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Thema: Meine Mutter kann einfach nicht zufrieden sein mit mir

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meine Mutter kann einfach nicht zufrieden sein mit mir

    Nach dem ich mich gerade kurz vorgestellt habe (bei neu hier), kann ich also jetzt richtig Dampf ablassen.

    Gerade hatte ich ein langes Telefonat mit meiner Mutter und es ist heiß her gegangen. Nach dem Sie gesagt hat "aber irgend etwas muss dich doch abhärten" habe ich einfach aufgelegt.

    Jetzt schwingt dieser Satz hier im Raum wie ein fieses Echo, was einfach nicht verschwindet und es schwingt durch mich durch, berührt mein Herz und meinen Körper.

    Sofort habe ich Rücken- und Halsschmerzen bekommen, mein Herz pocht ganz schwer und traurig und ich habe kurz vor Wut geweint.

    Ich bin froh, dass ich sofort dieses Forum gefunden habe, denn um diese Zeit schlafen meine Freunde schon und ich möchte sie nicht wecken.

    Es geht um Folgendes:

    Ich bin 28 Jahre alt, habe bereits zwei Ausbildungen mit Glanz und Gloria abgeschlossen und habe mich dann, als ich in dem Berufsfeld keine Herausforderungen mehr gesehen habe, in einem neuen Arbeitsfeld selbstständig gemacht.

    Hier lasse ich die Erfahrungen und Arbeitsfelder aus meinem erlernten Beruf aber mit sehr viel Leidenschaft und Erfolg mit einfließen.

    Ich bin ein sehr dynamischer, aktiver, kreativer und verspielter Mensch.

    Und trotz meiner Selbstständigkeit mit momentan mindestens 84 Arbeitsstunden pro Woche, lasse ich mir meine Lebensfreude nicht nehmen.

    Ich liebe es, mit meinen Freunden und mit meinem Freund unbeschwerte und fröhliche Zeiten zu verbringen.

    ... wenn da nicht meine Mutter wär.

    Sie ist eine sehr adrette Frau von Mitte 50. Ihr Vater ist Lehrer (Oberstudienrat!! ^^) im Ruhestand, die Mutter war immer zu Hause - für ihre Kinder da - Bilderbuchfamilie.

    Meine Mutter ist nie wirklich aus der Reihe getanzt.

    Jetzt, wo ich mich selbstständig gemacht habe und es auch alles wunderbar läuft, kommt sie in sehr regelmäßigen Abständen in meinem Betrieb vorbei und "hilft" mir, Ihre Hilfe kann ich auch - Hand aufs Herz - gut gebrauchen und erspart mir Arbeit, welche mir wirklich keine Freude macht.

    Leider sieht sie sich zu diesen Anlässen auch sehr genau um. Jedes Mal wenn Sie wieder einen Kritik-Punkt entdeckt hat, hat sie nicht die Fähigkeit, mir dies in Augenhöhe auf respektvolle Art und Weise zu sagen, sondern sie faucht mich dabei so an, als ob ich ein Schwerverbrechen begangen hätte.

    In meinem Team ist das schon bekannt und ich werde am nächsten Tag von meinen Mitarbeitern nur total verstört gefragt, ob das denn normal wär bei Ihr.

    Ja! Es ist normal. Seit ich denken kann, ist sie nicht zufrieden mit dem, was ich leiste.
    Sie kann nicht einfach nur still dasitzen und genießen. Sie muss - zwanghaft (?) - rummäkeln und Kleinigkeiten auf die Größe eines Elefantens aufblasen.

    Eine Mitarbeiterin hat mich neulich gefragt, wo denn da in der Situation der brennende Komet auf uns zugerast wär.

    Es ist einfach nur nervig und peinlich und auch verletztend.

    Jedes Mal, wenn ich Sie darauf anspreche kommen blöde Kommentare:

    "Du kannst keine Kritik vertragen"
    "Wer soll dir denn sonst so was sagen?"
    "Was denken denn die anderen Leute?"
    und und und

    Ich habe in meinem Leben schon viele Strategien ausprobiert
    - Ignorieren
    - Witzchen machen
    - es aus Spaß und Ironisch noch weiter auf die Spitze treiben
    - sie beschimpfen
    - meinem Vater mein Herz ausschütten (der dasselbe Problem mit ihr hat)
    [meine kleine Schwester wird so von ihr unter Druck gesetzt, dass sie einfach nur noch heult, oder sich zurückzieht, das gekoppelt mit einer totalen Abhängigkeit von ihr]
    ...
    und und und

    Nach unserem Streitgespräch heute, sagte sie - wie schon erwähnt - sie wolle mich abhärten mit so was.

    Dabei habe ich sicherlich schon einige Male im Leben ganz feste Fäuste in den Hosentaschen gemacht und mich durchgeboxt.
    Ständig muss ich Kompromisse eingehen. Und ich kenne keinen, der solche schnellen Entwicklungsschritte macht, wie ich.
    Ich bin diplomatisch, aber verspielt.

