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Thema: Meine Geschichte

  1. #1
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    Standard Meine Geschichte

    Hallo zusammen,

    ich habe mich gerade hier angemeldet, weil ich seit meiner Trennung vor ca.1 Jahr immer wieder von heftigen Schuldgefühlen ( "was ich alles falsch gemacht habe in der Beziehung") geplagt werde und diese letzte Beziehung irgendwie mein ganzes Leben durcheinander gebracht hat.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Meinungen dazu mitteilen könntet, vielleicht habe ich dann die Möglichkeit, dass Ganze besser zu verarbeiten.

    Um das Ganze etwas besser zu verstehen einige Infos: schon in meiner Kindheit hatte ich Probleme mit meinem Selbstbewusstsein. Ich wuchs in einer Kleinstadt,in einem sozialen Brennpunkt auf, Geld war wenig vorhanden mein Vater trank und ich schämte mich dafür - diese Scham konnte ich nie zum Ausdruck bringen ( " Wie kann man den soche Gedanken haben" usw). Ich kann mich erinnern, dass ich mir oft Sachen wünschte, die zB. meine Mitschüler hatten und immer wieder zu hören bekam, dass ich doch endlich mal einsehen sollte, dass ich ein Arbeiterkind bin.Ich selber hatte aber sehr unterschiedliche Freunde und stellte mir mein späteres Leben irgendwie anderst vor - für meine Elternm nicht verstehbar. Ich war kein guter Schüler, ständig hatte ich die Sorgen um meinen alkoholkranken Vater ( den ich sehr liebte)die Streits meiner Eltern im Kopf,einen Lehrer der mich mobbte usw.-ich wollte oft nur noch weg.Ich machte eine Ausbildung, glücklich war ich aber nie so richtig in dem Bereich , aber "es war doch normal eine Ausbildung zu machen"---

    Als ich 18 Jahre alt war fand ich eines Morgens meinen Vater bewusstlos in der Küche. Er hatte einen Schlaganfall erlitten und starb wenig später. Ich wusste nicht, ob ich traurig oder " froh" sein sollte ( schlimm, so etwas zu schreiben, aber damals war ich nur noch froh, dass die Sorge und die Streits aufhörten.Für meine Mutter wure ich Partnerersatz.

    Mit 22 Jahren hielt ich das nicht mehr aus- ich zog fast 600 km entfernt in eine andere Stadt, machte eine Ausbildung, die auf meinem Beruf aufbaute und ging eine Beziehung zu meinem Mitbewohner ein. Diese hielt 4 Jahre mit vielen " Hochs und Tiefs" ( er war arbeitslos, im Nachhinein glaube ich ein eher depressiver Mensch und ich glaubte ihn " retten" zu müssen). Nach der Trennung fing ich eine Psychoanalyse an, lebte einige Jahre gut alleine und fing an ein Stück meiner Vergangenheit aufzuarbeiten.Der schmerzhafteste Punkt war immer, das gefühl " nicht so gut wie die anderen zu sein", warum konnte ich nicht anderst aufgewachsen sein? Ich beneidete innerlich andere Menschen, die materielle Sicherheit hatten, viel Bildung, verständnisvolle Eltern ...

  2. #2
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    Im Nachhinein glaube ich, dass ich eigentlich noch nie wusste, wer ich bin oder was ich möchte...
    Puhhh, ganz schön schwer, dass alles hier so ehrlich zu schreiben....

