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Alt 14.03.2009, 01:47   #1 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 14.03.2009
Beiträge: 23
Standard Meine "Therapie" ...

Hallo,

ich bin Mitte 20, hatte von Geburt an eine Gaumenspalte, sowie ein verkürztes Gaumensegel und sprach dementsprechend nasal und undeutlich. Vor ca. zwei Jahren habe ich mich endlich operieren lassen können und befinde mich noch in dem Sprachheilprozess. Ein paar Monate später habe ich, neben der Sprachtherapie, eine Psychotherapie begonnen, die aber anders verlaufen ist, als ich es mir letztendlich vorgestellt habe …

Zur eigentlichen Geschichte :

Eigentlich wollte ich eine Psycho-Therapie machen, um meine Ängste und Depressionen in den Griff, sowie meine Vergangenheit aufarbeiten zu können, aber meine Therapeutin hat sich von Anfang an hauptsächlich auf meine Sprache versteift. So hat sie sich zum Beispiel z. B. Beginn der Therapie sämtliche psychiatrische Erkrankungen notiert, in denen die Sprache betroffen ist. Besonders hervorgehoben hat sie die Aphasie, Autismus, Schizophrenie und vor allem eine schwere, geistige Behinderung.

Zwei Monate nach Beginn der Therapie musste ich in eine Tagesklinik gehen, weil meine Therapeutin nicht wusste, was ich wegen meiner Sprache habe, obwohl sie ausführliche Berichte von der Uniklinik vorliegen hat, in der ich operiert wurde. In der Tagesklinik musste ich die üblichen Routineuntersuchungen über mich ergehen lassen, als auch einen Intelligenztest machen, bei dem ich aber, aufgrund der Situation, sehr schlecht abgeschnitten habe. Damals vermutete man aufgrund meiner nasalen Aussprache und der leichten Artikulationschwäche vor allem eine geistige Behinderung und hat auch hinter meinem Rücken, mich schon als schwer geistig behindert, abgestempelt - Obwohl ich dies, erwiesermaßen, nicht bin. Ich habe bloß eine Gaumenspalte, nicht mehr - und nicht weniger !!!

Erst meine Mutter und meine alten Arztberichte konnten das Team, der Tagesklinik , davon überzeugen, dass ich, außer einer operierten Gaumenspalte, nichts habe. Dementsprechend vehement, habe ich mich auch gegen eine CT des Kopfes gewehrt … In der Zeit ist man weder auf meine Weichgaumen-Op und den damit verbundenen Schmerzen eingegangen, noch auf die Gründe, in denen ich hauptsächlich in die Psychiatrie gegangen bin. Es ging die ganze Zeit nur um meine Sprache und was ich deswegen denn haben könnte. Die Therapeuten haben sich ihre eigene Wahrheit darüber zu recht gesponnen und haben nur das gesehen, was sie sehen wollten !

Obwohl ich schwer depressiv bin, verschrieb man mir kein Antidepressiva. Auf etliche Nachfragen nach einem geeigneten Medikament für mich, bekam ich zur Antwort, dass ich meinen "Hintern von selbst wieder hochbekommen soll" und dass es ja Leute geben soll, "die unbedingt an Medikamente heran kommen wollen" ... So wurde ich als einzigste Patientin ohne Medikamente behandelt. In der Tagesklinik bekam ich dann eine Gaumenspalte und kombinierte Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. Nach einem siebenwöchigen Aufenthalt bin ich dann aus der Klinik entlassen worden ...

In den letzten Stunden habe ich verstärkt mitbekommen, dass meine Therapeutin sich ziemlich an meine Sprache "aufzieht". Obwohl mein Sprachproblem wegoperiert ist und obwohl ich regelmässig zu Kontrolluntersuchungen in die Uniklinik gehe, meinte meine Therapeutin in der vergangenen Stunde, ob mein Sprachproblem in der Uniklinik bei jedem Kontrolltermin regelmässig geröngt wird und dass ich immer noch mal ein CT machen lassen soll. Sie will ja unbedingt wissen, woher mein entfremdeter Sprachklang stammt, obwohl die Ursache dafür doch bekannt ist. In der vorletzten Stunde hat sie mich wegen der "anstehenden" CT so fertig gemacht, dass ich vor lauter Verzweiflung meine Logopädin darum gebeten habe, dass sie sich doch mal mit meiner Psychotherapeutin in Verbindung setzt und ihr noch einmal mein Sprachproblem erklärt. Ein paar Tage später haben beide dann zusammen telefoniert.