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter, im Prinzip liebe ich sie ja, aber ich habe es satt mir ihre verletztenden Spitzen anhören zu müssen.

    Sie kann einfach nicht ehrlich stolz auf mich sein, genauso wenig wie sie ehrlich stolz auf sich sein kann.

    Ich bin stolz auf mich und mein Erfolg spricht für sich.

    Es ist mir egal, ob sie neidisch oder sonst was ist.

    Sie ist meine Mutter, ich möchte und kann sie nicht aus meinem Leben verbannen.

    Trotzdem möchte ich, dass sie es endlich mal zulässt, dass ich mich so oder so in meinem eigenen Tempo entwickle, egal ob sie mich in die oder die richtung versucht zu schieben und zu drängen.

    Das habe ich bislang so gemacht und werde es auch weiterhin so machen.

    Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Bitte gebt mir Tipps, die ich mal ausprobieren kann...


    -

  2. #2
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    Ich glaube es gibt keine Frau die keine Probleme mit Ihrer Mutter hat.

    Kann es sein, das sie immer noch jemanden sucht den sie bemuttern kann,
    ich glaube das sie selbst im leben nicht so viel erreicht hat und Dir gegenüber vielleicht minderwertigkeitskomplexe hat, anstatt stolz auch Dich zu sein.
    Aus deinem Text lese ich großem Selbstvertrauen, lass Dich doch nicht wie ein Kind behandeln.

    Wenn sie dich das nächste mal kritisiert besonders in Deinem Betrieb sag doch einfach das ist Dein Betrieb und Du bist ihr dankbar das sie Dir zu Hand geht, aber wenn sie dich vor Deinen Mitarbeitern kritisiert das das deine Firmenphilosophie und Autorität untergräbt; und wenn Sie das nicht lassen kann muß sie leider gehen. Sag Ihr, das Dich das verletzt, du sie liebst aber das Du nicht bereit bis das weiter hinzunehmen.

    Sie sagt doch selbst :"Was sollen die anderen denken"?
    Wenn Sie dich das nächste Mal so ankeift, sag einfach zu ihr:
    "Mutti, was glaubst Du was die Leute gerade denken!!"

    Vielleicht hilft es auch, das andere mitarbeiter sie mal ansprechen, damit sie mal merkt, das es die anderen mitbekommen und wie peinlich das ist


    Sie soll Dich Deine eigenen Fehle machen lassen nur so öernt man auch
    Geändert von wolke (01.09.2011 um 08:07 Uhr)
    Liebe Grüße Wolke


    Freiheit bedeutet, dem Himmel näher zu sein als der Erde und den Träumen näher als der Realität

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Hallo Bobbele,

    also meine Strategie:
    ich versuche, ihr Leben mit positiven Erlebnissen zu füllen....das klingt jetzt komisch, ich will es erklären.
    Hab beobachtet, dass es einen Zusammenhang zwischen solchen Ereignissen, wie du sie beschreibst und ihrer Unzufriedenheit gibt.
    So nehme ich mir regelmäßig Zeit für sie, auch wenn ich eigentlich ziemlich ausgelastet bin....aber es muss sein.
    Wir gehen zusammen shoppen, fahren mal wohin, besuchen ein Konzert....oder ich organisiere was für sie (z.B. Urlaub)
    Kurz gesagt, ich versuche, ihre allgemeine Laune und Stimmung anzuheben mit Dingen, die sie mag.

    Diskussionen und Erklärungen ihr Verhalten bestreffend helfen leider nicht.
    Sie scheint es nicht zu verstehen.
    Aber auch ich hänge sehr an meiner Mutter und liebe sie sehr.

    LG von Mari
    Nimm dir Zeit für deine Freunde, sonst nimmt die Zeit dir deine Freunde

  4. #4
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    Spontan fällt mir ein, dass du dich Bobbele nennst und sich dich wie ein Bobbele behandelt. Werde ihr gegenüber erwachsen (das ist bei Eltern schwer, wer weiß das nicht). Vielleicht muß die Beziehung dafür für eine gewisse Zeit unterbrochen werden.

  5. #5
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    Standard Ihr seid klasse!!

    Danke für Eure Kommentare,
    das hilft mir noch mal eine andere Perspektive auf die ganze Geschichte zu bekommen!!

    Ich therapiere ganz krasse Autisten und Grenzen setzen fällt mir eigentlich nicht schwer.

    Aber Mütter kennen ja den eigenen wunden Punkt am besten...

    Ich bin weiterhin sehr dankbar für Eure Kommetare und Ideen...

