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Thema: Meine Eltern machen mich krank - Ich kann nicht mehr !

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meine Eltern machen mich krank - Ich kann nicht mehr !

    Hallo,
    ich habe ein Problem was mich schon seit sehr sehr langer Zeit ziemlich fertig macht. Ich habe schon in anderen Foren geschrieben, aber leider nie eine richtige Antwort bekommen; vllt. liegt es daran, dass mein Problem so unglaubwürdig wirkt. Ist es aber nicht und deswegen probiere ich es jetzt erneut. Also:
    Es geht um meine Eltern. Seit Jahren fühle ich mich von denen total im Stich gelassen und teilweise echt verarscht. Meine Eltern (die nicht geschieden sind, man mag's kaum glauben) streiten nur noch, reden tun sie nicht mehr wirklich miteinander, wenn dann nur durch Gemuffele, und sie gehen sich sonst auch total aus dem Weg. Wenn dann doch mal miteinander gemuffelt wird, endet das ganze in Vorwürfen und Gemecker über den anderen. Ich muss mir dann immer das Gejammere anhören, wie sch.... doch alles ist. Mein Vater ist unter der Woche nie zu Hause, kommt nur am Wochenende und selbst da ist er sehr oft woanders; d.h. ich sehe ihn kaum. Was noch viel schlimmer ist, ist folgendes: Wenn im Radio oder im Fernsehen irgendeine Sendung kommt, wo ein Paar heiratet oder der Satz fällt: „Meine Kinder sind mein ganzer Stolz !“ oder so was ähnliches, sagt mein Vater immer, obwohl ich neben ihm sitze: „Was sind denn das für Deppen !“ Und das ganze noch in einem Ton, der mich traurig macht und echt weh tut. :´( Bei meiner Mama ist es mittlerweile soweit, dass sie um halb 7 in der früh aus dem Haus geht und abends erst um ca. 18 Uhr heimkommt. Ständig ist sie dann nur am Jammern, dass sie solange arbeiten muss, so viel zu tun hat etc pp. Das ganze geht jetzt schon seit über vier Jahren so und es wird immer schlimmer. Immer schiebt sie die Schuld auf andere, die Arbeitskollegen, den Chef, sie findet immer irgendeine Ausrede um ihre Arbeitszeiten zu rechtfertigen. Aber ich glaube ihr das echt nicht mehr ! Wenn sie muss, z.B. meinen Bruder um vier Uhr zum Schwimmen fahren, dann geht das auf einmal. Aber wenn ich um fünf Uhr zum Tennis muss, heißt’s meistens: Fahr mit dem Fahrrad ! Demnächst arbeitet sie sogar in München, was widerum heißt, dass sie gute anderthalb Stunden da hinfahren und dann auch wieder zurückfahren muss. Das heißt: Sie geht noch früher aus dem Haus und kommt noch später wieder heim. Sprich: Ich bin den ganzen Tag alleine zu Hause ! Manchmal glaube ich, dass ich meiner Mama total egal bin. ;-((( Was aber noch viel schlimmer ist, sind so Situationen wie vor drei Wochen: Ich habe mich mit meinen besten Kumpels, die mir sehr wichtig sind, zum Filme schauen verabredet und wir wollten dann auch, da ja Ferien sind, bei meinem Kumpel pennen. Also ich und mein bester Kumpel bei nem anderen Kumpel. ;-) Das habe ich meiner Mama auch gesagt. Eigentlich wollte ich mit meinem Moped fahren aber sie wollte das nicht, weil das Wetter ein bisschen verregnet war. OK, kann man ja auch irgendwie verstehen. Sie hat mich dann zu meinen Kumpels gefahren. Soweit so gut. Bis sie um 11 Uhr abends auf einmal vor der Tür steht und mich abholen will und so tut als wäre das vereinbart gewesen. Ich wusste überhaupt nicht was ich zu meinen Kumpels sagen sollte. Ich war sprachlos. Ich hatte schließlich keine andere Wahl als mitzukommen. Meine Freunde müssen sich total verarscht vorgekommen sein. Ich weiß immernoch nicht, wieso meine Mama das gemacht hat. Ständig bringt sie solche Aktionen, aber so dreist wie heute war's noch nie ! Außerdem motzt sie mich jedesmal egal was ist oder was ich tue an; z.B. es gab ja vor einem Monat Zeugnisse und ich hatte ein wirklich sehr gutes. Ein paar Einser, viele Zweier und eine Drei (in Kunst). Anstatt dass meine Mama mich lobt, was denke ich auch