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Thema: Mein vater und mein Unvermögen ihm gegenüber

  1. #1
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    Standard Mein vater und mein Unvermögen ihm gegenüber

    Hallo,

    ich bin neu hier und habe dieses Forum beim stöbern im I-net gefunden, weil mich eine Frage brennend interessiert. Ich hab den Beitrag mal hier reingesetzt, weil ich denke dass das am ehesten zu mir und meinem Problem passt, denn ich komme nicht gegen meinen Vater an. Endweder liegt das am fehlenden Durchsetzungsvermögen ihm gegenüber oder ich fühle mich wirklich minderwerig im Vergleich zu ihm.

    Es geht bei meiner Frage aber nicht um die rechtlichen Aspekte, sondern darum wie ich mit der ganzen Situation umgehen sollte. Ich weis dass jeder eine andere Meinung hat und respektiere das selbstverständlich auch, sollte ich aber hier zu keinem für mich einleuchtenden bzw. vertretbaren Ergebnis kommen, werde ich wohl einen Termin bei einem Psychologen machen müssen um mir eine "offizielle Meinung" dazu einzuholen.

    Das gibt einen sehr langen Beitrag, aber ich muss weit ausholen um zu versuchen, die ganze Geschichte für fremde Menschen verständlich zu machen.


    Das Thema:

    1.) Vorgeschichte

    Ich bin jetzt knapp vor 50 und hab mir auch vorgenommen dieses Kapitel meines Lebens abzuschließen bis ich tatsächlich 50 bin, denn ab dann möchte ich endlich mein eigenes Leben führen ohne immer wieder zurückschauen zu müssen.

    Man nennt Menschen wie mich einen Ausrutscher - ein ungewolltes Kind eben. Damit habe ich kein Problem. Das Problem sind meine Eltern und besonders mein Vater. Er ist aufgewachsen ohne sich Geldsorgen machen zu müssen. Meine Oma hat ihm z.B. ein fabrikneues Auto (ein Cabrio) zum 18. Geburtstag geschenkt und das war Anfang der 60iger eine ganze Menge Geld. Kurz danach hat er meine Mutter kennengelernt und auch sofort geschwängert. Vieles aus seinem Leben weis ich nur von meiner Oma, denn mein Vater hat mir nie etwas von sich erzählt. Jedenfalls war sein Plan meine Mutter mit dem Kind einfach sitzen zu lassen, denn er führte das Leben eines Playboys und hatte selbstverständlich mit Familie nichts am Hut. Leider ist er ohne Vater aufgewachsen und seine Mutter hat den Fehler gemacht, diesen Umstand mit großen finanziellen Zuwendungen ausgleichen zu wollen.

    Als meine Oma dann erfahren hat dass meine Mutter schwanger war und er sie sitzen lassen wollte, hat sie ihm damit gedroht ihn zu enterben wenn er sie nicht heiraten würde. Und das war das härteste was man ihm antun hätte können - nämlich wenn ihm der Geldhahn zugedreht wird. Also hat sich mein Vater gefügt und meine Mutter einen Monat vor meiner Geburt geheiratet.

    Meine Mutter wollte mich ebenfalls nicht und wurde auch von ihren Eltern zur Heirat gezwungen und dazu das Kind auszutragen. Sie hat mir das nie verziehen, dass ich geboren wurde und daher muss ich mir noch heute von ihr vorwerfen lassen, dass ich ihr Leben zerstört hätte.

    Charakterlich stehen sich mein Vater und meine Mutter sehr nahe. Beide haben nie kapiert, dass sie sich an die eigene Nase fassen sollten und aufhören müssen, mich zum Sündenbock für alles zu machen. Jedenfalls bin ich auch als unerwünschtes Kind aufgewachsen. Meine Eltern haben immer nur das Nötigste getan und nicht einen Handschlag mehr. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater oder meine Mutter mal mir zuliebe etwas getan haben, sondern ich musste mich immer ihren Wünschen anpassen. Wenn das nicht möglich war, wurde ich meistens am Wochenende zur Oma (väterlicherseits) abgeschoben, damit sie ihr eigenes Leben ausleben konnten.

    Mein Vater hatte in der Zeit als meine Eltern verheiratet waren (17 Jahre) immer irgendwelche Freundinnen am laufen und hat sich auch nicht um seine Ehefrau gekümmert. Meine Mutter hat immer so getan, als ob sie das arme unschuldige Opfer wäre und von meinem Vater ihr Leben lang betrogen worden wäre. Leider habe ich aber mitbekommen, dass sie selbst während der Ehe mit meinem Vater nicht nur einmal fremd gegangen ist. Mehr möchte ich aber zu meiner Mutter hier nicht erzählen, da das Problem mein Vater ist.

