Mobbing in der Familie ist wohl die schlimmste art.
Meine gesamte Kindheit war ein einziger Graus.Meine Mutter konnte sich nicht richtig gegen mein Bruder durchsetzen,mein Vater waren Konflikte zwischen uns Geschwistern egal.
Es hiess immer,vertragt Euch wieder,das wird schon wieder.
Bei keinen konnte ich mich aussprechen und so heulte ich im Zimmer alleine.
Oft und lange vor lauter Verzweiflung.
Ich kam einfach nicht gegen mein Bruder an,da meine Eltern hinter ihm standen.Viele Jahre weinte ich mich in den Schlaf,wir mussten uns zuerst ein Zimmer teilen.Sein hässliches Gerede jeden Abend,aber nur wenn wir allein waren.als wir dann jeder ein Zimmer hatten,bekam er das Zimmer mit dem Ofen,während ich das ohne jegliche Heizung bekam.Er hatte es mollig warm,während ich mir bei 0 grad die hände blaufror.Oft genug bettelte ich,das zu ändern.Doch es dauerte lange,bis endlich ein Durchbruch durch die Wand gemacht wurde.
Er schlug die Möbel mit nen Fleischklopfer kaputt und demolierte den Traktor.
Jähzorn bestimmt lange Zeit sein Tun.
Manchmal hatte ich richtig Angst vor ihm.Und doch wollte ich ihm nacheifern,weil er beliebt war bei meinen Eltern.Am Busplatz stand er feige rum,als mich die Kinder ärgerten.Jede kleine verfehlung von mir hat er verpetzt,auch wenn ich ihn gebeten hab,es nicht meinen Eltern zu sagen.So einen Bruder wünsche ich keinem.Ich eiferte ihm weiter nach.
Beide hatten wir Führerscheine und Auto.
Beide hatten wir eine Ausbildung und Arbeit.
Beide machten wir eine Umschulung/Weiterbildung.
Beide hatten wir eine eigene Wohnung.
Und trotzdem wird er immer höher gehalten.Es ist nie genug,was ich tue.
Meine Eltern stehen hinter ihm und verachten mich weil ich ihn nicht zu meiner Hochzeit einlud.
Sie kamen natürlich auch nicht,weil er nicht eingeladen war.
Heute bin ich stärker denn je,weil ich einen Menschen gefunden habe,der bedingungslos an mich glaubt.
Ich brauche mein Bruder nicht mehr nachzueifern.
Um so zu leben,wie ich es für richtig halte,muss ich vielleicht meine "alte Familie"loslassen.
Damit ich mit meiner eigenen Familie nach unseren Vorstellungen leben kann.
Mein Leben lang bin ich nur akzeptiert worden,wenn ich das getan habe,was andere von mir wollten.
Jetzt lebe ich mein Leben so wie ich denke und ich werde verachtet.
Das ist nicht Recht,doch so gehts nun mal zu bei uns.
Egoismus besteht nicht darin sein Leben nach seinen Wünschen zu leben,sondern darin,dass man von anderen verlangt,das sie so leben,wie man es wünscht.
Seit drei monaten herrscht stille zwischen meinen Eltern.
So eine Behandlung hab ich nicht verdient.


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