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Thema: My Diary

  1. #1
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    Standard My Diary

    Ich habe es heute wieder mal geschafft, erfolgreich von einem Referat davon zulaufen. Und das, obwohl ich es eigentlich nicht wollte. Gestern telefonierte ich doch noch eine Stunde mit meiner Mutter, um ihr mein Panik-Problem zu schildern und mir Hilfe zu holen.
    Also stand ich heute früh auf, mit geschwollenen Augen von den gestrigen Tränen, und wollte in die Schule. Ich merkte aber, dass mein Körper was dagegen hatte... Ich zitterte, mir war schlecht und schwindelig, mein Herz schlug unregelmäßig und schnell. Ich sprach schon mit meinem Körper und sagte "Los, wir gehn! Wir schaffen das!" In dem Moment wurde mir schwarz vor Augen - Und ich ging nicht.


    Vor ein paar Tagen sprach ich mit einer Freundin und wir merkten, dass ich zu wenig Selbstwertgefühl habe. Ich räume nicht auf, ich esse nicht obwohl ich Hunger hab (und wenn doch, dann ungesund), trinke nicht obwohl ich durstig bin, ignoriere Kälte und Hitze,... Dazu kommen meine Panikattacken, meine Unfähigkeit was Beziehungen angeht, meine Streitereien mit der Familie und noch einiges Anderes.
    Alles Dinge, mit denen ich unzufrieden bin. Soll heißen, ich bin von vorne bis hinten mit mir Selbst absolut nicht zufrieden!
    Wenn ich mich allerdings selbst nicht leiden kann und mich nicht in Ordnung finde - KANN es überhaupt funktionieren, dass ich mich vor andere stelle und mich "präsentiere"?

    Ich will mich nicht mehr belügen - Das habe ich die ganzen Jahre schon getan.
    Ich meinte die Trennung meiner Eltern macht mir nichts aus, der Streit mit meiner Mutter, meiner Schwester,... Das Verlieren einiger sehr guter Freunde - weil sie einfach so gegangen sind, das plötzliche alleine wohnen,...
    Immerhin habe ich zwei Katzen, die muntern mich etwas auf.
    Es gibt auch Phasen, in denen es mir eindeutig besser geht, als heute. Hat der Besuch bei meinem Vater wirklich soo viel wieder aufgerüttelt, was noch nicht verarbeitet ist? Warum ist mir seitdem immer zum weinen? Warum fühlte ich mich plötzlich wieder wie das nutzlose, kleine Mädchen aus meiner Kindheit, das sowieso nie etwas richtig machen kann und das ignoriert wird - egal was es sagt und wie es ihm geht?
    Ich hätte diese Dinge so gerne schon abgeschlossen. Und ich würde liebend gerne endlich mit meiner Familie über Probleme reden können! Soll heißen - Ich will, dass sie lernen zu zu hören!!! Wenn ich etwas sag, dann möchte ich gehört werden und keine blöden Kommentare zurück bekommen! Warum funktioniert das bei uns nicht? Warum fällt es so vielen auf, aber meinen Eltern nicht? Immerhin - mein Vater konnte letztes Mal annehmen, was ich sagte. OHNE Kommentar zurück, ohne mich anzublaffen. Jetzt hoffe ich nur, dass er sich merkt, was ich gesagt habe, und dass er es vielleicht sogar schafft, etwas zu ändern.

    Aber wie geht es weiter? Wie komm ich da raus? Und wie lange kann es dauern?? Ich hab doch schon keine Kraft mehr! Das letzte Schuljahr hat mir das bisschen Reserve auch noch geklaut - Und dieses Jahr ist Schulabschluss. Wie schaffe ich den, wenn ich nicht vor Leuten reden kann? Woher kam die Mauer, die mich nichts fühlen hat lassen, die mich vor Gutem und "Schlechtem" isoliert hat? Warum sind so viele Fragen ungeklärt? Wie kläre ich sie?

  2. #2
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    Die letzten Tage waren nicht gut. Ich fühlte mich krank und schwach. Immer wieder stelle ich mir die Frage "Wozu?"...

    Wozu noch etwas tun? Wozu mich um meine Wohnung kümmern? Um meine Freunde? Meine Familie? Wozu?

    Ich habe das Gefühl der Machtlosigkeit, ich habe keine Kraft mehr. Seit Jahren sagt man mir "reiß dich noch einmal zusammen, ein letztes mal!" Wann ist das letzte mal? Woher soll ich die Energie und Kraft nehmen, wenn ich keine mehr habe? Ich hab sooo viel geschlafen, die letzten Tage, war wenig in der Schule. Und trotzdem bin ich unheimlich müde! Am liebsten würde ich einfach nur noch schlafen.
    Ich wache oft in der Früh auf, bin eigentlich wach... Dann tu ich etwas, was nicht mal anstrengend ist und könnte sofort wieder schlafen gehen.

    Mich verfolgt dieser eine Satz: Ich kann nicht mehr!

    Ich hatte solche Phasen immer wieder, irgendwann ging es plötzlich wieder, keine Ahnung wieso. Aber diesmal ist es heftiger und es dauert schon zu lange. Ich kann aber nicht einfach aufhören, ich kann nicht Nichts tun. Aber Kraft um etwas zu tun hab ich auch nicht.

    Und jetzt? Jetzt könnte ich wieder schlafen. Alles kommt mir so anstrengend vor: Die Schule, der Haushalt, sogar das hier zu tippen ist anstrengend...

