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Thema: Nicht unbedingt Mobbing, aber "Verrat" durch Freunde

  1. #1
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    Unglücklich Nicht unbedingt Mobbing, aber "Verrat" durch Freunde

    Das wird ein langer Text, sorry. Aber ich (27) muss meinen Gefühlen einfach einmal Luft machen, auch wenn es sich nicht um Mobbing im eigentlichen Sinn handelt. Es gibt leider kein Unterforum für Probleme in Freundschaften...

    Ich bin traurig, sehr traurig. Ich bin wütend. Ich bin verzweifelt! Ich fühle mich gedemütigt. Es tut weh, ich kann den Gedanken an den "Verrat" so wie ich ihn empfinde, nicht loslassen. Es ist wie ein Tumor, der sich in mir ausbreitet und mir die Luft zum Atmen nimmt. Er vergällt mir gerade mein Leben. Ein Geschwür, das meine Seele vergiftet.

    Ich weiß, dass "echte" Freunde sich nicht so verhalten hätten. Sie haben mich verraten und im Stich gelassen.

    Das klingt paranoid, aber was ich wirklich schlimm finde ist, dass es nicht reicht, mich von einer oder mehreren Personen einfach zu distanzieren und Gras darüber wachsen zu lassen. Das hätte ich wohl hingekriegt. Wäre traurig gewesen, mehrere Freunde aus "unterschiedlichen" Kreisen in kurzer Zeit verloren zu haben,aber hätte es wohl oder übel akzeptiert.

    Das Schlimme ist aber, dass einige dieser vorher unabhängigen Freundschaften mittlerweile verknüpft sind - haben sich durch mich kennengelernt - und der Verlust und der Verrat für mich doppelt so schwer wiegen. Nicht nur muss ich damit klarkommen, einige gute (???, zumindest dachte ich das teilweise über 16 Jahre lang) Freunde verloren zu haben, sondern ich muss auch damit leben, dass diese mittlerweile in Verbindung stehen, ich aber ausgeklammert bin.

    Und es ist wirklich nicht so, dass ich Schuld daran trage, wie man meinen könnte. Ich habe mich diesen Leuten gegenüber immer korrekt verhalten, war eine gute Freundin, die jederzeit zu ihnen stand und mit der man "durch dick und dünn" gehen konnte. Ich habe das wirklich oft reflektiert, bin durchaus selbstkritisch und weiß, wenn ich selbst verantwortlich für Unstimmigkeiten bin, was ich dann auch geradebiege.
    .
    Im Februar hat sich eine langjährige enge Freundin (nennen wir sie Anne) von mir eine Freundschaftspause erbeten. Anlass war, dass ich es nicht akzeptiert habe, dass sie ihre Laune mal wieder an mir ausgelassen hat und einfach gegangen bin. Sie war damals unglaublich launisch und hat mich wiederholt ungerecht behandelt und sich wirklich unmöglich mir gegenüber verhalten. Oftmals abfällige Kommentare mir gegenüber gemacht, war unglaublich unzuverlässig, meinte aber, die Dominante spielen zu müssen und mir zu sagen wo's lang geht. In Wirklichkeit war ihr Selbstbewusstsein zu dieser Zeit ziemlich down, kein beruflicher Erfolg, verlassen von ihrem Freund und hat ihr Leben einfach nicht in den Griff bekommen. Sie konnte nicht sehen, wenn ich etwas besser hingekriegt habe als sie, dann musste sie mich durch subtile Beleidigungen runterziehen. Das war ein Schema, dass sie schon öfter gebracht hat. Hauptsache, sie fühlt sich wieder gut.

    Klingt fies von meiner Seite, sehe ich aber im Rückblick wirklich so. Natürlich war das nur eine Seite unserer Beziehung, sicher hatten wir viele, viele schöne gemeinsame Erlebnisse, die für mich lange Zeit überwogen haben und weswegen ich vieles lange Zeit geduldet habe und immer gehoft habe, ich täusche mich, was diese negativen Charaktereigenschaften betrifft.

