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Thema: Nix hält mehr? und: freiwillige Abhängigkeit

  1. #97
    Neuling
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    Freiheit gilt als das höchste Gut für einen Menschen.

    Selbst wenn man sie erlangt, weiß man, dass es nicht das ist was man wollte.

    Der Wunsch nach Freiheit beginnt an dem Punkt, an welchem man sein Vertrauen verloren hat.

    Vielleicht bedeutet Vertrauen, dass man das, was man erfahren hat, das, was man gelernt hat, vergessen kann.

  2. #98
    Ste
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    Ich denke ja schon, dass es eine gemeinsame soziokulturelle Ebene geben muss, um miteinander leben zu können und um sich verstehen zu können.

    Allerdings kann diese Eben auch zwischen einem Handwerker und einer Banker-Tochter bestehen. Sellenverwandschaft kann man unabhängig vom sozialen Status habem eine gemeinsame Weltanschauung auch,

    Fraglich bleibt aber dennoch, ob das soziale Umfeld der beiden zusammenpasst und ob das alltägliche Familienleben für beide harmonisch verlaufen kann? Man kann sich lieben und dennoch nicht miteinander klarkommen im Alltag.

    Ist aber immer auch einer Frage der Persönlichkeiten. Nicht jeder sieht in einer Liebensbeziehung eine spirutuelle Vereinigung zweier freier Persönlichkeiten, viele sind da pragmatischer und denken eher an Haus, Auto, Boot etc. Ja, natürlich an Sex und evt. auch ans Kinderkriegen. Man möchte was erreichen im Leben, was aufbauen und man möchte im Grunde vorwärts und aufwärts.

    Oft sind die Bedürfnisse auch vermischt und widersprüchlich, unbewusst eifert man vielleicht seinen Eltern nach oder sucht nach etwas, was man im Grunde in sich selber vermisst. Es ist oft kompliziert. Viele bleiben doch auch zusammen, weil sie Angst haben vorm allein sein und weil das Leben zu zweit einfach angenehmer ist, auch ohne große spirituelle Sensationen.

    Für mich steht fest, dass ein Leben allein nicht akzeptabel ist, also freiwillig allein sein kommt für mich nicht in Frage. Ich war die meiste Zeit meines Lebens allein, aber es war nie freiwillig. Seit dem ich lebe fühle ich mich zu anderen hingezogen und auch wenn ich oft geschlagen, getäuscht und enttäuscht wurde, so ist doch die Hingezogenheit geblieben, ich bin froh darum.

    Grüße

    Ste

  3. #99
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    Nicht jeder sieht in einer Liebensbeziehung eine spirutuelle Vereinigung zweier freier Persönlichkeiten, viele sind da pragmatischer und denken eher an Haus, Auto, Boot etc. Ja, natürlich an Sex und evt. auch ans Kinderkriegen. Man möchte was erreichen im Leben, was aufbauen und man möchte im Grunde vorwärts und aufwärts.
    Hallo Ste,

    ich bin der Typ "romantische Liebe". Das Ergebnis nach 20 Jahren Suche: ich bin allein.

    Manchmal denke ich, dass die pragmatische Denkweise nicht die schlechteste sein muss. Gemeinsame Ziele, gemeinsames Wirtschaften, gegenseitige Absicherung.

    Nur, dass ich das nicht kann. Sobald ich nicht mehr liebe, kann ich mit einem Mann auch nicht mehr zusammen sein. Ich werde dann sogar körperlich krank.

    Ich hätte mehrfach eine Zweckehe eingehen können. Für mich wäre es der gleiche fatale Fehler gewesen wie z.B. Berufsbeamtin zu werden.

  4. #100
    Ste
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    Ich möchte mal zurück zur Eingangsfrage

    Diese zwei Beobachtungen

    - viele Trennungen
    - Tendenz zur freiwilligen Abhängigkeit

    machen mich nachdenklich.

    Ich frage mich, woher viele Frauen die Gewissheit nehmen, dass die Partnerschaft lebenslang hält und sie finanziell abgesichert bleiben werden.
    Da wird so viel geschrieben über die Gleichberechtigung der Frauen, aber es gibt sehr viele Frauen, die wollen gar nicht arbeiten.
    Deine erste Frage zielt auf finanzielle Absicherung ab. Du denkst auch, dass Frauen keine Gleichberechtigung wollen, weil sie offenbar gar nicht arbeiten wollen.

    Wie so oft sehe ich die Themen "Arbeit" und "Geld" im Vordergrund der Fragestellung. Warum ist das so, wenns doch im Liebe und Familie geht?

