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Thema: Mut

  1. #1
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    Standard Mut

    Ich habe hier bereits unter einem anderen Thread "Mobbing am Arbeitsplatz" ein Problem versucht zu schildern. Mein Titel heißt hier Mut, weil ich unter Mut etwas anderes verstehe, als mir Menschen versuchen zu erklären. Ich gelte in meinem Kollegenkreis und auch Bekanntenkreis als mutige Person. Ich weiß aber nicht was an einem bestimmten Verhalten mutig ist.

    Ich habe mich für meine Kollegen eingesetzt und zwar für ein besseres Arbeitsklima. Ich wollte es verändern und habe alle Möglichkeiten genutzt. Ich habe viele Gespräche mit bestimmten Menschen im Unternehmen geführt, sie wollten sich das Thema Mobbing annehmen und sich darum kümmern. Alles dauerte ewig lang. Und die Situation im Büro wurde nicht besser sondern schlimmer. Vorgesetzte, die es nicht abstellen konnten oder auch wollten. Keine Ahnung. Eine Kollegin, die dem Druck nicht mehr ausgehalten hat ist körperlich zusammengebrochen. Andere Kollegen haben nachdem sie weg war ihren Arbeitsplatz übernommen und schlecht über sie gesprochen. Niemand der gefragt hat wie es ihr geht und wie es dazu kommen konnte. Meine Chefin ging einfach darüber hinweg. Keiner trug dafür die Verantwortung, wobei ich mitbekommen hab, wieviel Arbeit man ihr zugeteilt hatte im Vergleich zu anderen. Dazu kommt, daß sie seit Juni erst in der Abteilung war, quasi neu. Mir hat man seit August auch mehr Arbeit zugeteilt und mir immer wieder gesagt, ich hätte vorher nichts zutun gehabt, einen ganzen Arbeitsplatz hatte man einfach aufgeteilt.

    Nun zurück zu meinem Anliegen Mut. Ist es für euch mutig, wenn man zum Vorstand eines Unternehmens geht und ihm über die Situation berichtet, weil man von ihm Hilfe erwartet, und hofft,daß er das Anliegen versteht und Dinge wie Mobbing abstellt?

    Ist das mutig? Oder ist es einfach menschlich und verantwortungsbewußt, wenn man sich an jemanden wendet, der Entscheidungen treffen kann, wenn man das Gefühl hat, andere möchten oder können nicht.

    Vielen Dank für eure Antworten zum Thema Mut.

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    Ist es für euch mutig, wenn man zum Vorstand eines Unternehmens geht und ihm über die Situation berichtet, weil man von ihm Hilfe erwartet, und hofft,daß er das Anliegen versteht und Dinge wie Mobbing abstellt?
    hallo Besonders,

    wahrscheinlich mache ich mich mal wieder unbeliebt, aber das ist eher ein Beispiel für mich, dass Mut und "Dummheit" nah beieinander liegen.

    Das erste, was ich mich bei Deinem Beispiel frage: wie soll ER (der Vorstand) Mobbing abstellen? Hast Du ihm das auch gesagt? Also hast Du gesagt, wo in der Struktur der Fehler hängt?

    Echtes Mobbing ist auch ein Strukturproblem in einem Betrieb und/oder einer Abteilung. Dann gibt es aber leider inzwischen ganz viel Pseudomobbing. Mit Pseudomobbing bezeichne ich inzwischen die fehlende Konfliktfähigkeit einzelner Personen. Dann wird jeder Konflikt, jede Kommunikationsunfähigkeit zum Mobbing hochgeschaukelt. (hier im Unterforum "Mobbing" hatten wir auch schon ein paar Beispiele)

    Aber zurück zu Deiner Frage: sich mutig beim Vorstand einzusetzen, dafür bräuchte ich selbst eine klare Analyse und einen Vorschlag zur Lösung des Problems, um dies zu machen. Und am besten einen entsprechenden Status oder ich würde mich zu einem solchen vorschlagen. Wenn ich z.b. ausgebildete Mediatorin wäre, oder eine Fortbildung in Moderation hätte, oder sonst was in der Art (wobei es dafür aber immer Personen braucht, die selbst nicht in die Struktur/in den Konflikt involviert sind).

    Es gibt auch interne Kommunikationskurse für Teams. Ich kenne mich damit nicht gut aus, weil ich nicht in solchen Firmenstrukturen arbeite, kenne jedoch eine Theaterfrau, die ihre Arbeit im prof. Firmen- Mitarbeitercoaching einsetzt. Ich hab mal bei ihr einen externen Kurs mitgemacht und fand das wesentlich effektiver als das ganze tschaka-tschaka-Gedöns, was die Branche vll noch so bietet.

    Oder Du bist Betriebsrat, und hast daher eine Sonderposition inne. Da kenne ich mich jedoch nicht aus, dazu können die Betriebsräte hier genaueres sagen.