    Egal, ich habe die "Pause" die sie unserer sog. Freundschaft verordnet hat, ohne weiteres akzeptiert, habe sie zwar manchmal vermisst, wollte ihr aber nicht hinterherlaufen. Damit kam sie wohl nicht klar, dass ich das so kommentarlos geschluckt habe. Für mich war sie zu dieser Zeit schon lange nicht mehr "die beste Freundin" und ich hab mich auf andere Freunde konzentriert.
    Da unser Kontakt wie gesagt nicht immer gut für mein Seelenleben war, fand ich es auch ganz erholsam, diese so konfliktreiche Freundschaft eine Zeitlang aus dem Fokus meiner Aufmerksamkeit zu nehmen. Hatte da auch keine arg negativen Gefühle ihr gegenüber, sondern bin davon ausgegangen, dass wir uns irgendwann schon wieder zusammenraufen werden, da wir wie gesagt eine sehr problembeladene, aber langjährige Verbundenheit hatten.

    Was mir aber den Boden unter den Füßen weggerissen hat war, als ich über Umwege erfahren habe, dass sie nun regelmäßig einen anderen Menschen trifft, den ich aus einem völlig anderen Hintergrund seit über 5 Jahren kenne und den ich auch als guten, wichtigen Freund gesehen habe. Er heißt im Folgenden Felix (31 Jahre).

    Felix hat mir immer wieder gesagt, wie wichtig ihm unsere Freundschaft ist und dass ich ein wichtiger Mensch in seinem Leben bin. Und das war er für mich auch.
    Nun bin ich ihm aber anscheinend nicht mehr gut genug. Ich hatte erfahren, dass er eine Einweihungsparty gegeben hat, zu der er mich nicht eingeladen hat. War zwar enttäuscht, hätte es aber vielleicht nicht so persönlich genommen, wenn er mir nicht kurz zuvor dreist ins Gesicht gelogen hätte. Nur wegen der Lüge, er hätte nicht gefeiert, habe ich ihn dann darauf angesprochen. Seine Erklärung war, er hätte mich nicht eingeladen, weil ich kurz zuvor einmal 2 Monate arbeitslos war und deshalb in den Kontext der "Geladenen" nicht passe. Anscheinend wollte er sich vor "wichtigeren Leuten" profilieren. Dazu muss man sagen, dass meine Mutter zur Zeit meiner Arbeitslosigkeit mehrere Monate lang schwerkrank im Krankenhaus lag und ich zur Zeit des Vorfalls auch schon wieder seit einiger Zeit Monaten gearbeitet hatte. Wobei das ja eigentlich irrelevant ist.
    Was ich besonders zynisch an seinem Kommentar fand, ist die Tatsache, dass er die ersten Jahre (!!) unserer Bekanntschaft von Hartz 4 gelebt hat und ich immer und zu jeder Zeit zu ihm gestanden habe. Ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, mich für ihn zu schämen, obwohl er durch exzessiven Alkoholkonsum und teilweise unglaublich arroganten Verhaltens anderen gegenüber sowie massiven psychischen Problemen auch nicht immer pflegeleicht war.

    Ich muss nun damit klarkommen, dass ich ihm offenbar nicht präsentabel genug bin, meine vorher beschriebene Freundin Anne, die seit vielen Jahren buchstäblich nichts tut, anscheinend aber schon. Ja, sie hat er eingeladen, obwohl die beiden sich zuvor nur oberflächlich kannten (durch mich). Es hat so weh getan, da es wie gesagt zwei unterschiedliche Geschichten sind, die sich für mich nun fatal vermischen und den Verrat noch verletzender für mich machen. Vor allem, da ich zu dieser Zeit noch davon ausgegangen bin, dass Anne und ich im Grunde noch befreundet sind und nur seit 5 Wochen Funkstille herrschte.
    Ihr war aber sicher klar, wie sehr mich das treffen würde, dass sie akkurat in dieser Zeit mit Felix Kontakt aufnimmt, vor allem da ich mit diesem ja eigentlich keinen Streit oder Unstimmung hatte, sondern nur ein bisschen weniger Kontakt als sonst. Allein, dass es ihr nicht krass vorkam, zur Party von einem Freund von mir zu gehen, obwohl ich nicht eingeladen war. Das hat in mir auch den Verdacht geschürt, dass sie sich bei ihm über mich "ausgekotzt" hat und er mich ihr zuliebe nicht eingeladen hat.

