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Thema: Neu hier und falle immer mehr in ein schwarzes Loch...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Neu hier und falle immer mehr in ein schwarzes Loch...

    Hallo Ihr,

    ich bin neu hier und möchte Euch etwas über mich erzählen.

    Am 12. 02. bekam mein geliebter Vater die Diagnose Rippenfellkrebs, an dem er am 28. 07 verstorben ist. Ich habe ihn das letzte halbe Jahr begleitet. Zu seinen Ärzten, zu seinen Chemos, bin jeden 2ten Tag im Krankenhaus gewesen, auch wenn der Weg dorthin etwas weit war. Am 01. Mai habe ich noch seinen Umzug organisiert, weil man immer noch gehofft hat. Leider konnte er seine neue Wohnung nur eine Woche geniessen, da er fast immer im Krankenhaus lag. Am 01. Juli mussten wir ihn dann in ein Pflegeheim bringen. Wohnung auflösen und Umzug ins Pflegeheim. Am 21. Juli kam er ins Krankenhaus, wo er dann am 28. verstarb. Die Wohnung war noch nicht ganz aufgelöst und nun musste auch das Heim noch aufgelöst werden. Dazu Unmengen an Papierkram..und alles blieb an mir haften. Denn, am 09. Juni bekamen wir leider auch für meinen kleinen Neffen, 8 Jahre alt, die Diagnose, dass er Lymphdrüsenkrebs hat. Selbstverständlich konnte meine Schwester mir da nicht zur Seite stehen, wie sie es gern gewollt hätte, denn jetzt hatt sie ja auch große Sorgen durch Papa und durch ihren Sohn.

    Ich bin auf alle Fälle in ein gr0ßes Loch gefallen. Mein Dad war immer für mich da, der einzige Mensch, der mich verstanden hat und mit dem ich doll diskutieren konnte. Meine Tochter ist im besten "Pubi"-Alter, 14 Jahre und dementsprechend zickig. Mein Mann will immer nur Friede, Freude, Eierkuchen, was nun mal nicht geht. Zudem ist er ein kleiner Pascha und hilft im Haushalt nicht mit ( ich arbeite übrigens auch und bin nicht nur Hausfrau ). Meine Tochter hilft auch nur widerwillig...aber ich muss für alle da sein..fühle mich ausgenutzt, 10 Jahre älter als ich bin, befinde mich nur noch in einer Trauerstimmung und kann mich kaum zu etwas aufraffen.

    Ja, das ist erst einmal kurz meine Geschichte..Ihr werdet bestimmt noch des öfteren von mir lesen, bin eigentlich eine fleißige Schreiberin, um mich hin- und wieder abzulenken.

    Liebe Grüße
    Heike

  2. #2
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo Seagirl

    Sei hier mal ganz lieb gedrückt von einer, die dich sehr gut verstehen kann.
    Du gibst und gibst. Das ist für deine Familie scheinbar sehr selbstverständlich, dass du die bist die gibst. Das macht dich leer und aufgebraucht. Dazu der Verlust deines Vaters bei dem du aufgetankt und bei dem du Rückhalt hattest. Da der jetzt fehlt merkst du erst wie fordernd deine Familie ist. Dabei hättest du es selbst mal nötig umsorgt zu werden.

    Du wirst etwas ändern müssen um nicht vor die Hunde zu gehen. Als erstes würde ich dir vorschlagen beantrage eine Kur, damit du wieder zu Kräften kommst. Pflegende Familienangehörige können das. Dein Hausarzt wird dich beraten.Nebeneffekt dabei könnte sein, dass deiner Familie mal die Augen aufgehen, wenn sie mal auf sich selbst gestellt sind. Außerdem brauchst du neue Kräfte um den nötigen "Kampf" der Veränderung durchzuführen.

    Du schreibst du fühlst dich ausgenutzt. Ich frage dich warum läßt du dich ausnutzen. Es liegt doch auch an dir was du bereit bist zu tun und zu geben. Du funktionierst doch brav nach den Regeln deiner Familie. Der Harmonie wegen? Damit es kein Streit gibt? Wenn du für dich etwas verändern willst, wirst du nicht drum herum kommen deine Wünsche und auch deine Forderungen an die Familie klar und deutlich auf den Tisch zu bringen.
    Lerne für dich einzustehen. Denn du hast es verdient.
    Mach dir mal bewußt wie unverschämt es eigentlich ist, dass die Familie die ganze Arbeit dich machen läßt. Dazu gehst du noch arbeiten. Es kann doch nicht zu viel verlangt sein, dass jedes Familienmitglied hilft die gemeinsame Arbeit zu tun. Jeder macht Dreck, jeder macht Wäsche, jeder ißt und du sollst alleine dafür verantwortlich sein. Mit welchem Recht? Dein Mann ist erwachsen und könnte sich theoretisch selbst versorgen, deine Tochter zunehmend auch.
    14 jährige Mädchen können unheimliche kleine Biester sein. Sie stellen alles in Frage und sind erst mal gegen alles. Das ist so. Ich kenn das. Meine Tochter hat zu mir mal gesagt: Warum soll ich im Haushalt etwas tun. Papa macht doch auch nichts!!!! ( Wenn du für den die "Dreckarbeit machst, dann bitte schön auch mich ?!?!, denn ich hab den gleichen Wert wie er.)
    Und warum sollte dein Mann dir helfen, das hat doch vorher Mutti gemacht? Und die hat auch nicht genörgelt. Und dein Widerstand wird sich in Grenzen halten, denn sonst hättest du die Probleme nicht.

    Jammern und warten, dass sich von alleine etwas ändert ist keine befriedigende Lösung. Du mußt dich und deine Einstellung ändern, damit sich für dich etwas ändert. Was würde denn passiern, wenn du es einfach mal so machst wie dein Mann und deine Tochter? Gleiches Recht für alle.

    Natürlich bleibt dann erst mal alles liegen, denn die werden warten, dass du es nicht aushälst und dann doch die Arbeit machst. Dann werden sie nörgeln. Und dann werden sie etwas tun. Aber es muß dir gut genug sein was sie tun. Perfekt wird es nicht sein. Frag dich mal ob du zu perfekt bist, dass es dir im Haushalt keiner recht machen kann. Dieser Perfektheitsanspruch tötet Motivation.

    Wenn du hier schreibst tut es dir zwar gut und ich freue mich von dir zu lesen. Aber ändern wird sich allein dadurch nichts.

    Dass dein Mann dich in deiner Trauer nicht unterstützt liegt vieleicht daran, dass er sich schlichtweg überfordert sieht. Denn er müßte sich mit einem Thema befassen, dass ihm Angst macht. Tod und Sterben.
    Hole dir die Hilfe die du brauchst an anderer Stelle. Es gibt Angebote von Trauerbegleitungen. Erkundige dich. Es kann helfen wenn man sich mit Betroffenen austauscht. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Fachleute können dir besser helfen als dein Mann. Der ja auch betroffen ist, denn es war der Schwiegervater. Und deine Tochter hat ihren Opa verloren, nicht nur du den Vater. Auch sie wird trauern. Aber anders als du.

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