    Du fragst nach der persönlichen Einstellung. Meine ist die, dass ich meinen Mut dafür hernehme, meine eigene Integrität und Authentizität zu pflegen und entsprechend zu handeln. d.h. mit mir gibt es zwar hin und wieder Konflikte, aber gemobbt hat sich noch kein Kollege von mir gefühlt.
    Geändert von Gast784 (16.12.2010 um 17:04 Uhr)

  3. #3
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    Hallo besonders,

    ich habe in meinem Berufsleben einiges über menschliches und kollegiales Verhalten dazulernen müssen und mir erscheint es naiv zu glauben, dass der Vorstand des Unternehmens sich wirklich intensiv mit deinem Problem beschäftigen wird. Als Einzelkämpfer wirst du da nicht viel erreichen können. Und am Ende kann sein, dass du blöd dastehst, weil die anderen Betroffenen sich verpinkeln. In einem Betrieb sind erwachsene Menschen beschäftigt, die sich zunächst mal selbst wehren müssen. Wenn deine Unterstützung dann gebraucht wird, ok. Aber sich als Retter der Witwen und Waisen zu fühlen, finde ich nicht so angebracht und das hat dann auch nichts mit Mut zu tun, sondern eher mit Helfersyndrom. Oder liege ich da völlig falsch?

  4. #4
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    wahrscheinlich mache ich mich mal wieder unbeliebt, aber das ist eher ein Beispiel für mich, dass Mut und "Dummheit" nah beieinander liegen.

    Warum Dummheit?

    Das erste, was ich mich bei Deinem Beispiel frage: wie soll ER (der Vorstand) Mobbing abstellen? Hast Du ihm das auch gesagt? Also hast Du gesagt, wo in der Struktur der Fehler hängt?

    ja das habe ich, es war im Nachhinein ein Erfolg für die Abteilung, sodaß nun Schulungen für Vorgesetzte und Teambildende Maßnahmen daraus resultieren

    Echtes Mobbing ist auch ein Strukturproblem in einem Betrieb und/oder einer Abteilung. Dann gibt es aber leider inzwischen ganz viel Pseudomobbing. Mit Pseudomobbing bezeichne ich inzwischen die fehlende Konfliktfähigkeit einzelner Personen. Dann wird jeder Konflikt, jede Kommunikationsunfähigkeit zum Mobbing hochgeschaukelt. (hier im Unterforum "Mobbing" hatten wir auch schon ein paar Beispiele)

    Es handelte sich um echtes Mobbing, was ich nur nicht beurteilen konnte, ob Vorgesetzte sich dahinter verbergen, da sie es nicht abgestellt haben, bzw. Maßnahmen ergriffen haben.

    Oder Du bist Betriebsrat, und hast daher eine Sonderposition inne. Da kenne ich mich jedoch nicht aus, dazu können die Betriebsräte hier genaueres sagen

    Ja das bin ich auch, jedoch war ich am Ende mit involviert wurde schikaniert und es wurden Fehler gegen mit gesammelt, meine Motivation im Team, wurde durch meine Vorgesetzten nicht anerkannt und wertgeschätzt. Sodaß ich mich entschlossen habe, dieses beim Vorstand vorzutragen. Die Strukturen waren voller Fehler und für ein Team nicht mehr tragbar.]

    Du fragst nach der persönlichen Einstellung. Meine ist die, dass ich meinen Mut dafür hernehme, meine eigene Integrität und Authentizität zu pflegen und entsprechend zu handeln. d.h. mit mir gibt es zwar hin und wieder Konflikte, aber gemobbt hat sich noch kein Kollege von mir gefühlt.

    Ja, ich habe nichts anderes getan. Jedoch verstehe ich nicht das man sagt, es wäre mutig. Mutig ist für mich was völlig anderes. Sich für Menschen einsetzten ist doch nicht mutig, sondern selbstverständlich. Ein Vorstand ist für mich auch jemand der im Unternehmen für gewisse Aufgaben eingestellt wurde.

    Man sagt mir sooft, mensch das war mutig. Die Reaktion verstehe ich nur nicht, und versuche für mich zu verstehen, wie Menschen darauf kommen, dieses Handeln als mutig zu erachten.

  5. #5
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    Hallo Anna

    ich finde es nicht naiv, sich für Menschen einzusetzen, die nach Hilfe schreien. Ich finde es auch nicht dumm, auf Dinge aufmerksam zu machen, die einen reibunslosen Ablauf behindern. Ich denke, wenn man auf direktem Wege nichts erreichen kann, da man auf Hilflosigkeit stößt, sollte man es in die Hand nehmen um etwas zu bewegen.

    Ich habe, da gebe ich dir sicherlich recht ein kleines Helfersyndrom, das hatte ich immer aber es ist nicht so ausgeprägt, daß ich mich darin verliere. Sondern eher, daß wenn man mich um Hilfe bittet, ich versuche zu helfen. Für mich ist es selbstverständlich, daß jemand der verletzt am Boden liegt, ich Hilfe hole und selbst helfe, sofern ich in der Lage bin.

