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Thema: Meine Oma war ein wunderbarer Mensch.

  1. #1
    IeL
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    Standard Meine Oma war ein wunderbarer Mensch.

    hallo zusammen.

    ich bin IeL,weiblich und noch 28 jahre alt/jung.

    ich möchte hier ein wenig von meiner oma erzählen,da ich mit ihrem tod absolut nicht zurecht komme.

    angefangen hat es letztes jahr im mai.meine oma hatte mit akuter luftnot zu kämpfen.zuerst schoben wir alles auf den pollenflug,damit hatte sie schon immer ihre probleme.als es aber schlimmer wurde,gab uns die hausärztin eine einweisung ins krankenhaus.mitlerweile war es schon juni.

    nach einer röntgenaufnahme hieß es ''Schatten auf der Lunge'' und die alarmglocken bimmelten schon.da wusste ich schon,dass das nichts gutes bedeutet und war am boden zerstört.meine oma wurde dann stationär aufgenommen und es folgten weitere untersuchungen.

    ct,lungenfunktionstest,bronchioskopie.

    nach einer gefühlten ewigkeit,ein paar tage später, kam dann die stationsärztin (ein widerwärtiges und unfreundliches ding) ins zimmer und klärte uns auf.

    lungenkrebs,kleinzeller (das sind die agressiven) weit fortgeschritten mit lymphmetastasen.nach der diagnose lagen wir uns in den armen und weinten.
    ich konnte und wollte nicht glauben,dass meine oma krebs hat.MEINE oma,die ich mehr liebte als meine mutter,für die ich gestorben wäre,wenn es sein musste.im krankenhaus wurde dann der erste zyklus der chemo gestartet.sie hat die chemo sehr gut vertragen,aber das röcheln hörte nicht auf.eine weitere untersuchung ergab dann,dass sich wasser am rippenfell gebildet hatte.das wurde dann mit einem antibiotikum behandelt.es war nicht viel flüssigkeit.das AB schlug auch gut an.

    anfang juli durfte meine oma das krankenhaus verlassen und zog bei meinen eltern ein.das war sicherer und wir waren beruhigter.ich erkundigte mich dann ausführlich im internet über die erkrankung.

    der kleinzeller ist sehr agressiv,wächst und streut schnell,lässt sich allerdings gut mit chemo behandeln.die 5-jahres-rate beträgt nur 5%,die meisten sterben innerhalb von 4-12 monaten.DAS hätte ich nicht lesen sollen.auf der anderen seite war ich aber froh,denn so wusste ich was auf uns zukommen KANN.

    die weiteren chemos bekam meine oma ambulant in einer onkologischen praxis.
    sehr nette ärzte und schwestern.alles wurde immer so erklärt,dass auch nichtmediziner verstanden worum es ging.die ärzte waren einfühlsam,aber ehrlich.und genau das hat uns sehr gefallen.das KH riet zu einer prophylaktischen hirnbestrahlung.davon war der onkologe aber nicht sehr angetan und riet uns davon ab.

    meine oma vertrug die chemos meistens gut.hin und wieder gab es tage,an denen sie einfach nur schlapp war.aber das war okay.sie hat sogar während der chemo 14 kilo zugenommen.darauf war sie immer sehr stolz.

    im september musste sie zum kontroll-ct.der krebs war weg!er war einfach weg.wir wussten zwar,dass der krebs genauso schnell wieder da sein kann,wie er weg war,aber es war zeit die uns geschenkt wurde.meine oma hatte dann erst mal chemopause.bis zum nächsten kontroll-ct im november.auch da wieder:der krebs war weg.wieder wertvolle zeit die uns geschenkt wurde.

    weihnachten uns sylvester wurde gefeiert.ich war so froh,dass meine oma diese zeit noch mit uns verbringen konnte und durfte.