    Noch dazu hatten Anne und ich lange Zeit eine gemeinsame Clique, noch aus der Schulzeit, und ich habe mich nach diesen Vorfällen auch aus diesem Kreis ziemlich zurückgezogen, da ich Anne in dieser vergifteten Atmosphäre nicht begegnen möchte. Und nun fällt ihr nichts besseres ein, Felix in diesen Freundeskreis einzuschleusen und mich doppelt zu verletzen. Sie weiß, wie weh mir das tut. Sie weiß, dass für mich Illoyalität in einer Freundschaft das Schlimmste ist, weil es mein Vertrauen zerstört. Sie weiß, wie wichtig mir Felix über viele Jahre lang war.
    Es ist ihr offenbar egal, wie sehr es mich verletzt, dass ich neben dem Verlust ihrer "Freundschaft" auch den Verlust des anderen Freundes verarbeiten muss und gleichzeitig die ganze Clique mir dadurch immer mehr vergällt ist.

    Ich glaube es ist ein subtiler Rachefeldzug von ihr, aber Rache wofür? Nur weil ich kein Spielball ihrer Launen mehr sein wollte und nicht gleich gesprungen bin, als "sie mal wieder Bock auf mich hatte" (O-Ton am Telefon), sondern kühl und distanziert reagiert habe? Aber ich hatte mich ihr gegenüber korrekt verhalten, nicht hintenrum intrigiert oder sie bei gemeinsamen Freunden schlecht gemacht. Von ihr weiß ich, dass sie da weniger Skrupel hat. Hat oft richtig fiese Sachen über ihre oder gemeinsame Freunde bei mir abgelassen, was ich nie gut fand, wie ich ihr auch immer sagte. Das hatte schon damals mein Vertrauen zu ihr stark ins Wanken gebracht.

    Ich verstehe aber auch nicht, warum Felix sich auch so mies mir gegenüber verhält. Unsere Beziehung war im Gegensatz zur Freundschaft mit Anne größtenteils sehr harmonisch und wir kamen immer gut miteinander klar. Ich bin davon ausgegangen, wir mögen uns einfach und sind sehr gute Freunde.

    Wie soll ich damit umgehen? Es nagt so an mir... Zum Glück habe ich andere, liebe Freunde, auf die ich mich 100 % verlassen kann und die diese Bezeichnung auch verdienen.
    Aber trotzdem tut mir der Verlust dieser beiden und der Clique (auch wenn der Kontakt auch in den letzten Jahren immer oberflächlicher wurde) so unendlich weh!!! Es hinterlässt eine Lücke, da es sich ja um viele Leute handelt, die ich nun erstmal nicht mehr sehe.
    Vor allem, da ich mich von Anne und Felix durch dieses plötzliche "Zusammentun" so unendlich hintergangen fühle. Ich kann es mir einfach nicht erklären und komme nicht von dem Gedanken los... Auch nagt an mir, dass ich mich offenbar, was diese Menschen betrifft, viele viele Jahre über getäuscht habe und meine Zeit und so viele Gefühle in Beziehungen investiert habe, die es offensichtlich nicht wert waren. Das vermiest mir im Rückblick so viele Situationen und gemeinsame Erlebnisse und raubt mir zahlreiche zum Teil sehr positive, Erinnerungen, da ich sie nur noch als Farce verstehen kann.
    Wer immer sich diesen Roman durchgelesen hat, ich würde mich sehr über Ratschläge freuen, wie ich das abhaken kann, ohne mich weiterhin deshalb so fertig zu machen.

  2. #2
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    Hallo nightingale,
    beim Lesen Deines langen Thread wurde mir immer unbehaglicher.
    Du scheinst ziemlich genau zu wissen, wie sich Deine Freunde zu verhalten haben und wie nicht. Außerdem bleibt auch keine Lücke dafür, dass die Gründe für ihr Verhalten ganz andere sind, als Du es Dir hier denkst.

    Das war nun sicher nicht die Antwort, die Du lesen wolltest.
    LG Neroli

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  3. #3
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    Standard Hallo Nerolihttp://www.psychologieforum.de/images/smilies/smile.gif

    Erst einmal vielen Dank für deine Antwort! Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast, dir diesen Roman durchzulesen.

    Es stimmt, es ist wirklich nicht ganz die Antwort, die ich hören wollte, aber es ist gut, auch kritisches Feedback zu bekommen. Und eine objektive Meinung.

