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Alt 01.07.2009, 15:46   #1 (permalink)
Neuling
 
Benutzerbild von Niamh
 
Registriert seit: 15.02.2009
Beiträge: 30
Standard My diary

Sooo, dann fang ich auch mal ein Tagebuch an! Hab früher oft in ein echtes Tagebuch geschrieben, aber nachdem das von meiner Schwester entdeckt und gelesen wurde, bin ich da vorsichtig ^^

Am 24.06. hatte ich mein allererstes Erstgespräch mit einem Psychologen. Ich bin so nervös gewesen, wie noch nie im Leben. An sich hatte ich nie schlimme Gedanken zum Thema Therapie. Im Gegenteil, immer hab ich die Leute bewundert, die eine machen, oder die Menschen versucht zu beruhigen, die es vor hatten. Warum ich dann selbst so ängstlich war, weiß ich nicht. Selbst als ich in der Uni im Hörsaal vor 400 Leuten ein Referat halten musste, war es nicht so schlimm gewesen. Obwohl ich schon vor Klassen Angst davor hatte... Der Psychologe war total nett und ich hab mich sehr wohl gefühlt! Es war komisch einem Fremden zu erzählen, was Sache ist ^^ Ich hab am Anfang keinen ganzen Satz zu Stande bekommen xD Aufgrund einer Sache aus meiner Vergangenheit riet er mir jedoch zu einer Psychologin zu gehen und ich war derselben Meinung. Jedenfalls war die erste Erfahrung für mich persönlich ein Erfolg, mir ging es den ganzen Tag richtig gut und ich war voller Hoffnung. Er gab mir Empfehlungen von Psychologinnen mit und dann ging es nach Hause.

Erst gestern dann hatte ich schon das zweite Erstgespräch mit einer Psychologin. Das war ganz anders. Vom Gefühl her zumindest, irgendwie vertrauter. Die Frau war sehr nett und ich hab mich auch dort wohl gefühlt, viel mehr erzählt als beim ersten Mal. Und gleich nächste Woche gehts dann richtig los. Ich bin etwas aufgeregt und freue mich aber gleichzeitig auch sehr. Es ist echt eine interessante Erfahrung. Ich habe immer ein gutes Gefühl, wenn ich mich etwas traue, was ich noch nie zuvor getan habe. In dem Fall einem Mensch persönlich zu sagen, was Sache ist. Wenn ich das bisher mit Freunden getan habe, dann nur wenn ich betrunken war oder wenn ich direkt gefragt wurde und dann auch nur sehr oberflächlich.
Nun denn, ich bin jedenfalls gespannt

Und ich merke auch, dass es immer dringender wird, dass etwas getan wird. Ich hab echt Glück, dass ich nicht mal Wochen warten muss und es direkt los gehen kann.

Heute hab ich mir vorgenommen um 10 aufzustehen -.- Hab momentan, aufgrund der Tiefs, die ich immer öfter habe, das Semester mehr oder weniger links liegen lassen und dadurch viel Zeit... Ich bin um 10 also mit ziemlichen Deprigedanken aufgewacht und hab mich mit dem Gedanken, am liebsten ganz woanders neu anzufangen, umgedreht und weiter geschlafen und kam dann um 12 noch schlechter raus... Nicht mal, weil ich zu müde bin, ich bin wegen meiner ständigen Gedanken meistens ziemlich wach, aber eben weil es schon sinnlos erschien überhaupt aufzustehen, sich anzuziehen, ins Bad zu gehen... Dass es also jetzt schon am Tag so depri ist, ist eher seltener, meist gehts und dann kommt es Abends erst... Aber nun ja. Ich versuch später, wenn es nicht gewittert und es etwas kühler ist, zu joggen. Das tut immer gut. Und ohne sähe alles noch unrosiger aus ^^