    im februar diesen jahres änderte sich alles wieder schlagartig.der krebs war wieder da.diesmal auf der anderen seite,drei kleine tumore.die chemo ging von vorne los.diese chemos vertrug meine oma gar nicht gut.sie musste sich übergeben,hatte darmprobleme und war total schwach.aber sie kämpfte immer weiter,nie ließ sie sich hängen.

    um das ganze mal etwas abzukürzen:

    im juni diesen jahres fing dann der ganze wahnsinn an.
    meine oma wurde immer schwächer,hatte weniger hunger als zuvor.sie befand sich wieder in einer chemopause,da die platinchemo nun mal sehr stark ist und der körper davon einfach eine pause braucht.meine oma fing auch wieder zu röcheln an,wie im letzten jahr.zudem klagte sie ständig über übelkeit und kopfschmerzen.die kopfschmerzen ließen sich aber mit ibuprofen gut behandeln.

    es wurde juli,es wurde immer schlimmer,es wurden bei einer späteren untersuchung hirnmetastasen gestgestellt.ab dem 23.07 lag meine oma im sterben und wurde von jetzt auf gleich ein pflegefall.sie musste gewaschen werden,gelagert,die vorlagen mussten wir ihr wechseln.am 23.07 war spät am abend noch der onkologe da und verschrieb uns eine ambulante pflege,die meine oma mit 500 ml kochsalzlösung versorgte.essen und trinken hatte meine oma bis dahin schon komplett eingestellt.nur hin und wieder ließ sie sich mit der spritze etwas flüssigkeit geben.

    die belastung wurde immer schlimmer.nein,nicht die belastung der pflege,sondern eher die,dass das ende nah steht,dass ich meine oma verlieren werde und sie sterben muss.das tat weh,so schrecklich weh.

    meine oma bekam zu dem zeitpunkt kaum was mit.sie wusste auch nicht,dass sie hirnmetastasen hatte,denn die untersuchung ging auch an ihr vorbei.meine oma war zu diesem zeitpunkt eine ganz andere frau.sie schrie oft nach hilfe,war unruhig und schrie hin und wieder.und immer suchte ich in den müden und leeren augen die oma,die ich kannte.meine oma,meinen schatz.ab und zu fand ich sie auch,wenn sie kurze,klare momente hatte.wer wir waren wusste sie immer,auch wenn sie oft nach ihrer ''mama'' gefragt hat,die seit 12 jahren tot war.

    am 29.07 sagte meine oma dann etwas zu mir,was ich niemals vergessen werde:

    ''XXX ich LIEBE dich!ich werde dich immer lieben.das wirst du auch noch spüren,wenn oma nicht mehr da ist.''

    am 02.08.2010 ist meine oma im alter von 77 jahren gestorben,bei uns,mit uns.sie war bis zuletzt nicht alleine.wir alle waren bei ihr.der anblick ihres sterbens war alles andere als schön.und die bilder bekomme ich einfach nicht aus dem kopf.davon hat sie selber aber absolut nichts mehr mitbekommen,da sie da schon bewusstlos war.als ich ihr den letzten kuss gab hörte sie auf zu atmen ... für immer.

    meine oma und ich hatten immer ein sehr besonders liebevolles verhältnis zueinander.ich war immer ihr liebling,immer.ich war von klein auf immer ein extremes omakind,war nur bei oma und opa.

    ich gönne ihr die ruhe,sie ist jetzt befreit von ihrer last.sie hätte,wenn sie nicht gestorben wäre,noch so viel leid ertragen müssen (lokale chemo in den spinalkanal,bestrahlung) aufgrund der metastasen.

    aber ich vermisse sie so sehr.ich vermisse unsere kaffeekränzchen,bei denen wir über alles und jeden gelästert haben.ich vermisse unsere tage,an denen ich sie fotografiert habe und sie blöde grimassen gezogen hat,wenn sie ihre zähne nicht im mund hatte,ich vermisse unsere unterhaltung über alles und jeden,ich vermisse unser stilles zusammensein.ich vermisse ihren duft,die täglichen küsse auf die stirn,oder auf den mund.ich vermisse es zu sagen ''bis morgen.'' ich vermisse die anrufe bei meiner mutter um zu fragen ''was macht oma?ich komm gleich mal rüber.''

