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Thema: Meine Oma will nicht mehr leben...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Meine Oma will nicht mehr leben...

    Hallo,

    ich hoffe, ihr könnt mir mit einem Rat helfen, es ist ziemlich dringend!

    Meine Oma ist 87 und gesund. Sie lebt zusammen mit meiner Mutter im Ausland. Jetzt hat sie beschlossen, dass sie nicht mehr leben will und verweigert seit Sonntag (also heute der 4. Tag) das Essen und das Trinken(!), weil sie sterben will. Und das obwohl sie - wie gesagt - keine Krankheit und keine Schmerzen hat. Sie hat einfach keine Freude mehr am Leben - traut sich nicht mehr aus dem Haus rauszugehen (sie ist noch beweglich, es wird ihr jedoch leicht schwindlich) und nur Fernsehen, Musik hören, bischen Lesen und ab und zu Besuch reicht ihr als Lebensinhalt nicht mehr.

    Sie verlangt von meiner Mutter ihre Entscheidung zu akzeptieren und auch keinem davon zu erzählen! Es ist natürlich brutal für meine Mutter und ich weiß nicht welchen Rat ich ihr geben soll. Habe sie heute nachmittag auf jedem Fall zum Hausarzt geschickt und ihr geraten einen Psychiater, den sie vor Ort kennt, anzurufen. Was könnte man da tun? Die Oma gegen ihren Willen ins Krankenhaus oder Heim stecken, wo sie venös ernährt wird? Ihren Wunsch respektieren und tatenlos zusehen? Macht sich meine Mutter damit nicht strafbar? Es ist zwar in einem anderen Land, dort werden aber wohl ähnliche Gesetze wie in Deutschland gelten.

    Ich habe heute kurz mit der Oma telefoniert, versucht sie zu motivieren. Sie hat sich schwach angehört, aber ruhig, hat so getan, als wäre nichts besonderes gerade und nach ein paar Minuten ziemlich rasch aufgelegt, so dass ich mich nicht mal verabschieden konnte...

    Bitte helft uns
    Terry

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Deine Oma geht auf die 90 zu und ist noch klar im Kopf. Wenn sie nicht mehr leben möchte, werdet Ihr sie nicht zwingen könnnen und willst Du das denn? Es ist oft so, dass alte Menschen Essen und Trinken verweigern, wenn sie nicht mehr wollen. Früher oder später wird sie ins Krankenhaus kommen. Was wollt Ihr dann tun? Sie gegen ihren Willen künstlich ernähren? Da hilft auch kein Psychiater, da Deine Oma nicht krank ist und schon gar nicht geisteskrank.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Finja
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    Hallo Terry,
    ich sehe es genauso wie Natz.

    Das Einzige was Du machen kannst ist, Deiner Omi zu sagen wie lieb Du sie hast und dass Du sehr traurig sein wirst, wenn sie nicht mehr da wäre.

    LG, Finja

  4. #4
    Verleger Avatar von Natz
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    Genau.
    Es wird Deiner Oma es eher schwer machen, wenn alle an ihr festhalten. Im Prinzip solltet Ihr das respektieren-das wäre dann eher ein Liebesbeweis, als aus egoistischen Gründen festzuhalten. Versteh mich nicht falsch aber es sollte um den Wunsch der Oma gehen und um sonst nichts.
    Kann man in etwa damit vergleichen, wenn Angehörige nach jahrelangem Wachkoma die Herz/Lungenmaschine immer noch nicht ausschalten wollen.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  5. #5
    Neuling
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    Hallo Terry,

    ich verstehe dein Problem und kann mich gut in deine Lage hineinfühlen.
    Man muss dazu sagen, es ist eine sehr schwierige Frage, die Ihr euch da stellt.

    Es wird, so denke ich, auch keine eindeutige verständliche Antwort darauf geben. Die Meinungen gehen dabei auseinander. (In etwa dieser Frage stellt man sich z.B bei der Sterbehilfe)

    Ist es besser zu aktieptieren, oder soll man sie davon abhalten...

    Meiner Meinung nach, sollte deine Oma machen, was sie für richtig hällt.
    Ihr könnt nicht's anderes tun, als es zu aktieptieren. Sie hat dazu ja selbst gesagt "Ich habe keine Freude mehr am Leben". Dazu kommt die Sache, dass sie nicht mehr aus dem Haus möchte. Ich denke, sie merkt einfach, dass sie alt ist, dass einige Sachen im Alltag sehr schwer fallen.

    Schwer nachzuvollziehen für Leute die noch nicht in diesem Alter sind, ich weiß...

    Aber man sollte an die Oma denken. Es ist ihre freie Entscheidung.

  6. #6
    Neuling
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    Hallo und vielen lieben Dank für eure Antworten.

    Meine Oma hat ihre Entscheidung durchgezogen und ist unmittelbar nach Weihnachten verstorben (nach insgesamt 3 Wochen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit).

    Auch wenn es sehr schwer ist, ihren Wunsch nachzuvollziehen, da sie wie gesagt gesund und schmerzfrei war und von außen gesehen durchaus Möglichkeiten hatte, noch Freude am Leben zu finden, haben meine Mutter und ich nach dem ersten großen Schock ihre Entscheidung akzeptiert und versucht so gut wie es ging zu verstehen, dass dies offensichtlich aus ihrer Sicht das Beste für sie war.

    In der Zeit, als meine Oma noch in der Lage war aufzustehen, hatte ich die Möglichkeit via skype und Webcam mich von ihr zu verabschieden. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie liebe und sie gebeten, den Lebensmut nicht zu verlieren. Das Videogespräch war kurz, sie hat so getan, als wäre alles in Ordnung und als hätte sie nicht vor, Suizid zu begehen. Ich habe geweint, aber darauf verzichtet, in das Thema reinzubohren.

    Für meine Mutter war das natürlich ein harter Weg, sie hat keine fachmännische Begleitung oder Unterstützung bekommen, die Oma war die ganze Zeit zu Hause bei ihr. In den letzten Tagen vor ihrem Tod, konnte Mama sich nicht mehr erlauben die Wohnung zu verlassen und musste auch in der Nacht alle 2 Stunden aufstehen, um Omas Mundschleimhäute zu befeuchten. Zum Glück hat meine Mama eine sehr stabile Psyche, man könnte fast neidisch darum werden. Sie hat die schwere Zeit (auch nach Omas Tod) erstaunlich gut überstanden.

    Somit verabschiede ich mich nach diesem tragischen Fall und wünsche euch alles Gute
    Terry

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