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Thema: Meine freundin "möchte" Depressionen haben

  1. #1
    Prosto pot Villete
    Gast

    Standard Meine freundin "möchte" Depressionen haben

    Hallo ihr
    ich weiß nicht genau ob ich hier im richtigen Unterforum bin ich hoffe es passt.
    Meine Freundin kommt mir ein wenig so vor bzw sie hat es auch schon mal so erwähnt das sie die Krankheit sehr interessant findet und es dadurch auch garnicht schlimm findet bzw. es sogar fast gut findet depressiv zu sein.
    Sie war jetzt zum ersten mal bei einem Psychiater dieser sagt das sie eindeutig Depressionen hat, was ich auch bestätigen würde sie weint häufig grundlos und ist lustlos und oder traurig.
    anderseits ist sie auch sehr aktiv sie ist in verschiedenen vereinen singt, tanzt, spielt Instrumente und schafft es auch sich in der schule zusammen zu reißen wenn sie bei mir ist dann ist sie meist auch ganz gut gelaunt und lächelt viel und lacht.
    Ich habe ein wenig angst das sie sich zwar behandeln lässt aber nicht mit dem Gedanken gesund zu werden...da es sie ja irgendwie interessanter macht bzw das sie ihre Krankheit schlimmer macht als sie eigentlich ist da sie immerhin tatsächlich gesagt hat das sie das interessant findet und teilweise garnicht gesund werden wollte und das habe sich jetzt aber geändert, weil sie krank sein wollte weil sie Mitleid bekam und damit wiederum Aufmerksamkeit und das habe sich wohl geändert...
    aber ich bin mir halt nicht sicher, ich habe diese Gedanken und diese sorge die ganze zeit in meinem Kopf und brauche dazu ein paar Meinungen

    Ich versteh nicht wieso ein Mensch krank sein will und ich frage mich ob sich das evtl. auch im alter ändert da sie ja genau wie ich auch noch minderjährig ist und ich dachte mir vielleicht wird sie was reifer und dann geht das auch weg.

    Naja ich hoffe ich hab nicht zu durcheinander geschrieben und ihr könnte mir ein paar tippst geben
    Geändert von Prosto pot Villete (22.08.2011 um 17:26 Uhr)

  2. #2
    Moderator Avatar von Tänzerin
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    Standard

    Hallo,
    Zitat Zitat von Prosto pot Villete Beitrag anzeigen
    Ich versteh nicht wieso ein Mensch krank sein will und ich frage mich ob sich das evtl. auch im alter ändert da sie ja genau wie ich auch noch minderjährig ist und ich dachte mir vielleicht wird sie was reifer und dann geht das auch weg.
    ich glaube nicht, dass der innere Wunsch, krank sein zu wollen, viel mit dem Alter zu tun hat. Oder mit Reife.
    Aus meiner Sicht spricht das eher für große innere Defizite; wenn das Bedürfnis nach bestimmten Gefühlen groß genug ist, dann gibt es oft auch ein großes, inneres Verlangen, den Input danach so intensiv und umfassend wie möglich zu bekommen.
    Ich kenne diese Gedanken: Krank sein bedeutet, Aufmerksamkeit und Mitgefühl zu bekommen. Ganz unmittelbar, ganz direkt - als Kind habe ich dann manchmal auch kleine Geschenke zur Aufmunterung bekommen. Alle waren lieb zu mir und haben sich um mich gekümmert. Ich war immer ganz doll wichtig, wenn ich krank war - und angesichts der Tatsache, dass ich im Alltag nicht die Bestätigung und Aufmerksamkeit bekommen habe, die ich als Kind gebraucht hätte, ist die Schlussfolgerung, dass krank zu sein ein erstrebenswerter Zustand ist, um das zu bekommen, wonach es in mir giert, doch recht naheliegend.

    Bei mir ist es so, dass das Genießen der Krankheit ganz eng mit der Depression verbunden ist; sie verbünden sich irgendwie in mir. Ich finde es sehr schwierig, dagegen anzugehen, weil mir das Hingeben in diesen Genuss kurzfristig eine viel höhere Befriedigung verschafft. Die Erkenntnis, dass die fehlende Nachhaltigkeit dabei aber noch viel schlimmer ist, musste in mir wachsen und Kraft finden. Das ist Teil des Realisierungs- und Heilungsprozesses. Und diese Leistung muss sie selbst erbringen, das kannst du ihr nicht abnehmen.

    Mir hilft dabei Klarheit und Direktheit. Mein Partner verweist mich ganz klar in meine Schranken, wenn ich mich wieder in so etwas hineinfallen lasse - das tut in diesen Momenten so höllisch weh. Aber inzwischen habe ich im Nachhinein oft ein großes Gefühl der Dankbarkeit empfunden, weil das das einzige ist, was er für mich tun kann - nicht dulden, wenn ich anfange, mich wieder in bestimmte Muster hineinzubegeben. Und gleichzeitig weiß ich, dass aber weder sein noch mein Verhalten in diesen Situationen irgendetwas an unserer gemeinsamen Basis und unseren Gefühlen zueinander ändert. Quasi größtmögliche Klarheit bei größtmöglicher Sicherheit.

    Allerdings kann man das auch so pauschal nicht raten; ich habe ja eine recht intensive Therapie hinter mir, deren Lernerfolge er hautnah miterlebt und auch selbst durchlebt hat. Du solltest auf jeden Fall viel mit ihr reden. Aus meiner Sicht scheint dran zu sein, dass sie herausfindet, was in ihr den starken Drang nach Mitleid und Aufmerksamkeit auslöst. Wann sie das in ihrem Leben von wem nicht genug bekommen hat. Damit sie irgendwann lernen kann, damit bewusst umzugehen.
    nur diese vier worte: wenn wir uns küssen

  3. #3
    Neuling
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    90
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    16 mal in 13 Beiträgen bedankt

    Standard

    Wenn sie mal eine ordentliche Therapie beginnen sollte, was ich ihr an deiner Stelle raten würde, könntest du dich sicher einklinken und mit dem Therapeuten darüber sprechen.
    Sicher kann er dir dann auch Hilfsmöglichkeiten aufzeigen und außerdem wäre er dann informiert und könnte gezielter mit ihr daran arbeiten.

  4. #4
    Prosto pot Villete
    Gast

    Standard

    Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten? wenn sie traurig ist wenn sie lustlos ist und mir davon erzählt...was kann ich tun?

  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Prosto pot Villete Beitrag anzeigen
    Wie soll ich mich ihr gegenüber verhalten? wenn sie traurig ist wenn sie lustlos ist und mir davon erzählt...was kann ich tun?
    Frag sie doch mal, ob sie gerne traurig und lustlos ist und wenn sie empört verneint, dann rate ihr das, was Seramis gepostet hat. Alternativ kannst Du ihr auch vorschlagen, sie zu einer psychologischen Beratungsstelle zu begleiten.

    Sag ihr ruhig, dass Du ihr ihre Traurigkeit und Lustlosigkeit nicht nehmen kannst, ebenso wenig wie ein anderer Mensch. Sie muss schon selber was für sich tun, wenn sie anders leben will.

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