psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 15 1234511 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 120

Thema: Nix hält mehr? und: freiwillige Abhängigkeit

  1. #1
    Verleger Avatar von Physalis
    Registriert seit
    20.03.2011
    Beiträge
    2.171
    Danke
    98
    333 mal in 274 Beiträgen bedankt

    Standard Nix hält mehr? und: freiwillige Abhängigkeit

    Hallo,

    in der letzten Zeit sind in meinem Umfeld mehrere Ehen und Lebenspartnerschaften in den Brüche gegangen. Zuletzt erfuhr ich heute Abend und gestern von zwei gescheiterten Partnerschaften. Das eine Paar hat seit kurzem ein gemeinsames Kind.

    Es macht mich traurig, dass so viele Liebesbeziehungen scheitern.

    Eine andere Sache ist, dass ich innerhalb kurzer Zeit mehrere Frauen kennen lernte, die trotz guter Ausbildung sich finanziell vollkommen von ihrem Partnern abhängig gemacht haben. Sie zogen mit ihren durchweg sehr viel älteren Partnern weg und gaben ihre Berufstätigkeit weitgehend auf. Mit weitgehend meine ich, dass sie höchstens im Bereich von 400 Euro tätig sind, häufig nicht mal das.
    Es fällt mir schwer zu verstehen, weshalb Frauen mit wachem Verstand und qualifizierter Ausbildung sich komplett abhängig machen.

    Diese zwei Beobachtungen
    - viele Trennungen
    - Tendenz zur freiwilligen Abhängigkeit

    machen mich nachdenklich. Ich frage mich, woher viele Frauen die Gewissheit nehmen, dass die Partnerschaft lebenslang hält und sie finanziell abgesichert bleiben werden.
    Da wird so viel geschrieben über die Gleichberechtigung der Frauen, aber es gibt sehr viele Frauen, die wollen gar nicht arbeiten.

    Dies nur mal als Gedanken. Vielleicht fällt Euch dazu etwas ein?

    Viele Grüße

    Physalis

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
    Registriert seit
    28.11.2011
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    626
    Danke
    94
    118 mal in 91 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Physalis

    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Es macht mich traurig, dass so viele Liebesbeziehungen scheitern.
    Wieso macht dich das traurig?

    Das hat es doch immer gegeben, das Beziehungen in die Brüche gehen.

    Ich kenne auch jemandem im Bekanntenkreis, wo die Frau einen sehr guten Job aufgegeben hat und mit ihrem Mann weggezogen ist. Es ist doch verständlich, dass gewisse Menschen die Priorität in der Beziehung sehen und nicht im Job.

    Es gibt soviel abhängiges Verhalten, dass es schon fast weh tut. Manche Menschen klammern sich an jeden Strohhalm und können eine ungute Beziehung nicht verlassen. Andere machen so eine Art Rechnung und überlegen sich, was unter dem Strich übrig bleibt. Wenn da zu wenig steht, wird die Beziehung beendet.

    Ja, es ist eine hartes Geschäft mit den Beziehungen, Partnerschaften und Ehen. Ich glaub, so war es schon immer und vielleicht wird es auch immer so bleiben
    Liebe Grüsse, Martin

    I Psychologieforum.de

    Es gibt ein Leben vor dem Tod - Nutze es!

  3. #3
    Verleger Avatar von Physalis
    Registriert seit
    20.03.2011
    Beiträge
    2.171
    Danke
    98
    333 mal in 274 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo martinspin,

    es macht mich aus zwei Gründen traurig.

    Ich möchte gerne, dass Menschen, die mir nahe stehen, glücklich sind. Durch das Ende der Liebesbeziehungen sind sie aber traurig und niedergeschlagen.

    Je mehr Trennungen um mich herum geschehen, umso schwieriger fällt es mir, für mich selbst auf eine dauerhafte, erfüllende Partnerschaft zu hoffen. Mir fiele der Glaube an lebenslange Zuneigung und Treue leichter, würde ich dies in meinem Umfeld erleben.

    Nein, für mich ist es nicht verständlich, dass sich junge, gut ausgebildete Frauen bewusst in die komplette finanzielle Abhängigkeit von Männern begeben, mit denen sie noch dazu nicht einmal verheiratet sind, sie also nicht mal Rentenansprüche erwerben.
    Wenn keine Kinder da sind - so ist es in all den Fällen, die ich nun kennen lernte - kann ich es noch weniger nachvollziehen, dass sich eine Frau komplett aushalten lässt.

  4. #4
    Schreiberling
    Registriert seit
    24.11.2011
    Beiträge
    435
    Danke
    16
    55 mal in 51 Beiträgen bedankt

    Standard

    Aber gerade die Gleichstellung ist doch das, was die Beziehung heutzutage meistens scheitern lässt.

