Ich bin Agnostiker bzw. Pantheist also gibt es für mich keine religiösen Zwänge, die mir die Masturbation verbieten würden, aber dennoch will ich davon los kommen.
Eigentlich kann ich gar nicht sagen warum, aber ich fühl mich danach immer total mies, es hinterlässt in mir eine große emotionale Leere und wenn ich das nicht mache, bin ich viel mehr "Ich selbst" und habe viel mehr Lebensfreude.
Irgendwie ist in meinen Kopf die Vorstellung gespeichert, dass Selbstbefriedigung etwas "Unanständiges" sei - Logik hin oder her...
Auf jeden Fall fühl ich mich danach meistens sehr schlecht und es gab auch schon Tage, wo ich den Eindruck hatte, dass es zur Sucht gewurden ist.
Vielleicht war das auch ein unbewusster Versuch, die innere Leere zu überwinden, was aber natürlich nicht geklappt hat. Das war nur eine körperliche Entleerung, ich würde es nicht mal Orgasmus nennen - ganz abgesehen von den immer perverser werdenden Gedanken...
Ich versuche schon lange, davon los zu kommen - aus freiem Willen heraus, nur ist es mir bisher nicht gelungen, und wenn ich wieder mal schwach gewurden bin, hat sich das natürlich noch schlimmer auf meine Stimmung ausgewirkt.
Das Problem ist, dass das ganze im Kopf anfängt, denn wenn man sexuelle Gedanken hat, werden ja schon Hormone ausgeschüttet - die wie Drogen wirken - und es hat auf mich den Anschein, dass sie mich zum Sklaven meiner Lust machen!
Es fällt mir unheimlich schwer, diesen Gedanken nicht nachzuhängen und dann passiert meist, was passieren muss und ich gebe mir natürlich die Schuld dafür.
Aber wenn ich durchhalte, geht es mir besser, ich bin lebensfroher und habe den Eindruck, etwas selbstbewusster zu sein - vielleicht, weil ich mich selbst dann besser akzeptieren kann.
Und vielleicht kann ich die sexuelle Lust ja als Antrieb für andere Sachen nutzen, denn wenn ich gut drauf bin, was ja dann der Fall ist (wenn ich große Lust verspüre) habe ich auch viel mehr Interesse, andere Sachen zu tun.
Und um das durchzuhalten, muss ich dafür sorgen, dass in meinem Kopfkino nicht die falschen Filme laufen. Selbst wenn es nur romantische Phantasien sind, geht es dann nur um Körperliches, weil ich nicht daran denke, wie die Person ist (ihre Gedanken), sondern nur was sie ist bzw. wie sie aussieht, also nur das Objekt sehe.
Allgemein habe ich schon große Angst vor mir selbst bzw. meinen Gedanken, was sich nicht nur auf dieses Thema bezieht und davon will ich loskommen bzw. versuchen "konstruktiv" zu denken und "negative" Gedanken so gut es geht zu vermeiden.
Marc Aurel
"Wie die Gedanken sind, die du am häufigsten denkst, ganz so ist auch deine Gesinnung. Denn von den Gedanken wird die Seele gesättigt." - Selbstbetrachtungen V, 16 (nach Übersetzung von C. F. Schneider)


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