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Thema: Null Persönlichkeit und mit dem Rücken an der Wand

  1. #1
    Neuling
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    Standard Null Persönlichkeit und mit dem Rücken an der Wand

    Hallo,

    zuerst einmal tut es mir leid, falls das Thema im falschen Forum gelandet sein sollte, aber da meine Probleme recht komplex sind, war ich mir nun auch nicht ganz sicher, wohin damit. Nun ja, ich schreibe einfach einmal ohne große Umschweife drauf los, denn ich halte es einfach für nötig, weil ich mit meiner derzeitigen Situation mehr als unzufrieden bin und dringend eine Veränderung her muss... vielleicht hat hier ja jemand ein paar nützliche Tipps für mich.

    Neben einigen anderen Gründen, auf die ich z.T. noch komme, gibt es doch einen, der mich schwer belastet und das ist meine berufliche Perspektive. Ich bin männlich, 24 Jahre und habe für mein Alter kaum etwas auf die Reihe bekommen. Es gab in meiner Vergangenheit ein paar Ereignisse, die mich aus meiner (halbwegs) heilen Welt in hohem Bogen herauskatapultiert haben und seitdem habe ich das Gefühl, nie mehr wirklich zur Ruhe gekommen zu sein. Konkret waren das die Scheidung meiner Eltern, meine erste (unglückliche) Liebe, mein Weggang aus der Heimat, eine kurz darauf folgende, schlimme Akne, die auch ihre Spuren hinterlassen hat und mein Schulabbruch am Gymnasium, weil ich nicht mehr konnte und nur noch von dem wahnwitzigen Wunsch beseelt war, endlich mein eigenes Leben zu leben und Geld zu verdienen (typisches Teenager-Denken eben).
    Darauf folgte dann zur Abwechslung etwas Gutes: ich habe mich schließlich doch noch dazu durchgerungen die Schulbank an einem beruflichen Gymnasium zu drücken und hatte dann mit 22 Jahren mein Abi in der Tasche (es fällt mir immer schwer, die Tatsache zu ignorieren, dass ich es schon 4 Jahre früher hätte haben können).
    Danach ging es jedoch wieder bergab: ich sollte dann Zivildienst machen, konnte es aber nicht. Ich habe mich für zu unreif und zu dumm dafür gehalten, nicht durchsetzungsstark genug, wie es in meiner Betreuertätigkeit von mir verlangt gewesen wäre. Schließlich bestätigte mir der Amtsarzt wenige Tage nach Dienstantritt, dass ich nicht diensttauglich sei. Ich muss zugeben, dass mich das zu dem Zeitpunkt ein wenig erleichterte, aus heutiger Sicht sehe ich das jedoch wieder ganz anders. Es hätte meiner Persönlichkeitsentwicklung sicher ganz gut getan, aber die Chance ist jetzt vertan.

    Nach dem gescheiterten Zivildienst durfte ich dann erst einmal zur ARGE - nicht das erste Mal, denn da ich nicht mehr zuhause wohnte, hatte ich auch während meiner Schulzeit so ein Einkommen und es war zu diesem Zeitpunkt auch okay, wenngleich ich immer ein schlechtes Gewissen hatte. Dieses wurde aber nun, da ich praktisch völlig erwerbslos war, noch schlimmer. Ich hatte zum Glück über Vitamin B wenigstens einen Minijob bekommen, sodass ich auch mal unter Leute kam. Jedoch fiel mir gerade das zunehmend schwerer: Unter Leute gehen, mich vor die Tür trauen, ohne das Gefühl zu haben, jeder würde mir ansehen, wie ich mein Leben lebe und mich dafür verurteilen.
    Nun ja, ich habe auch diese Zeit irgendwie überstanden, wenngleich mein Leben zusehends langweiliger und eintöniger wurde. Ich wollte dann zum Wintersemester 2009 mit meinem Wunschstudium beginnen und hatte mich sehr darauf gefreut, dass nun ein neuer Lebensabschnitt beginnen und ich alles besser machen würde, als in der Vergangenheit. Ich musste dazu in eine neue Stadt umziehen, weit weg von meiner Wahlheimat. Kurz zusammengefasst: die Wohnung war eine Katastrophe (inzwischen bin ich dort ausgezogen), mein Studium ging los, aber ich kam nie wirklich richtig rein, Motivationsprobleme und Versagensängste machten sich breit, ebenso wie ein stark ausgeprägten Konkurrenzdenken und der unheimlichen Angst vor Kritik zu meiner Person und meinen Leistungen. Ich gab mein einziges und zeitfüllendes Hobby auf, das mich zugleich auch erst auf das Studium brachte und zog mich immer mehr zurück, bis ich irgendwann zu keiner Veranstaltung mehr ging, weil ich Kommilitonen nicht mehr unter die Augen treten konnte. So ließ ich das erste Semester auflaufen und blieb zuhause, beantragte dann aber für das folgende Semester Urlaub, sodass ich mir die Option offen behielt, später weiterzumachen.