    *Kuss*

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Hallo,

    ich hatte auch Schwierigkeiten mit meiner Mutter und Ihrer Art. Meine Strategie mit den Jahren war: Ich betrachtete das Leben meiner Mutter. Sie hat sehr früh ihre Eltern verloren und war lange Zeit alleine mit 3 Kindern und teils berufstätig. Sie ist bald 60 Jahre alt. Großgeworden mit der traumatisierten Nachkriegsgeneration (Racke-Schaffe), wo Gefühle und Sorgen nicht unbedingt eine Rolle spielten. So welche Sätze z.B. "Reiß dich mal wieder zusammen" hörten die öfters. Heute geht jeder mit kleinen Sorgen gleich zum Therapeuten, kauft sich Ratgeberbücher und hört Seelenheil-Gurus zu, dass hatten die früher nicht. Vielleicht hat deiner Mutter genau das Verhalten ihr gegenüber erlebt und empfindet das als Normal. Und umso älter Menschen werden, umso weniger wollen sie sich verändern. Mein Tipp: Ich bin 30 Jahre alt und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich das geschafft hätte, was meine Mutter zu bewältigen hatte. Und selbst heute ist sie für die Belange ihrer Kinder da. Mein lieber Gott, wenn sie dann doch mal wieder ihre Launen oder Aussetzer kriegt, wäre es nicht dankenswerter nach dem zu schauen, was man alles Gute hatte und hat. Manche Kinder haben keine Eltern.

  7. #7
    Gast784
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    hallo,

    Jetzt, wo ich mich selbstständig gemacht habe und es auch alles wunderbar läuft, kommt sie in sehr regelmäßigen Abständen in meinem Betrieb vorbei und "hilft" mir, Ihre Hilfe kann ich auch - Hand aufs Herz - gut gebrauchen und erspart mir Arbeit, welche mir wirklich keine Freude macht.

    Leider sieht sie sich zu diesen Anlässen auch sehr genau um..
    hmm, tja, sie tut es eben nicht selbstlos, sondern weil sie selbst was davon hat, nämlich sich mit fremden Sachen beschäftigen und Dir aufgrund dessen auf den Nerv gehen. Warum sie das tut, ob aus Langeweile, weil sie sich selbst keinen Lebenssinn geben kann, oder Neid, oder sonstwas, ist doch im Grunde egal. Sie tut es.

    Und warum lässt Du es zu? Weil Du, wie im Zitat erkennbar, auch einen Nutzen davon hast, Du musst Dich nicht mit Dingen beschäftigen, auf die Du keine Lust hast.

    Du musst sie nicht aus Deinem Leben verbannen, aber über leg Dir, ob Du sie wirklich in Deinem Berufsleben brauchst. Du kannst auch jemanden dafür bezahlen, der Dir die unliebsamen Dinge wegmacht. Ich nehme zumindest mal an, dass Du das bei so vielen Wochenstunden kannst

    So wie sich das für mich liest, könntest Du also ohne weiteres diesen Streßfaktor (Mutter piesakt übers Berufsleben) ausschalten. Wenn Du das nicht tust, dann hältst Du den Nutzen anscheinend für größer als den Schaden.

    Ich war übrigens auch mal in einer Arbeitssituation als Angestellte, wo so eine Mutter zum "Betriebshaushalt" gehörte. Ich konnte das nur, weil ich den Chef schon lange als Kumpel kannte und somit auch die Familiengeschichte. Und weil ich nicht vor Ort sein musste, sondern meine Arbeit von zuhause machen konnte. Aber ich fand es schon erschütternd, wieviel Energie durch solche Konstellationen kaputt gemacht wird, allein dadurch, dass neue, unbedarfte Angestellte geschützt und vorbereitet werden müssen, um nicht nen Schock zu kriegen oder sich für die Zwecke der Chefmutter einspannen zu lassen. Für was das alles?

    Trotzdem möchte ich, dass sie es endlich mal zulässt, dass ich mich so oder so in meinem eigenen Tempo entwickle, egal ob sie mich in die oder die richtung versucht zu schieben und zu drängen
    sry, dat funktioniert halt nunmal nicht.
    Den Raum wirst Du Dir schon selber erlauben und nehmen müssen, ohne ihr Einverständnis. Dafür bist Du jetzt groß, sozusagen kein Bobbele mehr, sondern ne ausgewachsene Knolle

    Es ist übrigens nicht deine Aufgabe "Mamasitter" zu sein, indem Du Dich weiter als ihren Lebensinhalt zur Verfügung stellst. Ihrer Generation haben zwar noch nicht so viel Möglichkeiten zur Verfügung gestanden, wie den nachfolgenden, und doch war es ihre Entscheidung auf ein eigenes Leben zugunsten Mann und Kinder zu verzichten. Sie hat aber genug Möglichkeiten, nun wieder ihre eigene Spur zu finden und jung genug ist sie dafür auch. es gibt daher keine Rechtfertigung für diese Schnüffeleien und "Rumerziehereien". Und das würd ich ihr auch so unmißverständlich rüber bringen. Allerdings musst Du dann auch auf "Mamas" Annehmlichkeiten bereit sein zu verzichten, das ist klar. Konsequenz gegen Konsequenz.
    Geändert von Gast784 (04.09.2011 um 15:54 Uhr)

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