In der letzten Therapiestunde habe ich meine Psychotherapeutin daraufhin angesprochen, dass ich es schon ein wenig seltsam finde, dass sie sich bei der Diagnostik so auf meine Sprache versteift. Sie hat angegeben, dass sie die Ursache für meine Nasalität geklärt haben möchte. Weiter gab sie auch zu, dass sie sich Krankheitsbilder heraus gesucht hat, in denen die Sprache betroffen ist. Anders ausgedrückt, will sie mich wahrscheinlich zu einem CT wegen des Sprachklangs bringen. Die Untersuchung muss ich mir aber nicht gefallen lassen, oder … ?

Ich mache mir halt Sorgen, weil sie mich aufgrund der Sprache
( und anderen Symptomen ) bereits als autistisch und schizophren eingestuft hat. Sie hat sich auch notiert, dass Fluchtgefahr bestünde und dass sie mich zum gegebenen Zeitpunkt noch mal ( in einer Psychiatrie ) testen lassen will. Weil ich in der letzten Stunde ein wenig ausgeflippt bin, hat sie sich auch aufgeschrieben, dass ich besser auf eine geschlossene Station gehöre, in der ich mich dann austoben kann …

Daher meine Fragen: muss ich Angst haben, dass mir wegen den schwerwiegenden Verdachtsmomenten ein weiterer Klinikaufenthalt ( evtl. per Zwangseinweisung ) bevorsteht ? Muss ich mir eine CT gefallen lassen, wenn die Therapeutin Autismus / Schizophrenie ( aufgrund der Sprache, wobei das Sprachproblem aber rein körperlich bedingt ist … ) vermutet ? Kann ich die Untersuchung jederzeit ablehnen ? Warum soll außerdem Fluchtgefahr bestehen ? Letzteres verstehe nicht wirklich ...

Falls ich mich doch für ein CT entscheiden sollte, stellt sich mir grade die Frage: wie lange dauert eine CT des Kopfes ? Wie läuft so eine Untersuchung ab ? Denn mit einer CT wäre ich definitiv aus dem Schneider - trotzdem würde ich mich auf eine bestimmte Art "gemobbt" und hinterher sehr schlecht fühlen ...

Freue mich auf jede Antwort.

Lg

Geändert von Jasmina (14.03.2009 um 01:53 Uhr)
Jasmina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 10:11   #2 (permalink)
Gast784
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

hallo Jasmina,

ich verstehe eines einfach nicht, aber vll hab ichs auch überlesen: wenn Deine Beziehung zu Deiner Therapeutin so dermassen schlecht ist, warum hast Du Dir dann nicht schon längst ne andere gesucht? Man kann ja innerhalb einer gewissen Stundenanzahl problemlos wechseln.

Das A und O einer Psychotherapie ist nunmal die Beziehung zwischen Therapeut und Patient. Warum machst Du dieses Hick-hack schon so lange mit?

Geh zu einem anderen, sag Du willst Deine Depressionen behandeln lassen. Da sie schwer sind, erstmal medikamentös, und dann natürlich psychotherapeutisch. Und wenn der irgend ein Problem mit Deiner Sprache hat, sagst Du, Du bist deswegen nicht hier. Das ist schon alles abgeklärt und Du bist/warst deswegen bei den entspr. Fachärzten in Behandlung.

lg Gaby
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Alt 14.03.2009, 12:34   #3 (permalink)
Verleger
 
Benutzerbild von Natz
 
Registriert seit: 02.01.2008
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Beiträge: 5.293
Standard

Also ich muss sagen: unglaublich.
Wenn es eindeutig diagnostiziert ist, dass Dein Sprachproblem anatomische Ursachen hat, wieso lässt Du Dir sowas gefallen????
Die anscheinend unfähige Therapeutin such irgendwas aus einem Fachbuch raus und dass ist dann Fakt. Obwohl Berichte der Uni vorliegen, scheint sie dass ja zu ignorieren.
Wechsel dringend den Therapeuten! Und überleg Dir vll. auch mal, wieso Du dass bisher alles mitgemacht hast.
__________________
LG, Natz




Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)
Natz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 13:12   #4 (permalink)
Neuling
 
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Beiträge: 23
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Es *IST* auch unglaublich - und geschickt eingefädelt. Ich frage mich, wie eine Therapeutin einer Patientin auf diese "grausame" Weise schaden will, wenn die Patientin mit der sprachverbessernden OP und der Logopädie das schlimmste überstanden hat und beinahe ein Leben in vollkommener Freiheit ( das heißt ohne Mobbing, ohne sprachliche Einschränkungen ... ) führen kann ? Sollte sie sich darüber nicht freuen und mich unterstützen, wo sie nur
kann ?