    manchmal überkommt mich eine sekunde,in der ich bei meiner mutter anrufen will um nach meiner oma zu fragen.

    ich kann immer noch nicht begreifen,dass meine oma nicht mehr da ist,dass sie tot ist und ich sie nie wieder sehe.manchmal führe ich in gedanken gespräche mit ihr.

    am 11.08 war die beerdigung.das war ganz schlimm.

    ich komm damit einfach nicht klar,dass meine oma nicht mehr da ist.

    ich danke allen,die diesen langen text bis zum ende hin gelesen haben.

  2. #2
    Neuling Avatar von danny90453
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    Standard

    hallo IeL

    ich hatte auch so eine oma wie du ...nur ist meine schon gestorben als ich 17 war(vor 27 jahren)
    ich kann deine trauer und verzweiflung verstehen, es nachempfinden wie schrecklich das alles ist ...doch aus erfahrung kann ich dir auch sagen dass der schmerz geringer wird mit der zeit...ich habe damals diesen satz gehaßt wenn jemand zu mir dies gesagt hat denn ich meinte dieser schmerz wird NIE enden..
    wenn ich ehrlich bin könnt ich auch nicht behaupten dass ich den tod total verarbeitet habe..
    deshalb verdränge bitte nicht deine gefühle, lebe sie aus, weine wenn du weinen möchtest und rede viel über deine gefühle, hänge bilder von deiner oma in deinem zimmer/wohnung auf...mach nicht den fehler wie ich alles was an sie erinnert wegzuräumen...das ist grundverkehrt..
    geh an ihr grab wenn du kannst, rede mit ihr, erinner dich an die vielen schönen momente die ihr zusammen hattet, das wird anfangs sehr wehtun aber irgendwann wird es besser werden , nicht mehr soo weh tun...

    ich hab mir vor jahren ein buch gekauft das heisst : Trost aus dem Jenseits...
    da geht es um die thematik was passiert wenn menschen sterben...viele berichte von leuten die auch menschen verloren haben die sie geliebt haben...ist kein roman oder sciencefiction oder sonstiger schmarrn sondern wahre berichte ...es hat mir damals geholfen über diesen schmerz hinwegzukommen...viele berichteten dass sie kontakt zu den toten aufgenommen haben bzw die toten zu ihnen ..das hörte sich für mich total komisch und unglaubwürdig an...denoch hab auch ich ähnliches erlebt..

    meine oma starb damals bei meiner tante die 600km weg wohnte so dass ich sehr sehr selten an ihr grab konnte..vor ein paar jahren machte ich mich auf und besuchte ihr grab..mein cousin begleitete mich da ich sehr traurig war..ging also an ihr grab, es war strahlender sonnenschein...ich kniete also dort , weinte und "redete" mit ihr...dass ich sie immer noch so sehr vermissen würde, ich sooo gern wissen möchte ob es ihr "gutgeht" wo sie jetzt ist und sie mir doch ein zeichen geben soll damit ich weiss es geht ihr gut ...auf einmal hatte ich gefühl als ob meine oma ganz nah bei mir wäre und es begann ganz leicht zu regnen...normalerweise ja unmöglich denn die sonne schien...ich weiss bis heute nicht wie das zuging...ich hatte gänsehaut denn ich war im ersten augenblick (wie mein cousin) voll erschrocken...gleichzeitig hatte ich das gefühl dass es das zeichen war was ich erbeten hatte... ich kann es nicht beschreiben welch ein gefühl das war...ich war voller frieden und gewissheit dass es ihr gut geht und ich auch nicht mehr weinen muss...

