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Thema: Meiner Ehe droht das Scheitern

  1. #1
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    Standard Meiner Ehe droht das Scheitern

    Hallo,

    darf ich euch um eure Einschätzung und um euren Rat bitten?

    Vorab ein paar Informationen zu mir und meinen aktuellen Sorgen sowie meinen emotionalen Nöten, die immer mehr zu einer starken Belastung meiner Ehe führen:

    Ich bin 45 Jahre alt und seit sieben Jahren in zweiter Ehe mit meiner Frau verheiratet. Meine Frau hat einen Sohn mit in die Ehe gebracht, der inzwischen aber aufgrund seiner Berufsausbildung nicht mehr bei uns lebt, zu dem ich aber eine hervorragende Beziehung habe. Als selbständiger Kaufmann stehe ich beruflich seit 1995 auf eigenen Beinen, es geht uns wirtschaftlich nicht schlecht, aber ich lebe finanziell letztlich ohne „Netz und doppelten Boden“.

    Meine erste Ehe endete vor 10 Jahren. Meine damalige Ehefrau war psychisch krank (Borderline-Syndrom) und letztlich trennte ich mich nach gut neun Jahren von ihr, weil ich einerseits nicht mehr genügend Kraft für die Bewältigung der aus der Krankheit meiner Frau resultierenden Probleme hatte und ich andererseits zunehmend damit konfrontiert wurde, dass meine Frau sich mit anderen Männern traf. Angeblich waren diese Männer nur Freunde, mit denen sexuell keine Kontakte bestanden haben. Ich war mir damals aber nicht sicher, ob das tatsächlich so stimmte.

    Nach der Trennung habe ich dann relativ schnell meine derzeitige Frau kennen gelernt und mich, gegen meinen damaligen „Lebensfahrplan“, sehr heftig in sie verliebt.

    Meine Frau ist 42 Jahre alt, ist beruflich im sozialen Bereich tätig und studiert parallel an einer Fernuniversität. Meine Frau ist sehr jung Mutter geworden und stammt aus der ehemaligen DDR, aus der sie aber noch vor der Wende als ganz junge Frau ausgereist ist und im Westen mit ihrem Sohn ganz allein da stand. Sie hat von Anfang an immer ein eigenes Leben geführt und immer Verantwortung für sich und ihren Sohn übernommen.

    Echte Bindungen ist sie zunächst nie eingegangen, sondern hatte viele Bekanntschaften und mit diesen meist auch sexuelle Kontakte. Später war sie dann acht Jahre mit einem viel älteren Mann liiert, den sie wegen einem anderen Mann verließ, mit dem sie dann vier Jahre eine sehr intensive, aber schwierige Fernbeziehung führte. Nach dem Scheitern dieser Beziehung folgte eine Phase mit einigen losen Liebhabern, bis meine Frau und ich uns dann kennen lernten.

    In der Phase der akuten Verliebtheit kam es dann zur ersten heftigen Bewährungsprobe für meine Liebe zu ihr, denn mein gerade gefasstes vertrauen zu ihr wurde schwer erschüttert. Nach anfänglich heftigen Auseinandersetzungen habe ich dann aber langsam wieder Vertrauen zu ihr entwickelt und unsere Beziehung wurde letztlich so stabil und gut, dass wir nach ungefähr drei Jahren geheiratet haben. Die ersten drei, vier Jahre unserer Ehe waren toll.

    Eigentlich haben wir allen Grund, ein entspanntes und zufriedenes Leben miteinander zu führen, aber meine Frau ist, anders als ich, ein unglaublich kommunikativer Mensch und liebt lange Diskussionen und Gespräche über „Gott und die Welt“. Ich hingegen bin eher mundfaul und leider oft auch denkfaul und sehr unkritisch mit mir. Meine Frau wirft mir das inzwischen seit gut drei Jahren massiv vor und sie hat lange versucht, mit mir Gespräche über uns zu führen und mich aus der „verbalen Versenkung“ zu locken.

    Ganz überwiegend leider ohne Erfolg, weil ich es nicht schaffte, nachhaltiges Interesse für ihre Themen (Beruf/Gesellschaft/Geschichte etc.) zu entwickeln. Während meine Frau intellektuell ist, bin ich eher pragmatisch und an materiellen Dingen interessiert. Wirklich viele Überschneidungen zwischen unseren Interessen gibt es inzwischen nicht mehr.

