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Thema: noch so einer...

  1. #1
    Neuling
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    Standard noch so einer...

    Guten Abend Zusammen,

    habe mich nun endlich dazu durchgerungen, mich in diesem Forum anzumelden. Ich lese schon seit einiger Zeit im Stillen mit und muss in diesem Zusammenhang gleich mal anmerken, dass ich dadurch oft wieder froh über meine eigene Situation bin, im Vergleich zu einigen anderen hier, die wesentlich schlimmeres zu ertragen haben/hatten!

    Ich bin 24 Jahre alt, männlich und momentan hänge ich wieder ziemlich in der Luft. In drei Wochen habe ich meinen ersten Therapietermin.

    Ich versuche einfach mal chronologisch alle wichtigen Dinge aus meinem Leben niederzuschreiben, so, dass Ihr mal einen Eindruck von mir bekommt.

    Meine Kindheit war geprägt von Veränderungen; als ich drei Jahre alt war, begang mein Vater Suizid. Meine Mutter, damals mitte zwanzig war mit dieser Situation komplett überfordert. Sie versuchte trotzdem, meiner Schwester und mir eine halbwegs normale Kindheit zu ermöglichen. Es lief jedoch nicht immer Alles, wie es sollte; bespielsweise zogen wir innerhalb von vier Jahren zwei mal um. In Folge Dessen besuchte ich drei verschiedene Kindergärten und zwei unterschiedliche Grundschulen. Ich konnte also in meiner frühen Kindheit nirgendwo Wurzeln schlagen und mir einen Freundeskreis aufbauen. Viele Erinnerungen habe ich von damals nichtmehr.

    Als ich ca. 12 Jahre alt war, wurde ein Internetanschluss angeschafft. Anfangs war ich nur am Chatten, später jedoch begann ich auch zu spielen. Das spiel hieß "Ultima Online" - das Ur-MMORPG, Jahre vor WoW... Ich rutschte immer tiefer in eine Spielsucht (oft 10 Stunden am Tag) aber meine Mutter bekam davon wegen Vollzeitbeschäftigung nichts mit. Durch meine Spielsucht ging ich ohne Abschluss von der Realschule ab. Dies führte zu meinem ersten "halbherzigen" Suizidversuch mit einer stumpfen Klinge. bis heute weiß davon nur meine Schwester. Den Hauptschulabschluss konnte ich nachholen um wenigstens eine kleine Chance bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu haben.

    Mit 16, nach einem weiteren Umzug, fand ich dann endlich jenen Ausbildungsplatz in der Industrie. Die Lehre war ein einziger Alptraum für mich, jedoch hörte ich auf zu spielen und beschränkte mich nur noch auf das Chatten.

    Freunde fand ich im neuen Ort auch bald, so, dass ich ein relativ normales Teenagerleben führte - mit Parties und was sonst noch so dazu gehört. Mit knapp 18 dann die erste große Liebe. Doch es hielt nicht und so fiel ich zum ersten Mal in ein tiefes Loch. Täglich wieder Suizidgedanken... Ich verkroch mich zu Hause in meinem Zimmer und fing an zu Kiffen. Sechs Wochen kiffte ich jeden Tag nach der Arbeit, gefolgt von ein-zwei Wochen Pause um dann wieder ca. sechs Wochen zu kiffen. Dieser Zyklus wiederholte sich etwa ein dreiviertel Jahr, bis mein Dealer verknackt wurde.

    Zwangsläufig hört ich auf zu Kiffen, doch aus meinem Loch kam ich nichtmehr so richtig raus. Freunde hatte ich zu diesem Zeitpunkt kaum mehr. So lebte ich in den Tag hinein und verbrachte meine Freizeit unter der Woche vor dem Computer und am Wochenende beim obligatorischen Frustsuff mit meinen verbliebenen Freunden. Der Kontakt zum anderen Geschlecht fiel mir ausserordentlich schwierig, ausser ein paar kleine Flirts kam nichts zu Stande. Die Jahre vergingen, bis ich vor etwa vier Jahren den Entschluss fasste, über den zweiten Bildungsweg die Fachhochschulreife zu erlangen.

    Mit bestandenem Fachabi und dem daraus gewonnen Selbstvertrauen entschied ich mich für ein Studium im Ausland. Anfangs war es traumhaft. Selten hatte ich so viel Spaß am Leben. Dies änderte sich prompt. Wieder fing ich an zu kiffen. Mehr also jemals zuvor. Darunter litt auch mein Studium, welches ich schon nach dem ersten Semester aufgeben musste. Also wieder zurück in die Heimat, stark Cannabis-süchtig und mit einem riesen Berg Schulden im Gepäck.

    Jetzt bin ich seit gut 18 Monaten wieder hier, habe davon ein Jahr gearbeitet, um die Schulden zu reduzieren. Im Oktober hab ich ein neues Studium begonnen. Gekifft habe ich noch bis vor einem knappen Jahr ca. 25g/Monat. Aufgehört hab ich damals wegen einer sich anbahnenden Psychose.

    Und heute? tja, das neue Studium hat mir von Anfang an nicht wirklich gefallen, habe kaum was gelernt, folglich werde ich die anstehenden Semesterprüfungen nicht bestehen. Mit den Frauen bringe ich auch nichts auf die Reihe und meine Freunde kann ich an einer Hand abzählen. Die meiste Zeit verbringe ich immernoch alleine vor dem Rechner oder der Glotze. Hobbies habe ich sonst keine. Immerwieder bin ich stark depressiv und denke an Suizid.

    Doch damit kann und will ich mich nichtmehr abfinden! Ich will etwas dagegen machen, am sozialen Leben teilhaben und meine Erlebnisse, insbesondere den Suizid meines Vaters und dessen Folgen, mit professioneller Unterstützung aufarbeiten. Hierzu beginne ich demnächst eine Therapie und habe mich in diesem Forum angemeldet.

    Vielen Dank fürs Lesen

    Harry

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo Harry,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Schön, daß du dich auf den Weg machst. Es gibt vieles was helfen kann, einfach ausprobieren.

    Du schreibst du hast keine Hobbys,- was würdest du denn gerne machen?

    Grüßle
    monkey

  3. #3
    Neuling
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    Also "keine Hobbies" war vielleicht etwas übertrieben. Ich beschäftige mich viel mit Computer und Unterhaltungselektronik, auch lese ich oft übers Weltgeschehen, Politik allgemein sowie Philosophie - das "befriedigt" mich aber in letzter Zeit gar nicht mehr. Womöglich, weil man das alles gut alleine machen kann.

    Da ich nicht so die Sportskanone bin, habe ich mir mal den Kopf über andere Gruppenaktivitäten zerbrochen und bin beim Theater gelandet. Das will ich auf jeden Fall demnächst mal ausprobieren! Irgendwer hier noch andere Ideen diesbezüglich? Danke!

    Harry

  4. #4
    Schreiberling
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    Theater finde ich eine super Idee. Sport schadet aber bei deinen anderen Hobys auch nicht. Muß ja nicht gleich Marathon sein - wie wärs mit einer Wandergruppe?

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