    Vor ca. 5 Jahren lernte ich im Internet T. kennen, einen Banker aus der Sch., der sich sehr um mich bemühte. Nach 4 Monaten machte er mir einen Heiratsantrag, er wusste genau, ich bin die Frau nach der er gesucht hatte.Ich konnte mein Glück nicht fassen, dachte:" Was will der den mit dir?" was dennoch aber sehr glücklich.
    Er war intelligent, hatte tolle Ideen, Humor, kam aus einem sehr liebevollen Elternhaus- alles was ich mir immer gewünscht hatte.
    Als ich seine Freunde und seine Familie kennenlernte wurde ich von negativen Gefühlen überrollt...er war in mehreren Vereinen und in einer Studentenverbindung und die Menschen dort kamenmir sehr elitär vor. Die Themenbereiche gingen die meiste Zeit über Geschichte und Politik, viele sprachen mehrere Sprachen und ich sass meistens still daneben. Wenn ich über meinen Beruf sprach, schien es die Leute wenig zu interessieren,ich fühlte mich schrecklich unwohl und wurde innerlich immer kleiner.Ich dachte :" Wie soll den das passen?" Wenn ich meinen Freunden davon erzählte, bekam ich immer die Antwort:" Mach dich doch nicht so klein"!Du bist doch auch was, muss sich jeder den politisch und geschichtlich auskennen?" Seine Eltern waren Akademiker und ständig bei Einladungen wurde ich nach irgendwelchen sachlichen Themen befragt, wo ich immer nur antworten konnte:" Das weiss ich leider nicht!"
    Ich fühlte mich so klein und es war für mich kaum auszuhalten.....in dieser Zeit beendete ich die Beziehung mehrmals, ich erklärte ihm immer meine Beweggründe, es war für mich fürchterlich,weil ich ihn unendlich liebte aber ich wusste für mich keinen anderen Ausweg. Ich hatte fürchterliche Angst und konnte diese Gefühle nicht aushalten.Für ihn war das sehr schlimm - er sah das Ganze nicht so, konnte mich nicht verstehen,kämpfte um diese Beziehung und wir bleiben zusammen. Unser gemeinsames Hobby war das wandern und unsere Urlaube und die gemeinsame Zeit bei mir waren wunderschön.Nach einem Jahr kam die Frage, wo wir den zusammen wohnen.Wir wollten beide Kinder und das pendeln war nun doch sehr anstrengend geworden. Ich fragte ihn, ob es den für ihn möglich wäre zu mir zu ziehen, vielleicht für eine gewisse Zeit und das ich, wenn ich ein bischen mehr Sicherheit hätte (ich machte ja auch die Therapie) zu ihm ziehen würde. Er wollte eh seinen Job wechesn....er stimmte zu und sagte:" Ende des Jahres bin ich bei dir!" Ich freute mich unheimlich, schaute Wohnungen an,schickte ihm Jobangebote.
    Als wir bei Freunden wenig später eingeladen waren, sagte er auf die Frage:Wenn ziehst du den nach M.?"Naja, wahrscheinlich gar nicht, ich habe ein Jobangebot in der SCh. bekommen. Ich war wie vor den Kopf gestossen ( mittlerweile hatte ich angefangen berufsbegleitend zu studieren ). Zuhause erklärte er mir dann,dass er das ja mit mir besprechen wolle, er sieht halt nicht ein, in seinem Land wären die Bedingungen viel besser, seine Familie lebte dort, wir hätten mehr Geld und ausserdem müsste man ja seinen Partner beruflich unterstützen und ihn nicht zwingen, irgendtwas zu machen was er nicht will....

    Ich war hin und her geriessen....ich wollte ihm ja keine Steine in den Weg legen auf der anderen Seite wünschte ich mir endlich mal zusammenzuleben...wir einigten uns, das Ganze einmal so stehen zulassen.

  3. #3
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    Auf meine Frage:" Wie geht es den mit uns weiter" bekam ich immer nur zu hören "Wir finden eine Lösung"....er begann ständig an mir zu kritisieren, wenn er bei mir war ( ich habe die Tomaten falsch geschnitten, Sachen nicht beachtet, man könnte mit mir niocht planen, die abendlichen Telefonate waren zu emotional usw.).Manchmal wusste ich gar nicht, was den das Problem war. Auf meine Frage, ob er den noch an der Beziehung interesse hätte antwortete er immer:" Würde ich sonst noch zu dir fahren?"Durch deine Streitereien muss die Liebe wieder aufgebaut werden, du musst dich ändern".Wenn ich ihn fragte, was ich den ändern müsste, antwortete er " das überleg mal selber".
    So ging das immer weiter.....es wechselte sich ab zwichen ganz liebevollem Verhalten und dann wieder Massregelungen und Schuldzuweisungen, wo ich gar nicht mehr wusste, was ich getan hatte. Ich suchte immer nach Kompromissen, konnte nicht verstehn, dass wir "wegen Kleinigkeiten" uns stritten. Er wollte keine Diskussionen,Gespräche wurden abgeblockt, wir waren ständig bei Freunden eingeladen und, wehe, ich wollte nicht mit...da hielt ich mich nicht an den Plan...
    Irgendwann kam er mit den Vorschlag hier in M. eine gemeinsame Wohnung zu beziehen. Er arbeitet in der Sch, und würde 14tägig nach M. kamen. Als ich ihn dann fragte, wie er sich das vorstellte, würde er äggressiv, ständig höre er von mir " ABER;ABER",so hätter er keine Lust.Egal was ich ansprach, er wollte keinen Austausch oder erzählte mir, wie falsch doch meine Ansichten wären...
    So könnte ich immer weiter erzählen.....