    Sexuell haben wir eine aktive und gute Beziehung miteinander geführt, aber auch hier gibt es inzwischen deutliche Probleme. Wir haben zwar relativ regelmäßig Sex miteinander, aber eigentlich ist der Sex inzwischen nur noch routiniert, ohne intensive Spannung und verschafft nur noch kurze Glücksmomente.

    Ich bin nach außen immer lebenslustig gewesen, habe im Inneren aber schon sehr lange auch eine eigentlich augenscheinlich unbegründete Leere und Traurigkeit verspürt. Oft habe ich das Gefühl, mir das Leben schwerer als nötig zu machen und mir selbst im Weg zu stehen. Trotzdem verfüge ich über einen recht großen Bekanntenkreis und zwei, drei enge Freunde, führe ein aktives Leben und vermittele nach außen das Bild eines leidlich glücklichen und erfolgreichen Mannes.

    Nach diesem Abriss über mein derzeitiges Leben lasst mich jetzt bitte mein aktuelles „Hauptproblem“ schildern:

    Meine Frau pflegt seit jeher Kontakte, die sie Freundschaften nennt, zu meinen Vorgängern, Freunden aus ihrer Jugend und einer Reihe von Männern aus ihrem beruflichen Umfeld. Damit habe ich mich immer sehr, sehr schwer getan, aber in letzter Zeit trifft sie sich in zunehmender Frequenz mit diesen Männern. Diese Treffen finden praktisch ausnahmslos am Abend und vorwiegend in Restaurants, Hotellobbies oder Cafés statt und häufig wird es dann sehr spät, jedenfalls ist sie kaum einmal vor Mitternacht wieder zuhause.

    Lange habe ich versucht, das gegen meine eigene Wunschvorstellung zu akzeptieren und ich zweifele bisher nicht wirklich an ihrer körperlichen Treue, die mir persönlich sehr wichtig ist, fühle mich aber zunehmend emotional betrogen und habe Angst, dass sich aus diesen Kontakten mehr entwickeln könnte. Ein echtes Urvertrauen habe ich nicht mehr zu ihr.

    Meine Frau, die überall als Traumfrau gilt, geht mir gegenüber offen damit um, dass fast alle ihre Freunde sich auch „mehr“ mit ihr vorstellen können, versichert mir aber immer wieder, dass das für sie bisher und zurzeit überhaupt kein Thema sei. Vielmehr ginge es ihr darum, intellektuelle Gespräche zu führen, die ich ihr nicht biete und eine lockere, unbeschwerte Atmosphäre zu genießen, die ich zuhause inzwischen nicht mehr herstellen könne. Kurz gesagt kompensiert sie so Defizite, die sich für sie in unserer Ehe ergeben haben. Mir erscheint ihr Verhalten außerdem zunehmend wie eine Flucht vor mir.

    Nun wird sie demnächst einen alten Freund aus Jugendzeiten, mit dem sie damals auch sexuell verkehrte, für vier Tage besuchen. Mir hat diese Reiseplanung den Boden unter den Füßen weggerissen und ich reagiere inzwischen panisch, unbeherrscht und fast wahnhaft auf sie. Die Situation ist wiederholt vollkommen eskaliert, weil ich dann in meiner Hilflosigkeit und in meiner Angst herumschreie und verletzend werde. Ich bin dann verbal sehr aggressiv ihr gegenüber, bin mir aber parallel absolut sicher, dass es aber bei verbalen Ausfällen meinerseits bleibt.

    Ich habe mich nun eine Sackgasse manövriert: Ich wünsche mir so sehr, dass meine Frau wenigstens etwas Rücksicht auf meine Ängste nimmt und die Reise nicht antritt, auch wenn ich mir das durch mein Verhalten im Streit nicht unbedingt "verdient" habe. Wir finden aber keinen Weg mehr zueinander, uns darüber konstruktiv zu unterhalten. Meine Frau fühlt sich von mir in ihrer Autonomie beschnitten und gibt meinem Wunsch, die Reise zumindest aufzuschieben, keinen Jota mehr Platz.

