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Thema: Mobbing - inwiefern Selbstverschulden?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Mobbing - inwiefern Selbstverschulden?

    Hallo liebes Forum,

    habe mich soeben neu angemeldet weil ich seit sehr langer Zeit ein Problem mit mir herumtrage, das mich stark belastet.

    Und zwar geht es darum, dass ich mich bisher in fast keiner Gemeinschaft einleben konnte. Es ist ein schwieriges Thema, weil es mir unangenehm und fast sogar peinlich ist.

    Begonnen hat es in der Grundschule und zieht sich bis jetzt in die Lehre. Ich kann nur erahnen, worin mein Fehler liegt (man sieht sich nur schnell von aussen). Mir wird ein häufig nervendes, arrogantes und hyperaktives Verhalten vorgeworfen. Ich habe bei mir sogar einen leisen Verdacht auf ADHS. Bisher war ich in zwei Kliniken wegen Nervenzusammenbrüchen, starker Selbstverletzung und Suizidversuchen.

    Niemand bis auf meinen Freund und meine Familie wusste davon - nach Aussen war ich eine gute Schauspielerin. Sogar meine besten Freunde erfuhren erst von meinen Problemen als ich breits in einer Klinik lag.
    Was das mit Mobbing zu tun hat? Vermutlich allein die Tatsache, dass ich Angst hatte mich zu offenbaren? Jedenfalls wurde ich in Rekordzeit ausgegrenzt und gemobbt.

    Nun ein paar Beobachtungen wie sich das Mobbing durch mein Umfeld äussert:

    Punkt 1:
    Ich merke bei vielen Menschen eine starke Neigung mich zu ärgern - aus welchem Grund auch immer. Teilweise geschieht bei diesen Personen die einzige Kommunikation mit mir auf Basis der Provokation.

    Punkt 2:
    Gruppen bilden sich, ich gehöre keiner an.
    Ist eigentlich kein Problem, aber: Wenn der "Gruppenchef" etwas gegen mich hat, dann haben alle anderen automatisch auch etwas gegen mich. Sie reissen die gleichen dämlichen Sprüche, denn der Chef hat es ja genehmigt. Handelt es sich hierbei um den Klassenchef, dann mal Gute Nacht. Keiner will mehr was mit dir zu tun haben.

    Punkt 3:
    Ich leide an starken Stimmungsschwankungen. Das ist für viele Menschen sehr zuwider. Bin ich happy, dann sind alle positiv überrascht. Wenn sie mich jedoch in einem schlechten Moment erleben, dann ist die aufgebaute Sympathie weg. Das ärgert mich immer am meisten.

    Ich habe in letzter Zeit viel an mir gearbeitet und mein Selbstbewusstsein aufgebaut. Gegen meine starken Stimmungsschwankungen nehme ich jetzt Medikamente, möchte sozial "tragbarer" werden.

    Danke fürs Mitlesen. Über ein paar Hinweise und Tipps würde ich mich sehr freuen.

    Viele Grüsse

    LebensFreude
    Geändert von LebensFreude (19.10.2008 um 20:28 Uhr)

  2. #2
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo LebensFreude,

    ich glaube das nicht jede Aversion, auch die einer Gruppe, direkt Mobbing sein muss !

    Könnte es nicht auch einfach sein, dass der alter Spruch ....wie man in den Wald hinein ....so kommt es auch retour - gelten könnte ?

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    Hallo Lebensfreude,

    du analysierst doch selbst recht deutlich, was Du vermutlich dazu beigetragen hast.

    Erkundige Dich doch mal nach sozialem Kompetenztraining. Ich kenne das zwar nur als Teil von klinischen Therapien, aber das solls in "freier Wildbahn" ja auch geben.

    Deine ganzen psychischen Störungen stehen natürlich auf nem anderen Blatt. Aber ich nehm mal an, dass Du deswegen schon in Therapie warst/bist?!

    lg Gaby

  4. #4
    Neuling
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    Standard

    Hm wenn Du sagst, du kannst sehr wohl sympathie aufbauen und verlierst sie aber auch schnell wieder, wenn du down bist, dann würde ich tippen, das die Leute in dieser Situation einfach nicht wissen woran sie sind.
    Vielleicht grübeln sie sogar noch einen Moment, was sie dir getan haben könnten, es fällt ihnen nichts ein und das Gefühl der Unsicherheit wandelt sich in Trotz oder Abneigung.