    Als ich den Thread gestern geschrieben habe, war ich super schlecht drauf und habe mich in die Geschichte wirklich zu krass reingesteigert. Diese ist ja nun nicht brandneu und beschäftigt auch nicht immer so stark. Nur leider habe ich das Gefühl, dass ich ungewollt immer wieder damit konfrontiert werde, obwohl ich ja eigentlich gerne erst einmal Gras über das Ganzen wachsen lassen wollte. Aber durch die unvermeidlichen "Sozialen Netzwerke" werde ich leider mittels Kommentaren oder Fotos regelmäßig damit konfrontiert. Und es tut mir weh, dann zu sehen, wie viel die beiden mittlerweile miteinander zu tun haben und dass er fast selbstverständlich etwas mit Leuten meiner Clique zu tun hat, für die er sich früher auch nicht interessiert hat. Ich hatte ihn vor einigen Jahren auch ein paarmal zu Festen, etc. mitgebracht und da konnten die Leute und er überhaupt nicht miteinander, was ich damals sogar schade fand.

    Aber du hast recht, ich kann wirklich nicht viel über die Gründe ihres Verhaltens sagen und unterstelle ihnen da vielleicht zuviel Negatives.

    Womit du auch recht hast, ist, dass mein Thread ziemlich hart und unerbittlich klingt. Es hat mir zu denken gegeben, dass du das Wort "unbehaglich" benutzt. Ich weiß, dass ich manchmal zu rigoros bin, was die Kriterien in einer Freundschaft betrifft. Aber glaub mir, so krass bin ich in Wirklichkeit nicht. Ich kann gut damit leben, dass sich Leute nicht immer so verhalten, wie ich mir das wünsche.
    Ich sehe auch über viele Dinge hinweg, niemand ist schließlich perfekt. Aber wenn es um mangelnde Loyalität geht, bin ich einfach sehr empfindlich, weil für mich wichtig ist, dass man zueinander steht und, auch vor anderen, füreinander einsteht. Dies liegt in schmerzhaften Erfahrungen begründet, die ich u.a. mit Anne eben schon öfter in der Vergangenheit erlebt habe.

    Nun sehe ich auch alles ein bisschen nüchterner als gestern Nacht, aber klarkommen werde ich mit der Geschichte so bald nicht wirklich.

    Was würdest du mir denn empfehlen? Noch einmal mit den beiden in einem getrennten Gespräch reden und sie fragen, wie sie das Ganze sehen?

    Das traue ich mich leider nicht, da ich Angst habe, dass sie sich dann später darüber unterhalten und womöglich auch die Clique mit reinziehen. Ich wollte da nicht auch noch andere Leute mit konfrontieren. Vielleicht habe ich aber auch einfach Angst, mir damit eine Blöße zu geben und dass dann doch nichts dabei rumkommt. Ich weiß das ist ziemlich schwach , Offenheit ist da meist der bessere Ratgeber....
    Geändert von nightingale (11.11.2010 um 19:35 Uhr)

  4. #4
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    Ich weiß gar nicht, ob ich etwas empfehlen kann. Ich kenne das so nicht, wie Du es schreibst. Natürlich kenne ich das auch, dass Menschen, die mir viel wert sind auf einmal weniger mit mir als miteinander machen. Bislang konnte ich das aber immer ganz gut von meiner Person trennen. Die machen ja nicht gegen oder für mich etwas zusammen, sondern einfach etwas miteinander, weil sie sich mögen.

    Dadurch mache ich mir auch nicht so viele Sorgen, was sie anderen über mich erzählen, auch das habe ich so noch nicht erlebt. Vielleicht ist das auch nur eine Annahme von Dir?
    Manchmal hilft es, wenn man einfach davon ausgeht, dass die meisten Menschen nicht darauf aus sind, einem zu schaden.
    LG Neroli

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  5. #5
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    Du hast recht, mit dem Tipp, dass es hilft, nicht von vornherein zu vermuten, jemand möchte mir mit diesem oder jenem schaden. Das schaffe ich im allgemeinen auch ganz gut.
    Natürlich kenne ich das auch, dass Menschen mal mehr und mal weniger mit mir unternehmen und habe normalerweise auch kein Problem damit, wenn sich Freunde ohne mich treffen. Aber nicht in so einer Situation, wenn es Leute sind, die mir völlig unabhängig voneinander sehr wichtig sind. Wenn es dummerweise mit beiden zur selben Zeit Probleme gibt und mir somit zwei wichtige Bezugspersonen fehlen. Wenn dann plötzlich ein enger Kontakt zwischen diesen beiden Menschen entsteht, tut das einfach weh. Und da unterstelle ich, wenn schon nicht böswillige Absicht, eben zumindest Desinteresse für meine Gefühle dabei.
    Aber ich freue mich für dich, dass du solche Gefühle und Zweifel in Freundschaften nie erleben musstest. Ist kein angenehmer Zustand, das kann ich dir sagen
    Danke nochmal für deine Sicht auf die Dinge. Wie siehst du denn mein Verhalten, mir scheint, als würdest du in erster Linie hierin das Problem sehen? Dass ich einfach nicht genug an "das Gute in den Menschen" glaube und zu sehr auf mich und meine Interpretation der Dinge fixiert bin?