Nachdem ich mir eure Antworten durchgelesen habe, steht für mich ganz klar fest: ich wechsel. Ich zöger keinen Moment mehr und schalte ggf. noch die Uniklinik ein. Das sollte ich schon tun, oder ... ? Denn ich habe keine Lust, irgendwo hin zu verschwinden ...

Ich hoffe, dass ein Wechsel derzeit keine Probleme mit sich bringt ...

In die örtliche Tagesklinik kann ich dann auch nicht mehr gehen, wenn es erforderlich sein sollte, denn die haben eh eine vorgefertigte Meinung ...

Geändert von Jasmina (14.03.2009 um 13:18 Uhr)
Jasmina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 13:23   #5 (permalink)
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Ort: im Süden
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Du kannst auf jeden Fall wechseln-Du bist ja nicht mit ihr verheiratet.
Die Frau scheint Dich ja unbedingt in eine Psycho-Schublade stecken zu wollen.
__________________
LG, Natz




Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)
Natz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 13:58   #6 (permalink)
Neuling
 
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Das ist ja nicht das schlimme an die Sache, damit kann ich schon irgendwie Leben - ich mache mir halt nur Sorgen um die Folgen, sollte sie mir denn eine bestimmte Diagnose stellen.


Außerdem kann ich mich nicht so einfach von ihr trennen, weil ich sie schon symphatisch finde und die Chemie - trotz allem - zwischen uns zu stimmen scheint. Sie ist eine ziemlich gute Psychologin ...

Geändert von Jasmina (14.03.2009 um 14:04 Uhr)
Jasmina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 14:04   #7 (permalink)
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Du musst entscheiden, was besser ist.
Sie ist keine Ärztin-sie kann Dir weder eine Diagnose stellen, noch Dich irgendwie gegen Deinen Willen einweisen.
Bei mir wäre da die Vertrauensbasis weg, wenn ich so abgestempelt werden würde und selbst weiß, es ist nicht so.
__________________
LG, Natz




Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)
Natz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.03.2009, 14:40   #8 (permalink)
Neuling
 
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Beiträge: 23
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Ich weiß nicht, was ich machen soll ... Ich habe nur noch wenige Stunden Therapie bei ihr, vielleicht sollte ich die 45 Stunden bei ihr voll machen und anschließend nochmal woanders hingehen, um mich von der Therapie regenerieren zu können ... Bei meinem "Krankheitsbild" dürften mir dann bestimmt noch weitere 15 Stunden zu stehen, die die Kasse mir dann noch genehmigen wird ... Es ist alles so frustrierend enttäuschend gelaufen, trotzdem hat die Therapie mir bisher wegen meinen sozialen Ängsten und Depression geholfen, wenngleich auch ohne Medikamente ...

Zitat:
sie kann Dir weder eine Diagnose stellen, noch Dich irgendwie gegen Deinen Willen einweisen.
Das muss ich ja auch erstmal wissen ... Dann war ja die ganze Aufregung umsonst gewesen ...

Zitat:
Bei mir wäre da die Vertrauensbasis weg, wenn ich so abgestempelt werden würde und selbst weiß, es ist nicht so.
In gewisser Weise ist sie das auch. Trotzdem ist die Psychologin gut und ich kann noch viel von ihr lernen. Ich versuche schon seit ein paar Stunden zu retten, was noch zu retten ist - und ich hoffe, letzte Stunde, nach meinem großen Zusammenbruch - hat sie endlich verstanden, was sie mir mit ihrem Versuch, mich wegen der Sprache in irgendeine Psychoschublade stecken zu wollen, angerichtet hat und das sie mich damit ganz in Ruhe lassen muss !!! Das ist doch mein wundester Punkt !!!

Es ist so anstrengend, gegen eine falsche Schublade anzukämpfen, dabei wollte ich bloß wegen der OP therapeutische Unterstützung im Anspruch nehmen ...
Jasmina ist offline   Mit Zitat antworten
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