Momentan mach ich mir ziemlich viele Gedanken um die Uni und meine Familie... Wenn meine Eltern erfahren, dass ich das Fach wechsel, zwei Jahre länger brauche, ehe ich endlich irgendwie los arbeiten kann, dann is sicher Stress angesagt... Ich hab keine Angst, dass sie es ablehnen, ich werde auch ab Ende des Sommers einen Nebenjob machen. Geldlich und so will ich für mich selbst sorgen, während ich weiter studiere... Aber sie werden trotzdem Stress machen und ich mach mir eher Sorgen darum, dass schon sowas so viel Kraft nimmt und ich kann irgendwie nicht einfach mal mehr auf Durchzug stellen, oder ruhig bleiben. Früher ging das so viel besser, ich hab mein Leben gelebt, egal was jemand gesagt hat... Aber irgendwie hab ich keine "Lust" mehr dauernd kämpfen zu müssen. Ich will einfach mal so akzeptiert werden, wie ich bin... Und genau da werden meine Eltern ansetzen, sie werden keinen Stress deswegen machen, dass alles nochmal 2 Jahre länger dauert, sondern dass ich sie enttäusche, dass ich nicht so bin, wie sie es gerne hätten, etc... seufz... Manchmal hab ich das Gefühl, nicht aus dieser Familie sein zu können... Ich bin GANZ anders, als meine gesamte Familie und irgendwie bekommt man dann immer vermittelt, dass man nicht normal ist, nicht richtig tickt, irgendwie spinnen muss, nur weil man nicht so ist, wie sie es verstehen... Mir graut es echt davor, wenn der ganze Stress von vorn los geht und selbst wenn ich ein paar Monate mit dem Nebenjob anspare, um ausziehen zu können, wird das nicht aufhören. Ich hasse es noch so lang, wie das Studium geht, immer ein bisschen auf sie angewiesen zu sein... Dabei könnte es so einfach sein... Im Grunde könnten wir uns alle so gut verstehen. Ich hab schon so oft versucht, dass hier alles funktioniert. Aber man wird ja schon schief angesehen, weil man sich mehr für Spaziergänge in der Natur interessiert, statt mit Gleichaltrigen jedes Wochenende Partys zu feiern -.- MAL feier ich auch ganz gerne, aber ich habs satt dass immer und überall Alk dabei sein muss, dass es nie ohne geht, dass es jeden freien Tag so sein sollte, blabla. Kein Wunder, dass Alkohol in der Familie dann eine größere Rolle spielt und zumindest meiner Meinung nach die meisten, die noch nicht abhängig sind, zumindest gefährdet sind (ich schließ mich da nicht aus). Es nervt einen SO sehr, man HASST es und dann hat man irgendwann einfach keine Kraft mehr sich das dauernd ansehen zu müssen und macht einfach mit... seufz...

Nagut, eigentlich wollt ich nur von den Erstgesprächen berichten und dass es schon so bald richtig los geht und ich mich freue Vielleicht ist noch nichts zu spät!
Niamh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.07.2009, 19:04   #2 (permalink)
Neuling
 
Benutzerbild von Niamh
 
Registriert seit: 15.02.2009
Beiträge: 30
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Hach, heut is wieder so ein komischer Tag...
Letzte Nacht einen Albtraum mit meiner Familie gehabt. Ich übertreibe bestimmt nur, aber im Traum hat mich die ganze Familie verstoßen, weil ich das Studiumfach wechseln will und daher etwas länger brauche. So würden sie zwar in real nie reagieren, das weiß ich und selbst wenn, es ist mein Leben, aber irgendwie hat mich der Traum wieder depri gemacht -.-

Und dann wieder diese unmengen Zweifel... Soll ich wirklich eine Therapie machen? Irgendwie erschreckt mich die Tatsache, dass ich SO offen über alles geredet habe. Eigentlich könnte man ja denken, dass das doch super is, wenn man keine Probleme damit hat. Aber im Nachhinein bekomme ich, nach so einer Offenheit, immer Fluchtgedanken und komme in Versuchung, alles was ich sagte als "Aaach ist doch nicht so schlimm" abzuwinken. Das klang beim erzählen alles so schlimm, so "krank", aber.... seufz... Ich weiß grad nicht, was ich davon halten soll. Ich hab gerade echt ein mulmiges Gefühl, wenn ich an kommenden Mittwoch denke. Irgendwie lief alles ZU gut... Besser hätte es (nach meiner Meinung) gar nicht sein können. Warum dann diese Zweifel? Es wäre doch ne super Chance und ich wieder diese blöden Fluchtgedanken -.-

Naja... gerade is auch wieder alles so hoffnungslos, zukunftsangst... manchmal auch gleichgültig *seufz* Hoffentlich wirds bald besser *das alles mal los werden musste*
Niamh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2009, 01:22   #3 (permalink)
Neuling
 
