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Thema: Nicht therapierbar?

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Aptrgangr
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    Standard Nicht therapierbar?

    Hallo,


    ich habe ein paar Fragen wegen einer Therapie. In 4 Wochen habe ich ein Aufnahmegespräch in einer Tagesklinik. Auf einer Broschüre der Klinik steht, daß man nach Möglichkeit ein Ziel der Therapie benennen sollte. Gerade hier liegt mein Problem. Ich weiß, daß das sehr widersprüchlich klingt aber ich kann es im Moment wohl nicht direkt sagen, was ich eigentlich genau will.

    Vor einem Monat hat meine Freundin mir mir schluß gemacht. Damit komme ich überhaupt nicht zurecht. Das verarbeiten zu können wäre wohl eines der Ziele die ich nennen könnte. Aber es kommen noch einige Dinge hinzu, von denen ich nicht sagen kann, was oder wie ich das ändern möchte.

    Ich bin ein Mensch, der sehr zum Grübeln und Nachdenken neigt. Auch habe ich oft einen Hang zur Melancholie. Es klingt sicher merkwürdig und mag für außenstehende schwer zu verstehen sein. Aber ich erfreue mich an dieser Schwermut. Immer wenn etwas Gutes in meinem Leben gewesen ist, etwas was mir Spaß machte dauerte es nicht lange, bis es sich ins Gegenteil gedreht hat. Mittlerweile verbinde ich Glück und positive Gefühle fast ausschließlich mit schlechten Erinnerungen. Traurigkeit ist jedoch etwas für mich, was mir keiner nehmen kann. Es gibt Tage, an denen bin ich völlig emotionslos, kalt und fühle garnichts. Das ist furchtbar für mich, denn ich will fühlen. Aber ich kann es jetzt nicht mehr ins positive drehen. Es geht einfach nicht. Und so suche ich wieder halt an der Schwermut. Ich hülle mich in sie ein wie eine kalte Decke, die mir doch so viel wärme gibt. Es ist wie eine Freundin die mich besucht, mir beisteht, mich etwas fühlen läßt, was mir keiner nehmen kann. Oft stürze ich mich da auch mit Absicht hinein. Ich will es so und es fehlt mir an manchen Tagen wenn ich mal nicht so traurig bin.

    Es ist kein Selbstmitleid. Und ich mache das auch nicht, um auf mich aufmerksam zu machen. Niemand bedauert mich deswegen und ich verbringe meine Zeit auch alleine damit. Es geht einfach nur darum zu fühlen. Und ich fühle mich dabei zwar schwer aber lebendig. Es ist vielleicht so wie für einen Süchtigen der endlich seine Droge bekommt. Die ganze Sicht auf die Welt verändert sich in diesem Moment, alle Sinne werden plötzlich so scharf und ich kann mich ganz dieser Sache hingeben. Jeder kleine Geruch, Windhauch, das Rascheln von Laub, Licht und Schatten ich nehme das dann alles ganz bewußt wahr. Es ist vielleicht zu Beschreiben wie der Herbst. Obwohl die Natur „stirbt“ ist sie doch so farbenfroh. Wer kann das schon verstehen, daß man sich gerade in solch einer Trauer so lebendig fühlt?

    Und soll ich denn meine Gefühle abstellen? Das ist wohl auch so ein Kernthema. Was mit meinen Gefühlen machen? So wie ich die traurigen und schweren Dinge wahrnehme, so erfahre ich dadurch auch die Guten (so es denn mal welche gibt). Selbst nach 2 Jahren Beziehung war es für mich ein hoch intensives Erleben meine Freundin zu berühren. Und das meine ich nicht in sexueller Hinsicht. Einfach nur ihre Haut zu sehen, ihren Mund beim Reden zu beobachten, ihre Hand zu fühlen. Wenn ich sie gestreichelt habe ging ein wohliges Gefühl durch meinen ganzen Körper. Als würde ich da etwas aufsaugen. Es gab jeden Tag so viele kleine Dinge zu entdecken. Manchmal war es so als wäre ich nach Ewigkeiten aus dem Nichts ins Leben zurück gekommen. Und so ist jetzt leider auch jede Erinnerung so schwer. Ich weiß noch genau, wie wir uns das erste mal trafen. Ich sehe das Licht, den trüben Himmel noch genau vor mir. Ich habe immer noch dieses Gefühl als würde ich jetzt direkt in diesen Moment zurückkehren und ihn nochmal erleben. Und so blitzen jeden Tag die Erinnerungen auf. Es reichen winzige Dinge um das auszulösen.