verdient gewesen wäre, motzt sie wegen der einen 3 und meckert rum, dass ich in Chemie, wo ich letztes Jahr ne 1 hatte, jetzt "nur noch" eine 2 habe. Um Gottes Willen, eine 2; ich sterbe ! Meine Mama regt mich echt so auf. Nicht ein einziges lobendes Wort. Nur Gemeckere bei allem was ich tue. Ich verlange ja nicht, dass sie vor mir auf die Knie fällt, aber ein einfaches "Toll, gut gemacht !" oder "Echt gut, weiter so !" Stattdessen wird alles noch so gute schlecht gemacht. Zudem respektieren mich meine Eltern überhaupt nicht und schnüffeln mir überall hinterher. Sie kommen ohne zu klopfen immerwieder in mein Zimmer und dann kommt jedesmal die Frage "Und, was machst'e ?" Ich antworte mittlerweile garnicht mehr, weil ich mich einfach verarscht fühle. Schon mehrmals habe ich sie gefragt, ob man auch anklopfen kann, wenn man in ein Zimmer mit geschlossener Tür kommt. Reaktion: Ignoranz und dummes Drumrumgerede. Eine Sache will ich noch schreiben: Letztes Wochenende war ich im Freibad mit meinen Freunden und es war echt lustig. Meine Freunde sind die einzigen Personen in meinem Leben, die mich verstehen und einfach akzeptieren und respektieren. Und wer kommt auf einmal an unseren Platz spaziert ? Mein Vater und fragt: "Und, was machst'e ?" Ich war so wütend und gereizt, am liebsten hätte ich ihm eine runtergehauen. Ich bin kein gewalttätiger Mensch, ganz und garnicht, aber da war's kurz davor !
    Es gibt noch einige andere Aktionen, die hier abgehen, aber wenn ich die erkläre, glaubt ihr mir wahrscheinlich garnichts mehr. Wie ich dann manche Situationen meinen Freunden erklären soll, weiß ich auch nicht mehr. Dass mir das an die Substanz geht ist ja schon schlimm genug, aber dass sie auch noch meine Freundschaften damit aufs Spiel setzt, setzt dem ganzen doch die Krone auf. Ich will meine Freunde, besonders meinen besten Kumpel, mit dem ich seit über zwei Jahren richtig dick befreundet bin (wir sind uns so ähnlich, könnten echt Brüder sein), nicht verlieren !!! Ich bin echt total fertig: So gut wie NIE sind meine Eltern für mich da. Und wenn sie dann mal da sind, machen sie mir das Leben zur Hölle. Oft denke ich, dass es mir ohne meine Eltern viel besser gehen würde, weswegen ich auch darüber nachdenke, von zu Hause abzuhauen. Ich bin ja eh seit mehr als fünf Jahren auf mich alleine gestellt. Seit ich 10 Jahre alt war musste ich mir mittags selber etwas kochen, Hausaufgaben machen etc. Mittlerweile ist das natürlich nicht mehr so dramatisch, aber damals war es schon heftig. Neue Schule, neue Leute, und dann noch ziemlich alles alleine machen müssen. Mittlerweile glaube ich wirklich, dass meinen Eltern das alles egal war und ist. Da macht es auch keinen großen Unterschied mehr aus, ob ich zu Hause ausziehe oder sonstwo von meinen Eltern getrennt bin. Das bin ich ja eh die ganze Zeit. Nur ich weiß nicht, wohin ich gehen soll. Die einzigen, bei denen ich mich wohl fühle, sind meine Freunde; und selbst die leiden unter dem ganzen Sch... hier ! Aber vor allem ich leide daran: Neulich saß ich in meinem Zimmer, als meine Eltern mal wieder stritten. Vorher habe auch ich aus Wut ein bisschen Dampf abgelassen. Die ganze Situation war natürlich geladen und ich war auch nicht gut drauf und als dann ein Satz in dem Streit fiel, den ich nicht nennen möchte, brach es einfach aus mir raus. Ich konnte nicht mehr, war am Ende. Ich bin aus dem Haus gelaufen, hab mich auf ne Bank gesetzt und fast ne halbe Stunde nur geheult. Das ist total untypisch, weil ich sonst eigentlich nur Gefühlsausbrüche in die andere Richtung habe. Aber in dem Moment war einfach alles zuviel !
    Bitte helft mir und sagt mir was ich machen kann ! Warum machen meine Eltern das ? Sie geben mir ja auch keine richtige Antwort darauf. Ich bin einfach nur noch verzweifelt und total am Ende ! :'(
    Geändert von adler16 (26.08.2010 um 21:59 Uhr)

