Hallo,
im November letzten Jahres ist meine große Schwester S. mit 41 Jahren gestorben. An einem Dienstag morgen ist sie einfach so umgefallen, Herzrhythmusstörungen, und als wir alle bei ihr waren, zwei Tage später im Krankenhaus hat ihr Herz dann endgültig zu schlagen aufgehört. Sie war gesund, hatte nie Probleme (außer vielleicht daß sie zu dick war und Stress hatte) und war meine große Stütze in der Familie. Erst jetzt weiß ich, was sie mir alles gutes getan hat. Ich bin unendlich traurig, denke immernoch jeden Tag an sie, und muss dann weinen, und bin echt verzweifelt.
Sie hatte 3 Kinder, 16, 15 und 7 Jahre alt, und die sind jetzt mehr oder weniger nach der Schule bei uns. Uns heißt: Ich wohne mit meinem Mann und meiner Tochter im Haus meiner Eltern (separate Wohnung) und meine Eltern nehmen die Kinder 3 mal die Woche, ich 1 mal die Woche und meine zweite Schwester ebenfalls einmal die Woche. Der Vater hat sich früher schon kaum um die Kinder und auch kaum um S. gekümmert, und tut es auch jetzt nicht. Das wird er auch nie tun, diese Hoffnung -sollten wir sie je gehabt haben- haben wir aufgegeben. Die Kinder sind sehr sensibel, vor allem die 15jährige macht sich ständig Gedanken, was alles schief gehen kann. Sehr negativ eingestellt, sie klammert sehr und kümmert sich um den 7jährigen (weil es der Vater nicht tut). Der 16jährig hat keine Freunde, und keine Hobbies und hängt daher auch nur bei Oma oder uns rum. Problem: Mir wird es langsam zuviel. Meine eigene Familie leidet, ich leide, und der Rest meiner Familie sieht es aber nicht so! Denn: Den Kinder gefällte es bei Omi, Omi gefällt es, daß sie eine Aufgabe hat nach dem Tod der Tochter, und dem Vater gefällt es auch, denn er hat kein Interesse sich um die Kinder zu kümmern. Nur ich bin am Ende meiner Kräfte. Mir tut es auch leid, daß die Kinder keine Mama mehr haben, und ich hab S. versprochen, mich um sie zu kümmern, und ich vermisse S. - aber ich streite immer öfter mit meinem Mann, und auch mit meiner 3jährigen Tochter - und ich weiß nimmer, was ich noch machen soll...
Ich habe noch lang nicht alles geschrieben, was hier so vor geht, oder was mich beschäftigt, aber ich will ja auch nicht gleich nen Roman schreiben, und jemanden überfordern oder so... Nur: Was soll ich machen? Mit mir? Oder den Kindern? Oder kennt jemand einen ähnlichen Fall?
Viele Grüße Kätzlein


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