    Ich will aber doch meine Gefühle nicht ablegen oder zurückstufen. Ich will nicht abstumpfen. Was soll ich also machen? Ist es denn so abnormal so intensiv zu fühlen? Muß ich das überhaupt ändern. Nun, das kann ich wohl nur selbst beantworten. Jemand bei der Telefonseelsorge sagte mir etwas, was wohl auch auf das nächste Thema was ich gleich ansprechen möchte zutrifft. Ich soll mich keinesfalls ändern. Ich soll nur einen Weg finden damit zurecht zu kommen, sodaß ich nicht daran zerbreche.

    Das Nächste wäre das Nachdenken. Ich mache mir sehr viele Gedanken über alles was ich sehe und nicht verstehen kann. Vielleicht bin ich zu dumm dafür es zu verstehen. Aber es wirft jeden Tag so viele Frage und Gedanken in mir auf wenn ich sehe wie die Menschen miteinander umgehen, wie sie sich den Tieren oder dem Planeten gegenüber verhalten. Ich frage mich, warum so viele Menschen sich vor dem Fernseher so „verdummen“ lassen. Warum so viele auf materielle Dinge so fixiert sind. Warum lassen sich die Menschen von der Industrie ihre Bedürfnisse vor diktieren? Was zählen heute noch richtige Werte? Ich könnte die Liste ewig fortsetzen. Aber was soll ich denn dagegen machen, daß sich diese Fragen in mir aufwerfen? Ich kann und will mich diesem Prozess der Massen nicht anpassen. Ich will doch nur ich sein. Ich kann nicht mein ganzes Denken verwerfen und sagen „ok, es bedrückt mich, also sehe ich zu, daß mir das alles egal wird“. Ich will ja auch darüber nachdenken und das dann in Bilder umsetzen. So werde ich wohl die Welt nicht verändern, aber vielleicht denkt ja dann doch der ein oder andere mehr über etwas nach. Ich will keine Blumen oder Häschen malen. Sicher möchte ich mich auch an Stillleben oder so probieren. Aber ich will mich gerne ausdrücken und „künstlerisch“ Tätig sein. Was anderes kann ich mir für mich nicht vorstellen. Aber wenn ich doch diese ganzen Gedanken verwerfen oder gar übergehen würde, wie soll ich dann noch malen? Das klingt vielleicht paradox. Aber was soll ich daran ändern? Gibt es nicht eine Möglichkeit einen Ausgleich zu schaffen? Ich habe Angst, daß ich das sage und ich darauf hin nicht mehr in der Klinik angenommen werde. Vielleicht versteht mich ja jemand. Ich meine, es ist schon mein ganzes Leben lang so, daß ich so viel über alles nachdenke. Habe ich den 27 Jahre völlig falsch gelebt? Ist es denn krank, wenn einen solche Themen beschäftigen? Bin ich zu sensibel, daß ich so darauf reagiere?

    Wenn ich das jetzt alles ändern soll dann denke ich, daß ich meine ganze Persönlichkeit aufgeben müßte. Das macht mir große Angst.
    "Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?"

    Hermann Hesse

  2. #2
    Gast784
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    hallo Abtrgangr,

    warum hast Du dieses Gespräch bei der Tagesklinik? Warum hast Du Dich zu einer Therapie entschlossen?

    Wenn ich das jetzt alles ändern soll dann denke ich, daß ich meine ganze Persönlichkeit aufgeben müßte. Das macht mir große Angst.
    Bist Du denn sicher, dass Du Deine GANZE Persönlichkeit überhaupt schon lebst?