    dieses erlebnis hat mich sehr beeindruckt...mein verstand kann es bis heute nicht begreifen warum es bei vollem sonnenschein geregnet hat ...aber ich glaube bis heute dass es dinge gibt die unser verstand zwar nicht verstehen kann es sie aber denoch gibt...

    ich habe auch ein bild von ihr an meinen schrank gehängt und "rede" auch ab und an mit ihr,was mein freund zwar komisch findet und vielleicht auch bissle "verrückt" aber ER muss es ja auch nicht verstehen ...

    ich hoffe dass auch dein schmerz weniger wird, dass du dich immer mehr dran freuen kannst all die schönen dinge mit ihr erlebt zu haben

    ich hab nen vers neben ihr bild hängen:

    immer wenn wir von dir erzählen fallen sonnenstrahlen in unsere seelen, unsere herzen halten dich umschlungen, so als wärst du nie gegangen. Was bleibt sind liebe und erinnerung


    ich wünsche dir viel kraft

    lb grüsse
    danny
    Geändert von danny90453 (19.08.2010 um 09:32 Uhr) Grund: tippfehler

  3. #3
    Gast2656
    Gast

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    Hallo iel,

    ich habe deinen Text gelesen bis zum Ende, vielen Dank, dass du uns eingeweiht hast.

    Zum Schluss hin, wo du anfängst zu beschreiben, Euer Verhältnis und was du alles vermisst, bzw. wie unendlich schön es zwischen Euch war.
    Wow! Zuerst als du die Krankheit lange beschreibst, wird man sehr traurig, aber dann, als du diese schönen Dinge beschreibst, denkt und fühlt man einfach nur , wow!
    So ein inniges Verhältnis zu einem Menschen.
    So nah und so wunderschön.
    Das kannst du doch mitnehmen in dein weiteres Leben als Kraft und Stärke.
    Ich fand es jedenfalls so schön zu lesen.

    Und schau, deine Oma sagt selber, du wirst schon spüren, auch wenn ich weg bin, dass ich dich liebe...

    Ich sehe meine Oma sehr oft im Traum, obwohl ich nur normales Verhätniss zu ihr hatte, aber sie hat uns Enkeln sehr geliebt, glaub i.
    Jedenfalls sehe ich sie oft und manchmal frage ich mich sogar, ehm, ist sie jetzt tot oder lebendig?
    Ich will damit sagen, ich bin mir sicher, dass wir uns alle auf der anderen Seite sowieso wiedersehen, also würde ich mich sogar darauf freuen, auch wenn es blöd klingt vielleicht.
    Vor allem die sich besonders liebenden, bin ich mir sicher, sehen sich, wenn sie wollen, wieder.

    naja, bevor ich weiter philosohiere, ich bin auch Dannys Meinung, dass man Trauer so lange wie möglich ausleben sollte, und wenn es einige Jahre dauert.
    Aber eben nicht steckenbleiben und was du ja sogar bereits tust, das Wunderschöne an Euer Beziehung erhalten lassen im Gedächtnis.

    naja, weiss nicht, ob ich Dir jetzt helfen konnte, aber du hast mir geholfen mit deiner Beschreibung Euer Beziehung... ich finde jede gesunde Beziehung, egal zwischen wem, sollte so liebevoll und voller Liebe und Respekt sein eben.....

    danke Dir
    Doro

  4. #4
    IeL
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    hallo ihr zwei.

    erst mal vielen dank für eure antwort.