    Nachdem sich meine Eltern scheiden lassen haben als ich 17 war, hatte ich nur noch sporadisch Kontakt zu meinem Vater und das ist bis heute so geblieben. An mir liegt es nicht, er möchte keinen Kontakt zu mir haben. Zwischenzeitlich hat er zum 3. mal geheiratet und ich habe zu seiner momentanen Ehefrau auch keinen Kontakt - ich weis nicht mal wie sie mit Vornamen heißt. Das ist aber von meinem Vater so beabsichtigt, er will einfach nicht dass ich an seinem Leben teilnehme. Ich kenne auch niemanden aus der Verwandschaft väterlicherseits. Mit denen hatte ich nur Kontakt, wenn es sich für meinen Vater nicht vermeiden ließ. Wie gesagt, ich wurde vom Leben meines Vaters völlig ausgeschlossen.

    Das war die Geschichte meines Lebens in einer extremen Kurzfassung.

  2. #2
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    2.) Mein Problem

    Meine Oma (väterlicherseits) hat natürlich immer gesehen, wie mich mein Vater aus allem ausschloß und wollte dies immer wieder ausgleichen. Da ich ein Einzelkind war, konzentrierte sie ihre ganze Liebe nur auf mich. Als mein Vater Anfang der 80iger seine erste Eigentumswohnung gekauft hatte, wurde sie von ihm um 80.000,- DM betrogen und sie kündigte an, dass dies das letzte mal gewesen wäre, wo sie ihm geholfen hätte. Ab sofort sei er enterbt und sie wolle nie mehr mit ihm etwas zu tun haben. Dieser Zustand hielt bis zu ihrem Tod an - eben auch weil mein Vater von mir nichts wissen wollte.

    Ich weis dass meine Oma ein Testament hatte, in dem mein Vater enterbt und ich zum Haupterben eingesetzt war (meine Mutter hätte ihren Schmuck bekommen sollen). Das Testament selbst habe ich nie gesehen. Das wurde mir aber unabhängig von 3 Leuten erzählt: Von meiner Mutter, von meiner Großtante und auch mehrmals von meiner Oma selbst. Jedenfalls starb meine Oma vor ca. 25 Jahren, das Testament ist nie aufgetaucht und mein Vater wurde zum Alleinerben. Meine Mutter hatte meinen Vater von der ersten Minute an in Verdacht, dass er das Testament gefunden und entsorgt hatte. Er war ja der Einzige der aus solch einer Handlung einen Gewinn gezogen hätte - denn da stand ja drin dass er enterbt ist. Bis heute habe ich nie einen einzigen Cent meines Erbes gesehen und wir reden hier von ca. 250.000 € plus 25 Jahre Zinsen.

    Mein Vater jedenfalls ist der Meinung, nur er hätte jemals einen Anspruch auf dieses Erbe gehabt, denn es wäre ja schließlich seine Mutter gewesen. Und diese Aussage gibt mir sehr zu denken, denn er wusste ja dass er enterbt wurde. Wahrscheinlich hatte meine Mutter von Anfang an Recht mit ihrer Aussage, dass mein Vater das Testament hat verschwinden lassen.

    Mein Vater tut nach außen so, als ob er ein Heiliger wäre, der sich sein ganzes Vermögen hätte hart erarbeiten müssen - aber ich weis, dass er sich den größten Teil dadurch besorgt hat, indem er seine Mutter und mich betrogen hat - nur was mach ich mit diesem Wissen? Leider ist zwischenzeitlich meine Großtante gestorben. Sie war die Einzige von der ich nach dem Tod meiner Oma noch geistigen Rückhalt gegen meinen Vater bekomme habe. Nun steh ich allein gegen ihn und muss damit leben, dass er mir mein Erbe gestohlen hat, mich nie haben wollte und mich auch noch bei allen Leuten mies macht - ich bin der missratene Sohn der nie was getaugt hat. Er ist der Heilige und ich der Böse, der ihm auch immer nur Böses will, weil ich ihm sein Erbe nicht gönne. Ich wäre der Geldgierige der sich nicht damit abfinden will dass ich nichts geerbt hätte - weil nur ihm dieses Erbe zustehen würde.

    Diese Aussage höre ich immer wieder - nur er hätte das Recht gehabt dieses Geld zu bekommen, nur er sei der rechtmässige Erbe und nicht ich.

    Also ich weis von meiner Oma dass mein Vater auch schon zu ihrer Lebzeit immer nur hinter ihrem Geld her war und ansonsten von ihr nichts wissen wollte. Immer nur das Geld war interessant und was sie ihm nicht freiwillig gegeben hat, das hat er sich anderweitig geholt.


    Jetzt zu meiner Frage:

    Was ist mein Vater für ein Mensch und wie gehe ich mit ihm um? Bisher war ich der Meinung, ich müsste versuchen ihm finanziell zu schaden wo es nur möglich ist, das bringt mir aber im Endeffekt gar nichts. Es würde mich auch nicht wundern, wenn er mich enterben würde, nur damit ich nicht an das Geld von Oma komme.