  6. #6
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    Hallo besonders,

    Die Reaktion verstehe ich nur nicht, und versuche für mich zu verstehen, wie Menschen darauf kommen, dieses Handeln als mutig zu erachten.
    Hat es denn eine Bedeutung, dass Du Dir diese Frage stellst?
    Es könnte Dir ja auch egal sein, wie andere Menschen Dein Verhalten betrachten: solange Du mit Dir im Reinen bist und es Dir nur um die Sache selbst geht, ist es doch völlig wurscht, ob andere dies als mutig, aufopferungsvoll, doof oder was auch immer bezeichnen ...

    Es sei denn ...
    ... dass hinter Deiner Frage eine ganz andere Frage steht ...

    Dein Engagement für andere: ist es wirklich ganz so uneigennützig und geht es dabei wirklich ausschließlich darum, die eigenen Ideale umzusetzen oder anderen zu helfen?

    So, wie Du in diesem neuen Thread (nicht zum ersten Mal) Deine eigene, persönliche Betroffenheit bei diesem Thema schilderst: hat das Kämpfen für andere dann nicht auch viel mit dem "Verarbeiten" eigener unaufgelöster Defizite über den Umweg des Außen zu tun?
    Das Thema Mobbing ist für Dich ja sehr präsent - und auch dominant ...
    Und auch Dein Engagement bewegt sich sehr eng in diesem Bereich ...

    In diesem Kontext würde dann auch Deine Frage vom Anfang einen Sinn ergeben.

  7. #7
    Gast784
    Gast

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    Sich für Menschen einsetzten ist doch nicht mutig, sondern selbstverständlich.

    ....ich finde es nicht naiv, sich für Menschen einzusetzen, die nach Hilfe schreien

    ...
    Ich habe, da gebe ich dir sicherlich recht ein kleines Helfersyndrom...
    Bist Du sicher dass das soooo klein ist? Je nach eigener Zufriedenheit vll mal kleiner, mal größer?

    Ich finde nämlich, Du stellst Dich hier (und im letzten Fred) sehr selbstlos dar. Dein Handeln war aber doch auch zu einem großen Stück daraus motiviert, dass Du für Dich selbst bessere Arbeitsbedingungen haben wolltest, weil diese für Dich untragbar waren, da Du selber betroffen warst?! Oder kapier ich da jetzt irgendwas nicht?

    Was ist daran anstößig, diese Motivation zu vertreten? ich finde die sogar wesentlich glaubhafter, als wenn einer mit der Begründung zu mir käme, dass er sich jetzt dafür einsetzt, damit seine Kolleschen nicht so leiden müssen "Nachtigall, ick hör dir trapsen"

    Und warum betonst Du nun schon im 2. Fred Dein so selbstloses Engagement? Was willst Du? Beifall? Wenn ich das richtig verstanden habe, hoffst Du, dass man Dir nacheifert, also dass Du als gutes Vorbild Anerkennung bekommst. Das kommt auf mich aber schon so verbissen rüber, dass ich fast glaube, ich würde Dich damit als Kollegin übergriffig empfinden, sry.

    Es ist ja gut, wenn Du was bewirken kannst und das dann auch tust. Aber umsonst tust Du das auch nicht, wenn Du ehrlich bist. Warum sonst diese Selbstdarstellung? Es hat ja geklappt und es ist jetzt alles in Ordnung. Warum immer wieder dieses Thema? Und ein Helfersyndrom - und wenn es noch so klein ist - hat nunmal was mit eigenen Defiziten zu tun. Was auch immer man da kompensieren muss. Und so wirkt das ganze auf mich. Die Frage nach dem Mut erscheint mir da eher wie das Mittel zum Zweck.

    PS: noch eine Bitte: benutze doch bitte die Zitatfunktion (z.b. im Antwortfeld oben in der Menueleiste, wo man die Schrift einstellen kann, das Symbol mit der Schrift (Zitat einfügen).

    Oder drücke bei dem Post, den Du zitieren willst, rechts unten den Bottom "zitieren". Dann erscheint der ganze Text im Nachrichtenfeld und Du kannst das rauslöschen, was Du nicht brauchst.

    Bei beiden Methoden ist es wichtig, dass das Zitat in dem QUOTE mit den eckigen Klammern steht.

    Oder mache bitte die zitierten Passagen mit einer anderen Schrift kenntlich. Das ist sonst wirklich schwierig, sich da durchzuwühlen. Danke.
    Geändert von Gast784 (16.12.2010 um 18:13 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von besonders3x Beitrag anzeigen

    ich finde es nicht naiv, sich für Menschen einzusetzen, die nach Hilfe schreien. Ich finde es auch nicht dumm, auf Dinge aufmerksam zu machen, die einen reibunslosen Ablauf behindern.
    Hallo besonders,

    so habe ich das auch nicht gesagt. Wie kommst du darauf?

    LG
    Anna

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