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Thema: Meine Freundin hat Alpträume, was kann ich tun?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meine Freundin hat Alpträume, was kann ich tun?

    Guten Morgen,

    meine Freundin und ich sind seit ca. 2 Monaten zusammen und wir führen noch eine Fernbeziehung.

    Nun war ich jetzt 2 mal 1 ganze Woche bei ihr und musste nachts feststellen, das sie am Anfang der Woche immer unter Alpträumen leidet, welche teilweise so heftig sind, das sie um sich schlägt.

    Manchmal kann ich dabei mit ihr reden, manchmal nicht. Ich stelle ihr dann Fragen die sie mir beantworten kann. Wenn ich das machen kann, dann weiß ich genau das es sich um ein Ereignis aus ihrer Jugend handelt, woran sie sich im wachem Zustand nicht wirklich erinnern kann, bzw. sie eine Blockade hat und es nicht will!

    Was kann ich in so einer Situation machen? Soll ich sie festhalten oder "auf sie einreden" und sie somit beruhigen oder was kann ich da tun?

    Wenn ich nicht bei ihr bin, hat sie die Alpträume auch, weiß auch das sie welche hatte, aber kann sich nicht erinnern worum es ging... Im Endeffekt bin ich derjenige der ihr sagt, worum es in ihren Alpträumen ging (wenn ich bei ihr bin und sie mit mir redet)

    Für eure Antworten bin ich sehr dankbar ;-)

    Liebe Grüße

    Memo

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Auf gar keinen Fall festhalten oder hemmen oder unterbrechen, es lief doch schließlich die ganze Zeit auch ab ohne daß sie Schaden davon gehabt hätte. Sie agiert das damit aus, dadurch bleibt sie gesund. Beruhigen ist unangebracht, das macht man nur weil man selbst ein Problem damit hat. Ich kannte auch mal jemanden der Nachts regelmäßig aufgestanden ist und geredet hat. Manchmal wird man davon wach, aber gejuckt hats mich nicht. Einfach machen lassen.

    Ich finde es ihr im Wachzustand erzählen ist ok, die nächstliegende Sache. So kommt es eben bei Ihr im Bewußtsein an, das kann nur gut sein.

    Insgesamt, als absolut normal behandeln.

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    Memorex (12.12.2011)

  4. #3
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    Hallo Erwin,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.

    So was habe ich mir schon gedacht, aber ich wollte halt trotzdem eine Bestätigung bzw. Erfahrungsberichte von anderen sammeln/lesen.

    Okay, also festhalten "verboten"! Wie sieht es mit berühren aus?? Also ihr einfach zeigen, das ich da bin und ihr nur meine Hand z. B. auf den Bauch legen oder so?

    MfG Memo

  5. #4
    Roman Verfasser
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    Zitat Zitat von Memorex Beitrag anzeigen
    Hallo Erwin,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.

    So was habe ich mir schon gedacht, aber ich wollte halt trotzdem eine Bestätigung bzw. Erfahrungsberichte von anderen sammeln/lesen.

    Okay, also festhalten "verboten"! Wie sieht es mit berühren aus?? Also ihr einfach zeigen, das ich da bin und ihr nur meine Hand z. B. auf den Bauch legen oder so?

    MfG Memo
    Hallo Memo,

    beruhigen durch Handauflegen soll ja wahrscheinlich den gleichen Effekt erzielen wie festhalten. Z.B. den aufwachenden Partner liebevoll beruhigen zu wollen "Ist ja gut, ist nicht schlimm, beruhige Dich", da macht man wohlmöglich dem Anderen überhaupt erst schlechtes Gewissen und erzeugt eine Hilfssituation, obwohl der Andere das gar nicht braucht und noch nie dran gedacht hat. Dabei ist man selbst es vielleicht, der im Grunde verängstigt ist (durch das Verhalten des Partners) und Beruhigung bräuchte.

    Der Partner merkt das dann vielleicht, daß es einem unangenehm ist und versucht sein Verhalten vielleicht zu unterdrücken oder bekommt ein schlechtes Gewissen. Und damit macht man dann vielleicht ein ganzes Faß auf. Das Beste für euch beide wäre Du gewöhnst Dich einfach dran, weil sie kommt ohnehin damit klar. Sprich, auch wenn es "krass" rüberkommt, warum sich eine Platte machen? Da ist eben was in ihrer Vergangenheit was Ihr Probleme bereitet. Das Beste ist, man beläßt die Situation so normal wie möglich.

