Ich habe es heute wieder mal geschafft, erfolgreich von einem Referat davon zulaufen. Und das, obwohl ich es eigentlich nicht wollte. Gestern telefonierte ich doch noch eine Stunde mit meiner Mutter, um ihr mein Panik-Problem zu schildern und mir Hilfe zu holen.
Also stand ich heute früh auf, mit geschwollenen Augen von den gestrigen Tränen, und wollte in die Schule. Ich merkte aber, dass mein Körper was dagegen hatte... Ich zitterte, mir war schlecht und schwindelig, mein Herz schlug unregelmäßig und schnell. Ich sprach schon mit meinem Körper und sagte "Los, wir gehn! Wir schaffen das!" In dem Moment wurde mir schwarz vor Augen - Und ich ging nicht.
Vor ein paar Tagen sprach ich mit einer Freundin und wir merkten, dass ich zu wenig Selbstwertgefühl habe. Ich räume nicht auf, ich esse nicht obwohl ich Hunger hab (und wenn doch, dann ungesund), trinke nicht obwohl ich durstig bin, ignoriere Kälte und Hitze,... Dazu kommen meine Panikattacken, meine Unfähigkeit was Beziehungen angeht, meine Streitereien mit der Familie und noch einiges Anderes.
Alles Dinge, mit denen ich unzufrieden bin. Soll heißen, ich bin von vorne bis hinten mit mir Selbst absolut nicht zufrieden!
Wenn ich mich allerdings selbst nicht leiden kann und mich nicht in Ordnung finde - KANN es überhaupt funktionieren, dass ich mich vor andere stelle und mich "präsentiere"?
Ich will mich nicht mehr belügen - Das habe ich die ganzen Jahre schon getan.
Ich meinte die Trennung meiner Eltern macht mir nichts aus, der Streit mit meiner Mutter, meiner Schwester,... Das Verlieren einiger sehr guter Freunde - weil sie einfach so gegangen sind, das plötzliche alleine wohnen,...
Immerhin habe ich zwei Katzen, die muntern mich etwas auf.
Es gibt auch Phasen, in denen es mir eindeutig besser geht, als heute. Hat der Besuch bei meinem Vater wirklich soo viel wieder aufgerüttelt, was noch nicht verarbeitet ist? Warum ist mir seitdem immer zum weinen? Warum fühlte ich mich plötzlich wieder wie das nutzlose, kleine Mädchen aus meiner Kindheit, das sowieso nie etwas richtig machen kann und das ignoriert wird - egal was es sagt und wie es ihm geht?
Ich hätte diese Dinge so gerne schon abgeschlossen. Und ich würde liebend gerne endlich mit meiner Familie über Probleme reden können! Soll heißen - Ich will, dass sie lernen zu zu hören!!! Wenn ich etwas sag, dann möchte ich gehört werden und keine blöden Kommentare zurück bekommen! Warum funktioniert das bei uns nicht? Warum fällt es so vielen auf, aber meinen Eltern nicht? Immerhin - mein Vater konnte letztes Mal annehmen, was ich sagte. OHNE Kommentar zurück, ohne mich anzublaffen. Jetzt hoffe ich nur, dass er sich merkt, was ich gesagt habe, und dass er es vielleicht sogar schafft, etwas zu ändern.
Aber wie geht es weiter? Wie komm ich da raus? Und wie lange kann es dauern?? Ich hab doch schon keine Kraft mehr! Das letzte Schuljahr hat mir das bisschen Reserve auch noch geklaut - Und dieses Jahr ist Schulabschluss. Wie schaffe ich den, wenn ich nicht vor Leuten reden kann? Woher kam die Mauer, die mich nichts fühlen hat lassen, die mich vor Gutem und "Schlechtem" isoliert hat? Warum sind so viele Fragen ungeklärt? Wie kläre ich sie?![]()


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