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Thema: Mobbing in der Familie

  1. #1
    Gast7042
    Gast

    Standard Mobbing in der Familie

    Mobbing in der Familie ist wohl die schlimmste art.
    Meine gesamte Kindheit war ein einziger Graus.Meine Mutter konnte sich nicht richtig gegen mein Bruder durchsetzen,mein Vater waren Konflikte zwischen uns Geschwistern egal.
    Es hiess immer,vertragt Euch wieder,das wird schon wieder.
    Bei keinen konnte ich mich aussprechen und so heulte ich im Zimmer alleine.
    Oft und lange vor lauter Verzweiflung.
    Ich kam einfach nicht gegen mein Bruder an,da meine Eltern hinter ihm standen.Viele Jahre weinte ich mich in den Schlaf,wir mussten uns zuerst ein Zimmer teilen.Sein hässliches Gerede jeden Abend,aber nur wenn wir allein waren.als wir dann jeder ein Zimmer hatten,bekam er das Zimmer mit dem Ofen,während ich das ohne jegliche Heizung bekam.Er hatte es mollig warm,während ich mir bei 0 grad die hände blaufror.Oft genug bettelte ich,das zu ändern.Doch es dauerte lange,bis endlich ein Durchbruch durch die Wand gemacht wurde.
    Er schlug die Möbel mit nen Fleischklopfer kaputt und demolierte den Traktor.
    Jähzorn bestimmt lange Zeit sein Tun.
    Manchmal hatte ich richtig Angst vor ihm.Und doch wollte ich ihm nacheifern,weil er beliebt war bei meinen Eltern.Am Busplatz stand er feige rum,als mich die Kinder ärgerten.Jede kleine verfehlung von mir hat er verpetzt,auch wenn ich ihn gebeten hab,es nicht meinen Eltern zu sagen.So einen Bruder wünsche ich keinem.Ich eiferte ihm weiter nach.
    Beide hatten wir Führerscheine und Auto.
    Beide hatten wir eine Ausbildung und Arbeit.
    Beide machten wir eine Umschulung/Weiterbildung.
    Beide hatten wir eine eigene Wohnung.


    Und trotzdem wird er immer höher gehalten.Es ist nie genug,was ich tue.
    Meine Eltern stehen hinter ihm und verachten mich weil ich ihn nicht zu meiner Hochzeit einlud.
    Sie kamen natürlich auch nicht,weil er nicht eingeladen war.

    Heute bin ich stärker denn je,weil ich einen Menschen gefunden habe,der bedingungslos an mich glaubt.
    Ich brauche mein Bruder nicht mehr nachzueifern.
    Um so zu leben,wie ich es für richtig halte,muss ich vielleicht meine "alte Familie"loslassen.
    Damit ich mit meiner eigenen Familie nach unseren Vorstellungen leben kann.
    Mein Leben lang bin ich nur akzeptiert worden,wenn ich das getan habe,was andere von mir wollten.
    Jetzt lebe ich mein Leben so wie ich denke und ich werde verachtet.

    Das ist nicht Recht,doch so gehts nun mal zu bei uns.

    Egoismus besteht nicht darin sein Leben nach seinen Wünschen zu leben,sondern darin,dass man von anderen verlangt,das sie so leben,wie man es wünscht.

    Seit drei monaten herrscht stille zwischen meinen Eltern.
    So eine Behandlung hab ich nicht verdient.

  2. #2
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    Standard

    Hallo Kle,

    nein, eine solche Behandlung hast du sicher nicht verdient. Und dieses Gefühl, immer ungerecht behandelt zu werden, wird sich wahrscheinlich auch in deinem Inneren festsetzten und dich dein ganzes Leben begleiten, wenn du es zulässt.
    Du kannst deine Eltern und auch deinen Bruder nicht ändern.Vielleicht warst du aus irgendeinem Grund für den du garnichts kannst der Buhmann.
    Du hast ja selbst schon den Gedanken, dass es gut wäre, deine alte Familie loszulassen und dir ein Leben nach deinen Vorstellungen aufzubauen. Und genau das würde ich an deiner Stelle auch versuchen. Und wenn die Anderen engstirnig und verbohrt sind und dich nicht akzeptieren wollen, wenn du deinen Weg gehst, dann sollen sie es halt lassen. Immer auf Anerkennung zu hoffen und immer wieder enttäuscht zu werden, kann nicht die Lösung sein. Vielleicht wäre es sinnvoll, deinen Weg in ein neues selbstbestimmtes Leben zunächst mit Hilfe einer Therapie zu gehen. Du könntest dann deine alten Verletztungen aufarbeiten und lernen, dass du ein Recht hast auf ein eigenes Leben, ohne schlechtes Gewissen und Schuldgegühle.
    Ich wünsch dir alles Gute.