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Hi Adler, eine Bitte vorab : schreibe bitte den kompletten Thread nicht in einem
    Abklatsch, lasse zwischen den einzelnen Abschnitten ein wenig Leerraum sonst ist
    es für den Leser eine Höchstleistung Dir zu folgen.

    Wobei gleich zu Anfang Fragen bei mir aufkommen : was meinst Du mit "richtige
    Antwort" habe ich in anderen Foren nicht bekommen. Ist sie, wenn sie mit Deinen Vorstellungen nicht gerecht wird, grundsätzlich nicht tauglich ?

    Was mit Deinen Eltern los ist kann man leicht durchschauen : nicht mehr in der Lage (und vor allen Dingen nicht willens) eine vernünftige Konversation auf die
    Beine zu stellen. Von allem enttäuscht, durch und durch negativ gestimmt. Es ist
    ja so schön bequem in einem Meer von Vorurteilen zu baden, sich zu ändern und
    dem Leben einen Sinn zu geben erscheint ihnen unerreichbar.

    Wie kannst Du es ändern ? Natürlich nur durch ein Gespräch. Du schreibst von
    einem Versuch der gescheitert ist, vll war es nicht der richtige Moment, Vor allen
    Dingen muss Du zum Ausdruck bringen wie unglücklich Du Dich fühlst.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
    Neuling Avatar von danny90453
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    hi adler

    ich kann gut nachempfinden wie du dich fühlst...ähnliches hatte ich auch , meine eltern haben auch sehr sehr viel gestritten und wir kinder haben sehr darunter gelitten...deshalb zog ich auch schon aus kaum dass ich 18 war...
    deine eltern sind anscheinend mit sich selber so beschäftigt dass sie dich garnicht mehr wahrnehmen bzw was ihr verhalten für dich bedeutet...

    kann auch verstehen dass du am liebsten abhauen würdest...nee nee mach das lieber nicht...geh lieber zum jugendamt und erzähl denen dass du es nicht mehr daheim aushälst und sie werden dir helfen..gibt ja auch wohngruppen für jugendliche wo du dann leben könntest...
    sicher ist der schritt zum jugendamt nicht grade leicht aber besser wie abhauen auf jeden fall..
    hab ja auch 3 kinder und als ich damals mit meiner tochter (jetzt 21) garnicht mehr klar kam , haben sie uns auch geholfen , sie zog mit 17 aus und das war das einzig richtige..dadurch wurde erstmal die brisanz genommen und sie erlebte dass das leben nicht soo einfach war wie sie es immer darstellte..kurzum haben jetzt wieder super kontakt ...