    Ist am Ende das Vorurteil wahr, dass die Frau mit diversen Reizen ausgestattet ist und immerzu eine Liebesbeziehung anstrebt, weil sie im Grunde Wohlstand und Absicherung sucht?

    ich bin der Typ "romantische Liebe". Das Ergebnis nach 20 Jahren Suche: ich bin allein.
    Nun, ich sehe in deinen Zeilen Widersprüche, du stellst ganz pragmatische Fragen aber suchst im Grunde die Romantik. Kann es sein, dass dieser Widerspruch verhindert, dass du in diesen 20 Jahren zu einer dauerhaften Beziehung gekommen bist?

    Ich sehe übrigens Gleichberechtigung nicht als primär auf den Beruf ausgerichtet an. Es geht doch eher um gleiche Würde und gleiche Menschen- und Bürgerrechte. Ich finde es schade, dass da immer die Fixierung auf Arbeit und Geld dirn steckt.

    Die meisten Männer würde übrigens gern das Recht auf Faulenzen haben, denk ich - also gleiche Rechte für alle muss nicht heissen "Karriere und 12 Stunden Arbeitstag, für alle.

    Grüße

    Ste
    Geändert von Ste (07.02.2012 um 13:28 Uhr)

  5. Die folgenden 3 Benutzer bedankten sich bei Ste für den sinnvollen Beitrag:

    Kaja (07.02.2012),Sagon (07.02.2012),Thessa (07.02.2012)

  6. #101
    Verleger Avatar von Physalis
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    Hallo Ste,

    das stimmt, ich sehe die Widersprüche in mir auch so langsam.

    Was ich weiß, ist, dass es mir wichtig ist, dass ein Mann aus einem ähnlichen familiären und gesellschaftlichen Hintergrund stammt, die selben Werte hat wie ich, einen ähnlichen Bildungsabschluss und ähnliche Interessen hat und auch eine ähnliche Lebensplanung.

    LG

    Physalis

  7. #102
    Roman Verfasser
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    Liebe hat nichts mit denken zutun, sondern mit Fühlen.
    Und wenn man Gefühle zerdenkt, stellen sie sich nicht ein.

    Und Kommunikation, Kommunikation........
    Menschen mögen den Weg des geringsten Widerstands und merken nicht, dass sie damit einsam werden.

    Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, bin in Liebe aufgewachsen, aber hatte nie viel Geld. Habe studiert und bin Selbstständig und arbeite mir dennoch nicht den Hintern ab - Leben kommt zuerst, dann Arbeit.

    Mein Freund kommt aus einer Akademikerfamilie, Scheidungskind, hat "nur" eine Ausbildung, wird aber erst diesen Sommer fertig und verdient somit im Mom nicht viel.

    Ich hingegen schon.
    Er ist viele Jahre jünger als ich...
    aber Gefühle sind im Spiel. Da ist Vernunft nicht mehr wichtig.

    Wir sind, wie wir sind und das reicht.
    Ich hab nie drüber nachgedacht, ob es RICHTIG ist, es tut gut, also ist es das.
    Und wir reden... immer und immer, über alles. Auch schweres, auch unangenehmes. Wir streiten, reden, lachen, weinen, fühlen und lieben. NUr eins tun wir nicht: es zerdenken.

    Ich hatte mal nen Kerl - man war ich verliebt!! Er war im Grunde optimal. Er sah das auch so - wir beide, das würde schon passen. Aber es hatte bei ihm nicht gefunkt. Also wurde es nichts. Traurig, aber ohne Gefühle kanns noch so passen - dann bringts das nicht.
    Heute sind wir gute Freunde.

    Was das Kinderkriegen angeht: meine beste und älteste Freundin bekam auch Kinder und es gab nur 2 Wege für mich: entweder damit leben, dass jetzt die Kinder Nr. 1 in ihrem Leben sind und jammern und klagen, oder die Kinder ebenso lieben wie sie es tut und sie als Teil meiner Freundin sehen.
    Das hab ich getan. Und es sind die tollsten Kinder der Welt. Ich bin die stolzeste Tante die es gibt.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

  8. #103
    Ste
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    Gute Einstellung, Kaja.

    Ja, so laufen die Dinge. Eifersucht auf die Kinder bringt nichts und es ist ja normal, dass ein Kind die oberste Prioität einnimmt, was würden wir alle schimpfen, wenns nicht so wäre?

  9. #104
    Ste
    Gast

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    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Hallo Ste,

    das stimmt, ich sehe die Widersprüche in mir auch so langsam.

    Was ich weiß, ist, dass es mir wichtig ist, dass ein Mann aus einem ähnlichen familiären und gesellschaftlichen Hintergrund stammt, die selben Werte hat wie ich, einen ähnlichen Bildungsabschluss und ähnliche Interessen hat und auch eine ähnliche Lebensplanung.

    LG

    Physalis
    Auch das ist doch eine gute und normale Einstellung. alles ganz natürlich.

    Ich selber habe einen anderen Weg, aber das liegt an meiner speziellen Lebenssituation. Ich bin ein Arbeiterkind und lebe mit einer Akademikerin. Für mich passt das und es könnte auch wohl gar nicht anders sein.

    Grüße

    Ste

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