    Früher war es halt einfach so dass der Mann arbeiten war und die Frau eigentlich sich schon allein einen Mann suchen musste, um finanziell abgesichert zu sein. Der Mann hatte auch was davon, er hatte eine Frau mit der er Sex haben konnte, die für ihn den Haushalt gemacht hat, dass er nach seiner Arbeit entspannen kann und die sich auch um den Nachwuchs kümmert. Hier wären die Verhältnisse einfach eindeutig geklärt. Praktisch eine gegenseitige Abhängigkeit. Deswegen kam es früher kaum zu Trennungen (naja okay spielen noch weitere Sachen mit rein wie z.B. eine höhere Moralvorstellung die damals vorherrschte).

    Heutzutage wollen auch Frauen genauso arbeiten. Sie bleiben meistens unabhängig. Auch in einer Beziehung wollen sie viele Freiheiten behalten. Haushalt wird zusammen gemacht, usw. So ist es sowohl für die Frau als auch für den Mann deutlich einfach eine Beziehung einfach zu beenden. Man kommt ja immerhin auch gut allein klar.

  5. #5
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
    Registriert seit
    28.11.2011
    Ort
    Schweiz
    Beiträge
    626
    Danke
    94
    118 mal in 91 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hi Physalis

    Zitat Zitat von Physalis Beitrag anzeigen
    Ich möchte gerne, dass Menschen, die mir nahe stehen, glücklich sind. Durch das Ende der Liebesbeziehungen sind sie aber traurig und niedergeschlagen.

    Je mehr Trennungen um mich herum geschehen, umso schwieriger fällt es mir, für mich selbst auf eine dauerhafte, erfüllende Partnerschaft zu hoffen. Mir fiele der Glaube an lebenslange Zuneigung und Treue leichter, würde ich dies in meinem Umfeld erleben.
    Trauer und Glück gehört beides zum Leben und bedingen sich. Man müsste sich grundsätzlich von Gefühlen fernhalten, um Trauer nicht erleben zu müssen. Das Glück würde halt auch nicht mehr intensiv erlebt werden. Es ist wohl die Frage nach der Persönlichkeit, ob jemand zu intensiven Gefühlen neigt oder oder die Gefühle mehr oder weniger unter Kontrolle hat.

    Ich kenne nur eine dauerhafte Beziehung zu einem Menschen: Es ist die Beziehung zu mir selbst.

    Ich mach mir keine Bilder zu meiner Partnerschaft. Ich glaube inzwischen nicht mehr an dieses lebenslange Element einer Beziehung, schliesse es aber auch nicht aus

    “Nichts ist so beständig wie der Wandel”
    Heraklit von Ephesus (etwa 540 - 480 v. Chr.)
    Liebe Grüsse, Martin

    I Psychologieforum.de

    Es gibt ein Leben vor dem Tod - Nutze es!

  6. #6
    Schreibkraft
    Registriert seit
    05.01.2012
    Beiträge
    154
    Danke
    90
    51 mal in 34 Beiträgen bedankt

    Standard

    Da gebe ich dir Recht und der Gedanke ist auch garnicht so dumm, sich versorgen lassen zu wollen, Verantwortung abzugeben an seinen Partner und bequem ist es obendrauf ...
    Nachdem die Welle der Emanzipation abgeebt war und die Frauen teilweise genauso hart für ihr Geld arbeiten mussten wie die Männer, hat sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert das es doch nicht so eine gute Idee gewesen ist ...
    Kennst du den Satz : Früher war alles besser ?????
    Ja, das war es. Da war der Mann noch ein Mann und die Frau eine Frau. Die Rollen waren klar verteilt. Nur wollten die Frauen damals nicht von ihren Männern unterdrückt werden, wollten das gleichberechtigte "Sagen" haben in den Beziehungen und das haben sie ja durch die Emanzipation erreicht.
    Gleichzeitig kam aber auch der negative Aspekt der ganzen Geschichte, nämlich das ARBEITEN dazu und das möchte die Frau heute nicht mehr so wie früher.
    Erstens gibt es kaum noch gutbezahlte Jobs und zweitens ist es bequemer mit den gleichen Rechten die erkämpft worden sind, nun zuhause Haus und Hof zu versorgen ud als Gegenleistung vom Mann finanziert zu werden.
    Ist zwar ein Rückschritt in alte Muster, aber dennoch nur von Vorteil, da Frau ja jetzt mehr Rechte hat wie damals. So meine Gedanken.