    Ich will dieses Kapitel abschließen, kann aber nicht vergessen dass er erst seine Mutter finanziell betrogen hat und anschließend mich um mein Erbe. Ich steh bei allen gemeinsamen Bekannten als der Looser da, der missratene Sohn der nie was auf die Reihe gebracht hat und er selbst erzählt immer wieder jedem die Geschichte, wie hart er für sein Geld hat arbeiten müssen. Meine Mutter und ich sind die einzigen Leute, die wissen, dass er sein Vermögen nur mit Lug und Betrug aufgebaut hat. Mein Vater zeigt mit dem Finger auf mich, lacht mich aus und protzt mit dem Geld rum was eigentlich mir gehören würde, wenn nach dem Tod meiner Oma alles mit rechten Dingen zugangen wäre.

    Wie komme ich doch noch zu meinem Erbe? Wie bekomme ich meinen Vater in die Knie? Mit ihm zu reden ist sinnlos, da er absolut davon überzeugt ist dass nur er einen Anspruch auf dieses Erbe gehabt hätte. Mit den Leuten aus unserem gemeinsamen Bekanntenkreis zu reden und zu versuchen die Wahrheit ans Licht zu bringen ist genauso Quatsch, weil dort jeder denkt, ich wolle nur meinen "ach so tollen" Vater schlecht machen.

    Ich will endlich mein Erbe haben und die Wahrheit ans Licht bringen - aber bis jetzt glaubt mir niemand. Das zerfrisst mich langsam aber sicher und ich will damit demnächst endgültig abschließen. Ich muss eine dauerhafte Lösung finden, denn so werd ich nicht glücklich. Das Kapitel einfach abhaken und vergessen kann ich nicht, da ich immer wieder jemanden aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis treffe, der mir dann sofort erzählen muss, dass ich mir doch ein Beispiel an meinem Vater nehmen soll und ich endlich mein Leben bereinigen müsste und was auf die Reihe bringen.

    Wie gesagt die rechtliche Seite interessiert mich nicht. Da hab ich mich schon vor ein paar Jahren beim Rechtsanwalt beraten lassen und musste mir anhören, dass die Verjährungsfrist für Dokumentenvernichtung bereits lange abgelaufen ist. Ich hätte damals (direkt nach dem Tod meiner Oma) meinen Vater bei der Polizei anzeigen müssen, als das Testament nicht aufgetaucht ist. Das wollte ich damals aber nicht, weil ich so blöd war und an das Gute im Menschen geglaubt habe - hatte immer die Hoffnung, dass sich mein Vater bewusst wird dass er mir mein Erbe gestohlen hat. Langsam aber sicher glaube ich aber, dass er einen psychischen Knacks hat und gar kein Unrecht darin sieht, dass er sich mein Erbe angeeignet hat. Der wird richtig stinksauer wenn ich ihn auf das verschwundene Testament anspreche. Einmal hat er mir aus Wut erzählt, dass ihm das "sch...egal" sei ob es jemals ein Testament gegeben hätte, denn es sei sein Geld, was ihm seine Mutter niemals hätte vorenthalten dürfen. Das war für mich fast so wie ein Geständnis, dass er seine Finger im Spiel hatte weswegen das Testament verschwunden ist.

    Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich ebenfalls zu 100% davon überzeugt, dass er das Testament gefunden hat und...

    Nur was tu ich mit dem Wissen, wie komme ich zu "meinem" Geld und wie finde ich Ruhe??? Das nagt an mir seit ca. 25 Jahren und ich will nicht mehr. Will endlich mein Leben führen ohne dass mir mein "heiliger und so toller" Vater vor die Nase gehalten wird. Das Schlimme an der ganzen Geschichte ist halt, dass er kein Unrecht darin sieht dass er mir mein Erbe gestohlen hat. Für ihn ist das eine Selbstverständlichkeit, dass er geerbt hat und nicht ich bzw. meine Mutter. So etwas wie ein schlechtes Gewissen deswegen gibt es bei ihm nicht und glaubt mir - ich hatte 25 Jahre Zeit um das herauszufinden.

    Gruß

  3. #3
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    Hallo Der 50iger,

    ich bin ebenfalls neu hier, also willkommen.

    Dein Problem ist eines, dass (leider) sehr viele Menschen haben. Und das traurige ist, dass man dagegen fast gar nichts tun kann.
    Dein Vater ist, wenn ich das so sagen darf, ein richtiges Schwein. Und es wäre sowohl für dich, als auch für deine Mutter das Beste wegzuziehen. Nur so kannst du, und natürlich auch deine Mutter mit dem Thema abschließen.
    Das Erbe hat dein Vater wahrscheinlich eh schon verprasst..du würdest also nichts bekommen. Das einzige was du machen kannst, ist den Kontakt wirklich komplett abzubrechen, und einen Neuanfang zu wagen. Mit fast 50 sollte das möglich sein.
    Sonst sehe ich leider keinerlei Möglichkeiten, wie du an dein Erbe kommst, und auch der regelmäßigen Demütigung, der du ausgesetzt bist, endlich zu entkommen.

