hey ihr,

nach langem hadern mit mir selbst hab ich mich jetzt dafür entschieden über meinen schatten zu springen und nach hilfe zu suchen. Da ich meine Probleme meist als geringfügig abtue und sie selbst nicht ernst nehmen kann hat es mich doch ein wenig überwindung gekostet.

Es geht mir leider so dass ich mich selbst beim besten willen nicht leiden kann. Sowohl rein körperlich als auch charakterlich.
Als Kind hab ich mir nie Gedanken gemacht über solcherlei Dinge ( wie wohl die meisten Kinder^^), dann mit der Pubertät kam natürlich auch die Unsicherheit wobei mir selbst nie in den Sinn gekommen wäre ich könnte hässlich sein. Das schlüsselerlebnis kam dann so mit ca 14, eine freundin erzählte mir dass ihr großer Bruder geäußert hätte dass ich zwar einen schönen Körper hätte aber mein Gesicht wäre potthässlich.
Damit kamen die Zweifel an mir welche mit der Zeit auch weiterhin wuchsen da ich von männlichen Wesen meist ungeachtet blieb oder ich Komplimente und ähnliches nicht ernst nehmen konnte, selbst wenn ich wusste dass derjenige mich wirklich attraktiv findet dachte ich mir immer ja das sagt er nur so da gerade keine schönere neben mir steht.

Dieses Phänomen hat sich bis jetzt weiterverstärkt. Nun, mit 20, gefällt mir mein Körper auch nicht mehr, ich fühle mich zu dick bei normalgewicht, kann nicht mehr normal essen da ich durch immer wieder gescheiterte Abnehmversuche ein sehr extremes Essverhalten entwickelt habe. Auch wenn ich weiß dass das sehr ungesund ist interessiert mich das nicht, ich will mich einfach wohl fühlen und habe diesen irren gedanken dass ich das damit erreichen könnte. Dazu kommt dass ich eine nicht sonderlich weibliche Figur habe. Ich fühle mich so unweiblich dass ich extreme Komplexe bzgl meinen Bewegungen entwickelt habe in dem Zwang filigraner und weiblicher rüberzukommen.

Weiterhin kamen nach und nach auch noch Zweifel an meiner Person auf, ich fühle mich dumm, uninteressant, langweilig, talentfrei... und habe das gefühl einfach nur noch unterzugehn. Natürlich man kann bei der Masse an Menschen nicht das Non plus ultra sein aber einmal irgendwobei nicht nur das mittelmaß zu sein, das keinen interessiert, ist doch wohl nicht zuviel verlangt.

Desweiteren hab ich somit an meiner Begeisterungsfähigkeit und meiner Lebenfreude eingebüßt. Ich bin motivationslos und habe Angst Depressionen zu bekommen, bzw denke mir dann wiederum gleichzeitig dass dies doch nur wehwehchen sind die mit der zeit einfach verschwinden werden.
Doch dies geht nun schon einige Zeit so und vermiest mir mein Leben. oft kommen mir dann auch gedanken in den sinn wie 'ich hasse mein leben/ mich' und tauchen dann wie eine mantra immer wieder in meinem kopf auf, als ob ich mir das selbst einreden wollen würde. Ich weiß zwar dass ich eine masochistische Ader habe aber dennoch ich will das nicht mehr! Ich bin es Leid aus purer Unsicherheit zu bestehen.

Hat jm hier denn ähnliche Erfahrungen und Tipps die er bereit wäre mit mir zu teilen? Ich wäre sehr dankbar dafür.

Schönen Abend noch

Aurora