Denn bis zu meinem 19. Lebensjahr, meinte ich, dass niemand glücklicher war als ich. Ich hatte mich an seine Beleidigungen etc. gewöhnt. Es war für mich wie selbstverständlich, dass ein Mensch Minderwertigkeitskomplexe hatte. Selbstbewusstsein bezeichnete ich als Arroganz. Das hört sich vielleicht sehr merkwürdig an aber ich war wie Süchtig danach unter psychischem Druck zu stehen, zu leiden, jeden Tag zu weinen, ständig beleidigt zu werden, etc.
    Und plötzlich war er nicht mehr da. Ich habe ein Jahr lang versucht ihn zu erreichen. Ich habe ihn angefleht wieder nach Hause zu kommen oder wenigstens ab und zu zu Hause anzurufen. Er tröstete mich und versprach mir wieder nach Hause zu kommen. Ich habe auf ihn gewartet. Bin 6 Monate lang zu Hause geblieben, ging weder zur Schule noch arbeitete ich. Mein Körper war wie gelähmt. Irgendwann habe ich es aufgegeben auf ihn zu warten. Ich habe einen kleinen Koffer gepackt und bin in eine andere Stadt gezogen, wo mich niemand kannte. Ich fing an zu arbeiten und nebenbei holte ich die Abitur nach. In dieser Zeit war ich allein, was mir psychisch sehr gut getan hat. Am Anfang habe ich jeden Tag bevor ich einschlief eine Stunde geheult. Mit der Zeit spürte ich etwas positives in mir. Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe mehr selbstvertrauen gekriegt. Ich habe mich mit der Vergangenheit auseinandergesetzt und den Kapitel "Vater" abgeschlossen. Ich empfinde weder Hass noch Liebe für ihn. Wenn er irgendwann wieder auftaucht und sich verändert hat, dann kann eine neue, gesunde Vater-Tochter-Beziehung, meinerseits, aufgebaut werden. Falls es nie wieder zu einem Kontakt kommt, dann stellt das für mich kein Problem dar, denn ich habe ihm gegenüber kein schlechtes Gewissen. Nicht ich bin Schuld daran, dass ich kein Kontakt mehr zu meinem Vater habe.

    Tala, ich wollte dir nur sagen, dass es, meiner Meinung nach, sinnvoll wäre die Situation in der du dich befindest zu akzeptieren. Natürlich ist es traurig, wenn der eigene Vater keine Interesse für seine Tochter zeigt, sie wie eine Fremde behandelt. Doch du kannst doch nicht dein Leben lang leiden deshalb, denn dein Vater wird sich jvielleicht nie verändern. Er wird vielleicht nie Reue zeigen, dass er nie ein guter Vater war. Du musst dich der Situation in der du dich befindest anpassen, wenn sich nichts verändern lässt. Lass ihn leben wie er es möchte. Mach einen Neuanfang ohne deinen Vater. Versuche zu verstehen weshalb er so ist, wie er ist, damit du kein Hass empfindest für ihn, denn das ist nicht gut für deine Psyche. Vielleicht hatte er eine düstere Kindheit. Vielleicht bekam er auch keine Liebe und Zuneigung von seinen Eltern.

    Gruss Huris

  3. #3
    Schreibkraft
    Registriert seit
    16.09.2008
    Ort
    auf dem Dorf
    Beiträge
    123
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Was soll man dir daraufhin raten?
    Ich bin nämlich gerade dabei mich von meiner Mutter zu entfernen und es geht mir gut dabei. Ich lasse es einfach so laufen, wie es jetzt gerade ist. Denn sie hat mich shcon so viel nerven gekostet. Ich kann einfach nicht mehr.

    Bisel
    Wer Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler findet, darf sie behalten.

    vielleicht hier...=> Mein Tagebuch

  4. #4
    Schreiberling Avatar von daysleeper82
    Registriert seit
    02.09.2008
    Ort
    Greifswald
    Beiträge
    445
    Danke
    23
    26 mal in 23 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich würde eine Pro/Contra Liste anfertigen, was spricht gegen einen Kontakt zu meinem Vater und was dafür, ich denke in deinem Fall wäre sie eher contralastig... Vielleicht hilft das ja, sich klar zu machen, dass es einfach nicht sinnvoll ist, ihm hinterher zu trauern ;-)

    LG daysleeper
    Geändert von daysleeper82 (23.09.2008 um 14:28 Uhr)

  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    @day: Ich sehe den Sinn einer Pro- Contraliste nicht. Denn das schlechte Verhältnis ist vom Vater vorgegeben. Bisel hat doch gar keine andere Wahl, als das zu akzeptieren.

    @Bisel: Dass Dein Vater Dich so ablehnt, dafür kannst Du nix und das liegt sicher nicht an Dir als Mensch. Vll ist er mit seinem Leben so unzufrieden, vll verbindet er mir Dir was unangenehmes bezüglich Deiner Mutter, vll hättest Du ein Junge werden sollen oder sonst was. Es ist jedenfalls seine Schwäche, er ist im Fehler. Und es ist nicht Deine Bestimmung dafür zu büsen. So!

    Vll kannst Du es immer mehr so nüchtern-pragmatisch betrachen und Dich auf die Weise von ihm distanzieren. Er ist ein Mensch, der mit Deinem Leben nichts mehr zu tun hat.

    @huris: was mich erstaunt ist das:Wenn er irgendwann wieder auftaucht und sich verändert hat, dann kann eine neue, gesunde Vater-Tochter-Beziehung, meinerseits, aufgebaut werden.
    Wenn ichs abgeschlossen hätte, dann hätte der nix mehr von mir zu erwarten. Keine Vater-Tochter-Beziehung, kein Trost und keine Pflege im Alter.

    lg Gaby

  6. #6
    Neuling
    Registriert seit
    22.09.2008
    Beiträge
    3
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Danke erstmal für eure Antworten.
    Klar weiß ich vom Kopf her dass ich damit abschließen muss, und dass es besser ist keinen Kontakt mehr zu haben/suchen.

    Aber vom Gefühl her ist das halt schwer.Nicht weil ich ihn liebe (das tue ich schon lange nicht mehr), sondern weil ich nicht begreifen kann dass einem Vater seine Tochter so egal ist.

    Falls es ihm je schlecht gehen sollte bin ich jedenfalls auch nicht für ihn da.


    Tala

  7. #7
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Tala,

    ich weiss nicht, ob Du Familienstellen kennst. Da wird manchmal so einiges klarer. Würds aber nur in einem therapeutischen Rahmen machen, gerade wenn es so belastet ist, wie in Deinem Fall

    lg Gaby

Ähnliche Themen

  1. Mein Vater - faul, verzogen, antriebslos
    Von Gast1596 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 05.05.2008, 16:54
  2. Probleme mit Vater
    Von ~ unlike ~ im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 27.12.2007, 20:53
  3. Spätfolgen - Fragen und Hilfe?
    Von chris2112 im Forum Scheidung / Trennung
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.12.2007, 07:15
  4. Vater - Sohn - Verhältnis... und noch viel mehr
    Von Trixi im Forum Durchsetzungsvermögen
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 04.12.2007, 21:19
  5. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 24.10.2007, 17:42

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!