    Liebe Grüße, und alles Gute für die Zukunft

    Bambino

  4. #4
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    Hallo,

    ich vermute fast, dass Du nun seit 25 Jahren der Annerkennung durch Deinen Vater hinterherläufst, also im Grunde Deines Herzens eine Liebe willst. Ich kann Dir nur raten, auf das Geld zu verzichten und nicht dem Geld so hinterherzujagen, wie es Dein Vater tat und tut.
    Soll er damit glücklich werden, bedenke, es ist nur Geld und mitnehmen kann er am Ende seiner Tage auch nichts. Und wenn er es verprasst hat, dann lass ihn doch.

    Gestehe Dir ein, dass es Dir um seine Liebe und Akzeptanz geht, die Du aber nicht mehr bekommen wirst, da er ist, wie er ist.
    Du bist alt genug, um Dir selber das zu geben, was Du benötigst, um in Dir zu ruhen.
    Lebe Dein Leben und vergiss ihn.
    Du änderst ihn nicht, Du kannst nur Dich selber ändern. Und all die Dinge, die Deine Seele nicht zur Ruhe kommen lassen aus Deiner Kindheit, könntest Du versuchen mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten und lernen, loszulassen.

    Ich wünsche Dir alles Gute
    LG
    Thessa

  5. #5
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    Hallo Der 50ger

    eines vorweg.
    Ein gültiges Testament hätte von einem Notar beglaubigt werden müssen und auch dort hinterlegt. Nur so wäre alles seinen rechtlich richtigen Gang gegangen.
    Deine Oma hätte sicherlich deinen Vater enterben können, wenn sie einen guten Grund vorzuweisen gehabt hätte, zb körperliche Gewalt etc.
    Aber auch dann hätte deinem Vater ein sogenanntes Pflichterbteil zugestanden.
    Da nichts und niemand dieses "angebliche" Testament gesehen hat, steht dessen Existenz erstmal völlig in Frage.Deine Oma hätte ihr Erbe auch einem guten Zweck vermachen können, einem Tierheim oder der Kirche, niemand weiß etwas genaues.
    Die rechtliche Erbfolge ist eingehalten worden, nämlich dein Vater hat sein Erbe bekommen, das muss man so akzeptieren. Stirbt dein Vater, geht die Erbfolge an seine Ehefrau - wenn geschieden an die leiblichen Kinder - also du. Ist bis dahin nix mehr vom Vermögen da, haste Pech gehabt und er hat halt sein Leben genossen.
    So ist das nunmal.
    Ich kenne deine Gefühle bezüglich des "ungewollt" seins, weil ich das gleiche Schicksal habe. Nur mir hat es meine Mutter als Kind schon gesagt und in allen Einzelheiten erzählt wie sie versucht hat mich abzutreiben.
    Diese Verletzung der Seele eines Kindes ist NICHT HEILBAR !!!!
    Du musst nur lernen damit umzugehen. Mich hat es 48 Jahre wie einen roten Faden in meinem Leben verfolgt und ich habe alle Kraft dazu gebraucht um zu überleben - ansonsten wäre ich schon mehrfach von ner Brücke gehopst .....
    Man entwickelt im Laufe der Jahre einen fast unbändigen Hass auf seine Eltern, bei dir ist es der Vater, bei mir die Mutter. Ich habe ihr alles schlechte dieser Welt an den Hals gewünscht, das darf ich hier garnicht schreiben ...
    Aber mein Glaube das der liebe Gott irgendwann einmal meine Rechnung begleicht, hat sich mitlerweile erfüllt. Sie ist heute 78 Jahre alt, von vielen Krankheiten gezeichnet und sie weint bittere Tränen das sie mich als Tochter verloren hat. Sie könnte meine Hilfe brauchen, sie sehnt sich nach meiner "Vergebung" aber ich bin nicht in der Lage dazu, dazu ist es zu spät. Sie wird sehr einsam sterben und auch ihr Grab werde ich nicht besuchen, ihre Beerdigung werde ich "übersehen" - das ist die einzigste "Strafe" die ich ihr zurück zahlen kann und werde.
    Es hat ganz ganz viele Jahre gebraucht um darüber hinweg zu kommen, du steckst da anscheinend noch mittendrin.
    Es ist so, das du die Geschichte deiner Vergangenheit nicht mehr ändern kannst, alles ist so abgelaufen wie es geschah. Du kannst nichts drehen, nichts abschwächen, du kannst dich auch nicht dagegen wehren.
    Dein Vater, sicher auch schon etwas älter, genießt seine letzten Lebensjahre - aber vieleicht kommt einmal der Zeitpunkt wo er sich erinnert das er einen Sohn hat - vieleicht auch nicht - du weißt es nicht.
    Lebe DEIN Leben, vorwärts, nicht rückwärts. Versuche aus deinem Leben das beste FÜR DICH evtl für deine Familie draus zu machen. Sei stolz was du leistest und mit eigenen Händen erarbeitest. Konzentriere dich auf DICH und DEIN Leben, alles andere kannst du nicht ändern !
    Meiner Verwandtschaft habe ich schon lange lebe wohl gesagt. Sie haben mich genauso behandelt wie deine Dich ! Ich war immer das schwarze Schaf in der Familie, ich konnte machen was ich wollte, es wurde einfach nicht anerkannt ! Heute sag ich, leckt mich am Allerwertesten oder sonstwohin. Keinerlei Kontakt und ich habe auch kein Bedürfnis dazu.
    Warum ? Ich bin HEUTE noch mit Ü50 immernoch schuld an den Problemen die meine Eltern mit mir hatten und ich bekomme HEUTE noch vorgehalten das ich nichts auf die Reihe bekommen hätte (alle anderen haben ein Haus gebaut - ich hab ne Mietwohnung)
    Mir doch egal ! Ich hab drei Kinder alleine großgezogen, ich arbeite in einem Beruf der mir irrsinnig viel Spass macht und ich bin in meiner Mitte und zufrieden.
    Klar, manchmal kommen Gedanken und Gefühle hoch, manchmal weine ich noch bitterlich weil ich keine "Mama" hatte, aber ich BIN eine Mama und der Rolle werde ich auch gerecht so wie es meine Kinder verdienen !
    Ich hab genau wie du nicht mit dem Thema abschließen können, hab nach Entschuldigungen gesucht, nach Wiedergutmachung .... es gibt sie nicht.
    Auch ein Psychologe kann dir insoweit nur helfen, das du lernst deinen Fokus auf dich selbst zu verlagern. Wenn du das alleine nicht kannst, hole dir Hilfe.
    Es ist etwas was man mit sich selber ausmachen muss ! Ein langer und harter Weg, aber er ist gangbar.
    lg

