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Thema: Neuling. Kurzes Hallo

  1. #1
    Neuling
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    Lächeln Neuling. Kurzes Hallo

    Hallo an alle,
    ich hab mich immer gesträubt in Foren bezüglich Zwänge oder Depression zu lesen oder gar was rein zu schreiben. Aber irgendwie bin ich an einem Punkt wo ich einfach schreiben muss weil....
    Ja warum ? Darauf komm ich zum Schluß wenn es Recht ist.
    Erstmal möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin Michael, mittlerweile 39 Jahre alt, leitender Angestellter (ob das wichtig ist ? ), hab einen 9 jährigen Sohn, bin geschieden dank meiner Krankheit und hab den Horror Depression schon einmal überstanden.
    Aber von vorne:
    Ich war schon immer ein Mensch der für zwei arbeiten konnte, hab immer alle Probleme gelöst, mich immer um alles gekümmert. Hab neben der Arbeit erfolgreich BWL studiert und wurde kurz drauf stolzer Vater. Nebenbei hab ich meinen Vater zwei Jahre begleitet bis er (ich war erst 17) an Blasenkrebs gestorben ist. Danach meinen drogenabhängigen Bruder bei dem ich irgendwie auch versagt hab, weil er nach 6 Jahren wo ich für ihn da war dann doch an einer Überdosis gestorben ist usw. usw. . Ich war rundum beschäftigt.
    Im Dezember 2002 hatte ich die wohl allen bekannten Symthome. Müdigkeit, Gedankenkreisen ab und an, Herzrasen usw. usw. . Und kein Arzt konnte was finden. Ich hab munter weitergemacht und fiel einen Tag vor meinem geplanten Urlaub in ein tiefes Loch. Ich wachte mit Angst auf, war am Boden usw. usw. Ich denke die Details kennt hier jeder und die kann ich mir sparen.
    Bin trotzdem in Urlaub mit Familie aber es wurde nicht besser. Danach auf Therapie. Dort fing es dann richtig an. Es kamen zu meinem Übel auch noch aggressive Zwangsgedanken hinzu die mir das Leben zur Hölle gemacht haben. Dort auf Therapie gab es keine Medikamente. Nur Körperprogramm und Sätze wie "Sein sie so wie sie sein wollen". Ich hab dort abgebrochen und wurde dann aber nach knapp 5 Wochen zuhause von meiner damaligen Frau eingewiesen, nachdem ich sie aufgrund der Zwangsgedanken gebeten hatte, die Küchentüre abzuschließen.
    Dort ging es dann steil berg ab. War ein psychatrisches Krankenhaus und ich hatte das Vergnügen in der Korbflechterei zu arbeiten. Werkzeuge, sägen, alles Dinge die meine Zwangsgedanken schürten und zum blühen brachten.
    Bis dahin hatte mich keiner aufgeklärt was das ist. Ich dachte ich bin ein brutaler Mensch geworden und man müßte mich wegsperren.
    Meine Frau hat zum Schutze unseres Sohnes (den ich über alles liebe) eine Kontaktsperre verhängt und irgendwann wurde ich von allen so fertig gemacht, daß ich vom Hochhaus springen wollte. Also rein in die Geschlossene wo ich mit 5 üblen, seit Jahren dort wohnhaften Typen in ein Zimmer kam. Es ging noch weiter runter. Denke ihr kennt das alles. Hinterkopf brennt, man kriegt nur Tavor zur Beruhigung, Tränen, Unruhe und und und. Na ja, irgendwann Anfang September hatte ich dann endlich nach 8 Wochen im Krankenhaus einen Therapieplatz in Windach am Ammersee. Dort blieb ich bis Anfang Februar 2004 um alles aufzuarbeiten. Ich möchte euch nicht mit meiner schwierigen Kindheit langweilen. Denke sowas hatte wohl jeder irgendwie. Na ja, ich ging also und blieb hier in der Gegend. Mein Rettungsanker waren halt das was ich gelernt hatte und 40 mg Paroxetin jeden Tag. Irgendwann in dem Jahr wurde ich geschieden weil meine damalige Frau sich durch meinen besten Freund trösten lies anstelle auch nur einmal für mich da zu sein, und durfte nach 6 Monten Besuchsrecht unter Begleitung (bin ja eine potentielle Gefahr für die Menschen) meinen Sohn wieder alleine sehen. War anfangs sehr mit Angst verbunden aber ich hatte gelernt, daß es nur Gedanken sind. Ich fing am 1.3.04 einen neuen Job an und genoß so richtig mein Leben. Es ging mir gut. Nur die Hölle davor (Therapie, Krankenhaus etc.) die steckt nach wie vor in mir drin und macht mir eine Heidenangst. Immer höre ich in mich rein ob was nicht in Ordnung ist.
    Na ja, vor 1,5 Jahren hab ich endlich den Mut gefunden meine Partnerin die ich in der Klinik kennengelernt hatte zu verlassen und was neues anzufangen. Wir wohnen seit dem zusammen und ergänzen uns sehr gut.
    Tja, leider kam auch letztes Jahr im Sommerurlaub plötzlich ein großes tiefes Loch wieder.
    Ich muss dazu sagen, daß ich es geschafft hatte über 4 Jahre Paroxetin auszuschleichen und ich damals 6 Monate ohne Antidepresiva zurecht gekommen bin.
    Wir waren auf dem Heimweg und plötzlich schießt mir der Gedanke in den Kopf das ich ausziehe wenn wir zuhause sind. Ich weis nicht woher der kam und warum aber er hat mich so geängstig, daß ich wieder in ein Loch gefallen bin. Also wieder Paroxetin und warten. Dann war mein Sohn das erste Mal überhaupt eine Woche bei mir. Genauso. Tiefes Loch und Angst und Zwangsgedanken. War die Hölle für mich.
    Zuletzt als ich zu meinem Geburtstag in Wien mit meinem Schatz war. Gleiches Theater.
    Und ich dachte, ich hab es geschafft
    Immer wenn ich zur Ruhe komme falle ich in ein tiefes Loch.
    Im Moment geht es mir total schlecht. Ich hab Angst meine Freundin zu verlassen nur weil mir mein Hirn das vorgaugelt. Die Gedanken drängen sich richtig auf. Ich will das nicht, bin aber machtlos.
    Ich versteh es einfach nicht. Ich liebe sie über alles und möchte das auf keinen Fall. Ich zieh mich aber total zurück. Kenne das ja und trete mir auch selbst in den Hintern.
    Warum gerade jetzt wo es im Job und Privat super läuft wieder eine Depression hochkommt.
    Ich hasse diesen Zustand. Vor 3 Wochen war ich in einem Loch. Mühevoll rausgekrabbelt. Dann 1 Woche superzustand und jetzt wieder ein tiefes Loch.
    Ich möchte in keine Klinik mehr oder zum Therapeuten. Ich hab alles aufgearbeitet und möchte endlich mein Leben ohne diese Pein und Qual leben. Ich nehme regelmäßig mein Paroxetin und zusätzlich Bachblüten. Die Zwangsgedanken hab ich nicht immer im Griff.
    Ich hab noch zwei Schwestern von der auch eine unter Depressionen leidet. Sie kommt damit aber klar.
    Bin ich ein Jammerlappen ? Ist es zuviel verlangt sich ein normales Leben zu wünschen ? Warum frag ich mich und finde keine Antwort.

