Hallo zusammen,
durch welche Eigenschaften oder Merkmale wird man überhaupt zum Mobbingopfer?
Sind es immer die Gleichen?
VG Wiesel

Hallo zusammen,
durch welche Eigenschaften oder Merkmale wird man überhaupt zum Mobbingopfer?
Sind es immer die Gleichen?
VG Wiesel
Es ist schon unterschiedlich, welche Merkmale man hat. Es gibt auch Menschen, die stark und selbstbewusst sind und dennoch ein Opfer werden.
Aus meiner eigenen Erfarhung aber, kann ich sagen, dass es dazu tendiert, dass eher ruhigere und schüchterne Menschen Probleme damit haben.
Menschen, die vielleicht nicht so gut mit anderen können.
Hallo Wiesel,
ich habe heute dazu einen Artikel im Internet gelesen. Daraus einige Antworten für dich: "Jeder, der auffällig ist, hat ein erheblich erhöhtes Risiko, gemobbt zu werden. In allen Lebenslagen - im Arbeitsleben, im Bekanntenkreis, im persönlichen Umfeld - wird nur der akzeptiert, der ist wie alle oder wie alle ihn wollen." Missgunst und Neid sind weitere und sehr verbreitete Motive, um andere zu mobben. Wie mein lautstark brüllender Nachbar mit entgegengeschleudert hat: "Du hast dich gefälligst uns anzupassen!" Leider würde das bedeuten, dass ich total verblöden müsste. Das soll nicht arrogant sein, aber die Leute bei mir im Haus sind nun mal sehr schlicht gestrickt, für mich typische Spießbürger. Wenn du das nicht bist, genügt es schon, dass du einfach ein freundlicher, umsichtiger, rücksichtsvoller Mensch bist und damit Eigenschaften besitzt, die andere nicht haben. Frauen reagieren gern auf Frauen, die besser aussehen als sie selbst. Sind neidisch und haben wahrscheinlich Angst, ihr Mann könnte das auch bemerken. Meine Nachbarin hat ihrem Mann verboten, mich zu grüßen. Also, wenn du von dir sagen kannst, dass du ein liebenswerter Mensch bist, dann freue dich darüber und versuche möglichst viel Kontakt zu anderen liebenswerten Menschen zu haben. Leider kenne ich hier in Koblenz privat keine Leute, aber ich treffe oft unterwegs in Geschäften oder schon mal in einem Café liebenswerte Menschen. Das hilft mir, die Stinkstiefel im Haus für einige Zeit zu vergessen. Ich zwinge mich auch nicht mehr dazu, die Leute "nett" zu sehen. Habe ich zuerst getan. Geht nicht mehr. Dazu haben sie mir zuviel angetan. Wie gesagt, ich halte mich an alle lieben Menschen, die ich kenne und so komme ich über die Runden.
Schreibst du mal, ob dir meine Gedanken helfen. Lieben Gruß, Spiritia
Meiner Meinung nach sind Mobbingopfer auch die Menschen, die polarisieren. Es sind die, die in das Muster nicht reinpassen und die gewisssen Menschen einfach ein Dorn im Auge sind. Häufig hat man aber immer wieder damit zu kämpfen, wenn man ein wenig selbstbewusster, schüchterner, stiller Mensch ist. Da kann man noch so lieb und nett sein, es hilft einem alles nichts, wenn die Menschen Spaß daran haben, sich an dir aufzuziehen. Und das Schlimmste sind dann die, die nicht mal den Mumm haben, sich gegen diese Mobbingtäter zu wehren und sich alles gefallen lassen und noch dazu niemand für sie eintritt, weil sie ja selbst nicht gemobbt werden wollen.
ich kann von Mobbing ein Lied singen und von falschen Freunden sowieso.
Ich bin in meiner letzten Ausbildung so schrecklich gemobbt worden, dass ich mich nicht wehren konnte. Ich war immer schon attraktiv und klug, und die Männer sahen mir nach. Ich hatte Rivalinnen, aber keine Psychopathinnen als Kollegen oder Klassenkameraden.
Eine extrem neidische Person sah mir auf die Kopfhaut vor einem Jungen und machte sich über meinen Scheitel lustig, dass ich bald einen Platten bekomme, wenn ich nicht aufpasse. Meine Güte, ich hatte keine Löwenmähne, aber immer genügend Haare. Ich steckte
das weg, weil ich den Neid dahinter bemerkte. Ein Jahr später sagte ein eigentlich ganz netter Klassenkamerad zu mir, wenn er mir paar Haare vom Scheitel nehmen würde, bekäme ich eine kleine Glatze. Es war aus. Meine Noten waren schlecht und wurden schlechter, es ging
mit mir psychisch den Bach runter. Ich war immer extrovertiert und will im Moment niemandem mehr auffallen. Seit damals kann ich mich nicht mehr normal unterhalten, ich schäme mich und mein Haarausfall ist schlimmer geworden. Das hat meine Ehe sehr belastet.