    Würde es für dich möglich sein, den Leuten mitzuteilen: 'sory, heute bin ich schlecht drauf, hat nichts mit euch zu tun, lasst mich einfach lieber in Ruhe?' den Zustand kennt ja zumindest fast jeder und vielleicht lässts sich damit leichter leben.

    Ich hatte nämlich mal so eine Kollegin, wenn die mit ihrer Arbeit überfordert war, hat sie nicht mehr mit uns anderen geredet und man war immer versucht zu glauben, man hätte sie schräg angeschaut oder sonstwas verbockt. Hätte sie nur einmal gesagt: boah leute, heut strengt mich der job einfach an, bin nicht mehr aufnahmefähig. Oder etwas in der Art

    Für festere Beziehungen stellt eine solche Ambivalenz natürlich ein Problem dar. wenn ich mir vorstelle, die Hälfte der Zeit ist meine Freundin oder Freund einfach nicht ansprechbar, auch wenn ich ihn/sie brauche, dann fühlte ich mich allein gelassen von ihr/ihm.

    liebe Grüße
    Janu

  5. #5
    Gast784
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Januley Beitrag anzeigen
    Ich hatte nämlich mal so eine Kollegin, wenn die mit ihrer Arbeit überfordert war, hat sie nicht mehr mit uns anderen geredet und man war immer versucht zu glauben, man hätte sie schräg angeschaut oder sonstwas verbockt. Hätte sie nur einmal gesagt: boah leute, heut strengt mich der job einfach an, bin nicht mehr aufnahmefähig. Oder etwas in der Art
    Hallo Janu, das braucht aber viel Selbstsicherheit in der heutigen Arbeitswelt. Denn sehr viele Leute haben einfach Angst, für schwach und nicht leistungsfähig gehalten zu werden. Da gehts konkret um ihren Arbeitsplatz. Schön, wenn man so was in der Arbeit zugeben kann, aber die Regel ist das nicht.

    lg Gaby

  6. #6
    Neuling
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    Recht hast du, aber wir sind ein sehr kleines Team Erzieherinnen, diese Mitarbeiterin hat mich ausgebildet, wir sind (bis auf die Chefin) alle recht jung und man kann auch über Schwächen reden. Meine Chefin versucht einem dann eher hilfreiche Tips zu geben, anstatt das sie einem irgendwie an den Karren fährt.

    Aber klar, ich denke, das war ihr Problem. Mitunter.

    liebe Grüße

  7. #7
    Neuling
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    Hallo und erstmal danke für das Feedback.

    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen
    Aber ich nehm mal an, dass Du deswegen schon in Therapie warst/bist?!
    Die Therapeuten bringen herzlich wenig, man redet einmal die Woche für 45 Minuten miteinander und das wars dann. Hab es schon häufiger angegangen, aber mehr als das übliche blabla ist es wirklich nicht.
    Die wichtigsten und wertvollsten Hinweise für eine bessere Selbstwahrnehmung stammen allesamt von Menschen die mir im Leben begegnen und selbst mit sich klarkommen. Deswegen ist ein gutes soziales Umfeld und die Beendigung von krank-machenden Bindungen die Voraussetzung für eine gesunde Psyche.

    Ich glaube vieles hängt auch davon ab wie es daheim ablief und ob ein gutes Verhältnis zu den anderen Familienmitgliedern besteht. Deswegen habe ich aufgehört gegen die komische Art meiner Eltern anzukämpfen und möchte diesen Sommer ausziehen. Möglichst in eine WG mit jungen Leute.
    Der tägliche Streit und ständige Bevormundungen sind stark belastend.

    Erkundige Dich doch mal nach sozialem Kompetenztraining.
    Ist das so etwas wie ein Workshop? Hört sich jedenfalls gut an . Danke für den Tipp.

    ... das die Leute in dieser Situation einfach nicht wissen woran sie sind.
    Das könnte wohl wahr sein. Im Moment bin ich gerade dran die Kontakte
    wieder zu verbessern, die ich die letzten Woche vernachlässigt habe.

    Für festere Beziehungen stellt eine solche Ambivalenz natürlich ein Problem dar.
    Hier verschafft eine offene Beziehung abhilfe. Bin jedenfalls ganz zufrieden damit, weil man sich auch mal aus dem Weg gehen kann ohne dass gleich die Gefühle in Frage gestellt werden oder giftige Eifersucht auftaucht.
    LG

    Lebensfreude

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