  6. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Mama Moni für den sinnvollen Beitrag:

    Bambino (22.01.2012),Thessa (22.01.2012)

  7. #6
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    Erst mal ein großes Danke an euch. Es tut immer wieder gut zu sehen, dass man nicht alleine dasteht mit seinen Problemen.

    Den Kontakt zu meiner Mutter habe ich fast ganz abgebrochen, kann das aber nicht endgültig tun weil sie schon längere Zeit im Pflegeheim ist, schwer krank ist und ich der Bevollmächtigte bin. So besuche ich sie 1x im Monat, kümmere mich um ihre Post usw. Ich würde den Kontakt zu ihr gerne ganz abbrechen, aber sie hat nur noch mich und wie gesagt sie ist schwer krank und dies schon seit einigen Jahren. Meine Mutter hat sich selbst bestraft, wenn man das so sagen kann. Meine Mutter ist ein sehr willensschwacher Mensch, der aber sein ganzes Leben lang versucht hat, anderen seinen Willen aufzuzwingen. Im Endergebnis hat ihr das nur das eingebracht, dass sie sich mit allen Leuten die ihr mal nahe gestanden sind, völlig verkracht hat. Heut sitzt sie total allein gelassen im Pflegeheim und schimpft auf "Gott und die Welt". Aber sie ist da wie mein Vater - kein Einsehen dass man selbst daran schuld ist.

    Vor ein paar Jahren hatte ich mal per Zufall professionelle Hilfe bei meinen Problemen. Man hatte mir den Führerschein abgenommen und ich musste zur MPU. Die Psychologin dort war sehr einfühlsam und das psychologische Beurteilungsgespräch ging statt 1-2 Stunden wie geplant über 3 Std. Wir haben die wenigste Zeit über meinen Führerschein und über die Alkoholfahrt geredet, sondern sie hat versucht mir mein Leben und meine Probleme daraus aufzuzeigen und mir auch viele Zusammenhänge erklärt. Vor diesem Gespräch bin ich immer rumgelaufen und hab mir den Kopf darüber zerbrochen, warum mein Leben so "kaputt" war bisher. Ich hab jahrelang an mir selbst gezweifelt und mir immer wieder überlegt ob das vieleicht wirklich meine Schuld ist, dass meine Eltern nie was von mir wissen wollten.

    Das hat die Psychologin in diesem einen Gespräch bei mir abgestellt und ich sehe heute die Welt mit ganz anderen Augen. Habe heute auch eine "leck mich am Ar..."-Haltung gegenüber meinen Eltern, kann den beiden aber nicht völlig aus dem Weg gehen. Die Umstände lassen das nicht zu, würde ich gerne tun - geht aber leider nicht.

    Bei meinem Vater regt mich nur ständig eines auf: Jedes mal wenn ich mit ihm zu tun haben muss, dann komme ich mir vor wie Heinrich IV. auf dem Gang nach Canossa. Immer bin ich der Bittsteller, der um irgend etwas betteln muss und mein Vater nutzt die Situation immer schamlos aus und lässt sich auch sehr lange bitten bis er reagiert. Früher hab ich wie oben schon geschrieben, immer wieder versucht an seinen "Geldbeutel ranzukommen" um ihm soviel wie möglich Geld aus der Tasche zu ziehen. Das habe ich aber zwischenzeitlich aufgegeben, weil ich mir dafür zu schade bin immer bei ihm betteln zu müssen.

