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Thema: Minderwertigkeitsgefühle nach Frauenarztbesuch

  1. #1
    Neuling
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    Standard Minderwertigkeitsgefühle nach Frauenarztbesuch

    Hallo!

    Ich weiß, es klingt doof, aber ich möchte mir gern was von der Seele reden.

    Ich war vor ein paar Tagen bei einem neuen Frauenarzt. Jung und total nett. Er hatte mir gesagt, dass ich viel jünger aussehe als mein Alter, und es bestimmt noch mit einem Kind klappt, obwohl ich schon die Mitte 30 überschritten habe. Er hat sich viel Zeit genommen für alle meine Fragen und ich hatte eigentlich das Gefühl, er fand mich sympathisch. Dann die klassische Untersuchung. Immer noch alles ok. Am Ende sollte ich mich noch obenrum ausziehen zum Abtasten. Weil die Stimmung vorher so gut war, bin ich völlig gedankenlos oben ohne aus der Kabine raus, hab irgendwas geplappert und bin so auf ihn zumarschiert.

    Ich fand, er hat ganz kurz erschrocken geschaut und hat dann sofort weggesehen. Die Brust hat er nur 3-4 sek seitlich berührt (von Abtasten kann nicht die Rede sein), und dabei den Blick gegen die Decke gerichtet.

    Ich bin nach Hause und hab mich nicht mehr wohl gefühlt. Auch wenn es verrückt klingt: Mich verfolgt der Gedanke, dass er meine Brust so hässlich fand, dass er sich geekelt hat. Ich bin danach immer wieder zum Spiegel und hab geschaut. Ich fand bisher, sie ist ok, hab mir auch nie weiter Gedanken deshalb gemacht. Und plötzlich finde ich meinen Oberkörper hässlich. Mein Mann sagt, das sei völliger Quatsch, ich sei überhaupt nicht hässlich. Aber ich kann diese negativen Gedanken nicht abstellen. Woher das so plötzlich, und das durch einen kleinen Auslöser? Eine Art Midlife-Crisis?

    LG
    Serena

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    eher eine unvorbereitete Mißdeutung der Situation, würd ich sagen

    Du bist völlig unbedarft halbnackig herumgefußelt und bist von seiner Reaktion wieder unsanft in die Gegenwart gestoßen worden. Ihn wird das genauso überrascht und aus dem Trott gebracht haben. Denn Dein Verhalten hat ja was von Vertrautheit und Unbekümmertheit und ist in einer Untersuchungssituation eher unüblich.

    Dass beim Abtasten sonstwohin geguckt wird, halte ich für absolut üblich. Allein schon, weil die ja nicht nach Knoten gucken, sondern nach ihnen fühlen. Aber wahrscheinlich warst Du dann schon so verunsichert, dass Du das auch noch darauf bezogen hast.

    Du musst Dich da jetzt nicht unnötig reinsteigern. Es ist einfach so, dass Du in der Situation eine gewisse Distanz nicht mehr gewahrt hast, obwohl die trotz Plauderton und Sympathie bestehen bleibt und auch bleiben sollte. Du hast Dir nix dabei gedacht, aber es war halt etwas schräg. Mehr war es nicht. So würds ich zumindest sehen.

    Vll wärst Du bei einer Ärztin besser aufgehoben, wenn Dich so was dermaßen verunsichern kann

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Tänzerin (12.09.2011)

  4. #3
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    Danke Gabriele! Dass ich den Arzt quasi vor den Kopf gestoßen haben könnte, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen! Ich dachte eher, so ein Arzt sieht ja jeden Tag Frauen oben und unten ohne, der bemerkt das gar nicht mehr richtig... Bei meinem FA vorher habe ich mich auch oben rum komplett ausgezogen. Dieses Mal musste ich aber quer durch den großen Raum marschieren. Wahrscheinlich hätte ich einfach mein Oberteil davorhalten oder sogar wieder drüberziehen sollen. Das mache ich das nächste Mal.

  5. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ich dachte eher, so ein Arzt sieht ja jeden Tag Frauen oben und unten ohne, der bemerkt das gar nicht mehr richtig...
    Die haben aber doch auch ihre routinierten Abläufe, so wie wir das aus unseren Berufen auch meist kennen. Und vll hast Du Dich irgendwie anders verhalten, als dies in der Routine sonst üblich war, k.A. Vll ist ihm auch nur gerade siedendheiß eingefallen, dass er heute Hochzeitstag hat oder die Einkaufliste auf dem Tisch vergessen hat oder so was dummes

    Aber das, was Du denkst, das glaub ich nicht. Eben darum, weil der jeden Tag die ganze Vielfalt aus Göttins Tiergarten zu sehen kriegt

  6. #5
    Neuling
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    Gut, mir fällt da spontan jetzt noch was anderes dazu ein.
    Also entweder es könnte natürlich so sein, wie mein Vorposter gemutmaßt haben.
    Oder aber, seine Reaktion hatte eine komplett gegenteilige Ursache. Schonmal dran gedacht, dass er dich vielleicht attraktiv fand?! Du sagst, ihr habt euch vorher gut verstanden und zwischen euch hat eine positive Stimmung geherrscht. Außerdem hat er dir ja wohl auch (mindestens) ein Kompliment gemacht, nämlich dass du viel jünger aussiehst,als du bist. Und auch wenn der gute Herr jeden Tag Dutzende von Frauen sieht, solange er heterosexuell ist, wird er vermutlich nie ganz resistent dagegen sein oder sich komplett neutral verhalten können. Gerade wenn er noch jünger und noch nicht komplett in Routine verfallen ist.
    Natürlich traut er gerade dann nicht, ewig hinzuglotzen, wenn du oben ohne rumrennst. Vielleicht hat er sich einfach ertappt gefühlt, als er deine Brüste angeschaut hat und wollte das dann natürlich im Nachhinein möglichst wenig wiederholen, um nicht aufzufallen.

    Dass er deine Brüste schlichtweg hässlich fand, würd ich ausschließen, er hat schließlich auch ne Menge alter Patientinnen, deren Brüste hängen und vermutlich weitaus weniger ästhetisch sind als deine eigenen. Wir Frauen sind da wahrscheinlich allgemein zu streng zu uns - Brüste sind Brüste!

  7. #6
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    Zitat Zitat von invalid username Beitrag anzeigen
    Wir Frauen sind da wahrscheinlich allgemein zu streng zu uns
    Ja, das seit ihr wirklich!


    Zum einen bestätigt sich dies aus privaten Erlebnissen und auch in der Tätigkeit als Fotograf (wo man ja ein stets ähnlich distanziertes Verhältnis wie Ärzte usw hat).
    Einerseits Nähe (Unmittelbarkeit) und Distanziertheit können schon mal fliessende Grenzen haben.
    Vermute mal ganz einfach, dass der hier beschriebene Arzt die Distanz wahren wollte. Auf diskrete Weise.

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