Hallo zusammen,
ich habe mich gerade hier angemeldet, weil ich seit meiner Trennung vor ca.1 Jahr immer wieder von heftigen Schuldgefühlen ( "was ich alles falsch gemacht habe in der Beziehung") geplagt werde und diese letzte Beziehung irgendwie mein ganzes Leben durcheinander gebracht hat.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinungen dazu mitteilen könntet, vielleicht habe ich dann die Möglichkeit, dass Ganze besser zu verarbeiten.
Um das Ganze etwas besser zu verstehen einige Infos: schon in meiner Kindheit hatte ich Probleme mit meinem Selbstbewusstsein. Ich wuchs in einer Kleinstadt,in einem sozialen Brennpunkt auf, Geld war wenig vorhanden mein Vater trank und ich schämte mich dafür - diese Scham konnte ich nie zum Ausdruck bringen ( " Wie kann man den soche Gedanken haben" usw). Ich kann mich erinnern, dass ich mir oft Sachen wünschte, die zB. meine Mitschüler hatten und immer wieder zu hören bekam, dass ich doch endlich mal einsehen sollte, dass ich ein Arbeiterkind bin.Ich selber hatte aber sehr unterschiedliche Freunde und stellte mir mein späteres Leben irgendwie anderst vor - für meine Elternm nicht verstehbar. Ich war kein guter Schüler, ständig hatte ich die Sorgen um meinen alkoholkranken Vater ( den ich sehr liebte)die Streits meiner Eltern im Kopf,einen Lehrer der mich mobbte usw.-ich wollte oft nur noch weg.Ich machte eine Ausbildung, glücklich war ich aber nie so richtig in dem Bereich , aber "es war doch normal eine Ausbildung zu machen"---
Als ich 18 Jahre alt war fand ich eines Morgens meinen Vater bewusstlos in der Küche. Er hatte einen Schlaganfall erlitten und starb wenig später. Ich wusste nicht, ob ich traurig oder " froh" sein sollte ( schlimm, so etwas zu schreiben, aber damals war ich nur noch froh, dass die Sorge und die Streits aufhörten.Für meine Mutter wure ich Partnerersatz.
Mit 22 Jahren hielt ich das nicht mehr aus- ich zog fast 600 km entfernt in eine andere Stadt, machte eine Ausbildung, die auf meinem Beruf aufbaute und ging eine Beziehung zu meinem Mitbewohner ein. Diese hielt 4 Jahre mit vielen " Hochs und Tiefs" ( er war arbeitslos, im Nachhinein glaube ich ein eher depressiver Mensch und ich glaubte ihn " retten" zu müssen). Nach der Trennung fing ich eine Psychoanalyse an, lebte einige Jahre gut alleine und fing an ein Stück meiner Vergangenheit aufzuarbeiten.Der schmerzhafteste Punkt war immer, das gefühl " nicht so gut wie die anderen zu sein", warum konnte ich nicht anderst aufgewachsen sein? Ich beneidete innerlich andere Menschen, die materielle Sicherheit hatten, viel Bildung, verständnisvolle Eltern ...


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