    Ich wurde immer unsicherer, dachte immer, ich habe falsche Ansichten und wäre mit meinem Verhalten an allem Schuld. Ich wurde vorsichtig, sagte immer weniger und wusste irgendwie gar nicht mehr was "richtig oder falsch" war.
    Irgendwann dachte ich:" So, wir hatten so schöne Zeiten, ich liebe diesen Mann, egal wieviel Angst ich habe, ich ziehe zu ihm". Ich teilte ihm das mit, er sagte nur:" Gut, aber jetzt wolltest du so lange nicht kommen, jetzt wird nichts überstürzt". Wir waren noch mal im Urlaub, ich wollte über das zusammenziehen sprachen, er wollte nicht diskutieren....seit dieser Zeit schlief er dann nicht mehr mit mir :" Wie hatte ich mich wieder verhalten"
    Als ich an einem Wochenende bei ihm war weinte er bitterlich:" Wir wären doch mal so glücklich gewesen, was ist passiert?" Wir weinten die ganze Nacht und beschlossen ,noch mal von vorne anzufangen.....

    Ich suchte mir eine Stelle in Z. hatte ein Vorstellungsgespräch.Als ich mit ihm darüber reden wollte (ich musste der Frau am nächsten tag Bescheid geben), musste er zu seinem Verein und wollte später sich dazu äussern. Ich taf dort seine Eltern, sie redeten mit mir nicht und ich stand 2 Stunden alleine herum. Dann sollte ich mit zum Abendessen gehen- ich weinte und sagte, ich möchte mit ihm doch noch das Vorstellungsgespräch besprechen und kam mich so nicht mit seinen Eltern zusammen setzten. Er ging alleine, ich ging heim...
    Er kam spät in der Nacht, wollte schlafen.Als ich ihn berühen wollte, wies er mich ab. Ich weinte, wollte endlich eine Erklärung....er schrie mich an, wollte mich aus der Wohnung schmeissen....beendete die Beziehung:" Du hast dich hier nie integriert, nie etwas für die Beziehung getan!"Ich weinte die ganze Nacht im Wohnzimmer, er schlief im Schlafzimmer. Am nächsten Morgen fuhr er mich nach Hause ( ich war wie benommen), er weinte, sagte immer:" Warum hast du nur immer ABER gesagt"...ich kann nicht mehr...er umarmte mich, sagte:" Es liegtr nicht an den Gefühlen" und fuhr weg.

    Nach 2 Wochen bekam ich eine Mail von einer Freundin von seinem Freund:" Ihr zwei wart doch nie die Idealbesetzung und das von Anfang an, er hat deinen Horizont erweitert und dafür musst du dankbar sein. Es ist besser, dass ihr euch getrennt habt.
    Von ihm hab ich nie mehr etwas gehört hab mich auch nie mehr gemeldet.

    Seit dieser Zeit quäle ich mich mit den Gedanken, ob ich wirklich alles falsch gemacht habe. Ich rede mir ein:" Der war halt aus einen anderen Schicht, zu hoch für dich - darum hat es nicht geklappt, du bist einfach zu kompliziert". Ich mache mich selber runter,bin wie gelähmt. Diesen tollen Mann habe ich mit meinem Verhalten vergrault....und i9ch habe auch immer diese schönen Seiten, diese wundervollen Momente im Kopf und denke:" Wir hatten doch auch viele Gemeinsamkeinet, gemeinsame Hobbys, auch gemeinsame Freunde....haben wir wiklicch nicht zusammengepasst?" Und das tut unheimlich weh...

    Ja, sehr lang ist es geworden, ich danke euch fürs lesen. Verzeiht, wenn es sich etwas wirr anhört, es ist immer noch unheimlich emotional besetzt....

    Liebe Grüsse,
    Kelly

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