    es gibt immer einen weg ..erkundige dich über internet oder gelbe seiten...
    gibt es vielleicht jugendzentrum bei euch?? die leute dort sind geschult auf solche sachen und können dir sicher helfen..

    kämpfe,lass dich nicht abbringen von dem was du möchtest: ein leben ohne täglichen streit der eltern, anerkennung deiner leistungen , usw usw
    lass dich nicht entmutigen wenn es nicht gleich klappt , wie gesagt es gibt viele institutionen die da helfen können..

    gruss
    danny

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    Waris (29.08.2010)

  5. #4
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    So, dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

    Mein Vater ist jetzt schon seit 4 Jahren tot, aber als wir noch alle zusammenlebten, gab es ähnliche Situationen. Mein Vater war sehr liebenswürdig und verständnisvoll, aber ehrlich gesagt eher von schlichter Natur und verstand mich oft einfach nicht, obwohl er sich ehrlich Mühe gab. Bestimmt ist er oft daran verzweifelt, dass er mir helfen wollte, aber nicht wirklich wusste, wie.

    Meine Mutter war schon immer das krasse Gegenteil: eher gefühlskalt und verständnislos gegenüber Problemen anderer, sehr fordernd, sie hatte immer die Erwartung dass alles sofort perfekt klappen muss und gab teilweise strenge Vorgaben für alles Mögliche, an die sie sich oft aber selbst nicht hielt. Sie verstand mich noch viel weniger als mein Vater, aber ich habe ihr auch einfach kaum etwas von mir und meinen Problemen erzählt, weil sie sich dann oft über meine "Unfähigkeit" aufregte oder sehr ironische Antworten gab. Ich glaube, dass das oft nicht böse gemeint war. Sie ließ einfach durch die eigene extrem beschissene Kindheit Gefühle bei sich selbst genauso wenig zu wie bei Anderen und wahrscheinlich war ihr das selbst nicht mal bewusst.

    Naja, jedenfalls gab es auch sehr oft Streit. Meine Mutter war natürlich immer die Dominantere und Vorschläge oder Bemerkungen meines Vaters wurden einfach gar nicht beachtet. Teilweise zog sich Streit stundenlang, oft bis in die Nacht, weil meine Mutter mich einfach nicht ins Bett gehen lassen wollte ohne dass ich ihr vorher zufriedenstellend erklärt hatte warum ich das und das denn jetzt so und so gemacht hatte. Diese Zeit war wirklich hart für mich, vor Allem weil ich mich oft "bessern" wollte und es doch nicht konnte.

    Nun ja, seit mein Vater tot ist gibt es so stundenlangen Streit eigentlich nur noch sehr selten, aber wir keifen uns mehrmals in der Woche gegenseitig wegen irgendwelchen Kleinigkeiten an. Das Problem ist dabei, dass sie sich für mich sehr unberechenbar verhält, das heißt, ich weiß im Voraus nicht wirklich was sie jetzt von mir erwartet, sie steigt auch oft über ihre eigenen Regeln hinweg und erwartet, dass jeder ihre Gedanken lesen können muss. Sie hat sich auch oft darüber aufgeregt, dass ich keine bzw kaum Freunde hatte, aber wenn ich dann mal welche hatte fand sie alle möglichen Gründe sie nicht zu mögen- dabei hat sie selbst auch keine. -.- Kurz nach dem Tod meines Vaters (und auch früher schon 2-3 mal) litt ich unter schweren Depressionen und eines Nachts habe ich mir dann aus Hilflosigkeit mit einer Stecknadel den ganzen linken Handrücken zerkratzt (warum auch immer. Macht das nicht nach, es hilft kein Bisschen und ist logischerweise für jeden sichtbar). Als sie das sah, war die Reaktion: "Was soll das denn jetzt??" Ich habe meine Gefühlslage erklärt und ein paar Tage lang wollte sie mich nicht alleine lassen aus Angst, dass ich mich vielleicht umbringen würde, wenn sie gerade weg ist (daran merkt man eben, dass sie mich irgendwie doch lieben muss, auch wenn sie es nicht gut ausdrücken kann). Danach verlief aber alles wieder irgendwie im Sand und sie unternahm nichts weiter, um mir irgendwie zu helfen.. sie hat mich nicht mal gefragt, ob es mir wieder besser geht...sie verdrängt eben gerne...