    Soweit ich weiss, hast Du einen herben Verlust erlitten. Du sollst etwas loslassen, was Du nicht loslassen willst. Es war schließlich nicht Deine Entscheidung, aber Du musst nun damit leben.

    Du findest momentan vll so etwas wie Trost im Schmerz. Mich erinnert das ein bißchen an Zustände bei mir, die ich Wunden-lecken nenne. Wie ein angeschossenes Reh, das sich dafür ins Dickicht zurück zieht. Kann das sein?
    Geändert von Gast784 (25.07.2010 um 23:12 Uhr)

  3. #3
    Schreibkraft Avatar von Aptrgangr
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    Ich habe mich zu der Therapie entschlossen, weil es im Moment einfach ein Zustand ist den man wohl als "jenseits allen Lebens" bezeichnen könnte. Ich habe überhaupt keinen Bezug mehr zu irgendetwas. Alles hat seine Bedeutung verloren. Wenn ich meinen Opa oder meinen Hund sehe, dann ist es etwas als wäre es im Fernsehen. Es gibt überhaupt keine Bindung mehr zu nichts.

    Es ist mir schon vorher schwer gefallen, eine richtige Bindung zu einer Person aufzubauen. Und so gesehen, war es meine Freundin, zu der ich mich wirklich richtig verbunden fühlte.

    Die Trauer und den Rückzug dahin hatte ich auch schon vor der Trennung. Auch bevor ich die Freundin hatte. Ich würde es vielleicht eine Art Weltschmerz nennen. Manchmal wünschte ich mir es gäbe eine Türe die ich einfach nur öffnen bräuchte um das alles zu verlassen. Und jetzt, da ich die Freundin nicht mehr habe ist es so, als hätte ich für einen Moment etwas gesehen, was mein Leben so unendlich bereichert hat. Es hat die Vorstellung davon wie hoch ich gehen kann und wie tief ich jetzt bin sehr verdeutlicht.

    Es wäre wohl ein Ziel der Therapie, zu lernen Menschen wieder zu vertrauen, mir selbst vertrauen zu können. Und eben mit diesen schweren Gedanken umgehen zu können. Aber ich will sie nicht gänzlich verwerfen. Ich habe gewisse Wert- und Moralvorstellungen, die so garnicht in das Ganze passen. Für mich zählt Erhlichkeit sehr viel. Meine Mutter sagt immer, ich hätte einen riesigen Gerechtigkeitssinn an dem sich überhaupt nicht rütteln läßt. Daher fühle ich mich oft gekränkt wenn ich Dinge sehe die doch wirklich passieren. Ich bilde es mir ja nicht ein, es ist doch wahr. Die müssen nicht mich selbst betreffen. Mal so als Beispiel. An meiner letzten Arbeitsstelle war eine Frau die ihren Mann betrogen hatte. Nun hat sie vor der ganzen Abteilung ständig ihre Witze gerissen wie sie ihn betrogen hat und wie er reagierte, als er sie erwischt hatte. Das war für sie und die anderen nur ein riesen Witz. Widerrum einer in der Firma, mit dem ich mich eigentlich recht gut verstand, hat da immer mitgelacht. Ich sagte ihm, daß es doch ehr traurig ist und nicht komisch. Er meinte erst, ich soll die Dinge nicht so ernst nehmen. Dann sagte er, er lache auch nur mit, damit er nicht als Miesepeter dasteht. In meinen Augen ist das falsch. Etwas später sagte er mir, daß er nicht mehr mit seiner Freundin zusammen ist. Ich fragte warum und er meinte nur, daß die Beziehung nicht mehr "wirtschaftlich" war. Wie bitte kann man eine Beziehung in Wirtschaftlichkeit messen? Soetwas trifft mich schon, denn ich verstehe es nicht.

