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Thema: Meine beste Freundin wirkt depressiv und immer gereizter-HILFE

  1. #9
    Neuling
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    Pfeil

    Guten morgen
    Ich danke allen erstmal für diese super Hilfe!

    An gabiannarele
    Eigentlich behandeln wir sie nicht als "Problemfall". Zumindest nicht so, dass sie es merkt. Ich denke, dass es einen Menschen auch in eine Abwehrhaltung bringen und verwirrt reagieren lassen. Wir hatten es nur ein oder zwei mal angesprochen mit dem Psychologen. Und in einer Beziehung wird der Partner doch über seine Empfindungen und Bedürfnisse reden dürfen..

    Ja das stimmt schon, dass sie quasi die ganze Jugend mit ihm verbracht hat. Das Ding an der ganzen Sache ist aber, dass sie nicht loslassen kann, um sich und ihrem Freund mehr Freiraum für ein Eigenleben zu geben. Diese Diskussion hatten sie schon oft, da er auch mal mehr mit Freunden Unternehmen möchte, sie aber dann sauer wird, wenn er mal einen Tag was für sich macht. Dazu sollte man sagen, dass sie außer mir nur noch eine andere richtige Freundin hat, die aber stetig am Reisen ist und immer mal wieder für kurze Zeit in Deutschland eintrifft. Hobbies, denen sie regelmäßig nachgeht, hat sie keine. Die einzige Zeit, in der sie nicht mit ihrem Freund ist, ist, wenn er oder sie arbeitet oder in anderen Univorlesungen sitzt. Wenn sie könnte, würde sie sogar die Sachen haargenau gleich machen. Ist ja nicht so, dass das Studienfach sich ähnelt (Beide Lehramt nur für unterschiedliche Schulabschnitte), die Arbeitsstelle die selbe ist und er mit allem begonnen hat...

    Er fühlt sich schon ziemlich eingeengt, hat ihr das auch schon öfter gesagt, dass er Zeit für sich und Freunde braucht, aber sie reagiert darauf gereizt oder garnicht.

    Ich verstehe ja, dass das mit der Krankheit ein nicht leicht zu verdauender Schicksalsschlag war und sie deswegen etwas empfindlicher wurde. Aber so extrem?

    Wir möchten sie ja nicht als "Problemfall abstempeln", aber es wird immer extremer und ist manchmal nicht mehr auszuhalten, wenn immer wieder sinnlose Streiterein angefangen werden...wir möchten ihr helfen.

    Lg
    Ducky

  2. #10
    Gast784
    Gast

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    Eigentlich behandeln wir sie nicht als "Problemfall". Zumindest nicht so, dass sie es merkt
    .. und uneigentlich merkt das jeder Mensch trotzdem, und wenn er die größte Dumpfbacke wäre, sry. Aber da machst Du Dir was vor. Ihr habt nunmal diese Haltung und eine Haltung kommt immer irgendwie rüber, auch wenn man es selbst nicht merkt. Aber das nur so nebenbei.

    Ansonsten will ich nur noch eines dazu sagen: ich habe schon mehrfach im Leben gesehen, dass es verdammt schwer ist, als Paar gemeinsam erwachsen zu werden und in den mir bekannten Fällen hats durchwegs dann irgendwann in den 20ern nen Schlag getan und es war Ende. Wenn es so laufen muss, dann muss es eben so laufen. Da wird es euer Herumzerren an ihr nicht besser machen, sondern eher beschleunigen.

    Ihr Freund muss eben lernen, seine Interessen durchzusetzen, wenn es keinen anderen Grund gibt ausser ihre eigenen Defizite, die sie nicht anschauen und nicht angehen will, warum sie sich quer stellt (z.B. wenns um seine eigene soziale Einbindung geht). Wenn er das nicht tut, dann z.B. aus der Haltung heraus, dass sie ja Probleme hat. Nur so schafft er nicht gerade den Raum, dass sie ihre Probleme sehen und lösen kann, sondern er unterstützt sie dabei, es eben nicht angehen zu müssen.

    Ich weiss nicht, ob Du das jetzt verstehen kannst, aber leider ist das ein sehr häufiger Fehler, den Partner und nahestehende Menschen oft machen. Sie wollen den liebsten Menschen schonen, weil und obwohl sie ihn mit Sorge betrachten, und bereiten damit gerade erst recht das Feld, in dem der Mensch sich in dem, was ihm eigentlich fehlt (Defizit) häuslich einrichten kann. Et voilá - alles bleibt, wie's ist.

    Ganz vereinfacht gesagt gilt der Grundsatz: sorge ich für mich selbst gut, dann hat auch der Andere den Raum, für sich selbst gut sorgen zu können. Dann muss man sich auch nicht so viel gegenseitige Sorgen bereiten, und hat damit mehr Zeit und Potenzial, sich aneinander und miteinander zu freuen. Dass dies natürlich viel und gute Kommunikation erfordert, dürfte selbstverständlich sein.
    Geändert von Gast784 (27.08.2011 um 09:33 Uhr)

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    SirWiwor (27.08.2011)

  4. #11
    Neuling
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    Okay..mh hab ich das also richtig verstanden, dass wir quasi unser Leben normal weiterleben sollen, ohne ihr zu zeigen dass wir uns sorgen und unser Ding durchziehen, also auch, dass ihr Freund sein eigenes Sozialleben führen soll auch wenn sie das eigentlich nicht möchte (weil das in jeder gesunden Beziehung auch der Fall ist, dass die Partner ihr eigenes Leben führen)?

    Ich danke jedenfalls für die wertvollen Tipps! Hat mir echt geholfen..!

  5. #12
    Gast784
    Gast

    Standard

    [QUOTE=ducky;105833]Okay..mh hab ich das also richtig verstanden, dass wir quasi unser Leben normal weiterleben sollen, ohne ihr zu zeigen dass wir uns sorgen und unser Ding durchziehen, also auch, dass ihr Freund sein eigenes Sozialleben führen soll auch wenn sie das eigentlich nicht möchte (weil das in jeder gesunden Beziehung auch der Fall ist, dass die Partner ihr eigenes Leben führen)?

    [QUOTE]

    Ich meinte es eigentlich noch viel gravierender, nämlich, dass ihr aufhören solltet, euch ständig Sorgen zu machen, denn nur dann kriegt ihr das überhaupt hin, es ihr NICHT zu zeigen.

    Und ja, Dein Freund muss schon gucken, dass er sein eigenes Leben nicht vernachlässigt, nur weil sie ihn braucht, um sich mit ihren eigenen Schwachpunkten nicht konfrontieren zu müssen. Denn sonst kann er sie gleich zu seinem einzigen Lebensinhalt machen, denn von selbst wird sie ihr Verhalten ihm gegenüber eher nicht ändern. Kann sein, dass das eh schon sehr eingeschliffen ist nach 10 Jahren.

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