psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Meine Vergangenheit und wie ich jetzt darunter leide

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    01.11.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Meine Vergangenheit und wie ich jetzt darunter leide

    Um mich als Menschen besser zu verstehen werde ich zuerst etwas über meine Vergangenheit erzählen und anschließend über meine aktuellen Probleme:

    Vergangenheit:
    Schule und Beruf:
    Ich besuchte von der 5. bis zur 10. Klasse ein Gymnasium. Die ersten Jahre liefen auch noch ganz normal ab. Die Noten waren gut und ich war in die Klassengemeinschaft eingebunden. Doch es änderte sich alles: Immer häufiger wurde ich von Mitschülern gemobbt und zum Klassenidioten abgestempelt. Ich war auch nicht sehr stark und verlor von Zeit zu Zeit auch jeden Mut mich zur Wehr zu setzen. Meine Noten wurden rapide schlechter , ich war auch nicht mehr in der Lage mich im Unterricht zu beteiligen. Ich war einfach zu schwach mit jemanden darüber zu sprechen. Ganz im Gegenteil: Ich war ein Meister um alles schön zu reden bzw. um anderen vorzutäuschen wie gut es mir doch ginge. Plötzlich kam es dann soweit , dass ich aufgrund meiner schlechten Noten die 10. Klasse wiederholen musste.
    Meine Noten fingen sich wieder und ich fand mich in der neuen Klasse wieder deutlich besser zurecht , wenn auch ohne die große Freundschaft mit der ich über alles sprechen konnte.

    Da ich mir das Abitur nicht zutraute wagte ich einen Schritt ins Ungewisse und fing nach dem Erhalt der mittleren Reife eine Ausbildung an. Anfang verlief alles sehr sehr schleppend da ich über überhaupt keine Praxiserfahrungen verfügte (ich wusste zu dieser Zeit tatsächlich nicht einmal was ein Imbusschlüssel ist...) konnte mich aber stetig verbessern und den Anschluss finden. Die Zwischenprüfung bestand ich mit sehr gut und nun mache ich sogar mein Fachabitur neben der Ausbildung dazu. Auch wenn es beruflich läuft , leide ich zunehmend an neuen Problemen:


    Familie und Leben:
    Da mein Vater den ganzen Tag arbeitete wurde ich von meiner Mutter großgezogen. Meine Mutter war jedoch in ihrer Erziehung sehr inkonsequent und konnte sich schon seht früh gegen mich nicht mehr durchsetzen. Statt etwas für mein Leben zu lernen wurde ich stattdessen sehr verwöhnt was mir heute noch sehr zu schaffen macht. Auch wenn ich noch zu Hause wohne ist mein Verhältnis zu meinen Eltern sehr distanziert.
    Bis vor einem Jahr habe ich noch in einem Fußballverein gespielt: Jedoch habe ich aufgrund der dualen Belastung (Schule und Ausbildung) sowie Alkoholproblemen von Mitspielern, in die ich nicht hineingezogen werden wollte, damit aufgehört.
    Nachdem ich mit dem Fußballspielen aufgehört hatte fing ich an 2x dieWoche laufen zu gehen um mich von Stress abzulenken. Mir ist aber aufgefallen , dass in letzter Zeit meine Leistungen sehr schwankend geworden sind. An manchen Tagen kann ich laufen ohne das ich müde bin und an anderen Tagen machen mir selbst kleinste Strecken zu schaffen.


    aktuelle Probleme:
    Mein Hauptproblem ist ein sehr großer Druck den ich sebst auf mich entfachte. Ich habe das Gefühl einen großen Abschnitt in meiner Jugend verpasst zu haben. Da ich bis heute noch keine Freundin hatte fühle ich mich sehr einsam und es wird von Tag zu Tag schlimmer.
    Gedanken: „Mit 20 noch keine Freundin ich sollte mich schämen ,das darf niemand erfahren“
    Wenn dann noch Aussagen wie „Schwuler oder „Es wird Zeit das du eine Freundin bekommst“
    kommen fühle ich mich direkt wieder „Down“ und zu nichts mehr Fähig.

    Aufgrund der Tatsache , dass ich sehr verwöhnt wurde musste ich mir selbstständiges Arbeiten erst nach und nach aneignen. Die Berufsausbildung war mir dabei sehr hilfreich , jedoch setze ich mich extrem unter Druck um die Lücken zu anderen aufzuholen.

    Auch wenn ich nicht gemobbt werde , bin ich durch mein geschwächtes Selbstbewusstsein durch jedliche Kritik oder Fehler den ich mache total am Boden zerstört und sehr nachtragend.

    Ich leide unter starken Stimmungsschwankungen: An einem Tag könnte ich die Welt erobern und am nächsten Tag den ganzen Tag unter der Decke liegen bleiben und schlafen. Mir ist auch aufgefallen , dass ich mich zu Hause wohler fühle als wenn ich z.B. durch die Stadt laufe.

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    01.11.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. kann mir helfen wieder mehr Freude am Leben zu haben ?

