Hallo liebe Foren-Mitglieder,
heute wende ich mich an Euch, da ich immer noch keine professionelle Hilfe bekomme. Aber das ist ein anderes Thema und ich bleibe dran.
Zu meiner Situation:
Ich bin 26 Jahre jung und meine Eltern lassen sich nun nach über 30 Jahren Ehe scheiden.
Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Seit ich die Situation in der Familie bewusst wahrnehmen und interpretieren kann - also seit ich ca. 10 Jahre alt bin, führen meine Eltern "Ehekrieg". Das äußert sich nicht unbedingt in vielen Streits, sondern eher in miesen Psychospielchen und gegenseitiges Ausspielen in allen Lebenslagen - auch bei mir.
Seit meiner Jugend werde ich ständig in die Auseinandersetzungen meiner Eltern reingezogen und zu Stellungnahmen "gezwungen". Meist ist dies meiner Mutter besser geglückt mich gegen meinen Vater aufzulehnen.
Nach endlosen Drohungen sich scheiden zu lassen, scheint es nun wirklich so weit zu sein. Sie reden seit 4 Wochen nicht mehr (wohnen noch zusammen), meine Mutter sucht nach einer Wohnung und mein Vater flüchtet regelmäßig - auch häufig zum Alkohol.
Mein Vater ist zusätzlich noch psychisch vorbelastet (Narzismus) und hat auch eine Therapie hinter sich. Meine Mutter war auch in den 90iger Jahren in Behandlung. Da war ich aber zu jung, um die genauen Umstände zu verstehen.
Nun kann ich meine Eltern nur noch getrennt sehen und sprechen. Beide ziehen über den anderen her. Das macht die Situation nicht einfach. Ich habe schon klar gemacht, dass ich mich zurück ziehe bis die Beiden endlich mal gesprochen haben und egal wie es ausgeht, dann aber endlich die Situation klar ist.
Zudem mache ich mir große Sorgen um meine Eltern. Ich habe Angst um meinen Vater, dass er noch tiefer in seine Depressionen fällt (er verhält sich sehr typisch: mal extrem gute Laune und dann wieder sehr schlechte Tage) und sich dem Alkohol noch mehr widmet und jeden Lebensmut verliert.
Auch um meine Mutter mache ich mir Sorgen. Nun ist dieses Wochenende auch noch unser Hund nach 16 Jahren gestorben an den sie sich natürlich in dieser schrecklichen Ehe extrem geklammert hat. Sie ist total am Ende und allein zu hause. ich muss leider arbeiten und kann mich nicht um sie kümmern.
Wie kann ich den beiden helfen ohne mich dabei auch selbst zu sehr zu belasten? Und wie schaffe ich es, nach solch einprägsamen Jahren des "Ehekriegs" selbst eine stabile Beziehung zu führen und eine Familie aufzubauen? Zwar habe ich einen festen Freund und wir planen auch eine Familie. Aber ich erlebe immer wieder extrem schwankende Gefühlslagen und komme damit nur sehr schwer klar.
Auch wenn keiner einen Rat weiß, danke fürs zuhören.
Kabu_dd


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