Im Moment möchte ich unbeding ein Baby, weil ich denke, dass ich als Mutter weniger nachdenke. Das beste: ich habe eine neue Ärztin gesucht, die türkischer Abstammung ist und sie sah mich einfach nur an und fing während des Gesprächs an, das ist jetzt die Wahrheit,
über meine dünnen Haare herzuziehen, das wären die männlichen Hormone, ich könnte ausserdem ohne Hormone gar nicht schwanger werden. Ich ging nach hause und heulte erstmal ein paar Stunden durch, seit ich in der Großstadt lebe weg vom Elternhaus ist mein Leben
die Hölle. Ich weiß nicht, ob ich geärgert werde weil ich hübsch bin oder die anderen Soziopathen sind. Ich bin sehr instabil geworden und wusste nicht wie ich reagieren sollte. Ach ja, einen kleinen Bauch hätte ich immer, egal wie dünn ich bin. Sie war unverschämt zu mir
und ich rede mir permanent ein, man darf von andren nichts erwarten. Das Leben ist einfach voller Menschen, die einen traurig machen. Kann ich nicht mit Menschen? Was mache ich falsch? Ich versuche, selbstbewusst zu wirken, warum all das?. Ach ja, meine Schwieger
mutter findet mich auch nicht hübsch genug. Oh Gott, ich fühle mich wegen meines Haaraufalls so minderwertig, den ich früher nie hatte. Ich behandle ihn, aber ich bin ganz oft traurig deswegen. Ich bin nicht so wie früher, so unbeschwert, so offen, so extrovertiert. Ich habe
oft zu meinem Mann gesagt, wenn ich nicht gut genug bin, soll er sich halt wenn besseres suchen. Oh Gott, ich hab so angefangen mich zu stressen. Das ist auch ein Problem. Wie kann ich wie ein Fels werden, so dass alles an mir abprallt? Kann mir jemand bitte sagen, dass
solche Leute in der Minderheit sind?


Tja, ich glaube tatsächlich auch, dass es kein Opfer-Profil bei Mobbing gibt. So unterschiedlich, wei die Motivation der Mobber sehr wahrscheinlich ist, so unterschiedlich sind auch die Zielpersonen.
Jemand, der einfach nur gerne seinen Sadismus auslebt, für den wird möglicherweise ein introvertierter und schüchterner Kollege ein perfektes Ofer sein: Leidet still und ohne viel Aufsehen...
Jemand, der einen beruflichen (vermeintlichen) Konkurrenten aus dem Weg räumen will um sich selbst zu profilieren, für den wird der/die selbsbewußte Neue im Betrieb ganz schnell zur Zielscheibe: Besser nicht neben sich groß werden lassen...
Gemobbt zu werden, davor kann man nicht sicher sein. Selbst als sehr starker, extrovertierter und hoch qualifizierter Mensch kann man da mit wehenden Fahnen untergehen, genau so als gewissenhafter, stiller "Fleißarbeiter", der nicht den Arbeitsplatz verläßt, bevor wirklich alles geregelt ist...
Zur falschen Zeit am falschen Ort, egal auch in höherer Position: Wenn Du Pech hast, wirst Du Mobbing-Opfer.
Ich glaube aber, dass es bei "Mobbing-Betrieben" zwei sichere Erkennungsmerkmale gibt: Schlechtes Betriebsklima und ein Versagen der Führungskräfte.
LG
Silent Voice
Ich habe bisher ausschließlich Mobbing durch (junge) Frauen erlebt, Motiv war meistens "Neid" oder einfach "Antipathie". Ich glaube auch, dass Mobbing ein typisch weibliches Phänomen ist, wenn man darunter "Verleumden, Ignorieren, Ausgrenzen und ein abfälliges Behandeln" versteht. Die Abstrafung durch "physische Gewalt" bei Nich-Einhalten sozialer Regeln (wie es z.B. häufig an Schulen geschieht), würde ich dagegen als typisch männliches Verhaltensmuster betrachten. Männer - so meine Erfahrung - verhalten sich öfter "geradeheraus", während ich bei Frauen nie so genau weiß, woran ich bin. Bei mir hat sich fast schon eine Phobie gegen Frauen am Arbeitsplatz entwickelt, wo ich es also mit hierarchischen Strukturen zu tun habe und die "Kompetenz" der eigenen Position unter Umständen zu einem Machtmissbrauch führen kann.