    LG
    Anna
    Geändert von Anna55 (31.12.2010 um 14:46 Uhr)

  3. #3
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    So eine Behandlung hat niemand verdient.
    Und wie Anna schon sagte: Ich glaube nicht, dass du deine Familie ändern kannst. Du kannst nur an deiner Einstellung zu ihr feilen.

    Es tut mir wirklich leid, was dir da widerfahren ist. Es muss schrecklich sein, wenn man von seinen Eltern nicht wirklich geliebt wird.
    Ich selbst bin Einzelkind und wurde ganz sicher sehr geliebt. Von meiner Mutter. Mein Vater ist ein anderes Thema...
    Geändert von Jan1981 (01.01.2011 um 04:18 Uhr)

  4. #4
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Kle,

    ich kann ehrlich gesagt immer noch nicht verstehen, warum jede Art von Konflikten heutzutage als Mobbing bezeichnet wird

    Aber gut, ich will hier keine Wortklaubereien anzetteln.

    Wir können nicht wissen, was da in Deiner Familie für eine Dynamik läuft/lief. Denn wir haben hier nur DEINE Wahrnehmung und Deine subjektive Wahrheit. Ich werde daher mit Sicherheit keine Partei ergreifen.

    Vll war Dein Bruder von Anfang an ein komplizierterer "Fall", ein Sorgenkind, das sehr viel Aufmerksamkeit beanspruchte, so dass für Dich nicht genug übrig blieb. Vll waren Deine Eltern überfordert, vll war er aber auch der "Prinz", auf den alles projeziert wurde, was die Eltern in ihrem eigenen Leben nicht leben konnten. Vll fühlte sich Dein Bruder aber auch genauso missachtet wie Du und hat das anders kompensiert. Wir können das nicht wissen.

    Was ich aber lese ist, dass Du heute anscheinend erwachsen bist, und immer noch den anklagenden Blick des Kindes "pflegst".

    Gut, Du hast Dich weg gestrampelt von dem ganzen. Aber bist Du auch frei?
    Heute bin ich stärker denn je,weil ich einen Menschen gefunden habe,der bedingungslos an mich glaubt
    d.h. in der Konsequenz: Du bist von dem Glauben an Dich bzw von einem Menschen, der Dir das gibt, abhängig. Wenn der weg fallen würde, wärst Du wieder schwach, weil Du IN Dir nix vergleichbar starkes aufgebaut hast.

    Freiheit ist für mich was anderes

    Um so zu leben,wie ich es für richtig halte,muss ich vielleicht meine "alte Familie"loslassen
    Diesen Schritt müssen alle Menschen irgendwann mal machen. Oft ist es schmerzhaft, da eine Seite mit Gegenwehr reagiert. Meist ist es ein natürlicher Prozess, welcher sich durch die ganze Biografie eines Kindes zieht. Wir müssen uns immer wieder ein Stück weit mehr lösen von unserer Familie. Die ersten Schritte, die intellektuelle Entwicklung, die Pupertät, die Adoleszenz. Halbwegs gesunde Eltern erlauben und unterstützen diese Schritte der Ablösung. Wenn nicht, dann ist das allermeist ihr eigenes Thema, und dann muss das "Kind" sich u.U. härter abgrenzen. Das tut weh, aber irgendwann sollte man zumindest aus dieser anklagenden Haltung heraus kommen und das eigene Leben leben, ohne ständig mit dem Zeigefinger vorwurfsvoll zurück zu zeigen.

    Nicht, dass es nicht nachvollziehbar wäre, oder dass Dein Groll nicht berechtigt wäre, aber Du bindest Dich damit weiter negativ an Deine Familie und das, was Dir nicht gut getan hat. Dabei bist Du schon Deine Schritte ins eigene Leben gegangen. Doch energetisch, emotional hast Du noch nicht Schritt gehalten.

    Das dumme an einer solchen Dynamik: man begibt sich in neue Abhängigkeiten, ohne es zu merken. siehe oben.
    Geändert von Gast784 (01.01.2011 um 18:07 Uhr)

  5. #5
    Gast7042
    Gast

    Standard

    Hallo Gaby
    Sag mir Doch mal,wie Mobbing für dich auszusehen hat!
    kle

  6. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von kle Beitrag anzeigen
    Hallo Gaby
    Sag mir Doch mal,wie Mobbing für dich auszusehen hat!
    kle
    Was soll das für einen Sinn machen, Kle? Es geht hier um Dich und nicht um mich

    Guck doch mal in Tante Wiki und Co nach Begriffserklärungen.

    Oder Gegenfrage: was ist für Dich der Unterschied zwischen "Mobbing" und "Konflikte"?

    Und geht es hier jetzt um "Diagnosenbestimmung" oder um Deine Geschichte, mit der Du versuchst, klarzukommen?

    Wenn Du anklagend bleiben willst, dann tue das doch einfach. Du bist ja schließlich ein freier Mensch. Dafür brauchen wir jetzt nicht ins theoretisieren über irgendwelche Begriffsdefinitionen wechseln.

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