    Ich werde auch lernen müssen irgendwo Anschluß zu finden. Aber es ist eben schwer für mich da ich mit den meisten Menschen nichts anfangen kann. Ich kann bei den meisten Themen nicht mitreden und vielen Freizeitgestaltungen sind für mich uninteressant. Ich will nicht den ganzen Tag philosophieren, aber ich will mich gerne über wichtigeres als Fernsehen, Sport, Autos etc. unterhalten. Nur, das sagte mir der Mann der Telefonseelsorge auch, die meisten wollen von solchen Themen nichts wissen. Sie blocken ab oder verdrängen es, denn es macht das Leben ja auch nicht leichter. Ich merke das, bei einem Bekannten. Ich schreibe mir mit ihm öfter e-mails und schicke ihm auch manchmal meine Bilder, schreibe dazu was ich dabei dachte oder warum ich es gemalt habe. Und er reagiert garnicht darauf, kein Wort zu der Aussage was das Bild bedeuten soll. Einmal sagte er sogar "ich wage garnicht darüber nachzudenken".

    Nun ist eben meine Befürchtung, daß ich gesagt bekomme, so wie du denkst ist das Leben nicht. Du mußt dich ändern und anpassen, dann stört dich das auch alles nicht mehr. Aber soll ich denn, um Anschluß zu finden auch mein Auto tiefer legen und mich am Samstag Abend an der Tankstelle mit den anderen Fetzern treffen? Die Anlage aufgedreht, Hip Hop hören und auf Discos mein Glück suchen? Es muß doch auch noch etwas anderes geben.

    Hermann Hesse trifft es auch da wieder perfekt:

    Kriege führen auch die Ameisen,
    Staaten haben auch die Bienen,
    deine Seele sucht andere Wege,
    und wo sie zu kurz kommt blüht ihr kein Glück.
    "Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?"

    Hermann Hesse

  4. #4
    Gast784
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    wäre wohl ein Ziel der Therapie, zu lernen Menschen wieder zu vertrauen, mir selbst vertrauen zu können. Und eben mit diesen schweren Gedanken umgehen zu können. Aber ich will sie nicht gänzlich verwerfen
    Hallo Aptrgangr

    zuallererst: das Ziel einer Therapie bestimmst immer Du selbst. Denn es ist Dein Leben und die Therapie ist Dir zu diensten und nicht umgekehrt.

    Das Ziel einer Therapie könnte für mich aber immer nur sein, mich in die Lage zu bringen, authentisch zu leben. Also mit all meiner Vielfalt und Eigenheiten.
    Wenn ich den Eindruck habe, es geht in Richtung verbiegen, dann setze ich da sehr deutlich die Bremse und bring den Thera auf Kurs. Weil das eben absolut nicht meinem Ziel entspricht.

    Das mit dem Vertrauen ist ja gut und recht, aber beim lesen habe ich das Gefühl, dass bei dir im Moment Trauer über den Verlust noch im vordergrund steht. VerTRAUERN kommt vll vor VerTRAUEN. Nach meiner persönlichen Erfahrung jedenfalls.

    Das mit den Kontakten kenne ich auch sehr gut. Es klingt zwar blöd, aber ich möchte Dir einfach Mut machen, dir selber treu zu bleiben, so weit Du Dich damit in Dir stimmig fühlst. Dann wirst Du auch versprenkelt Deine "Artgenossen" finden. Die laufen nicht im Rudel vor der Haustür rum, das ist schon klar, aber es gibt sie.

  5. #5
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    Danke für deine Antworten!!

    Also meinst du, ich brauche keine Angst davor u haben, daß man mich "verbiegen" will wenn ich an gute Therapeuten komme? Vielleicht liegt meine Angst auch etwas darin begründet, daß ich es schon mal mit einer Therapie versucht habe. Das ging gleich in der ersten Stunde völlig daneben. Es war damals wegen einer Depression und ich habe ihr auch in etwa die Dinge gesagt, die ich hier auch geschrieben habe. Zuerst sagte sie mir, ich soll darüber nachdenken, ob Jesus oder Buddha depressiv waren. Und dann fragte sie mich ob ich denn bereit wäre mich zu ändern. Ich verneinte gleich, worauf sie sagte, daß sie mir dann auch nicht helfen kann. Vielleicht habe ich damals zu sehr darauf reagiert, aber sie wollte auch garnichts weiter erklären. Danach war eben gleich Schluß.