    Die vermehrten Trennungen resultieren meines Erachtens aus vielen vielen Kleinigkeiten.
    Die Ehe hatte damals zb einen ganz anderen Wert als heute, sie war gesellschaftlich angesehen und wurde von Vater Staat unterstützt. Wird sie heute keinesfalls, außer ein paar steuerlichen Vorteilen, die aber kaum zu Buche schlagen.
    Hinzu kommen falsche Vorstellungen von einer Partnerschaft/Ehe, denn nach dem Verliebtsein kommt meistens auf Dauer Alltag und Langeweile. Jeder macht so sein Ding, nicht miteinander, sondern alleine. Der eine hängt am PC, der andere würde gerne was unternehmen zb und sitzt gelangweilt vor dem Fernseher .... Nur mal als Beispiel.
    Im Bett können viele Männer ihre Frauen nicht mehr befriedigen, weil deren Kopfkino was anderes möchte, sie das aber nicht sagen können. Dh. die Ansprüche der Frauen sind in jeder Hinsicht gewachsen und teilweise überfordert es auch die Männer. Zudem wird ja überall propagiert, du kannst auch alleine leben und deine Freiheit genießen.
    Ist ne Wegwerfgesellschaft geworden, auch in Ehe oder Beziehungen !
    lg

  7. #7
    Schreiberling
    Registriert seit
    24.11.2011
    Beiträge
    435
    Danke
    16
    55 mal in 51 Beiträgen bedankt

    Standard

    Also alle Frauen, die ich so kennengelernt habe, wollten schon Arbeiten gehen. Hab vielen angeboten einfach Hausfrau zu sein, aber das wollten sie nicht.

  8. #8
    Verleger Avatar von Physalis
    Registriert seit
    20.03.2011
    Beiträge
    2.171
    Danke
    98
    333 mal in 274 Beiträgen bedankt

    Standard

    Zitat Zitat von Mama Moni Beitrag anzeigen
    Hinzu kommen falsche Vorstellungen von einer Partnerschaft/Ehe, denn nach dem Verliebtsein kommt meistens auf Dauer Alltag und Langeweile. Jeder macht so sein Ding, nicht miteinander, sondern alleine. Der eine hängt am PC, der andere würde gerne was unternehmen zb und sitzt gelangweilt vor dem Fernseher .... Nur mal als Beispiel.
    Im Bett können viele Männer ihre Frauen nicht mehr befriedigen, weil deren Kopfkino was anderes möchte, sie das aber nicht sagen können.
    Ich kenne das auch: Langeweile - und zwar schon ganz, ganz schnell - und im Bett klappt es auch nicht.

    Nun bin ich seit viele Jahren schon Single und einerseits habe ich die Sehnsucht nach einem Lebenspartner, andererseits habe ich gar keine Lust, auf den Stress und die Verpflichtungen. Mich hat es schon genervt, weite Wegstrecken auf mich zu nehmen, nur um dann abends noch die letzte Stunde vor dem Schlafengehen nicht bei mir daheim auf der Coach sondern sonstwo auf der Coach zu sitzen. Am WE wollte ich ausruhen, Gartenarbeit machen oder einfach nur arbeiten (bin selbständig), dann war da aber immer dieser Druck, Freizeitaktivitäten zu planen.

    In der Tat: Wenn keine Kinder geplant sind, frage ich mich mittlerweile auch, ob es nicht besser ist, allein zu leben. Schwierig.

    Allerdings: Die Frauen merkten, dass Gleichberechtigung auch ARBEITEN gehen bedeutet. Mir tut es seelisch nicht gut, von vielen Frauen umgeben zu sein, die nicht oder nicht nennenswert berufstätig sind. Ich versuche mich mehr mit denen zu befassen, die ebenfalls finanziell unabhängig sind. In letzter Zeit lernte ich aber nur Frauen kenne, für die sich - so sagen sie - das arbeiten "nicht lohnt". Denn es ist schon so, dass die Ehe steuerlich sehr gefördert wird. Bei gemeinsamer Veranlagung bleibt kaum was, wenn die Frau auch arbeitet. Sie müsste dann schon so engagiert sein, dass das Paar sich getrennt veranlagen lässt. Dafür müssten die Frauen aber auch mal Gas geben.
    Geändert von Physalis (01.02.2012 um 10:48 Uhr)

Seite 1 von 15 1234511 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Ehefrau hält mich für einen Vergewaltiger
    Von Daniel.M im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 12.04.2012, 13:22
  2. Verstehe sein Verhalten nicht. Hält er mich warm?
    Von zero7 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 18.08.2009, 22:48
  3. Co Abhängigkeit
    Von mone19792 im Forum Sucht
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 14.08.2009, 15:42
  4. Meine Freundin hält sich für ein Monster
    Von Comet24 im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 13.12.2008, 20:32
  5. Freundin hält sich für dumm!
    Von nil desperare im Forum Minderwertigkeitsgefühle
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 15.08.2008, 12:44

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!