    Na ja, ich denke trotzdem positiv und hoffe einfach wieder und wieder und wieder.
    So weit erstmal
    Michael

  2. #2
    Painter
    Gast

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    Herzlich willkommen Micha!

    Heftige Krankheitsgeschichte!
    Was machst du denn um aus den Depressionslöchern herauszukrabbeln?
    Oder was unternimmst du um nicht wieder reinzufallen?

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    Irgendwann in dem Jahr wurde ich geschieden weil meine damalige Frau sich durch meinen besten Freund trösten lies anstelle auch nur einmal für mich da zu sein, und durfte nach 6 Monten Besuchsrecht unter Begleitung (bin ja eine potentielle Gefahr für die Menschen) meinen Sohn wieder alleine sehen.
    Hallo Micha,

    ich will Dir nicht zu nahe treten, aber dieser Absatz hat mich jetzt doch etwas stutzig gemacht.

    Deine damalige Frau hat für ihr Kind die Verantwortung zu tragen gehabt, nicht für Dich. Und bei Deiner Geschichte hat sie bestimmt nicht wenig durchgemacht und Du warst vermutlich unfähig, für sie da zu sein. Also wirf ihr das nicht vor. Vor allem, wenn Du von agressiven Zwangsgedanken schreibst und dass Du eine potentielle Gefahr warst, vermute ich mal, dass es schon einige gewalttätige oder zumindest bedrohliche Situationen gab. Von nichts kommt so eine Kontaktsperre ja schließlich nicht.

