Schönen guten Abend miteinander
Ich wende mich mal mit meinem momentanen Hauptproblem an euch. Hoffentlich habt ihr ein paar gute Ratschläge für mich parat.
Meine Eltern, insbesondere meine Mutter, meckern mich wegen jeder Kleinigkeit an und machen Stress.
Es geht jeden Tag so. Sie finden immer irgendetwas, warum sie mich anmeckern können (und zwar so, als hätte ich was wirklich schlimmes gemacht. absolut übertrieben).
Sei es ein Glas, dass ich in der Küche stehen gelassen habe, sei es mein Schulranzen, den ich nicht sofort ins Zimmer gebracht habe, sei es ne Flasche leergut, die ich nicht direkt wegbringe.
Wirklich jeder nochsokleine, gottverdammte ******* bietet denen Anlass um an mir rumzumeckern.
Jeden Tag passiert sowas dann einige Male. Und dieses Spiel geht jetzt schon seit ein paar Jahren so.
Wie ihr euch denken könnt schlägt mir das ziemlich auf die Nerven. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich mich nicht mehr wohl fühlen kann, wenn ich weiss, dass meine Eltern in der Nähe sind.
Man hat die ganze Zeit dieses Gefühl unter Beobachtung zu stehen.
So fühle ich mich auch in Gegenwart von anderen Leuten, die ich nicht mag.
Ich mag es garnicht, Freunde zu mir einzuladen, eben wegen diesem Unbehagen und weil meine Eltern auch dann noch stören.
Nun hatte ich kürzlich einige Tage lang die Bude ganz für mich, weil meine Eltern verreist waren. Und diese Zeit hat mir wie erwartet sehr gut gefallen.
Meine Schulprobleme waren in dieser Zeit praktisch passé; ohne, dass ich mich hätte viel motivieren müssen hab ich jeden Tag ordentlich Aufgaben gemacht und gebüffelt.
Und es bestätigte sich weiterhin das, was ich schon von Übernachtungen bei Freunden wusste: Mir geht es deutlich besser, mental und körperlich, wenn meine Eltern nicht in der Nähe sind. Ich habe mehr Energie, bin besser gelaunt, freundlicher, kann viel besser aus mir herauskommen, usw.
Kaum waren meine Eltern dann vom Urlaub zurück - vielleicht 5 Minuten wieder vor Ort - hatten sie den ersten Grund zum zetern. Wie üblich eine stupide Kleinigkeit: Ich hatte doch tatsächlich den Topf, mit dem ich mir Mittagessen gekocht hatte gewaschen und feucht auf dem Ablaufgatter der Spüle stehen lassen, damit er dort trocken wird. Dann kam noch Gemecker, weil ich meinen Ventilator nicht in den Keller gestellt habe (wen stört es denn, ob ich den in meinem Zimmer habe oder nicht??)
Den Wunsch, dieses Verhältnis wieder zu verbessern habe ich schon lange nicht mehr. Ich möchte hier weg und allen Kontakt abbrechen.
Ich bin nun siebzehn Jahre alt und werde Mitte des nächsten Jahres volljährig. Ich habe mir schon lange vorgenommen, dann möglichst bald ausziehen.
Nun schlägt es mir aber so arg auf die Nerven, dass ich überlege, ob ein Auszug nicht schon früher in Frage käme.
Aus der Zeit, in der ich hier alleine war weiss ich erneut, dass ich keinerlei Probleme damit habe, eine Wohnung sauberzuhalten, mich selbst zu versorgen, etc.
Die Probleme dabei sind:
-Minderjährigkeit
-Ich gehe noch zur Schule
-Finanzielles
>Finanzielles: Ich wüsste nicht, wie ich mir momentan ohne etwaige Unterstützung ein alleinstehendes Leben finanzieren sollte.
Solange ich noch zur Schule gehe wäre womöglich Schüler-BaFög und Kindergeld ausreichend. Jedoch möchte ich nach der Schule nicht direkt in eine Ausbildung o.Ä. gehen sondern mich ersteinmal durch verschiedene Betriebe durchprobieren, um meinen Horizont zu erweitern. Wie dies finanziert werden soll ist mir leider ein Rätsel.
Habe ich möglicherweise sogar Zahlungsanspruch an meine Eltern?
>Schule: Mitten im Jahr die Schule wechseln wäre unratsam. Insbesondere, da dies womöglich schon mein letztes Jahr Schule ist. Ich hätte doch gewisse Schwierigkeiten beim Eingewöhnen auf einer anderen Schule. Daher wäre momentan nur ein Auszug hier in die Gegend möglich, um die Schule beibehalten zu können.
Wenn ich die Schule dann fertig habe möchte ich dann erstmal weiter weg ziehen - vor allem in eine Gegend, in der mehr Firmen angesiedelt sind und die Arbeitsplatzsituation besser ist (und wenn es geht näher zu Freunden. Leider wohnen wir mehr oder weniger verstreut über ein paar Gebiete in Deutschland).
>Minderjährigkeit: Solange ich nicht volljährig bin kann ich einen Auszug rechtlich nicht selbst in die Hand nehmen. Da müsste dann wohl das Jugendamt den Ton angeben.
Nun warum wende ich mich an euch?
Ich suche Rat in der Frage, ob ich vielleicht schon vor Ende dieses Schuljahres ausziehen kann, ob es ratsam wäre und welche weiteren Folgen dies nach sich ziehen würde.
Wie stehen meine Chancen, dass so etwas genemigt wird? Ist meine Situation denn ein Fall, der zu einer solchen Forderung berechtigt oder wird das Jugendamt mein Anliegen mit einem Handwink und dem Spruch "nun stellen's sich mal nicht so an" abtun? (Genau dies höre ich dauernd von Aussenstehenden, denen ich die Lage schildere. Ich habe schliesslich keine schlimmen Hämmer vorzuweisen, die meine Eltern zu schlechten Eltern deklarieren würden und dieses schleichende, allgegenwärtige Generve scheinen viele nicht so recht ernstzunehmen, auch wenn es mich ziemlich fertig macht.)
An wen müsste ich mich denn dann wenden? Gibt es Hilfseinrichtungen, die mir unter die Arme greifen könnten? Habt ihr sowas vielleicht schon hinter euch und könnt aus Erfahrung sprechen?
Wie würde das dann ausschauen? Betreutes Wohnen in einer WG? Oder gibt es da andere Einrichtungen? (Da hätte ich bedenken, dass ich mit irgendwelchen 'pardon' Vollassis oder Problemfällen in eine Bude gepfercht würde. Ich kann abhängig von den Personen sehr umgänglich oder garnicht umgänglich sein - Darum wäre es sehr gut, wenn ich nicht zwangsweise mit jedem/jeder eine Wohnung oder ein Zimmer teilen müsste. (Wenn ich ein Wochenende mit und bei Freunden verbringe läuft das in aller Regel ziemlich harmonisch ab. Das ist mit allen Leuten so, die ich akzeptieren kann sprich mag. Mit unliebsamen Leuten klarkommen ist für mich hingegen in dieser Form eher schwierig - siehe meine Familie.))
Ich danke euch für euren Rat
Grüße
sarcasmo


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