    Ich für meinen Teil bereite mich einfach aufs Ausziehen vor. Bald lebe ich in einem Wohnheim zwecks studieren und soweit ich dich verstanden habe bist du auch nicht mehr so weit von der 18 entfernt. Meiner Meinung nach sind manche Menschen einfach so verschieden, dass sie sich selbst bei höchstem Bemühen schlecht arrangieren können-manchmal hilft es dann einfach nur, wenn man mal Abstand voneinander hat. Den Stress, unter dem du im Moment durch den ganzen Streit stehst, kann ich aber sehr gut nachvollziehen.
    Sorgen, deine Freunde zu verlieren, musst du dir meiner Meinung nach nicht machen- eine so dicke Freundschaft wie du sie beschrieben hast, kann durch so etwas nicht brechen. Sicher können sie das besser nachvollziehen und verstehen als du glaubst, schließlich haben sie selbst auch Eltern, mit denen sie sich auch streiten oder deren Verhalten ihnen manchmal peinlich ist.

    Ich weiß nicht ob das auch bei dir der Fall ist- aber manchmal kann ein so großer Krach wie er bei dir im Moment ist auch hilfreich sein. Dann kann nämlich nicht mehr darüber hinweggesehen werden, dass etwas im Argen liegt. Du solltest es mal riskieren und deinen Eltern einfach deutlich und unverblümt sagen, dass du dich von ihnen ungeliebt und nicht akzeptiert fühlst und auch klar machen, wie sehr du darunter leidest. Klar ist das viel einfacher gesagt als getan, aber es könnte sie mal so richtig aufrütteln. Eltern, die ihr Kind GAR NICHT lieben, gibt es nämlich nicht. Vielleicht ist ihnen einfach noch nicht so klar, dass es dir wirklich so schlecht geht, oder sie waren bisher zu stark mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

    Hast du irgendeine Möglichkeit, mal eine Weile aus dem Ganzen rauszukommen, damit der Stress mal abnimmt? Wirklich mal ein paar Tage ungestört bei Freunden zu bleiben zB? Ich weiß wie einen dieser ständige Streit zermürben kann. Gleich von zu Hause abzuhauen würde ich aber nicht empfehlen, das kann eher noch zu größeren Schwierigkeiten führen.

    Ich würde dir gerne noch mehr Tipps geben, aber jetzt ist meine Weisheit erstmal zuende... antworte doch noch mal darauf ^^

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Sanctus für den sinnvollen Beitrag:

    glasheuler (30.08.2010)

  7. #5
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    Standard

    Habe lange keinen Beitrag mehr gelesen der so exellent und treffend geschrieben ist. Beinahe kannst Du mir das Wasser reichen

    Wobei ich meine, wenn D u ausziehst wird Deine Mutter es extrem schwer haben. Es wäre natürlich Nonsens wenn Du deswegen Deine Lebensplanung
    ändern würdest. Andere Stimmen werden evtl. sagen der räumliche Abstand würde Ruhe in Dein Leben und das Deiner Mutter bringen, ich habe da meine
    Zweifel, fühle mich natürlich nicht als Mass aller Dinge

    Gruss
    glasi
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  8. #6
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    Standard @sanctus

    Erstmal Danke für die Antworten hier !
    Und zu deinen Vorschlägen: Es stimmt schon, dass es hilfreich wäre, mal meinen Eltern die Situation ins Gesicht zu sagen. Aber es ist ja auch nicht so, dass ich das noch garnie versucht hätte. Wenn ich mal was sage, sind meine Eltern erstmal wie versteinert und sagen erstmal garnichts mehr und die Stimmung ist dann auch im Keller und noch geladener als vorher. Wenn sich das Ganze wieder gelegt hat, so nach zwei Tagen, geht der Alltagstrott wieder ganz normal weiter ohne über die Situation zu sprechen. Und es ist dann einfach auch schwer und erscheint sinnlos den Mund aufzumachen, wenn man damit rechnet, dass es eh nicht wirklich nützt.