    Aber gut, das ist Vergangenheit. Nur, die Art, wie Du darüber schreibst, wirft bei mir Fragen auf. Du bist gut dabei im Pillen schlucken, aber hast Du Dich jemals selbst hinterfragt? Hast Du Dich schon mal gefragt, wie es anderen Menschen mit Deiner Krankheit geht? Oder stehst Du auf dem Standpunkt, dass alle Welt sich um Dich zu kümmern hat, weil Du krank bist?

    Du hast ja nicht gerade wenig Therapie hinter Dir. Da muss doch noch was anderes gewesen sein hinsichtlich Vergangenheitsaufarbeitung, Persönlichkeitsbildung, soziale Kompetenzen etc. Es kann doch nicht sein, dass Deine Therapien nur aus Medi-Einstellung und Beschäftigungstherapie bestanden?!

    lg Gaby

  4. #4
    Neuling
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    Hallo Gaby,

    was soll ich sagen. Erstmal finde ich deine Fragen berechtigt, aber ich kann dir sagen, daß ich nur für meine Frau eine Gefahr war. Ich habe weder sie (in den Jahren wo wir zusammen waren) noch meinen Sohn angelangt, geschweige den über Gewalt nachgedacht. Warum auch. Ich liebte beide.
    Es war eher so, daß ich nach meiner ersten Therapie wo es nur hieß "Seien sie so wie sie sein wollen" leider nicht wußte was Zwangsgedanken sind. Niemand hat mir das erzählt und es ging mir da so schlecht das ich mich eher umgebracht hätte, als all diesen Gedankenschrecken in die Tat umzusetzen.
    Wie würdest du dich fühlen, wenn du immer für deinen Partner da gewesen wärst und er dich, nur weil du nicht mehr funktionierst fallen lässt ? Sie hat immer gesagt, daß wäre alleine mein Problem. Nicht ihres. Keine Infos über Depression gelesen usw. usw. . Weil ich nervig war und ihr das zum Vorwurf gemacht hab, deshalb war die Kontaktsperre. Ich sollte nicht jammern sondern erwachsen werden. Wir waren da 13 Jahre zusammen. Da erwarte ich zumindest das mein Partner sich informiert und ab und zu mal da ist. In den 5 Monaten am Ammersee war sie 1x zum Ehegespräch da. Nicht viel oder ?

    Nein, ich kann für mich selbst sorgen und diese Krankheit ist für mich keine Ausrede. Es war eher so, daß alle überfordert waren. Genau wie ich. Wenn du ein friedlicher Mensch bist und plötzlich jeden im Kopf umbringst, dann wirft dich das schon aus der Bahn, es sei den du bist eiskalt.
    Du, ich hab seit über einem Jahr immer wieder Löcher. Ich rede gar nicht drüber. Ich versuch mich da raus zu kämpfen weil ich viel gelernt hab. Und ja, ich nehme Paroxetin weil ich es als Unterstützung sehe. Nicht weil ich gerne Tabletten nehme. Ich hab dadurch z.B. eine Fettleber und 19 kg zugenommen. Wer hat das schon freiwillig.
    Therapie 1 war ohne Medis. Nur Körpertraining wie boxen, Meditation und so einen Kram
    Therapie 2 war Krankenhaus wo ich nur geparkt wurde bis Therapieplatz frei.
    Therapie 3 am Ammersee dann endlich mit Verhaltenstherapie und erste Info das ich an Zwangsgedanken leide. Ab da konnte ich mich informieren, lernen und damit umgehen.
    Die Vergangenheit hab ich verarbeitet. Hat lange gedauert, aber ich hab meiner Mutter verziehen und bin auf sie zugegangen. Wir haben wieder Kontakt aber Liebe ist da keine. Aber leider von beiden Seiten.

    So, jetzt kommt es mir so vor, als hätte ich mich verteidigen müssen, aber fragt mich ruhig was ihr wollt. Ich seh das ja auch als Hilfe für mich an.

  5. #5
    Neuling
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    Painter, ich weis sehr viel. Hab unheimlich viel während meiner Therapie gelernt.
    Es liegt an dir selbst. Ich bewahre Ruhe, mach Dinge die mir Spaß machen, nehm mein Hirn absolut nicht für Ernst (hab gelernt das Denken und Handeln unterschiedlich sein kann) und nehm weiter 40 mg Paroxetin. Meistens geht es nach einer Woche wieder bergauf. Leider nicht auf Dauer

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