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von free 93
    Registriert seit
    07.10.2011
    Beiträge
    241
    Danke
    22
    23 mal in 20 Beiträgen bedankt

    Standard

    hallo du kämpfer,
    denn für mich hört es sich ein bisschen so an als würdest du dich durch jeden tag durchkämpfen, da du es vllt nicht schafst dich von deinen, ich nenn es jetzt mal komplexen, zu befreien und du somit nicht so lebst, wie du es gerne tun würdest. kommt das hin?
    ich kann dazu nur sagen ich kenn deine gefühle, ich bin 18 und ich weiß, dass vor allem für junge menschen der gesellschftsdruck ziemlich hoch ist.
    ich weiß auch wie schwer es ist sich von seiner vergangen zu lösen und sie zu akzeptiere.
    also ja ich kann dich ziemlich gut verstehen

  4. #4
    Schreiberling
    Registriert seit
    23.07.2010
    Beiträge
    431
    Danke
    54
    49 mal in 44 Beiträgen bedankt

    Standard

    Was du beschreibst, hat mich im Studium plötzlich eingeholt. Mir wurde so langsam bewusst, dass ich in meinem Mikrokosmos "zu Hause" gefangen war und mit der Außenwelt fast gar keine Verbindung habe. Bin immer etwas weltfremd und sehr inkompetent. Eine Zeit lang dachte ich, ich wäre etwas autistisch und dann gab es da noch ADS-Züge an mir. Das war ein bisschen viel in letzter Zeit, deswegen ruhe ich mich erstmal aus und versuche herauszufinden, wer ich eigentlich bin.
    Solltest du auch mit deiner Identitätsfindung hadern, ist weitermachen und Neues ausprobieren genau das Richtige! Wer nicht zur selbstständigkeit erzogen wurde, muss halt alles nachholen und braucht länger. Vorteil ist aber, dass man später stagniert und meist in der psychischen Entwicklung alle anderen überholen kann. Vielleicht gerade wegen den kleinen Alltagskrisen, die man durchmacht. Ich weiß nicht mal, wie man Kaffee macht...

    Vor ein paar Tagen habe ich mich dazu bringen können, einer länger laufenden Versammlungsrunde beizutreten, die dieselben Berufsinteressen vertreten wie ich. Das waren alles z.T. Spinner, mit denen ich nicht freiwillig im Fahrstuhl eingesperrt werden möchte, aber wir alle hatten denselben Hintergrund. Außerdem habe ich an ein paar sehr pathetischen Gesprächsrunden teilgenommen, in denen über Ängste und Sorgen gesprochen wurden. Jedoch alles mit dem Ergebnis, dass ich mich trotz formaler und inhaltlicher Inkompetenz endlich mal mit meinem Studien-Fast-Abschluss identifizieren kann und mir nun zutraue, mich zumindest mal nach Praktikumsplätzen umzuschauen.
    Heißt für dich konkret: Schau, ob du Gleichgesinnte finden kannst. Entweder Freunde oder Berufsgenossen, die man kennen lernen kann (gerade auch wegen dem Netzwerk), da du beruflich momentan am schnellsten vorankommst. Du darfst allein sein, wenn dir alles zu viel wird, aber kapsel dich nicht mehr ab! Manchmal bin ich kurz davor, meine mutigen Schritte - so nenne ich sie - zu bereuen, aber wozu? Gut, ich kann so unendlich viele Dinge nicht und beim Gedanken an Menschen wird man übel, aber ich versuche es immer wieder und irgendwann werden mir die ganzen Erfahrungen noch einmal nutzen können. Momentan nicht... weil mein Hirn sehr beriig ist, aber vielleicht mal in 20 Jahren. Mit etwas mehr Klarheit und Zielstrebigkeit.

    Werde dir deiner Träume und Ziele bewusst. Versuche kleine Schritte zu machen und Probleme in verschiedene Bereiche aufzudröseln. Nicht der Problemberg, sondern kleine Hügelchen, wie du es oben schon gemacht hast. Was dich interessieren könnte, wäre wie man soziale Kompetenzen erweitert.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale...le_Kompetenzen

    Vielleicht findest du etwas in der nächsten Bibliothek, was du täglich anwenden kannst.
    aufwachen, träumerle...!


Ähnliche Themen

  1. meine Vergangenheit
    Von Tränen_aus_Blut im Forum Ängste
    Antworten: 97
    Letzter Beitrag: 15.12.2011, 14:44
  2. Meine Vergangenheit verfolgt mich
    Von Carö im Forum Ängste
    Antworten: 21
    Letzter Beitrag: 04.08.2011, 13:49
  3. Hilfe für meine Freundin, die jetzt alleine ist
    Von lila-girl im Forum Trauer
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 06.04.2010, 21:22
  4. Mobbing -- meine Vergangenheit
    Von BrokenSoul im Forum Mobbing
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 05.04.2010, 16:06
  5. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 20.02.2010, 15:06

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!