    Ich habe große Angst sie zu verlieren. Gar nicht an den Mann, zu dem sie reisen wird, sondern einfach, weil uns mein Desinteresse an ihr und ihre Kontakte, die sie mittlerweile so intensiv pflegt, inzwischen so weit auseinander gebracht haben, dass mir das Scheitern unserer Ehe eigentlich vorgezeichnet erscheint. So, wie unser Leben jetzt verläuft, kann ich jedenfalls nicht mehr lange mit ihr leben.

    Inzwischen habe ich mehrfach den Vorschlag gemacht, eine Paartherapie zu beginnen, was meine Frau aber vehement ablehnt. Auch bin ich bereit, nun erstmals ernsthaft, gern auch mit professioneller Hilfe an mir zu arbeiten, Defizite zu verbessern und mich körperlich weder in eine gute Form zu bringen, aber parallel lähmt mich die aktuelle Situation praktisch komplett.

    Vielen Dank für das Lesen meines Beitrages, der viel länger wurde, als ich das anfangs erwartet habe. Seht ihr aufgrund dieser Schilderung einen praktikablen Lösungsansatz für uns und könnt ihr mir einen Rat geben, wie ich aus dieser akut für mich fast unerträglichen Situation wieder heraus komme?

    Grüße

    SchweigsamEr
    Geändert von SchweigsamEr (28.01.2012 um 19:50 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling Avatar von AnVo
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    Hallo.

    Wow, daß du so lange dabei zusiehst ist ja der Wahnsinn. Wie hältst du das aus??

    Wie würde sie reagieren, wenn du dich mit deinen Ex-Freundinnen triffst??

    Bist du jemand, der vielleicht ein bißchen gutgläubig ist??

    Ich meine du siehst zu wie deine Frau regelmäßig in irgendwelchen Hotelbars oder cafes bis spät in die Nacht mit ehemaligen Sexpartnern unterwegs ist? Was denkst du da, wie fühlst du dich da???? Wenn es wirklich nur Freunde sind, warum trefft ihr die nicht gemeinsam??? Oder Nachmittags in normalen Cafes??

    So leid es mir tut, aber ich denke du solltest gründlich darüber nachdenkne ob du das alles wirklich glaubst oder nur glauben möchtest um deine Ehe (??) zu retten.

    Vielleicht fehlt deiner Frau auch das Feuer. Ich meine, wer will einen Partner, der einem das Gefühl gibt kein Interessen an einem zu haben. Und das tust du anscheinend.

    Auch wenn man als Paar nicht viele Gemeinsamkeiten hat, kann eine Ehe gut funktionieren. Aber dafür muss man was tun. Und so wie du es schilderst scheint das nicht zu sein bei euch.

    Sorry...
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    "Leben und lieben ist.....sehen !"

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei AnVo für den sinnvollen Beitrag:

    Mama Moni (30.01.2012)

  4. #3
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    Ihr Verhalten sehe ich nach Deiner Schilderung als legitim, jeder kann sich mit anderen Menschen treffen wie er lustig ist. Man ist sich ja zu nichts verpflichtet. Du hast natürlich auch Grund zu vermuten daß sie auch fremdgeht, da es ja bei euch schlecht läuft. Allerdings bestehen die echten Probleme ja zwischen euch.

    Könntest Du denn sagen warum ihr die Partnerschaft damals eingegangen seid. Was hat damals gestimmt, was jetzt nicht mehr stimmt. Was war denn die Bewährungsprobe, hat die damit zu tun. Denkfaul, unkritisch Dir gegenüber selbst, wie äußert sich das.

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:


  6. #4
    Selbstwert87
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    Erwin!

    So, wir sind jetzt alle mal so frei und tauschen unsere Rollen. Wir sind jetzt mal für 5 Minuten in der Situation von SchweigsamER....

    Du kannst mir doch nicht ernsthaft erzählen, wenn du eine Frau liebst und die trifft sich alle naselang mit anderen Männern, dass du dann ganz locker sagst: "tschöööö, viel Spaß"

    SchweigsamER ich kann dich verstehen. Zu 100 %!
    Aber, wenn es bei mir in einer Partnerschaft darum geht, dass ich nicht vertrauen kann und misstraue, und das tust du schon alleine mit den Gedanken die du dir machst, dann hat die Beziehung keine Zukunft. Dann bin ich als Single glücklicher, habe weniger Gedanken und glaube daran, dass es noch Männer gibt, wo ich glücklicher mit sein kann. Dann ist es halt, wenn ich da so Sorgen habe, einfach nicht das Richtige.