    Das mit dem Vorschlag mal für ein paar Tage zu Freunden oder so zu gehen kam mir auch schon in den Sinn. Das Problem ist halt nur die Umsetzung. Ich habe ja auch geschrieben, dass ich mal in den Ferien bei meinen Kumpels übernachten wollte, das ganze aber aus welchem Grund auch immer, zunichte gemacht wurde in einer Art und Weise die ich einfach nicht verstehe. Ich glaube nicht, dass meine Mama derartiges also zulassen würde. Aber du hast schon recht: Einmal für wenigstens ein paar Tage aus allem rauszukommen wäre schon wünschenswert.

  9. #7
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    Hi, das Schweigen der Eltern dokumentiert ihre Hilflosigkeit. Wenn sie auf die Erklärungen was gescheites erwidern könnten würden sie es sicher tun,
    schüchtern scheinen sie auf keinen Fall zu sein.

    Woanders pennen sieht nur im ersten Moment nach Lösung aus- bei Tagelslicht betrachtet ist es nur eine Flucht, wenn sie überhaupt darauf reagieren werden sie
    ein paar Dezibel lauter mit ihren Anfeindungen, mehr tut sich da nicht.

    Ich finde, das direkte Ansprechen ist der richtige Weg. Auch wenn die Stimmung
    in den Keller geht, es kann nur Beharrlichkeit fruchten.

    Liebe Grüße
    glasi
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  10. #8
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    Hallo !
    Leider muss ich den Thread hier nochmal hervorkramen.

    Ich bin jetzt endgültig psychisch total fertig und weiß garnicht wo ich anfangen soll, ich probier's trotzdem und bitte seid nicht böse wenn's etwas länger wird:

    Als ich vor knapp fünf Monaten hier geschrieben habe, war ich echt kurz davor von zu Hause abzuhauen, weil ich es hier nicht mehr ausgehalten habe. Ich hatte selbiges zwar schon vorher versucht, aber durch eure Antworten habe ich dann nochmal versucht mit meinen Eltern zu reden und habe auch ordentlich Dampf abgelassen; aber wie ich schon vorher geschrieben habe, hat es auch damals wieder nichts gebracht.

    Dann fing das neue Schuljahr an und meine Mama hatte ab dann eine neue Arbeitsstelle, zu der sie täglich über eine Stunde je hin und zurückfahren muss. Mein Vater ist unter der Woche eh nie da und meine Mutter ging immer um halb sieben aus dem Haus und kam erst gute zwölf Stunden später kurz nach sieben wieder heim. Was mir anfangs auch ziemlich recht war, da ich meine Eltern echt nicht mehr sehen konnte. Aber da ich ja auch kein *****loch bin, habe ich dann irgendwann versucht, einen kleinen Teil meinerseits dazu beizutragen, die Situation zu entschärfen und habe zusätzlich zu 37 Wochenstunden Schule ein paar Dinge im Haushalt gemacht (Wäsche bügeln, etc...) Ich dachte, dass ich meiner Mama damit einen Gefallen tun würde, da sie ja jeden Tag erst spät nach Hause kam. Aber ich hatte mich mal wieder geirrt: Anstatt wenigstens mal ein kleines Lob oder sowas zu bekommen, hat sie wieder nur rumgemotzt von wegen "Lass das ! Ich hab keine Lust, dass meine Klamotten morgen zwei Nummern kleiner sind !" und lauter solche sch... Kommentare. Ich hätte ja nichts gegen Tipps gehabt, aber da strengt man sich mal an weil man's gut meint und dann wieder sowas. Ich hab's dann auch wieder gelassen, darauf hatte ich keinen Bock. Was ich dann halt nicht verstehe, ist dass sie dauernd auch nur rummotzt, jeder würde nur aufm Ar... hocken und sie müsse alles machen. :-/