    Ich kann und will allerdings nicht verstehen, warum das niemand aus seinem Umfeld kapiert, dass mein Vater nicht der Heilige ist für den er sich immer ausgibt. Er ist nicht der Vater oder Ehemann der sich liebevoll um den Sohn gekümmert hat oder sich für die schwer kranke Ehefrau aufgeopfert hat. Das geht jetzt schon seit 40 Jahren so, dass er den Leuten um sich herum ein riesen Sch...ß erzählt und jeder Trottel glaubt daran. So hat er sich bei Arbeit bei den Vorgesetzten eingeschleimt und seinen tausend Freundinnen hat er immer erzählt, dass er ledig sei und keine Kinder habe. Eines Tages - da war ich grad 18 oder so - da ist die Situation völlig aus dem Ruder gelaufen, weil er die Geschichte seiner Kinderlosigkeit seiner neuesten Eroberung erzählt hat, der nichtexistente Sohn aber wegen einer behördlichen Geschichte bei seinem Vater aufgetaucht ist und der Sohn dann als Dankeschön rausgeworfen wurde, mit dem Verbot sich jemals wieder blicken zu lassen. Nur weil rausgekommen ist, dass er seiner Tussi ein Märchen erzählt hat. Das kann doch nicht wahr sein. Und so macht der das schon seit 40 Jahren, will gar nicht wissen was mein Vater seiner momentanen Ehefrau für Geschichten über mich und meine Mutter erzählt hat.

    Ich steh immer als der Blöde da und kann mich nicht wehren. Nach Anerkennung/Vaterliebe suche ich schon lang nicht mehr. Mir gehts nur noch darum, dass er endlich mal zu seinem Leben und seinen Taten steht und mal zugibt, dass er alle seine Bekannten jahrelang völlig verarscht hat. Dass die Situation und das schiefe Verhältnis zu mir in Wirklichkeit aus ganz anderen Gründen zustande gekommen ist.

    Nachtrag:
    Manchmal denke ich dass mein Vater gar nicht fähig ist, andere Gefühle außer Selbstliebe zu empfinden. Er behandelt nicht nur mich so geringschätzig, sondern dass müssen sich anscheinend auch alle seine Lebenspartnerinnen gefallen lassen. Mir ist da grad eine Episode aus seinem Leben eingefallen, die aufzeigt wie gefühlskalt mein Vater ist. Nach der Scheidung von seiner 2. Frau hatte er eine Beziehung die ca. 10 Jahre gehalten hat. Mit der hat er aber nur so zusammengelebt. Eines Tages haben die sich von heut auf morgen getrennt und ich bin aus allen Wolken gefallen, weil ich dachte das hält jetzt ein paar Jahre länger. Seine Ex ist mir dann über den Weg gelaufen und hat aus dem Nähkästchen geplaudert. Sie wäre über Weihnachten aus familiären Gründen nicht mit meinem Vater zusammen gewesen und er hätte sie am Heiligen Abend angerufen um ihr mitzuteilen dass die Beziehung beendet wäre und sie schnellstmöglich ihre Sachen abzuholen hätte. Das nenne ich ein schönes Weihnachtsfest. Also ich hätte das a) nicht telefonisch gemacht und b) wäre ich niemals auf die Idee gekommen das meiner Partnerin am Heiligen Abend mitzuteilen. Also da hätte man doch ein paar Tage warten können.

    Ein paar Wochen später hab ich dann einen Zettel in meinem Briefkasten gefunden, dass er wieder geheiratet hätte und mit seiner neuen Anschrift. Das sagt doch alles, der muss bei seiner vorherigen Beziehung auch schon wieder monatelang fremd gegangen sein.

    So ist mein Vater, er schiebt seine Mitmenschen wie Schachfiguren übers Brett und setzt sie so ein, wie er sie grad brauchen kann. Deshalb denke ich oft, dass er außer Selbstliebe nichts empfinden kann.
    Geändert von Der 50iger (22.01.2012 um 07:30 Uhr)

  8. #7
    Lill
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    Mama Moni hat schon vieles gesagt. Ich denke auch, dass du nun mit fast 50 Jahren versuchen solltest, einige Realitäten anzuerkennen, damit es dir einfach besser geht. Solange du immer noch hoffst, wirst du enttäuscht werden. Du hast dir schon mehrfach eine "Abfuhr" eingehandelt, es scheint so, als wenn du sie dir auch regelmässig selbst "abholst".

    Du sagst:
    Ich steh immer als der Blöde da und kann mich nicht wehren. Nach Anerkennung/Vaterliebe suche ich schon lang nicht mehr. Mir gehts nur noch darum, dass er endlich mal zu seinem Leben und seinen Taten steht und mal zugibt, dass er alle seine Bekannten jahrelang völlig verarscht hat. Dass die Situation und das schiefe Verhältnis zu mir in Wirklichkeit aus ganz anderen Gründen zustande gekommen ist.
    Erstens kommt es von außen betrachtet nicht ganz so rüber, dass du nicht mehr nach Anerkennung suchst, und das glaube ich auch nicht, denn diesen Wunsch finde ich absolut nachvollziehbar. Ich glaube eher, dass du dir das sagst, um nicht noch mehr enttäuscht zu werden und dir so den Anschein gibst, als hättest du die Sache unter Kontrolle, weil es eben anders viel zu verletzend ist. Das finde ich menschlich, so zu denken, aber wenn du in dich hineinhorchst, wirst du vielleicht doch spüren, dass es dir nach wie vor wichtig ist, was er denkt, sagt und fühlt, vor allem dir gegenüber. Das sagt auch der zweite Satz: es geht dir darum, dass ER etwas zugibt und sieht, was er (bei dir) angerichtet hat.