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Beiträge: 30
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So, endlich mal wieder schreiben...
Die letzten Wochen verliefen eigentlich ganz gut und eigentlich scheint alles auf einem guten Weg zu sein...
Eigentlich!
Seit ich Woche um Woche zu der Therapie gehe, gehts etwas besser... Es ist einfach das meiste entspannter geworden. Dann hab ich (wegen Urlaub und so), eine Woche ausgesetzt und Morgen (bzw heute), ist der erste Termin seit 2 Wochen wieder... Und irgendwie hab ich da Angst vor und Unmengen Zweifel. Und diese ganzen Zweifel machen mich richtig hoffnungslos. Dabei lief es so gut, aber ich trau dem "Frieden" nicht... Ich kann mir nicht vorstellen, dass es immer so gut läuft. Am Anfang der Stunde denk ich, "Oh Gott, die Zeit geht ja nicht um..." und nach einer halben stunde fühl ich mich so wohl, dass die Zeit fliegt und plötzlich ists schon wieder vorbei...
Ich hab vor jeder Stunde ein paar Zweifel... Aber heute ists sehr viel... Ich hab Angst, dass irgendwann der "Knall" kommt während einer Sitzung, wo das ganze Vertrauen zerstört wird...

Manchmal würd ich total gern alles hinwerfen und weiter weg ziehen und mich mit irgendwelchen Hilfsjobs, die man eben bekommt, wenn man nix gelernt hat, über Wasser halten... Aber ich weiß, dass ich das bereuen würde, es geht nur um das Gefühl "ausbrechen" zu wollen. Aber ich weiß nicht wo raus... alles was ich jetzt tuhe, wollte ICH so, alles was ich nicht wollte hab ich längst sein gelassen...

Ich hab so viele Fortschritte gemacht, hatte kein tiefes Loch mehr und doch diese Zweifel... mir ist fast alles egal, was mir vorher nicht egal war... Ich würd so gern die Therapie abbrechen, oder "aufgeben", ich würd mich am liebsten irgendwo verkriechen, am besten allein, weit weg...
Letztes Wochenende war ein Festival, dort war ich und es war echt gut... Ich hab viel über mich erfahren und über meine Freunde... es war aufschlussreich. Bin ja sonst meistens eher alleine unterwegs und dann drei Tage rund um die mit so vielen Menschen zu tun gehabt (Freunde und Fremde). Es war echt gut, ich hab mich wohl gefühlt... Einerseits dauernd Kontakt zu Menschen und andererseits bin ich auch ma allein da rum gelaufen... Aber diese deprigedanken sind unterschwellig trotzdem da...

Und am meisten hab ich Angst vor dem Beginn der Therapiesitzungen... da kommt meistens die Frage, wie es mir geht und wie die Zeit seit der letzten Sitzungen war... und das komische ist, ich WEIß es NICHT! Ich weiß nicht, wie es mir geht, weder gut, noch schlecht, neutral... es ist in den paar Tagen dazwischen alles vertreten und kann sich stundenweise abwechseln... Vielleicht ist mir auch langsam bewusst geworden, dass ich da offen über alles rede, was ich sonst nie tun würde. Anfangs und während den Sitzungen ist alles so unwirklich, als würde ich von außen sachlich über wen anderes reden...

Und dann bin ich endlich in mein Traumstudiumfach eingeschrieben... Und es weiß immanoch keiner, dass ich das getan habe, die werden ausrasten obwohl mir das gefühlsmäßig mittlerweile egal ist. Ich weiß nur, dass das Kraft kosten wird, sich dem Ärger zu stellen und die hab ich grad nicht... das trübt aber die Freude auf Beginn des Studiums nicht... ich hab aber auch da zweifel, ob ich überhaupt gut genug bin, um es zu schaffen *seufz*, hab Angst, dass die Anforderungen zu hoch sind... Zu guten Zeiten hab ich gar keine Zweifel...

Ach mensch... wenn dieser Wunsch aufzugeben gerade nicht wäre... Einfach ins Bett und schlafen und träumen -.- Mir sind sogar Dinge so egal geworden, vor denen ich mal riesige Angst hatte, einfach weil ich keine Energie habe, um mich aufzuregen und Angst zu haben... und das klingt jetzt alles bestimmt negativ, aber im großen und ganzen fühl ich mich besser...

Ich werd da morgen wohl hin müssen,.... sie hat gerade erst den Antrag gestellt, wäre blöd das jetzt abzubrechen *seufz*
Niamh ist offline   Mit Zitat antworten
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