    Etwas andere wäre wenn Du nicht aufgrund Deiner Bedenken sondern aufgrund der reinen Lautstärke ihrer Aktivität um Deinen Schlaf kommst. Da wärst Du Dir wiederum selbst schuldig eine Lösung zu finden.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß jemand wenn es ihm schlecht geht, er seine Emotion ausleben soll. Trösten tut man meist nur weil man selbst ein Problem hat. Der Gegensatz dazu wäre, und das fände ich gut, den anderen zu halten DAMIT er weinen kann, wütend sein kann, usw. Eine Beziehung in der beide Raum haben, ihre Emotionen angemessen zu zeigen und zu verarbeiten.

    Also, das alles als eher prinzipielle Gedanken, nicht so sehr als konkrete Anleitung.

    Und abgesehen davon, im Schlaf oder auch wenn nur der Andere schläft hält man jemanden einfach mal, oder fasst ihn an, das ist ganz normal und hat mit alldem nichts zu tun.
    Geändert von Erwin (11.12.2011 um 15:52 Uhr)

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    Memorex (12.12.2011)

  7. #5
    Neuling
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    Guten Morgen,

    also ich selber spüre keine Verängstigung, wenn das passiert. Ich spüre nur das es ihr dabei schlecht geht und will ihr helfen das es ihr wieder gut geht.

    1 Beispiel aus der vergangenen Woche ist, das wir beide auf'm Rücken lagen, ich meinen rechten Arm unter ihrem Nacken hatte und aufeinmal einen unheimlichen Druck auf ihm spürte, weil sie sich so sehr gestreckt hat, das man denken konnte, da betreibt gerade jemand nen Exorzismus mit ihr(zumindest in abgeschwächter Form...). Sie hat ihren Oberkörper in die Höhe gestreckt und Kopf und Unterkörper nach unten so das sie ein Hohlkreuz gebildet hat und dann wälzte sie sich hin und her... Ich hab dann aus Reflex sie festgehalten und sie beruhigte sich innerhalb von einer Minute.

    Und dieses Ereignis aus ihrer Jugend wovon ich spreche ist etwas, was man nicht unter den Tisch kehren sollte... Sie leidet deswegen auch nicht nur in ihren Träumen, sondern auch im Wachzustand. Sie ist in psychologischer Behandlung/Therapie und hat Antidepressiva verschrieben bekommen...

    Letztens haben wir abends ganz normal in unserem Online Spiel gespielt und als wir dann offline gegangen sind so gegen 0 Uhr, haben wir noch kurz telefoniert und wir haben nicht wie üblich bis 3-4 Uhr noch telefoniert, sondern gerade mal 20 Minuten, weil wir beide etwas Müde waren... Halb 1 haben wir dann aufgelegt. 1:32 Uhr klingelt mein Telefon und ich höre nur meine Freundin total verheult am Telefon... Ich fasse es jetzt mal kurz und knapp zusammen: Wir haben aufgelegt, sind beide eingeschlafen, sie hatte einen Alptraum wegen dem Ereignis(vermutlich deswegen) gehabt, ist aufgewacht und hat eine Scherbe genommen und sich geschnitten... ist dann kurz vor ihrem Anruf im Flur aufgewacht und hatte eine kleine "Blutlache"(ein paar Blutspritzer, mehr nicht) im Flur gehabt... das erste was sie dann gemacht hat ist ihr telefon geholt und mich halt angerufen... ich hab sie dann erst mal beruhigt und sie hat mir ein foto gemacht und mir per mms geschickt... ihr unterarm war voller blut... sie wollte sich dann schlafen legen, aber ich hab ihr gesagt das sie sich waschen soll und ihren sohn zu sich ins bett holen soll, damit sie jemanden in ihrer nähe hat(auch wenn er nur 4 ist...)
    Nachdem sie das dann getan hat haben wir noch 2 stunden telefoniert und darüber geredet...

    Es ist zwar das erste mal das es so krass sich ausgewirkt hat(was ich bisher mit erlebt habe), aber man weiß ja nie... Das gute/positive, wie ich finde, ist auch das wenn ich zB 1 Woche bei ihr bin, sie die Alpträume nur am Anfang hat, so die ersten 3-4 Tage und die letzten paar Tage schlafen wir beide durch... Ist halt nur die Frage ob ich mich dann dran gewöhnt habe und nicht mehr davon wach werde oder ob sie wirklich nichts hat, aber wenn ich sie in den ersten 3-4 morgen frage wie sie geschlafen hat, sagt sie, das sie schlecht geschlafen habe und danach hat sie gut geschlafen, also vermute ich eher das sie keine alpträume hatte...

    Sie kommt jetzt Weihnachten knapp 2 Wochen zu mir mit ihrem kleinen und da werden wir das mal beobachten bzw. austesten indem ich sie einfach mal träumen lasse und nichts mache...