    @ danny90453:
    deshalb verdränge bitte nicht deine gefühle, lebe sie aus, weine wenn du weinen möchtest und rede viel über deine gefühle, hänge bilder von deiner oma in deinem zimmer/wohnung auf...mach nicht den fehler wie ich alles was an sie erinnert wegzuräumen...das ist grundverkehrt..
    ich verdränge meine gefühle aber zur zeit.
    vor meinen eltern,besonders vor meiner mutter,möchte ich nicht schwach sein,weil meine mutter so froh ist,dass ich alles ''sehr gut verarbeite''.ich möchte nicht,dass sie weiß,wie es wirklich in mir aussieht.ebenso bei meinem mann:ich möchte nicht vor meinem mann weinen,weil er auch mit dem tot meiner oma zu kämpfen hat.ich mache sehr viel mit mir selbst aus,weine,wenn ich alleine bin,oder ich weine mich nachts in den schlaf.

    bilder haben wir aufgestellt,ebenso die anzeige aus der zeitung.

    an ihr grab zu gehen ist schwer,aber immerhin habe ich einen ort wo ich hingehen kann.das ist schon viel wert.morgen gehe ich auch wieder mit meinen eltern zu meiner oma ans grab.

    das buch hört sich sehr interessant an.da werde ich mich noch etwas mit befassen und es mir auch sehr wahrscheinlich kaufen.

    ich rede in gedanken auch viel mit meiner oma und manchmal habe ich auch dialoge im kopf.vielleicht hält man mich für verrückt,aber diese dialoge helfen mir etwas.ich weiß nicht,ob es wirklich meine oma ist,die mit mir redet,oder ob ich eine art ''fantasiegespräch'' führe.aber das ist mir egal,solange es mir etwas hilft.

    ging also an ihr grab, es war strahlender sonnenschein...ich kniete also dort , weinte und "redete" mit ihr...dass ich sie immer noch so sehr vermissen würde, ich sooo gern wissen möchte ob es ihr "gutgeht" wo sie jetzt ist und sie mir doch ein zeichen geben soll damit ich weiss es geht ihr gut ...auf einmal hatte ich gefühl als ob meine oma ganz nah bei mir wäre und es begann ganz leicht zu regnen...normalerweise ja unmöglich denn die sonne schien...ich weiss bis heute nicht wie das zuging...ich hatte gänsehaut denn ich war im ersten augenblick (wie mein cousin) voll erschrocken...gleichzeitig hatte ich das gefühl dass es das zeichen war was ich erbeten hatte
    so ähnlich war es bei uns auch.

    am tag der beisetzung,am 11.08,redete ich wieder in gedanken mit meiner oma.ich bat sie darum,dass sie mich den tag überstehen lässt,dass ich den tag ertragen kann.und während ich mir die zähne putze,überkam mich eine ganz komische wärme.sie fing am kopf an und zog bis zu den füßen.und da wusste ich,ich würde den tag überstehen.und ich überstand ihn auch.

    es hat den ganzen tag geregnet.da sagte ich noch zu meinem mann ''passt ja zum heutigen tag.der himmel weint mit uns.''

    als alles vorbei war und wir uns vom grab trennten,hörte es schlagartig zu regnen auf und die sonne schien.


    ich hoffe dass auch dein schmerz weniger wird, dass du dich immer mehr dran freuen kannst all die schönen dinge mit ihr erlebt zu haben
    das hoffe ich auch,sehr sogar.



    @ Sonnenschein123:
    Zum Schluss hin, wo du anfängst zu beschreiben, Euer Verhältnis und was du alles vermisst, bzw. wie unendlich schön es zwischen Euch war.
    Wow! Zuerst als du die Krankheit lange beschreibst, wird man sehr traurig, aber dann, als du diese schönen Dinge beschreibst, denkt und fühlt man einfach nur , wow!
    So ein inniges Verhältnis zu einem Menschen.
    So nah und so wunderschön.
    Das kannst du doch mitnehmen in dein weiteres Leben als Kraft und Stärke.
    Ich fand es jedenfalls so schön zu lesen.
    schön zu wissen,dass meine worte wirklich ausdruck geben konnten.meine oma war was sehr besonderes,IST was sehr besonderes.so wirklich kann ich gar nicht beschreiben,wie sehr ich sie eigentlich geliebt habe,so besonders war sie.um meine oma zu beschreiben und meine liebe zu ihr,müssten erst noch die passenden worte erfunden werden.

    die erinnerungen an sie werde ich auch in meinen herzen tragen,solange ich lebe.