    Ich glaube, das ist der falsche Ansatz. Er wird wahrscheinlich immer die Dinge anders sehen als du, warum auch immer. Er ist auch offensichtlich sehr jung Vater geworden, genau wie deine Mutter sehr jung war, als du kamst. Wie alt waren die beiden, als du geboren wurdest? In den 60er Jahren war die Lage vielleicht auch zusätzlich etwas anders, sodass beide aus mehreren Gründen etwas überfordert waren. Ich möchte damit nur darauf hinweisen, dass - auch wenn ihr verwandt seid - ihr doch einen unterschiedlichen Lebenslauf hattet und wahrscheinlich ist bei deinen Eltern auch nicht alles so gut gelaufen, wie sie sich das gewünscht hatten. Aus der Generation weiss man auch, dass Dinge wie Geld einen anderen Stellenwert haben als heute, und dein jahrelanger Kampf um das Geld ist daher für mich ein bisschen wie ein Stellvertreter für Kampf um Zuneigung.

    Ich will damit sagen, dass du das Verhältnis zu deinem Vater und deiner Mutter natürlich nur aus deinem Blickwinkel siehst und ich finde es verständlich, wenn du dich zurückgesetzt fühlst. Andererseits haben die aber auch ihre eigene Geschichte und - ihr eigenes leben, wofür sie verantwortlich sind. Mit fast 50 Jahren aber solltest du vielleicht versuchen, etwas mehr Distanz zu gewinnen und sie so leben zu lassen, wie sie es wollen, denn du bist kein Kind mehr, auch wenn sie dich als Kind und junger Erwachsener verletzt haben. Du wirst sie auch nicht ändern können und - wie gesagt - so lange du in diesem Dauerstreit bleibst und dich daraus nicht löst, solange wirst du auch weiterhin enttäuscht werden, das gebe ich zu bedenken.

    Es klingt vielleicht etwas komisch, wenn ich sage: Sieh dich nicht nur als Opfer, sondern freu dich, dass du für dich andere Werte gefunden hast. Geld ist nicht alles; lass sie an ihren Werten kauen, und sieh zu, dass dieser Dauerstreit nicht auch dein restliches Leben versalzt, für das DU verantwortlich bist. Viele Menschen haben kein Geld und erben nichts, es wäre ein privileg gewesen, sollte dich aber auch nicht zerstören, wenn du nichts bekommst. Du solltest anfangen, deren Leben von deinem zu trennen, dann näherst du dich der Wirklichkeit, die zwar zugegebenermassen frustrierend ist, aber wenigstens ehrlich.

    Du sagst, du kannst dich nicht wehren. Wehren bedeutet für mich, dass jemand angegriffen wird, das sehe ich aber bei dir nicht, denn du solltest dein Leben vom dem deiner Eltern trennen. Denn solange du dem Ganzen hinterhertrauerst, verbleibst du auch in dieser Opferrolle. Es liegt an dir, dich davon zu lösen und nichts mehr zu erwarten.

    Sieh es also, wie es ist: Deinen Pflichtteil kann er dir nicht nehmen, so wie es Moni gesagt hat, also falls es dir ums Geld geht. Und alles, was drüber hinaus war - überlege mal selbst, ob es dir wirklich so wichtig ist und welchen Anspruch man wirklich auf das Geld anderer hat? Ob selbst erarbeitet oder nicht, DU weisst es doch, und dein Vater weiß, dass du es weißt. Wozu müssen es denn die anderen wissen?

    Verharre nicht in der Vergangenheit und hör auf, darüber nachzudenken, was deine Oma für ein Problem hatte mit deinem Vater, denn es ist nicht deins. Lass ihn leben, wie er will, denn du möchtest auch leben, wie du willst. Man kann Gefühle nicht verordnen und es ist zwar traurig, dass ein Vater keine tiefen Gefühle zum Sohn hegt, aber solange du dich davon abhängig machst und hier immer noch auf etwas hoffst, was nicht da ist, solange verbaust du dir auch dein Leben, für das du wie gesagt selbst verantwortlich bist.

