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Thema: meine Nerven...(existentialicious)

  1. #1
    Neuling
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    Standard meine Nerven...(existentialicious)

    Liebe Foris,

    das klingt komisch, aber: Ich glaube das die Wahrscheinlichkeit für mich geliebt werden zu können gleich null ist. Ja.
    Sicher gibt es Menschen die ich gern habe und von denen ich zurück "gern" gehabt werde, ja auch meine Eltern "lieben" mich- aber für mich fühlt sich das alles sehr sehr oberflächlich an. Ich habe im allgemeinen auch recht schnell genug wenn ich mit irgendwelchen Leuten Zeit verbringe und ziehe mich dann lieber zurück. Es fällt mir sehr schwer Kontakt auszuhalten, oft langweilen mich Partys, Gesprächsthemen und so weiter. Meistens bekomme ich auch prompt Schuldgefühle deswegen, werfe mir Ingnoranz anderen gegenüber vor etc. pp.

    Am besten komme ich mit anderen Menschen zurecht wenn ich alleine mit ihnen bin und ich mich dann nicht auf so vieles auf einmal konzentrieren muss. Es fällt mir auch schwer Interesse für Themen zu entwickeln für die ich wenig Verständniss habe- so was wie Madame Icks hat Monsieur Übsilon geschwängert obwohl sie vorher das dies und jenes mit ihm gemacht hat...

    Es ist auch ziemlich leicht für andere auf meinem Ego rumzutrampeln, ob sie´s wollen oder nicht.In meinem Kopf formieren sich die lapalsten Lapalien schnell zu den abenteuerlichsten Phantasien die mir mal wieder beweisen wie viel besser die anderen sind. Nur kann das Niemand verstehen.

    Andererseits kann ich auch Aufmerksamkeit und Bestätigung kaum ertragen. Ich relativiere alles diesbezüglich, schon alleine aus Angst jemand anderes könnte sich durch mich "benachteiligt fühlen".
    An meiner Uni ist der Leistungsdruck aber sehr hoch, auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird ist der Druck und die Konkurrenz doch deutlich präsent- es geht ja schließlich um die Chance "groß raus zu kommen".
    Tja...
    Aber ich sehe auch keine Möglichkeit den Zwang und Druck abzubauen indem ich mich am Wochenende zuschütte und aufreissen lasse. Das war nie mein Ding, auch nicht in den emotionalen Hochglanzzeiten!
    Am wohlsten fühle ich mich alleine, vor allem in der Natur.Ich verreise auch sehr gern aber kann überhaupt nicht mit Menschenmassen! Mein dünnes Nervengerüst wird mir langsam echt zum Handicap, ich würde mir wünschen das sich das ändert!!

    Liebe Grüße,
    Eure Knobeljule

    und P.S.: Danke für´s lesen!

  2. #2
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Knobeljule,

    eigens für Dich schmeisse ich meinen altbewährten Laierkasten mal wieder an :
    Zwischen der eigenen Einschätzung und der Beurteilung anderer Personen können Welten liegen. Wer sagt Dir denn eigentlich dass Deine Sichtweise des
    Gemochtwerden der Realität nahe kommt, könnte das nicht ein Trugschluss sein?


    Zudem lese ich aus Deinem Beitrag einen Widerspruch : Zuweilen engen Dich Aufmerksamkeit und Bestätigung ein oder erdrücken Dich. Obwohl diese Nettigkeiten doch Vorstufe zum Gemochtwerden/Geliebtwerden darstellen strebst Du es doch andererseits wieder an bzw. betrachtest es als Defizit.
    Klär mich auf.
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  3. #3
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    Standard

    Hallo,

    erst wenn du dich
    selbst liebst, kannst du zulassen das es auch ein andere macht.

    Ich habe irgendwie das gefühl, das du auch nicht das größte selbstbewusstsein hast, sonst würdes du aus einer kleinen lapalie keinen Esel in deinen gedanken erschaffen.

    liebe grüße licht

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hi Ihr,

    vielen Dank für eure Antworten!
    Höchstwahrscheinlich nehme ich die Dinge falsch wahr, verschließe mich...
    hab ich so oder so ähnlich auch schon mal gedacht.
    Die Erwartung abgelehnt zu werden schlägt aber die rationale Überlegung.
    Und wenn ich heute angenommen und gemocht werde so könnte ich
    doch spätestens morgen (sinnbildlich) abgelehnt werden.
    Was sich hier liest wie der widersinnigste Quatsch ist in meinem Ubw
    aber leider Dogma.
    Deshalb auch die Ambivalenz zwischen geliebt werden wollen/es nicht ertragen können.
    Bei Anerkennung schleichen sich in mein Herz Gefühle ein die ich nicht bewusst steuere, zum Beispiel Verachtung gegenüber dem Menschen der versucht sich mir zu nähern.Ein bisschen lebe ich schon nach dem Schema "Die Hölle, das sind immer die Anderen".
    Das ich mich dabei in erster Linie selbst verachte- denn diese negativen Gedanken entschlüpfen ja rein den Zweifeln an meiner eigenen Person ist mir auch schon klar- same old story.

    Dieser Grübelzirkus gibt mir nach aussen hin den Anstrich der ewig Unbehaglichen, und da weicht man lieber aus- vor allem wenn sich mit den positiven Signalen meines Gegenübers die angespannte Haltung nicht ändert- schlüssig.

    Nun würde ich am liebsten erstmal gar keinen Schilling mehr auf meinen "Marktwert" geben sondern einfach mal ich selbst sein.
    Aber ich traue mir selbst noch nicht so recht über den Weg. Bauch und Kopf sind so voll- wenn ich das zulasse platze ich noch!
    In mir streiten sich überhaupt so komische Impulse- wie wäre es zum Beispiel damit die Vorlesung lautstark zu stören! Ja, so was pupertäres träume ich. Den Rest behalte ich mal lieber für mich.

    Liebe Grüße

  5. #5
    Bestseller Autor Avatar von glasheuler
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    Standard Hallo Knobeljule,

    Zu dem Passus "Die Erwartung abgelehnt zu werden schlägt aber die rationale Überlegung" kann Dir Wikipedia mehr Aufklärung vermitteln unter der Stichworteingabe "sich Selbsterfüllende Prophezeiung".

    Die Sehnsucht von (allen) gemocht und geliebt zu werden würde ich an Deiner
    Stelle etwas mässigen und zwar aus folgendem Grund :

    Du bist nach meinem Dafürhalten jemand der am liebsten seine Ruhe sucht und das Geschehen ringsrum aus sicherer Distanz wahrnimmt. Um derjenige zu werden den Du in Deinem ersten Thread schilderst müsstest Du Dich von
    introvertiert auf extrovertiert umstricken lassen, willst Du das wirklich?

    Um authentisch von Deinen Mitmenschen wahrgenommen zu werden müsstest
    Du in Folge etwas darstellen was Du innerlich garnicht möchtest und nicht abgesegnet hast. Bleibe lieber bei Deinem jetzigen Status und arrangiere Dich
    mit Deinem Leben so weit wie möglich. Auch damit kann man dauerhaft Zufriedenheit erlangen.

    Gruss
    glasi
    Das Wort "Glück" würde seine Bedeutung verlieren hätte es nicht
    den Widerpart in der Traurigkeit.
    C.G.Jung

  6. #6
    Neuling
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    Standard

    Hallo Glasi,

    ich würde es nicht arrangieren nennen sondern neu erfinden

    mit kreativen Grüßen,
    Jule

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