    Ich kann von meinem Ex reden: immer, wenn es bei uns Streit gab ist er zu seiner Ex gefahren. Die war auch vergeben. Aber er ist dann hingefahren. Zu ihr und deren alten Hund. Und hat sich da ausgeheult. Da ist auch nix gelaufen, sie kam nach meiner Trennung noch auf mich zu und hat mir das versichert, aber war mir egal.
    Er ließ damals sein Mailfach offen und eine Nachricht von seiner Ex, wo stand: "es gibt kein Zurück mehr, bitte akzeptiere das endlich, sonst breche ich den Kontakt ganz ab"
    Und dann hab ich mich an die Nachricht gesetzt und weiter gelesen was der Idiot geschrieben hat. Das waren die Worte "ich will dich zurück, was muss ich dafür tun?"
    Jaaaa, dann konnte der rennen!
    Ich habe einen riesen Streit angefangen, schon mal vorsorglich seine Sachen gepackt, ich bin da ja dann auch nicht so und helfe wohl , und habe ihn zur Rede gestellt.
    Er erklärte mir, dass seine Nachricht nur Mist war, weil bei uns Streit war und bei der Ex halt Ruhe. Und die Ruhe hat er genossen. Habe ihm dann gesagt er hat jetzt Ruhe auf Lebenszeit und ihn gebeten da durch zu gehen, wo der Maurer das Loch gelassen hat.

    Deine Frau muss nicht so sein, aber ich kann und könnte damit auch nicht leben.
    Du scheinst dich viel in die Beziehung zu hängen und gehst daran kaputt. Und du gehst da zu Recht dran kaputt!

    Die geht nicht umsonst zu Männern, die ihr intellektuelle Gespräche bieten können. Das wäre ja schon mal für mich wieder eine Beleidigung. Und dann besucht sie 4 Tage einen Mann? Und dann nur in so Hotelanlagen, wie du geschrieben hast. Das ist für mich schon das Klischee von Affären.
    Warum bist du denn nie dabei?
    Warum liest man hier nur von Männern?

    Erwin, bei allem Respekt: ich würde mir da auch Sorgen machen und ich hätte die Beziehung aber schon beendet.
    Bei sowas macht sich bei mir automatisch ein Riegel vor.

    Und er scheint sich da tagtäglich mit zu beschäftigen und ist wahrscheinlich die Stunden, wo sie bei Männern ist, ziemlich am Ende...

    Es gibt noch andere Frauen, du lebst nur ein Mal, such dir eine Frau, die das gleiche Beziehungsdenken hat wie du!
    Anders bleibt man auf Dauer nicht zusammen!

    Wie du siehst gibts genug Frauen, die noch anders denken.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Selbstwert87 für den sinnvollen Beitrag:

    Mama Moni (30.01.2012)

  8. #5
    Neuling
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    Grundsätzlich teile ich deine Meinung, Erwin, dass jeder Mensch sich natürlich mit anderen Menschen frei treffen kann.

    In einer wirklichen Partnerschaft sehe ich aber eigentlich auch den Anspruch gerechtfertigt, vielleicht hier und dort mal auch das Umsetzen eigener Interessen ein Stück weit zu verzichten, wenn ich weiß, dass ich sonst durch mein Tun meiner Partnerin oder meinem Partner, aus welchen Gründen auch immer, sehr weh tue.

    Mit den Gründen kann ich dann ja in Ruhe beschäftigen und im Gespräch nach Kompromissen suchen, mit denen dann beide Partner vielleicht gut leben können.

    Mein Bild von Liebe und Partnerschaft ist nicht das zweier vollständig autonomer Menschen, die ihren individuellen Wünschen und Interessen uneingeschränkt nachgehen und sich nur ein Überschneidungspunkten ergänzen.

    Ich sehe viel mehr eine Partnerschaft als eine bewusste Entscheidung für einen Menschen und das Miteinander mit ihm. Diese Entscheidung bedingt für mich aber eben auch eine Kompromissbereitschaft dort, wo es notwendig ist.

    Die Partnerschaft, um deine Fragen noch zu beantworten, sind wir damals eingegangen, weil wir uns unglaublich ineinander verliebt hatten, uns das Miteinander extrem gut tat, wir uns in unserer Unterschiedlichkeit auf bereichernde Art und Weise ergänzt haben und auch sexuell eine extrem hohe wechselseitige Anziehungskraft zwischen uns bestand.

