"Tränen aus Blut" (im folgenden nenne ich sie "TaB") hatte mit mir Kontakt über Skype aufgenommen. Sie war psychisch am Ende.
Da sie finanziell nicht gut da steht, haben wir Möglichkeiten durchgesprochen, wie sie zur Therapie kommen kann, weil sie eine Therapie in Deutschland auf Grund ihrer bisherigen schlechten Erfahrung strikt ablehnte.
Zwischenzeitlich gab sie zu, sich ständig selbst zu bestrafen, in dem sie nichts isst und trinkt. Sie ritzte sich und hegte Selbstmordgedanken.
Sie war - weil sie gegenüber Männern sehr misstrauisch und ängstlich ist und sich maßlos schämt - einverstanden, dass ich ihren Chef, zu dem sie ein gutes Verhältnis hat, kontaktiere. Ich sollte ihm die Situation erklären und ihn um einen Vorschuss bitten.
Am gleichen Tag überschlugen sich die Ereignisse. TaB war von ihrem Chef nach Hause geschickt worden, weil es ihr körperlich sehr schlecht ging.
Der Chef ging dann am Abend zu ihr nach Hause, nachdem er meine Mail erhalten hatte. Er wollte mit ihr reden, aber sie konnte es einfach nicht.
Nachdem ich mit TaB´s Einverständnis ihren Chef über die wahren Hintergünde aufgeklärt hatte, fing er an, in der Firma unter den Mitarbeitern für die Therapiekosten zu sammeln. Denn TaB hatte schon zuvor einige Therapien abgebrochen, weil die Behandler Männer waren. Ihre extremes Schamgefühl und ihre sehr ausgeprägten, anerzogenen Minderwertigkeitskomplexe ließen das nicht zu.
Ihr körperlicher und psychischer Zustand verschlechterte sich rasant. An dem Tag, als ihr Chef die Summe für die Therapie zusammen hatte (was sie nicht wusste), dankte sie mir per eMail.
Ich gab ihrem Chef Bescheid, dass er dringend nach ihr sehen solle. Er fuhr hin und stellte fest, dass TaB versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Sie kam mit der Feuerwehr ins Krankenhaus und ist nun (für sicherlich lange Zeit) in der geschlossenen Psychiatire gelandet. Dort bekommt sie Psychopharmaka und wird ruhig gestellt. Mehr nicht.
Genau darum wollte sie zu mir in die Therapie kommen. Dieses immer wieder kehrende Szenario mit geschlossener Psychiatrie, Zudröhnung mit Medikamenten ohne echte Therapie sowie Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung wollte sie eigentlich vermeiden.
Ihre Kurzschlusshandlung hat dieses Szenario in Gang gesetzt.
Ich weiß bis heute nur ihren richtigen Namen. Ich weiß nicht, wo sie wohnt und habe nur eine eMail-Adresse von ihr. Auch weiß ich nicht, wo sie jetzt ist.
Dennoch wünsche ich ihr von ganzem Herzen, dass es eine Psychiatrie ist, wo man sich um Menschen kümmert, anstatt sie weg zu schließen. Was aber vermutlich pure Illusion ist...
Vielleicht meldet sie sich irgendwann wieder. Ich würde mich sehr darüber freuen.


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und die Vergangenheit hinter sich zu lassen...
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