    Den Freiraum Gefühle/Emotionen zu zeigen und zu zulassen geben wir uns gegenseitig, aber auf die Entfernung ist das etwas schwierig, weil über's Telefon kann ich sie schlecht in den Arm nehmen... und wenn ich bei ihr bin, dann haben wir andere sachen im kopf und ihre ängste sind wie weggeblasen(außer den Alpträumen nachts)

    MfG Memo

  8. #6
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    Ok. Die Antwort wird dadurch nur um so eindeutiger, mit Festhalten oder Trösten änderst Du nichts. Du selbst kannst sowieso nichts tun oder helfen, außer eben da zu sein, und das bist Du ja.

    Allerdings, Bilder vom zerschnittenen Unterarm, ich weiß nicht. Da reicht doch daß man es sagt. Kann es sein daß sie vor Dir übertreibt und durch Ihre Symptome Aufmerksamkeit von Dir erhält?

    Wirklich etwas ursächlich tun kannst Du nicht, kann niemand.

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    Memorex (12.12.2011)

  10. #7
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    Okay, also muss ich lernen, damit umzugehen und sie dann in Ruhe lassen. Danke. Und ja, für sie da bin ich 24/7!

    Hmm ich hab vergessen zu erwähnen das ich wollte das sie ein Bild macht, damit ich mir das angucken kann, sie wollte das eig. gar nicht... Ob sie vor mir übertreibt... weiß ich nicht... Sie ist Borderlinerin (deshalb auch die Therapie...) Aber wenn wir über das thema reden, dann merke ich schon wie ernst sie dabei wird und wie ihre stimmlage sich ändert! Was sie mir mal gesagt hat ist das sie bei mir weich wird! Man muss dazu sagen, sie ist nach außen hin Taff und "Hart" und wird bei mir dann weich! Ich bin das genaue Gegenteil. Ich bin nach außen hin eher der weiche und werde bei ihr hart und stark!

    Ich will ja nichts ursächliches tun, ich will ihr ja nur gutes tun und sie befreien von ihren Alpträumen! Aber ich glaube das kann ich nur indem ich sie "machen lasse" und viel zeit bei ihr/mit ihr verbringe bis zum 01.05.2012 wo wir dann zusammen ziehen und wir keine 500 km zwischen uns haben! Ab da an sollte sich das "Problem" mit der Zeit von alleine beheben bzw. von Zeit zu Zeit schwächer werden!

    Ich danke dir auf jeden Fall für deine Meinung und deine schnellen Antworten, du hast mir damit schon sehr geholfen ;-)

    Liebe Grüße

    Memo

  11. #8
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    Ja, bitte

    Füreinander da sein und sich gegenseitig helfen, das sind eben die Gedanken die jeder hat. Inwiefern es etwas bringt erlebt man mit der Zeit, das findet man automatisch heraus.

    Die Probleme die jemand hat werden nicht automatisch durch eine Partnerschaft besser. Das ist der klassiche Irrtum, den anderen durch Liebe befreien oder ändern zu können. Nein, jeder muß für sich lernen, mit seinen Verletzungen zu leben, und nicht die anderen (etwa den Partner) verantwortlich zu machen.

    Daher eben als Grundprinzip, jeder ist für sich selbst verantwortlich, man mag den anderen, aber man ist nicht für ihn verantwortlich, und man kann ihn nicht ändern oder helfen, auch wenn man das gerne möchte. Ein verständlicher Wunsch, es wäre ja schön. Der wirkliche Streit beginnt meist, wenn genau diese Erkenntniss anstünde, daß die erhoffte Erlösung eben nicht möglich ist. Anstatt über sich zu trauern zieht man dann oft in den Krieg gegen den Partner, beklagt sich über zu wenig Aufmerksamkeit, etc.

    Aus dem Hintergrund kann ich nur raten, nie die Schuld oder Verantwortung für den Anderen zu übernehmen. Denn man kommt in die Situation wo man gibt und gibt, und es im Grunde doch immer zuwenig bleibt. Das frühe Bedürfnis bleibt eben für immer unstillbar.

    Also, verzeih mir den Exkurs, ich greife damit unzulässig vor. Es sind einfach meine allgemeinen Gedanken zur Thematik. Im Endeffekt kann es sogar frei machen, weil man hat die Verantwortung für den anderen einfach nicht. Man mag ihn, es tut einen weh ihn leiden zu sehen, man möchte gern etwas tun, aber man kann am Ende nicht. Wenn man sich das immer wieder sagt, und das beide Seiten so sehen, und man daran festhält, kann jeder zu seinem Schmerz finden und braucht nicht mit dem Partner in Streit zu kommen, und das wäre die beste Grundlage für eine Beziehung. Ihr seid im Grunde da noch davor, vielleicht habt ihr ja die Chance, nicht in diese Falle zu tappen. Manche Pärchen bekommen das hin.

    Abgesehen davon gilt der Anfangssatz, jeder macht seine Erfahrungen selbst

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