Hallo zusammen,
ich bin noch neu hier und doch möchte ich euch um Hilfe bitten. Ich bin 18 Jahre alt, und mache nächstes Jahr Abitur. Danach möchte ich von zu hause ausziehen, um etwas Abstand zu meiner Familie zu bekommen, da wir oft wegen Nichtigkeiten streiten. Ich habe zwei jüngere Geschwister, meine Eltern sind auch zusammen und lieben sich sehr. Mein Bruder und wahrscheinlich auch meine Mutter haben beide ADHS, ich selbst bin gegenüber anderen Menschen eher zurückhaltend, unsicher und schüchtern. Zuhause bin ich das komplette Gegenteil, ich bin stur, sehr emotional und launisch. In einem Moment kann ich super drauf sein, aber dann reicht ein Wort oder so und ich werde kalt und abweisend, oft auch zickig.
Eigentlich bin ich ein sehr optimistischer Mensch, aber ich habe Phasen, da bemitleide ich mich selbst. Zum Beispiel, dass ich keinen Freund habe. Ich habe oft Tagträume über meine Zukunft, wie sie am besten aussehen sollte ...
So aber jetzt mal zu meinen Ängsten ^^. Ich hasse es auf der Autobahn zu fahren, weil ich denke, dass jeden Moment ein anderes auto in uns kracht und meine Familie stirbt. Solche Gedanken schleichen sich dauernd in meinen Kopf. Ich kann nichts dagegen machen. Deswegen habe ich auch Angst, wenn meine Eltern nur ins eine Stunde entfernte schwedische Kaufhaus fahren, weil ich immer denke, es passiert ihnen was. Ich würde niemals zuhause bleiben, wenn meine Familie in Urlaub fährt. Wieder kommen hier die Gedanken und Bilder (!) von Unfällen und co. Es macht mich fertig, weil ich nicht dauernd Angst haben möchte. Eigentlich wollte ich nach dem Abitur ein Jahr nach England, aber ich könnte nicht so viele Kilometer von meiner Familie entfernt sein, was wäre, wenn in der Zeit etwas tragisches passiert...?
Früher hatte ich nie solche Gedanken, erst seit zwei jahren oder so. Ich bete jeden Abend, dass meiner Familie und meinen Freunden nichts passiert.
Da ich aber trotzdem nach der Schule ausziehen will, quält mich das. Denn ich würde gerne in einer größeren Stadt studieren, die aber über vier Stunden Fahrt von hier ist. Aber ich kann ja nicht auf mein Leben verzichten, nur weil ich diese Bilder in meinem Kopf habe, oder? Ich versuche sie jedes Mal zu verdrängen und mir klar zu machen, dass ich überängstlich bin. Aber das sagt sich so leicht...
Es hilft mir nicht gerade, dass meine Mutter so ähnlich ist und mich deshalb lieber in ihrer Nähe wüsste. Sie meint dann, dass ich doch noch gar nicht so reif wäre, auszuziehen. Aber ich weiß, dass sie sich auch einfach nur Sorgen macht. Aber bei ihr ist es wohl verständlicher, weil ich ihre älteste Tochter bin..
Es sind aber nicht nur diese Gedanken die mich ärgern. Ich habe seit Jahren schon immer mal wieder kommende, ähnliche Träume. Es geht darum um meine Eltern. jedes Mal ist meine Mutter im Traum die "Böse". Ein Mal hat sie meinen Vater an einen Marterpfahl gebunden und versucht ihn umzubringen. Ein anderes Mal und das ist die häufigste Variante, verlässt sie meinen Vater wegen eines anderen. Ich versuche jedes Mal verzweifelt sie davon zu überzeugen, dass sie doch meinen Dad liebt. Jedes Mal werde ich richtig panisch im Traum, weil ich die Trennung nicht verkraften kann.
Also zur info: In "Echt" lieben meine Eltern sich total, sie sind auch schon seit sie achtzehn sind zusammen, meine Mum war die erste freundin von meinem Vater... Sie würden sich niemals betrügen oder trennen!! Das weiß ich, aber ich träume es jedes Mal anders. komischerweise habe ich wie eine Art Beschützerinstinkt für meinen Vater, weil er selber auch eher ruhiger ist. Es ist wirklich seltsam..
Hach.. das war jetzt einiges, ich hoffe ich habe euch nicht abgeschreckt..
Aber ich würde gerne eure Meinung dazu hören.
Liebe Grüße und Danke fürs Durchhalten
ScarlettGwyn


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