  6. #6
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    Hallo nightingale,
    wie ich Dein Verhalten sehe? Ich finde, Du gehst mit Dir selber nicht gut um. Die beiden anderen merken ja nichts von Deinen Sorgen und Bedenken. Du selbst leidest darunter und denkst, dass sie über Dich reden.
    LG Neroli

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  7. #7
    Neuling
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    Hallo Neroli,

    yep, das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich mach mich fertig und den anderen geht es am Allerwertesten vorbei, weil sie sich natürlich viel weniger Gedanken darüber machen.
    Das ist tatsächlich ein Verhaltensmuster von mir, das ich schon öfter bei mir wahrgenommen haben.
    Im Grunde leide ich still vor mich hin, lasse meine Gedanken und Gefühle auch nicht raus und rede kaum mit jemanden darüber. Deshalb dann der Eingangsthread, weil ich das nach monatelangem Runterschlucken und Verdrängen und nicht darüber reden endlich einmal loswerden musste.
    Da entstehen dann Gedankenspiralen, die letztlich für mich schädlich sind und mich auch nicht weiterbringen. Ist mir vom Kopf her auch klar, ich schaffe es aber leider nicht, das gänzlich abzustellen.
    Würde mich weiter über Tipps freuen, wie man mit so einer Situation umgehen kann. Die Gedanken und das miese Gefühl sind nun mal da...

  8. #8
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    Hallo nightingale

    Du gehst nicht nur mit dir selber nicht gut um, sondern läßt es zu, dass andere nicht gut mit dir umgehen. Es geht sogar soweit, dass die sog. Freunde sehr schlecht mit dir umgehen können und du immer noch an ihnen festhältst. Dieses Festhalten um jeden Preis hat aber auch seinen Grund.

    Wenn es dummerweise mit beiden zur selben Zeit Probleme gibt und mir somit zwei wichtige Bezugspersonen fehlen.
    Warum brauchst du den Bezugspersonen, die dich noch dazu so mies behandeln?

    Du brauchst sie, aber sie brauchen dich nicht. Aber sie ( ge ) brauchen sich. Da haben sich zwei Egoisten getroffen, die sich verstehen. Du hast nichts verloren, sondern bist eine Last losgeworden. Du spürst aber eher einen Verlust. Eine große Lücke und sicher auch ein bischen Einsamkeit.

    Du warst in gewisser Weise abhängig von ihnen und sie haben dich abgehängt. Aufs Abstellgleis geschoben. Du darfst nicht mehr mitspielen. Klar, dass so was weh tut. Besonders weil sie es für dich bestimmt haben und du dich in dein Schicksal fügen mußt, das du noch ablehnst.

    Du hast in deinem Leben gerade einen Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weitergeht. Das Muster, das du bisher gelebt hast passt nicht mehr. Vermutlich auch, weil du dich verändert hast und dich in eine Richtung entwickelt hast, in die deine bisherigen Freunde nicht mehr reinpassen.
    Etwas Neues wird entstehen. Und damit das geschehen kann, muß etwas Altes sterben. Das ist zunächst mal ein Verlust der weh tut.

    Aber eigentlich ist deine Entwicklung ein Grund der Freude. Denn somit ist Platz für etwas viel Schöneres, für Menschen, die es gut mit dir meinen. Für neue Freundschaften, für Leben von neuen Mustern, die passend sind.

    So ein "supergau" macht einem Angst. Was man hatte war bekannt und auch vertraut. Das Neue, ist noch difus, nicht greifbar. Wenn du darauf vertrauen kannst, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst, dann kannst du deiner Zukunft entspannter entgegensehen. Die neuen guten Freunde sind schon da, du hast sie nur noch nicht kennengelernt.

    Mag sein, dass du eine Durststrecke hinter dich bringen mußt. Die hat aber auch ihren Sinn. Denn damit in deinem Herzen wieder Platz ist, muß erst das Alte verdaut werden.

    Du kannst natürlich auch die alte Suppe wieder aufzuwärmen versuchen. Aber sie wird ewig aufgewärmt schmecken und keinen Platz für Neues zulassen.

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