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Thema: Meine beste Freundin wirkt depressiv und immer gereizter-HILFE

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich Meine beste Freundin wirkt depressiv und immer gereizter-HILFE

    Hallo,
    ich bin neu hier und kenne mich noch nicht so wirklich aus, weiß auch nicht, wo ich welche Themen ansprechen muss, um sie beantwortet zu bekommen. Dachte hier wäre es angemessen.

    Ich habe ein Problem, naja vielmehr meine beste Freundin.
    Wir kennen uns schon seit wir Kleinkinder waren, doch so richtig eng befreundet sind wir seit ca 5 oder 6 Jahren. Sie ist 23, ich 22. Sie war damals total lustig und cool drauf und hat Dinge eher locker hingenommen.

    Heute sieht sie alles nur noch negativ, hat an jeder kleinsten Sache etwas auszusetzen, worunter auch ihr Freund, mit dem sie schon 10 Jahre zusammen ist, sehr leidet. Meist ist er der Boomann und wird für alles angemeckert, obwohl er nichts dafür kann und sich wirklich Mühe gibt, sie nicht zu verärgern.
    Hinzu kommt, dass sie ihm immer wieder sagt, dass sie ihn liebt und sie Angst hat ihn zu verlieren, jedoch nicht versteht, dass sie es mit ihrem Verhalten nicht besser macht.
    Könnte es eine Art Verlustangst sein???

    Vielleicht sollte man wissen, dass sie einige nicht schöne Lebenserfahrungen gemacht hat. Darunter sind neben der Scheidung ihrer Eltern, als sie 6 Jahre alt war, die Feststellung einer Krankheit die nicht heilbar ist, aber mit Medikamenten verlangsamt werden kann, und der Umzug der Mutter in ein anderes Land.

    Da ich mit beiden eigentlich sehr gut klarkomme und viel mit ihnen unternehme, bekomme ich auch die täglichen Auseinandersetzungen mit. Dabei merke ich immer mehr, dass es ziemlich belanglose Sachen sind.
    Er ist wirklich ein geduldiger Mensch und auch verständnisvoll, jedoch geht sie auch seiner Ansicht nach zu weit. Wenn er mit ihr über die Probleme redet, blockt sie entweder ab oder sucht sinnlose Gründe für ihr Verhalten oder holt aus anderen Situationen Gründe hervor. Auf den Vorschlag einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen hat sie, wie erwartet, empört reagiert. Klar hört man das nicht gerne, aber wir sagten ihr auch, dass das heute schon sehr viele Menschen machen und es nichts schlimmes sei.

    Naja, da ich nicht möchte, dass es soweit geht, dass die zwei, die eigentlich zusammengehören, sich trennen, wollte ich euch mal fragen, wie man ihr helfen könnte- für sie bewusst oder unbewusst.

    Danke im Voraus!!!

    Grüße, ducky

  2. #2
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    Hallo

    Also ich schätze ohne ihren eigenen Entschluss etwas verändern zu wollen oder ihre Einsicht, dass etwas nicht so gut läuft, wirst du auf der Stelle treten.

    Du kannst sie nicht dazu überreden einen Therapeuten aufzusuchen, wenn sie die Notwendigkeit nicht erkennen kann.

    Die Frage ist, wie lange ist ihr Partner bereit das auszuhalten.

  3. #3
    Neuling
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    Danke erstmal für die Antwort!

    Das Problem ist echt, dass sie es nicht zu sehen scheint, dass sie sich immer mehr verändert und es wie gesagt auch nicht wahr haben will, wenn sie es gesagt bekommt.

    Naja der Freund hat mir gebeichtet, dass er das ganze noch ein wenig beobachtet und, sollte sie wieder erwähnen, dass sie Angst hat ihn zu verlieren, er ihr dann direkt sagt, dass sie auf diesem Wege sogar dabei ist, ihn zu verlieren.
    Quasi ihr direkt vor Augen führen, dass sie mit ihren Handlungen alles kaputt macht. Allerdings riskiert er damit einen riesen Krach ohne zu wissen wie weit es gehen wird....

    Ist das wirklich der richtige Weg?
    Es wäre eine Katastrophe, wenn er sich von ihr trennen würde und um ehrlich zu sein würde ich ihr sogar zutrauen im Anschluss an die Trennung Suizidgedanken zu hegen...

  4. #4
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von ducky Beitrag anzeigen
    , die Feststellung einer Krankheit die nicht heilbar ist, aber mit Medikamenten verlangsamt werden kann, und der Umzug der Mutter in ein anderes Land.
    Eine unheilbare, chronische Erkrankung, die womöglich mit Schmerzen und anderen Einschränkungen daher gehen kann, kann einen erheblichen Einfluss auf die Psyche und damit auch das Verhalten eines Menschen haben. Die Menschen werden dann häufig dünnheutiger, verletzlicher und die Nerven liegen blank. Es kann sehr schwer sein, mit einem chronisch kranken Menschen eine Partnerschaft zu führen. Dies verlangt sehr viel Verständnis, auch gegenüber schlechter Laune.

    Das heißt natürlich nicht, dass der Kranke nicht sein Bestes geben sollte, um die Beziehung nicht über Gebühr mit seinem Leiden zu belasten. Das ist aber vielleicht einfacher gesagt als getan.