    In dieser Art und Weise ging's dann auch weiter und schließlich stand schon Weihnachten vor der Tür. Eigentlich ja das Fest der Familie, aber nicht bei uns. Kein gemeinsames Beisammensein, kein gemeinsamer Ausflug, kein gemeinsames Teetrinken und Plätzchenessen, ein emotional total unterkühltes Abendessen, keine Geschenke, keine Wärme. Das hat mich richtig verletzt. Ich weiß ja nicht wie ihr fühlt, aber das hat mir mehr wehgetan, als mein Bänderriss im Knie. :'-(

    Der Höhepunkt des Tiefpunkts kam aber erst ein Tag vor Silvester: Nach dem Abendessen bin ich auf mein Zimmer gegangen und habe Musik gehört, bis ich auf einmal einen lauten Knall von unten aus dem Wohnzimmer hörte. Als ich dann die Kopfhörer von meinen Ohren getan habe, wusste ich was der Grund war. Meine Eltern stritten mal wieder wie die Idioten und Geschirr musste erneut dran glauben. Eigentlich nichts neues, aber da es unvermeidbar war den Streit nicht mitzukriegen, musste ich alles mitanhören. Das bin ich ja eigentlich leider schon gewohnt, aber diesmal hat es mir jeglichen Boden unter den Füßen weggezogen. Mein Vater meinte, dass er sich sein Leben ganz anders vorgestellt hätte und dass ihn das Leben mit uns mehr belastet als alles andere auf der Welt. Ich konnte nicht anders als anfangen zu weinen; dieser Satz tat so weh. :'-( Aber es kam noch schlimmer: Meine Mama hatte in den Wochen vor Silvester öfter gesagt, dass sie sich total schwach auf den Beinen fühle und oft zittere. Seit dem Streit weiß ich auch warum: Es wurde immer lauter und auf den Satz von meinem Vater sagte sie, dass es ihr genauso geht und sie sich trennen will, zumal sie wegen der zerstrittenen Situation mittlerweile auch körperliche Auswirkungen davon hat. Der Arzt hätte ihr gesagt, dass sie unbedingt jeden möglichen Stress in Zukunft meiden soll, andernfalls bekäme sie in spätestens drei Wochen einen schweren Herzinfarkt. In dem Moment blieb die Zeit für mich stehen. Total geschockt bin ich ins Bad gelaufen und habe nur noch geweint und daher nichts mehr vom Streit mitbekommen. Ich war mehr als fertig und wollte ehrlich gesagt nur noch weg von dieser Welt. Nur noch Stress und Leistungsabfall in der Schule, Depressionen, Eltern die mich nicht lieben und sich trennen wollen, eine schwer kranke Mama. Das war zu viel und hätte ich nur gewusst wie, hätte ich an dem Abend allem ein Ende gesetzt.

    Meine Eltern wussten am nächsten Morgen ganz genau, dass ich alles mitangehört hatte. Am ganzen Silvestertag haben wir kein einziges Wort miteinander gesprochen. Meine Mama ging schon um halb acht ins Bett, mein Vater verkroch sich auf den Speicher und ich saß unten im Wohnzimmer und überlegte nur noch, was ich mit mir und der Situation anstellen sollte.
    Irgendwann war es dann nur noch ne halbe Stunde bis Mitternacht. Ich holte mir zwei Flaschen Bier und ne Flasche Sekt, ging nach draußen und fing an zu trinken. Das Feuerwerk und der ganze Moment war das traurigste Erlebnis meines Lebens. :'-( Ich musste mitansehen, wie sich die Nachbarsfamilien in den Armen lagen, sich ein frohes neues Jahr wünschten und ich saß da mit fast zwei Liter Alkohol und trank immer weiter. Ich weiß nicht wie lange ich noch draußen saß; ich wusste, dass es nicht gut war so viel zu trinken, aber ich konnte einfach nicht anders. Dass es deutlich zu viel war, merkte ich spätestens als ich aufstehen und wieder ins Haus gehen wollte und mich fast nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Danach kann ich mich an nichts mehr erinnern.