    Und manchmal, möchte ich ganz allgemein sagen, verharrt man im Streit, oder man pflegt ihn sogar deshalb weiter, damit man nicht selbst schauen muss, wie es bei einem selbst weitergeht. Denn selbst wenn es unangenehm ist, ist doch das Bekannte immer einfacher zu ertragen als das Unbekannte, was kommen kann. Vielleicht fragst du dich deshalb, und das meine ich nicht bös, welchen Gewinn du selbst von diesem Dauerstreit hast, denn es liegt doch an dir, ob du dich dem weiter aussetzt oder nicht. Ich meine, es ist menschlich, wenn man einen Schuldigen sucht für etwas. Aber wenn ein gewisses Maß erreicht ist, das dein Leben so sehr beeinträchtigt, wie du es beschreibst, dann denke darüber nach, ob du deine Haltung zu ihm nicht ändern kannst, anstatt auf das Unmögliche weiter zu warten. So traurig das auch sein mag am Anfang, aber vielelicht macht es dich freier für deine eigene Zukunft.

  9. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Lill für den sinnvollen Beitrag:

    Mama Moni (22.01.2012),Sonnenkraut (22.01.2012),Thessa (22.01.2012)

  10. #8
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    @Lill

    Ich drücke mich vieleicht öfters mal undeutlich aus, denn schreiben ist nicht gerade meine Stärke.

    Sicherlich geht es um die Annerkennung - aber nicht um die von ihm. Das Thema habe ich schon lange abgehakt. Mein Vater hat so hohe Anforderungen an seine Mitmenschen, dass ich die nie erfüllen kann. Mir geht es darum von den Menschen um ihn herum anerkannt zu werden, damit sie aufhören in mir immer nur den missratenen Sohn zu sehen. Wie gesagt, ich kann dem Kontakt mit ihm und seinem Umfeld aus verschiedenen Gründen nicht aus dem Weg gehen. Dazu müsste ich ganz wegziehen und nur deswegen werde ich das bestimmt nicht tun.

    Ich bin auch nicht derjenige, der diese "Abfuhren sucht". Ganz bestimmt nicht. Denen würde ich sehr gerne aus dem Weg gehen. Das muss ich mir nicht auch noch antun. Aber ich kann seinem Umfeld nicht aus dem Weg gehen und von denen darf ich mir das ständig reinziehen, wie toll doch mein Vater wäre und wie wenig ich im Vergleich zu ihm aus meinem Leben gemacht hätte usw.

    Wieso und weshalb ich meinem Vater und seinem Umfeld nicht aus dem Weg gehen kann, will ich hier nicht detailiert erzählen. Aber stellt euch mal vor, wir würden im gleichen Dorf wohnen, ich wäre der Besitzer der einzigen Dorfkneipe und die halbe Kundschaft gehört zum Freundeskreis von meinem Vater. So ungefähr ist meine Situation. Und jetzt erzählt mir mal bitte, wie ich da meinem Vater aus dem Weg gehen soll ohne meine ganze (materielle) Existenz aufzugeben???

    Und beim Erbe von meiner Oma geht es mir nicht um das Geld als solches. Bei dem Lebensstil den mein Vater führt, ist da schon das meiste ausgegeben. Mich wurmt es einfach total, wenn ich mich an meine Oma erinnere. Ich war ihr Lebensinhalt. Sie hat ihre ganze Liebe nur auf mich konzentriert und hatte mit meinem Vater abgeschlossen, da sie von ihm um einen großen Teil ihres Vermögens betrogen wurde. Meine Oma hat über 10 Jahre lang (bis kurz vor ihrem Tod) kein Wort mehr mit meinem Vater gesprochen. Jeder in der Verwandschaft wusste, dass mein Vater enterbt ist und dass ich der Haupterbe sein sollte und als die Oma gestorben war, hat sich mein Vater alles unter den Nagel gerissen und sofort zu Geld gemacht um endlich den lebensstil zu führen, der ihm angeblich zustehen würde. Erst wird sie von ihm über eine beachtliche Summe betrogen und anschließend kassiert er alles, was eigentlich für mich bestimmt wäre. Meine Oma und meine Großtante haben mir jahrelang immer wieder erzählt, dass wenn ich später mal bauen wollte oder ein Haus kaufen, es wäre genug Geld für mich da, so dass ich nie einen Kredit aufnehmen müsste. Und was war? Nix wars damit.

    Das Testament war vorhanden, weil da meine Großtante wie sie mir selbst erzählt hat, als Zeugin unterschrieben hat. Und bis zum Tod von meiner Oma habe ich weder von meine Großtante noch von meiner Oma gehört, dass sie das Testament geändert oder zurückgezogen hätte.

    Mir stinkt, dass mein Vater seinen Lebensstil auf "meinem Erbe" aufgebaut hat und auf mich mit dem Finger zeigt, weil ich nie was zustande gebracht habe. Und diesen Müll darf ich mir auch noch ständig von seinen Bekannten anhören. Da muss einem doch irgendwann der Kragen platzen dürfen.

    Zu der Frage wie alt meine Eltern waren, kann ich nur sagen dass sie tatsächlich sehr jung waren, aber das hat damit gar nichts zu tun. Sicherlich wollten die Beiden eigentlich ein anderes Leben führen, aber das ist noch lange kein Grund, seinen Frust über das scheinbar verpatzte Leben an mir auszulassen.

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