    Und schau, deine Oma sagt selber, du wirst schon spüren, auch wenn ich weg bin, dass ich dich liebe...
    das ist etwas,was mich teilweise wütend,aber auch traurig macht.ich spüre nichts.ich bin absolut nicht religiös,ich glaube nicht an gott,aber an einem leben nach dem tod.und immer,jeden tag seit ihrem tot hoffe ich auf ein zeichen.aber es passiert nichts.

    Ich sehe meine Oma sehr oft im Traum, obwohl ich nur normales Verhätniss zu ihr hatte, aber sie hat uns Enkeln sehr geliebt, glaub i.
    Jedenfalls sehe ich sie oft und manchmal frage ich mich sogar, ehm, ist sie jetzt tot oder lebendig?
    ich habe nicht ein mal von meiner oma geträumt,seit sie weg ist.vorher,in den 2 wochen als sie im sterben lag,träumte ich ständig von ihr.das es ihr besser geht,sie wieder gesund ist.am tag als sie gestorben ist,habe ich zuvor sogar davon geträumt,dass sie in den armen meines vater zusammenbricht.

    ich wünschte so sehr,dass ich mal von ihr träumen würde,dass ich sie wenigstens in meinen träumen noch mal sehen kann.aber ich träume nicht von ihr und das ist ... wie soll ich sagen?das bringt verzweiflung mit sich.

    so gerne würde ich noch mal ihr süßes lachen sehen und hören,noch ein mal ihre haut berühren,ihren duft in mir aufsaugen ihr einfach sagen,wie sehr ich sie liebe.

    aber eines tages,und das weiß ich,kann ich es ihr persönlich sagen.


    noch mal vielen lieben dank für eure tollen worte!
    Geändert von IeL (20.08.2010 um 16:16 Uhr) Grund: ein wort war doppelt geschrieben.

  5. #5
    Wunderlampe
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    Hallo

    vor meinen eltern,besonders vor meiner mutter,möchte ich nicht schwach sein,weil meine mutter so froh ist,dass ich alles ''sehr gut verarbeite''.ich möchte nicht,dass sie weiß,wie es wirklich in mir aussieht.ebenso bei meinem mann:ich möchte nicht vor meinem mann weinen,weil er auch mit dem tot meiner oma zu kämpfen hat.ich mache sehr viel mit mir selbst aus,weine,wenn ich alleine bin,oder ich weine mich nachts in den schlaf.
    Wenn ich um jemand trauere, dann weiß ich nicht was mir lieber wäre, eine Starke Schulter an der ich mich ausweinen könnte, oder einen Menschen, der mit mir weint.

    Auch wenn du für andere eine Stütze bist, brauchst du doch selber Menschen, ( oder.... ) die dich stützen, vergiss das nicht. Je mehr du stützen mußt, je mehr eigene Stütze brauchst du.

    "Mit dir alleine ausmachen" geht nur bis zu einem gewissen Grad und nur solange deine Reserven ausreichen.,

    Jeder hat ein Recht auf seine Trauer und auf seine Traurigkeit, ich glaube nicht, dass du jemanden mit einer gespielten Stärke hilfst. Dir nicht, und deinen Angehörigen auch nicht.

    Trauert gemeinsam, weint gemeinsam, seit gemeinsam verzweifelt und fasst dann gemeinsam wieder neuen Lebenmut. Geteiltes Leid ist wirklich halbes Leid und trägt einen mehr als gespielte Stärke.