An meinem letzten Arbeitsplatz beispielsweise wurde ich konsequent ignoriert und ausgegrenzt - und zwar hauptsächlich von Frauen. Das lag einmal an einer regelrechten Kampfzicke mit einer sehr unangenehmen Ausstrahlung, die mich bereits bei der ersten Begegnung abfällig von oben bis unten musterte und sich mir gegenüber distanziert verhielt. Es kamen sehr viele Dinge zueinander, die Tatsache, dass sie gesundheitlichen und persönlichen Stress hatte, ich ihr unsympathisch war oder sie Angst hatte, dass ihr direkter Vorgesetzter mir "schöne Augen" machte (was aber völlig unbegründet war, da ich erstens in Beziehung bin und er das zweitens mit jeder neuen Kollegin abzog.) Wie auch immer, die Existenz und das Verhaltensmuster dieses "Hahn im Korb", der sich seiner Rolle auch voll bewusst war, verschlechterte unser Verhältnis zusätzlich. Alleine die Tatsache, dass sich diese Kollegin und Vorgesetzte - mit der ich mir noch ein Zimmer teilen musste - sich mir gegenüber als Neuankömmling derart feindselig verhielt - mich während der ersten Tage nicht zum gemeinsamen Mittagessen in der Gruppe einlud, noch jemals mehr als drei Sätze mir mir wechselte - sprach Bände. Hinterher ist man immer klüger und ich würde mir das so nicht mehr gefallen lassen, habe aber Angst, dass mir das jederzeit wieder passieren kann - ich erzähle auch gleich, warum.
Das Problem ist meistens, dass man erst einen Beweis für das schlechte Betriebsklima hat, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Bis dahin schwelen die sozialen Spannungen vor sich hin. Es wird einem nichts ins Gesicht gesagt, sondern man merkt viel an der Reaktion der anderen und deren ausgrenzendem Verhalten. An manchen Tagen musste ich mich schon in den Arm zwicken, um zu spüren, dass ich noch existiere. Das besserte sich erst, als ich die Abteilung wechselte und vorwiegend mit Männern zu tun hatte. Leider arbeiten aber in meinem Beruf sehr viel Frauen - und alleine, wenn mir ein potentieller Arbeitgeber erzählt, dass in seinem Betrieb eine hohe Frauenquote herrscht, lässt mich das erschaudern. Allerdings meistens in der Konstellation viele Frauen als Untergebene, ein Mann als Chef. Diese Konstellation ist meiner Meinung nach absolut tödlich für ein Betriebsklima!
Leider ist das aber die Regel und meiner Meinung nach setzen sich inzwischen viele Frauen auch freiwillig nach Hause zu Kind und Kegel und sich diesen Mobbing Stress nicht länger anzutun. Diese Möglichkeit habe ich aus vielen verschiedenen Gründen nun leider nicht. Allerdings hat es wohl eine Vorgängerin einer vakanten Stelle, bei der ich mich aktuell bewerbe, so gemacht ;-) Bei einer Nachfrage meinerseits während des Bewerbergespräches, ob die Stelle als Mutterschaftsvertretung oder für langfristig zur Verfügung stände, gab man mir zu Antwort, dass die Frau nicht mehr käme und zwar mit einem sehr merkwürdigen Unterton. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass mir das eine Frau mitteilte, die mich während des Bewerbergespräches mit dem Chef - der ganz angetan schien - ebenfalls misstrauisch musterte und die pieksigsten Fragen stellte. Wie gesagt, es ist ein Gefühl, aber ich glaube dass das Betriebsklima dort ähnlich schlecht ist wie bei meiner vorherigen Arbeitsstelle.
Ach ja... vor diesem Gespräch hatte ich nochmal eines, bei dem ich - auf die Frage, was ich bei der Arbeit überhaupt nicht leiden könne - antwortete "ein schlechtes Betriebsklima, Mobbing und Mauscheleien", worauf mich der Chef ansah und meinte, dass das komischerweise fast alle Bewerber benennen würden - warum wohl?! Plötzlich brach die anwesende Dame - es waren zwei eine zur Rechten und die andere zur Linken des (jungen) Chefs - in hysterisches Gelächter aus (ich dachte ich sei im Irrenhaus), weil sie sich ertappt fühlte. Das Ergebnis: Absage trotz sehr guter Arbeitsprobe.
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das schlechte soziale Betriebsklima und das allgemein asoziale Verhalten von Frauen am Arbeitsplatz annervt und ich muss zugeben, das s ich mir zu diesem Zeitpunkt wirklich Sorgen um meine berufliche Karriere mache. Aber besser arbeitslos als sich psychisch kaputt machen zu lassen!
Was soll man dazu sagen. Ich glaube wirklich, dass man sich schützen muss ohne Ende- sonst geht man scheinbar unter. Wenn Sie zu hause bei Kind und Kegel bleiben, dann nervt sie die Schwiegermutter
schlimmer als der Arbeitgeber. Glauben Sie mir, den Problemen mit Frauen in sozialen Kontakten kann man nicht entkommen. Wenn die Frauen hinterhältig gewesen wären, hätten sie den Chef
gezwungen sie einzustellen- und dann eben vollstes hinterhältigstes Mobbingverhalten gezeigt. Das was Sie nicht wollen, um ihm dann zu stecken, dass sie spinnen. Glauben Sie mir, seien Sie froh, dass
die Damen so unterbelichtet waren. Es gibt wahnsinnig hinterhältige Frauen. Schwachpunkte schützen, wenig von sich preisgeben, ich weiß z. B. gar nicht mehr, wem ich vertrauen kann. Mein Vertrauen in die
Menschen habe ich verloren.
Lesezeichen