    Ich mußte damals dann auch zur Einschätzung meines Zustandes von der Krankenkasse aus zu einem ihrer Psychologen. Die Frau sagte mir damals etwas was ich eigentlich toll fand. "Wir wollen dich nicht verändern, denn das würde auch den Künstler in dir verändern".

    Die Trennung selbst ist sicher ein sehr dicker Brocken an dem ich schwer zu schlucken habe. Aber wie gesagt, die Trauer war auch schon vorher da. Sie richtet sich auf nichts bestimmtes, oder besser, nichts was dann eben vorgefallen ist. Es ist das Leben selbst, was mich traurig macht. Ich empfinde es oft mehr als eine Last denn als ein Geschenk. Eben aufgrund der "Andersartigkeit" fühle ich mich sehr sehr fremd. Aber, daß weiß ich sehr genau, ich will nichts an mir bzw. meinem Denken verändern. Und auch wenn das komisch klingt, ich glaube nicht, daß jemand behaupten kann ich sei ein schlechter Mensch. Es ist ja nicht so, daß ich klauen, betrügen oder sonst was schlimmes machen würde. Ich möchte ja nur irgendwie einen Weg finden, auch mal was Gutes in der Welt zu finden. Im Prinzip das was in der Signatur steht bringt es auf den Punkt. Das scheint mir irgendwie auch schwer erklärbar zu sein. Es greift da auch viel ineinander. Ich hoffe ich habe Glück und komme an einen Therapeuten, der versteht was ich meine.
    "Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?"

    Hermann Hesse

  6. #6
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    Kriege führen auch die Ameisen,
    Staaten haben auch die Bienen,
    deine Seele sucht andere Wege,
    und wo sie zu kurz kommt blüht ihr kein Glück.
    Wie wahr, wie wahr....Trifft meine Situation auch grad nicht schlecht, danke für den schönen Vierzeiler.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  7. #7
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    Standard Hallo,

    ich glaube, ich verstehe dich.
    Ich glaube, du bist hochsensibel. Vieles von dem, was du schreibst, ist bei mir genauso. Auch ich empfinde diese Welt und die meisten Menschen als oberflächlich, egoistisch, angepasst und irgendwie "hohl". Auch ich kenne Therapieanfänge bzw. Aussagen von Therapeuten, die mich verändern wollten, bzw. offen zur Veränderung aufforderten, teilweise verbal sogar recht grob, das hat mich wochenlang emotional runtergezogen, richtig geschockt... und dann heißt es schnell, du bist nicht therapierbar....
    hieß es bei mir auch.
    Das hat mich oft wochen-, oder monatelang runter gezogen. Ich fühlte mich irgendwie "falsch", so, wie ich bin.

    Aber ich will meine Gefühlsintensität, und meine Ernsthaftigkeit, nicht verändern. Ich will mich in mir, in meinem Ich, nicht verändern, denn das wäre Entfremdung.
    Eine gute Therapie hilft dir, mit deiner "Eigenart", (ich glaube wirklich du bist hochsensibel, googel mal danach, es gibt mittlerweile gute Informationen darüber), klarzukommen, gut damit zu leben. Übrigens, ich bin auch Künstler, ich könnte gar nicht mehr anders.

    gruß Grainne

  8. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Grainne für den sinnvollen Beitrag:

    Hackstock2 (18.08.2010)

  9. #8
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    Und kommst du denn jetzt besser damit zurecht?

    Ich frage mich halt, in wie weit man sich verändern kann um sich selbst trotzdem noch wieder zu erkennen. Sicher wird man mir sowas anraten wie zum Beispiel mein Glück in bestimmten Interessengruppen zu suchen. Aber Gruppen und Vereine waren noch nie etwas was mich interessiert hat. Auch als es mir besser ging noch nicht.

    Morgen habe ich nochmal einen Termin bei der psychologischen Beratung. Dort werde ich mal fragen, ob oder was mich dahingehend erwarten könnte. Ich habe auch Angst, daß man mich mit Tabletten vollstopfen will. Ich will aber keine Tabletten nehmen. Ich möchte es gerne ohne schaffen. Ich würde mir dann betäubt vorkommen.

    Das ist alles nicht so einfach.
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    Hermann Hesse

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