  6. #6
    IeL
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    hallo Wunderlampe.

    ich weiß das und du hast da auch vollkommen recht.

    aber wenn ich bedenke,dass meine mutter sich seit letztes jahr sorgen um mich gemacht hat (neben den großen sorgen um meine oma),weil sie genau wusste,dass ich mit der situation nicht klar komme,dann ist mir das so viel lieber.auch,wenn es absolut nicht gut für mich ist.

    hin und wieder,sehr selten,weine ich ja auch vor meinem mann und wir trösten uns dann auch gegenseitig.aber ich will das einfach nicht,weil ich niemandem zur last fallen möchte,weil eh alle genug mit sich und ihrer trauer zu tun haben.

    das kann auf dauer für mich nicht gut sein,dass weiß ich ja selbst.

  7. #7
    Wunderlampe
    Gast

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    Hallo IeL

    pass einfach etwas auf dich auf. Und vertraue darauf, dass deine Mutter und dein Mann genauso stark sind wie du. Du mußt ihnen nichts abnehmen, was sie selber tragen können, ja sogar tragen müssen.

  8. #8
    Neuling
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    Auch meine Oma "starb" vor 2 oder 3 Jahren. Das starb, setze ich in "" da sie in meinem Herzen immer noch existiert... und immer weiter existieren wird.
    Sie war der wunderbarste Mensch in meinem ganzen Leben, der einzige Mensch dem ich jemals absolut blind vertraut habe und der einzige Mensch, mit dem ich jemals absolut ohne Worte komunizieren konnte... wir haben uns in die Augen gesehen... und sie wusste sofort was zu tun war, ohne jegliche Worte.
    Von Ihr habe ich auch gelernt...an das gute im Menschen zu glauben.

    Meine Oma starb im Altersheim... Jahrelang...Bewegungslos... eine Atmente Hülle.

    Für mich war Ihr Tod eine Erlösung. Und so habe ich das auch verarbeitet. Wenn ich sie vermisse, Erinnere ich mich immer an Ihre Augen, ihren Flehenden Blick... denn Ihre Augen...die haben immer auch Ihr inneres gezeigt. Ihren Schmerz, mit mir nicht reden zu können, Ihren Schmerz, in diesem Leblosen Körper gefangen zu sein.
    Vergessen, werde ich sie niemals. Aber richtig trauern... das werde ich auch nicht. Denn ein Teil von Ihr lebt in mir, in meinem Herzen weiter.
    Auch Ihre wärme... Ihre nähe... eigentlich meine ganze Oma... ist heute noch present, und gibt mir in vielen Situationen auch heute noch kraft und halt. Also... für mich ist sie irgendwie gar nicht wirklich Tod...sie lebt in meinem Herzen weiter...

    "hin und wieder,sehr selten,weine ich ja auch vor meinem mann und wir trösten uns dann auch gegenseitig.aber ich will das einfach nicht,weil ich niemandem zur last fallen möchte,weil eh alle genug mit sich und ihrer trauer zu tun haben."

    Hast Du vielleicht mal überlegt... DAS genau DAS der Punkt ist, der Dir helfen könnte, diesen Verlust zu verarbeiten? Dieses gemeinsame Trauern, mit Deinem Mann??? Vielleicht fällst Du Ihm gar nicht zur last??? Vielleicht nimmst Du Ihm damit sogar Last ab??? Du erleichterst Dich... und Ihn vielleicht damit???
    Wenn Ihr beide gemeinsam trauert... stützt Ihr Euch evtl. sogar gegenseitig?
    Ich meine... Du weinst Dich an der starken Schulter Deines Mannes aus... und er sich an Deiner Starken Schulter. Gleichzeitig seid Ihr aber "schwach".... im Ergebnis würde ich mal behaupten Ihr stützt Euch dabei aber gegenseitig!
    Klar, kommt es immer auf darauf an wie jemand die Situation sieht.
    Ich gehe dabei von mir aus... ich bin ein Mann.
    Ich persönlich... würde in so einem Fall, wenn ich die Möglichkeit hätte... gemeinsam Trauern, gemeinsam weinen... denn genau das... kann auch wieder aufbauen und Kraft geben.

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