  5. #5
    Neuling
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    Naja von der Krankheit weiß sie erst seit März 2011. Ihr Freund ist aber der Meinung, dass das alles schon vorher angefangen hat und es durch die zwei Tatsachen, die in diesem Jahr erst vorkamen, die "Laune" immer schlechter wurde.
    Und mit dieser sind keinerlei Schmerzen oder Brose Umstellungen verbunden. Sie muss sich lediglich alle zwei Tage ein Medikament spritzen.
    Ich weiß es ist nicht schön mit einer chronischen Krankheit zu leben. Aber wie kann man ihr denn zeigen oder klarmachen, dass sie der Beziehung mit dieser negativen Einstellung schadet? Gibt es da keinen Weg, abgesehen von einer psychologischen Therapie oder Beratung?

  6. #6
    Roman Verfasser
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    Man kann es ihr sicherlich sagen, aber Menschen beginnen meist erst dann ihr Verhalten zu hinterfragen, wenn sie etwas verlieren, was ihnen wichtig war (zB den Freund...)
    Ist denn klar, dass es nichts mit der Krankheit im physischen Sinne zutun hat?
    Hormone etc? (Schilddrüse als 1. Kandidat)

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  7. #7
    Neuling
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    Also ich hab mich mal über das Medikament erkundigt. Die einzigen bekannten Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome,wie Fieber und Muskel- bzw. Gelenkschmerzen etc. Da sie aber eine sehr, ich sage mal "mitteilungsfreudige" Person ist, was Schmerzen angeht, und sie sich, bis auf die Schmerzen der Einstichstellen, die nur wie blaue Flecken wehtun würden, über nichts anderes beklagt hat, scheinen diese Nebenwirkungen nicht vorzuliegen. Zudem hat das Medikament laut Beipackzettel keinerlei Einfluss auf den Hormonhaushalt, der eventuelle Stimmungsschwankungen oder ähnliches hervorrufen könnte.
    Somit kanns nicht direkt am Medikament liegen oder täusche ich mich da?

    Hinzu kommt auch eine heutige Aussage von ihr, die es bestätigt, dass sie die Probleme in ihrem Verhalten und somit in ihrer Beziehung nicht sieht oder nicht sehen will.
    Muss ich mich und ihr Freund sich nun damit abfinden, dass sie diese Problematik erst bemerkt, wenn etwas in die Brüche geht...?
    Das wäre ziemlich traurig...

  8. #8
    Gast784
    Gast

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    hallo ducky,

    wenn ich richtig gerechnet habe, ist sie also in dieser festen Beziehung, seit sie 13 ist? Also die ganze Pubertät hindurch?

    Generell würde ich es als Freundin/Angehörige mal in die Richtung angehen, sie nicht als "Problemfall" anzusprechen, sondern als Mensch, der im Wandel ist.

    1. Sie war in ihrer ganzen Pubertät und Adoleszenz - also in einer Zeit, in der man massive Selbstfindungsprozesse durchläuft und die Basis seines eigenständigen Lebens legt, auf einen Menschen, auf ihren Freund ausgerichtet. Also diese starke Ich-Phase war bei ihr eine Wir-Phase. Möglich wäre ja, dass sie auch mal die Frage nach dem wer-bin-ich, was-will-ich, was tue-ich stellen muss. Deshalb muss man seine Beziehung nicht aufgeben. Aber eine Beziehung sollte so flexibel sein, dass man sich den Raum geben kann, wenn ein Partner in starken Entwicklungsbewegungen drin ist. Leider wird das oft mißverstanden, wenn es noch an Reife und Erfahrung fehlt, und somit auch an der nötigen Gelassenheit und dem Verständnis dafür.

    2. Sie hat im März erst von ihrer Erkrankung erfahren. Nun ist die zwar anscheinend nicht direkt lebensbedrohlich, aber doch langfristig lebensbeeinflußend. Ich weiss es aus eigener Erfahrung, dass einen das nicht kalt lässt, auch wenn es viele erstmal verdrängen können. Aber das wirkt im Untergrund. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass eine solche Nachricht kommt, während man sein eigenes Leben noch nicht mal richtig gefunden hat, oder ganz am Anfang steht, dann ist das vermutlich noch weniger "lustig".

    3. Gut möglich, dass eine grundsätzliche Verunsicherung schon seit der Scheidung der Eltern da ist. Alles kann man aber nicht allein darauf schieben.

    Also am besten denkt ihr dran, dass sie ein Wesen ist, das von zeitnahen und tiefer in der Vergangenheit liegenden Erfahrungen geprägt ist,und dass es Entwicklungsverläufe gibt, die sanfter und die heftiger sind. So wie das bei euch auch ist. Und dass es einfach nicht schön ist, das ständige "Problemkind" zu sein.

    Klopft mal ihre Zufriedenheit in den anderen Lebensbereichen ab. Was wünscht sie sich, was würde sie gern machen, z.B. beruflich, was könnte ihr jetzt einen Ausgleich geben, etwas, wo sie mit sich und der Welt zumindest für Momente zufrieden sein könnte?

    Da kann auch Coaching helfen. Nicht immer muss man gleich zum Psychologen. Manchmal kann es sinniger sein, an die Stärken zu erinnern und zu gucken, wie man die einbringen kann. Und dann kann auch irgendwann Kraft und Interesse dasein, um die Problemfelder nochmal genauer anzugucken. Aber das muss sie dann selbst wollen, weil sie merkt, dass sie dadurch in ihrem Leben, so wie SIE es will, behindert wird.

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