Hallo,
ich bin neu hier.
Vor über einem Jahr, am 4. September ist meine Mama an Krebs, Darmkrebs gestorben. Ich weiß nicht wie lange sie gelitten hat, aber sie ist ca ein Monat davor ins Krankenhaus gegangen, weil sie solche Schmerzen hatte. Von meinem Bruder weiß ich aber das sie die Wochenenden davor schon nur noch mit zig Parkemed überstanden hat. Für uns war es eigentlich ein kurzes Leiden. Worüber ich eigentlich sehr froh bin.
Am 25ten Dezember war ihr Geburtstag, ich mußte meine Schwester und meinen Vater dazu überreden, das wir uns alle an Ihrem Grab treffen. An Ihrem Geburtstag hat sich immer die gesamte Familie getroffen, da war egal wer woher kommen mußte, das war eine kleine Tradition.
Auf alle Fälle hat dann mein Vater nach einer Minute am Grab gemeint: so, das wars, gemma!
Ich weiß, das sie schon lange nicht mehr zusammen glücklich waren und das diese Ehe nur auf dem Papier bestand, aber dieses Verhalten habe ich so respektlos gefunden. Niemand in meiner Familie spricht über Sie, oder über Ihren Tod. Als ich das meiner Familie vorgeworfen habe, hat sowohl mein Vater als auch mein Schwager gemeint: Das Leben geht weiter!
Ich dachte ich spinne, ich habe eine einjährige Tochter, ich weiß genau das das Leben weitergeht, aber ich kann doch nicht so tun (und ich will es auch gar nicht) als ob sie nie da war. Mir fehlt sie. Mir tut es leid das sie mein Kind niemals kennenlernen wird.
Seitdem ist das Verhältnis zu meinem Vater seehr distanziert (wir waren noch nie besonders nah) aber seitdem ist es so, wenn ich frag wie es Ihnen geht, hab ich das Gefühl das er am Telefon schon wieder auflegen will.
Ich weiß das ich mich mit ihm darüber niemals sprechen können werde, und das is auch ok, aber irgendwie geht mir das schon nahe....
Danke fürs Lesen
Judith


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