    Der Neujahrstag und die Tage danach waren für mich mit Kopf- und Seelenschmerzen kaum mehr auszuhalten. Seit Tagen habe ich mit meinen Eltern nicht mehr geredet und als ich heute aufstand, wurde ich erneut von einem Streit meiner Eltern begrüßt. Meine kranke Mama machte jetzt endgültig Schluss mit meinem Vater; ich hatte überhaupt keine Lust mehr auf den Mist und deshalb bin ich runter gegangen und habe meine Eltern wutentbrannt angebrüllt und in der Raserei ist mir gegen meinen Vater auch die Hand ausgerutscht. Dass Gewalt keine Lösung ist weiß ich, aber heute morgen war ich nicht mehr ich. Ich konnte mich einfach nicht mehr kontrollieren und um ehrlich zu sein tut es mir auch überhaupt (noch) nicht leid. Danach hat mein Vater seine Sachen gepackt und ist weggefahren. Seit heute bin ich also ein Kind von getrennten Eltern und das bricht mir das Herz.

    Wir waren noch nie eine richtige Familie. Dass es auch mal Streit gibt ist ja klar. Aber so nicht. Kein Zusammenhalt, kein Lob, keine Wärme, keine Liebe. Wenn ich z.B. bei meinem besten Kumpel bin, weiß ich oft garnicht wie ich mich verhalten soll. Seine Eltern und seine Geschwister sind so normal und so herzlich, dass ich, wenn ich an sie denke, anfangen muss zu weinen. Ein Beispiel: Als ich in den letzten Ferien bei meinem besten Kumpel mit nem anderen Kumpel übernachtet habe, waren wir vorher noch in einem Pub. Als wir wieder daheim waren, hatte die Mutter von meinem besten Kumpel uns noch einen Snackteller und Obst hingestellt mit nem Zettel wo drauf stand "Für den späten Hunger". Sowas hätte es bei uns nie gegeben und deshalb sind das so Situationen, wo mir vor Herzlichkeit und Fürsorge die Tränen kommen. Soviel Liebe habe ich von meinen Eltern nie erfahren und deshalb wirkt alles für mich immer so fremd, obwohl doch eigentlich alles ganz normal ist. Ich wünschte, ich hätte so fürsorgliche, herzliche Eltern gehabt wie mein bester Kumpel.

    Ich habe nie große Sprünge oder Taten verlangt; einfach mal ein "Toll gemacht!" oder gar ein "Ich bin stolz auf dich!" hätte mir schon völlig gereicht. Miteinander reden, sich vertrauen, zusammenhalten; sowas habe ich wenn überhaupt nur in Kindertagen erlebt an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

    Und jetzt sitze ich hier mitten in der Nacht, kann nicht schlafen, weil ich immer wieder weinen muss und mir Gedanken darüber mache, wie's jetzt weiter geht: Ich bin psychisch am Abgrund, meine Noten in der Schule werden immer schlechter, mein Vater ist weg, meine Mutter stirbt vielleicht bald... Ich kann nicht mehr, bin total verzweifelt und weiß einfach nicht mehr was ich überhaupt noch hier mache. Es ist einfach alles zu viel ! :'-( Ich schaffe es nicht mehr.

    Bitte bitte helft mir !! Ich weiß zwar nicht wie, aber bitte helft mir !!!

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