    Heute habe ich meine dritte Therapiestunde, wenn es geht, werde ich darüber sprechen. Ich kenne meine Therapeutin noch kaum und es fällt mir schwer jemandem so etwas an zu vertrauen, den ich nicht gut kenne. Aber dafür ist sie doch da?! Ich glaube, ich leg mich vorher nochmal schlafen... Ich bin soooo müde!

  3. #3
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    Ich habe im Moment keine Lust meine Vater zu sehen. Oder überhaupt nur mit ihm zu reden. Würde ich auch nicht, wenn ich ihn nicht zum Mathe lernen bräuchte. Obwohl ich ja eh nicht weiß, ob er überhaupt Zeit dafür findet, mir bei der Vorbereitung auf eine 3-Stündige Mathe-SA zu helfen.

    Seit fast einem Jahr wohne ich schon allein, besucht hat mein Vater mich vielleicht 3x - und da auch nur zu besonderen Anlässen wie mein Geburtstag, oder wenn ich ihn monatelang darum gebeten habe.

    Meine Steckdosen sprühen immer noch Funken, wenn man was ansteckt, ich hab keine Erdung, einen Wasserschaden, den halben Winter ohne Heizung verbracht,... Alles Dinge, bei denen er mir seine Hilfe versprochen hat, die ich letztendlich doch nicht bekommen habe. Okay, bei der Heizung schon - nachdem ich ihn 3 Monate lang jeden zweiten Tag daran erinnert habe.

    Immerhin, ich bekam einen Tag Hilfe von meiner Familie beim Wohnung herrichten, den Rest habe ich mit Freundinnen gemacht.
    Mit meiner Schwester? Mit der waren meine Eltern 3 Tage lang in Deutschland und haben Wohnung gesucht. Und beim Herrichten halfen wir alle noch 2 Wochenenden. Als die Küche kam war mein Vater nochmal ein Wochenende dort.
    Küche? Haha, so etwas habe ich nicht wirklich. Hässliche, kaputte Regale, einen alten Herd, der kaum noch funktioniert, eine Spüle vor der einem graust, über die Badewanne will ich gar nicht reden... Gut, dass mein Vater 4 neue Lampen um je 800 € hat. Oh, die beiden neuen Sofas und das designer-Bett nicht zu vergessen, und die 600 € Kaffeemaschine. Aber nein, ist ja auch total wichtig 2 neue Sofas zu haben und neue, wunderschöne Lampen, während die Tochter nicht wirklich gut kochen kann und auch eine Badewanne hat, in die man nur mit großer Überwindung steigt. Um das Geld geht es mir ja nicht, ich kann es ja zurückzahlen, sobald ich genug verdiene. Ich würde nur gerne halbwegs angenehm leben können.

    Sogar Mamas Freund hat mir in der Wohnung schon mehr geholfen als mein Vater. Und den kenn ich knapp seit 5 Monaten.

    Zeit für mich? Die hat mein Vater nicht! Meine Schwester kann er oft nach Deutschland bringen oder von dort holen, meinen Bruder kann er auch zu irgendwelchen Bahnhfen bringen oder abholen. Aber einen Tag Zeit finden für mich? Unmöglich! Immerhin, diesen Freitag hat er von 12 h - 17 h Zeit mit mir Mathe zu lernen.

    Telefonieren tun wir nur wenn ich etwas brauch. Er ruft ja nie an und fragt nie nach, wie es mir eigentlich geht. Meinen Bruder sieht er eh oft, mit meiner Schwester telefoniert er oft. Denen hilft er ja auch gerne, für die hat er Zeit.
    Die Therapie zahl ich bis jetzt auch selbst, obwohl ich mir das nicht leisten kann, weil er sich einfach nicht darum schert.

    Ich bin wirklich maßlos enttäuscht und verletzt. Am liebsten würde ich seine Nummer aus meinem Handy löschen, allen sagen, dass sie nicht mehr über ihn sprechen sollen und ihn aus meinem Gedächtnis entfernen. Momentan ist das wirklich nicht übertrieben - Momentan wünsche ich mir nur, so lange wie möglich nichts von ihm zu hören!

  4. #4
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    Warum höre ich ständig, dass ich die Matura nicht schaffen werde? Wegen meinen Panikattacken...? Ja was soll ich denn dagegen tun? Sie einfach abschalten? Dann muss mir bitte wer sagen wo der Knopf dafür ist, ich kann ihn nicht finden.
    "Das hab ich dir schon vor einem halben Jahr gesagt, dass das nicht so schnell vorbei geht. Wie willst du da die Matura schaffen?" "Wie willst du mit der Panik die Matura machen? Wie stellst di dir das vor?" Ja was weiß ich denn...? Ich hab doch selbst keine Ahnung, wie das gehen soll. Warum können sie mich nicht mit meinen Problemen alleine lassen, sondern müssen weiter drauf herumtrampeln?!
    Wirklich ein beschissenes Gefühl, wenn keiner etwas von einem hält.

    Dazu kommt, dass mich momentan ALLES, was nicht ungefähr nach Plan verläuft extrem aus der Bahn bringt und mir die Tränen in die Augen treibt. Wenn ichs mir aussuchen könnte würde ich einfach eine Pause machen, ein Monat lang nichts tun oder so. Aber jetzt sind es nur noch 3 Monate... Und ich habe jeden Tag Angst, dass ich am Abend einfach zusammenbrech und nicht mehr kann. Burnout oder Depressionen oder sonst was (wenn ich das nicht eh schon hab)...

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