    Die "Bewährungsprobe" war wirklich eine, liegt aber lange hinter uns und ist heute kein Thema mehr. Bitte habe Verständnis dafür, dass ich hier nicht mehr weiter ins Detail gehen möchte.

    Denkfaul bin ich selbst oft, weil ich für Dinge, die mich nicht wirklich interessieren, nur sehr wenig Energie aufbringe und mich auch intellektuell dann eher "kurz fasse". Unkritisch mit mir zu sein, heißt konkret, dass ich dazu neige, wenig auf meine Gesundheit und auf mein Wohlbefinden zu achten, mich eigentlich immer gut finde und oft keinen Blick für meine tatsächliche Außenwirkung habe.

    @ AnVo

    Mir fehlt gerade etwas die Zeit, nun noch dezidiert auf deinen Beitrag einzugehen. Ich hole das zu einem späteren Zeitpunkt nach. In Kürze:

    Meine Frau hat es nie etwas ausgemacht und begrüßt es sogar, wenn ihre Partner Freundschaften mit Frauen pflegen.Sie hält das für vollkommen harmlos und normal und billigt mir das absolut zu; ich allerdings habe dieses Bedürfnis so nicht. Und natürlich fehlt auch ihr momentan sicher auch etwas das "Feuer" in unserer Beziehung...

    Grüße

    SchweigsamEr

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei SchweigsamEr für den sinnvollen Beitrag:

    Mama Moni (30.01.2012)

  10. #6
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    @ Selbstwert87

    Danke, auch dir antworte ich später.

  11. #7
    Lill
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    Standard

    Hallo,
    du sagst es ja selbst:
    Meine Frau wirft mir das inzwischen seit gut drei Jahren massiv vor und sie hat lange versucht, mit mir Gespräche über uns zu führen und mich aus der „verbalen Versenkung“ zu locken.
    Ganz überwiegend leider ohne Erfolg, weil ich es nicht schaffte, nachhaltiges Interesse für ihre Themen (Beruf/Gesellschaft/Geschichte etc.) zu entwickeln. Während meine Frau intellektuell ist, bin ich eher pragmatisch und an materiellen Dingen interessiert. Wirklich viele Überschneidungen zwischen unseren Interessen gibt es inzwischen nicht mehr.
    Ich könnte auch nicht mit einem Partner dauerhaft zusammenbleiben, der nachhaltig keine Interessen für mich und meine Interessen aufbringt. Und wenn ich feststellen würde, dass es nicht mehr viele Überschneidungen der Interessen mehr gibt, muss man sich in der Tat fragen, warum diese Partnerschaft weitergeführt werden sollte. Du willst oder kannst das zwar nicht, die Trennung; willst dich aber auch nicht ändern, und dass sie sich - auch mit früheren Partnern trifft - willst du auch nicht. Ich glaube aber, dass der Zeitpunkt schon längst da ist, wo es nicht mehr darum geht, was du von ihr willst, ohne dass sich auch bei dir etwas ändert.

    Wie Erwin sagt, hat jeder Mensch das Recht, sein eigenes Leben und seinen eigenen interessen nachzugehen, auch wenn man verheiratet ist.

    Meine Frau hat es nie etwas ausgemacht und begrüßt es sogar, wenn ihre Partner Freundschaften mit Frauen pflegen.Sie hält das für vollkommen harmlos und normal und billigt mir das absolut zu; ich allerdings habe dieses Bedürfnis so nicht.
    Nur weil du das bedürfnis nicht hast, hat sie es auch nicht zu haben? Ich halte das auch für völlig harmlos und vor allem erstrebenswert, dass man sich mit einem früheren Partner immer noch trifft, weil man es nämlich geschafft hat, eine ehemalige Liebe in eine Freundschaft umzuwandeln. Das ist in meinen Augen sogar ein sehr erwachsenes Umgehen miteinander. Man muss sich ja nicht immer nur hassen, es gab ja auch schöne Zeiten, nur die sind eben vorbei. Deutlich wird das, wenn Kinder da sind. Ich finde es immer toll, wenn ehemalige Partner sich nach der Trennung gut verstehen, eben auf einer anderen Ebene, und sich trotzdem respektieren, auch wenns mit der Liebe nicht geklappt hat.

    Ich sehe viel mehr eine Partnerschaft als eine bewusste Entscheidung für einen Menschen und das Miteinander mit ihm. Diese Entscheidung bedingt für mich aber eben auch eine Kompromissbereitschaft dort, wo es notwendig ist.
    Das stimmt sicher im Grunde, und Kompromisse sind wichtig und richtig, solange das Gesamtgefüge in der Partnerschaft stimmt. Aber das stimmt bei euch nicht (mehr), das sagst du ja selbst. Und wenn ein Partner sich so entwickelt, dass ihm das nicht mehr reicht und er unglücklich ist, und in dem Fall ist es deine Frau, dann können auch keine Kompromisse mehr eingegangen werden, zumal du auch nicht den Eindruck machst, als würdest du selbst besonders kompromissbereit sein und auch etwas an dir ändern wollen. Oder könntest du etwas ändern in den Kritikpunkten, die deine Frau dir gegenüber anführt?

    Du hattest am Anfang an ein paar Stellen einfliessen lassen, dass deine Frau in sexuellen Beziehungen früher aktiver war als du. Das ist mir etwas aufgestoßen, denn im weiteren Teil schilderst du das Treffen von ihr mit anderen Männern als dein Hauptproblem derzeit, so wird der Blick auf deine Frau etwas "stimmig" gemacht (ich sag mal weniger sympathisch) und Mitleid von anderen wegen dieser "Ehebrecherin" ist dir dadurch etwas sicherer.

    Aber wenn du einmal in dich gehst und diese sexuelle Komponente, die ja eigentlich wenn überhaupt nur ein Symptom eurer Beziehung und nicht die Ursache der Probleme ist, wenn du die beiseite lässt und die Passagen liest, wo du selbst sagst, dass ihr sehr verschieden seid, was nach der ersten Verliebtheit nun deutlich hervortritt, und dass sie etwas vermisst, was du ihr nicht geben kannst oder willst, dann erkennst du vielleicht, dass das Problem auch genau dort liegt, und nicht so sehr in diesem "Fremdgehthema", das mir etwas vorgeschoben und überbetont scheint.

    "Irgendwann kam ihnen ihre Liebe abhanden, wie anderen Leuten ein Stock oder Hut ... ", ich glaube, Kästner hat mal sowas geschrieben. Das ist eben so im Leben, und deshalb ändert die Liebe sich auch. Und deine Frau scheint sich schon weiter entfernt zu haben als du. Und wenn ich dir einen Rat geben darf, dann handle klug, setz dich erwachsen damit auseinander und vielleicht schafft ihr es, ja wenigstens eine freundschaftliche Beziehung zu behalten. Wenn du ihr jetzt verbietest, dass sie sich mit alten Freunden trifft, nur weil diese männlich sind und du befürchtest, sie könnte fremdgehen, geht das am eigentlichen Problem, was du hast, ziemlich vorbei, meine ich. Kann sogar sein, dass du sie dadurch erst richtig in eine solche Erwägung treibst nach dem Motto: Wenn er das sowieso von mir denkt, dann kann ich es ja auch tun.

  12. #8
    Schreiberling Avatar von AnVo
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    Hallo SchweigsamEr,


    sicher ist es kein Thema, wenn sich der Partner mit andersgeschlechtlichen Menschen trifft. Vertrauen sollte immer eine wichtige Basis sein.

    Aber in deinem Fall sehe ich das nicht. Auch wenn du die "Erlaubnis" hast andere Frauen zu treffen, du das aber nicht nutzt weil du nicht der Mensch dazu bist und daran kein Interesse hast, heißt das noch lange nicht, daß man einem Menschen den man liebt (??) so weh tut, wenn man weiß das er Zweifel hat.

    Wenn bei euch alles ok wäre, würde es dir ja auch nix ausmachen oder?

    Ich denke du solltest deinem Bauchgefühl vertrauen und der Sache eine Entscheidung zukommen lassen, mit der du (und sie) gut leben kannst.

    Was fühlst du wenn sie zu dem Typen übers Wochenende fährt. Ganz ehrlich zu dir selber. Meinst du, du kannst ihr vertrauen????

    Und nur weil es in einer Beziehung kriselt, sollte das kein Freifahrtsschein fürs Fremdgehen sein.

    Gruß
    Anke
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