    Im Urlaubssemester wollte ich dann eine Therapie beginnen, wobei es bei dem Vorhaben blieb. Es schien unmöglich zu sein, so schnell an einen Therapieplatz zu kommen und dann auch noch das Glück zu haben, dass der Therapeut einem sympathisch genug ist, grenzt schon an ein kleines Wunder. Soviel glück hatte ich da nicht. Ein Therapeut hatte recht schnell ein Terminangebot, aber schon beim ersten Kennenlernen war er mir unsympathisch und das bestätigte sich in den vier Sitzungen, die ich wahrgenommen hatte, zum Großteil auch. Ich brach es dann ab, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass er mir helfen könnte. Ein paar Wochen später wollte ich dann in eine Tagesklinik und hatte auch schon ein Vorstellungsgespräch bei einer Psychologin dort, jedoch habe ich mich dann nicht mehr darum gekümmert, und auf deren Anrufe nicht reagiert, weil ich wiedereinmal so eine wahnwitzige Idee hatte, ich sollte mir lieber einen Job suchen, statt Zeit in der Tagesklinik zu vertrödeln - dabei war an Arbeit in meiner Verfassung überhaupt nicht zu denken. Auch wieder so ein Fehler, über den ich nur selbst noch den Kopf schütteln kann.

    Es gab dann ein paar positive und zugleich schmerzhafte Ereignisse, die im Sommer begannen. Ich lernte jemanden kennen, mit dem ich mich auf Anhieb bestens verstand. Er hatte mal ähnliche Probleme und so hatten wir eine Basis, auf die wir aufbauen konnten. Dabei waren es jedoch keine Treffen mit Selbsthilfegruppen-Charakter. Wir sprachen eigentlich nur wenig über die Thematik und genossen stattdessen das Beisammensein. Problem war nur, dass ich mich recht schnell in den Kerl verliebte - und zwar so richtig, dass ich kaum noch klar denken konnte und einen Fehler nach dem anderen beging. Der erste Fehler war schon, es ihn wissen zu lassen (er ist auch schwul). Ich saß zwischen zwei Stühlen; einerseits wollte ich es Freundschaft sein lassen und nicht mehr und es war auch nie so, dass ich eine Beziehung oder mit ihm ins Bett wollte (im Gegenteil, ich hab ihn nur geliebt, nicht mehr und nicht weniger), andererseits wusste ich nicht, ob das funktionieren konnte und hatte schon einmal den Kontakt in gegenseitigem Einverständnis abgebrochen, ihn später aber wieder aufgenommen. Es war ein Hin und Her, das bis jetzt noch nicht so ganz geklärt ist. Es wird aber vermutlich auf die schmerzhafte Variante hinauslaufen, dass ich den Kontakt ein für allemal abbrechen muss, zumindest den direkten und persönlichen. Ich war in der Zeit sehr glücklich und zugleich tief traurig, hab unsere gemeinsamen Unternehmungen in vollen Zügen genossen und denke gern daran zurück. Gleichzeitig war es sehr schmerzhaft für mich, wenn er sich längere Zeit nicht meldete oder ich nicht so recht wusste, was er von mir denken würde. Ich verfiel in so eine lang anhaltende Melancholie, in der ich oft weinte (was zwischenmenschliche Beziehungen angeht, bin ich schon recht nah am Wasser gebaut) und auch die Orte, an denen wir gemeinsam waren, immer mal wieder besuchte, meistens abends, wenn es dunkel war und ich die Einsamkeit suchte. Dieser Freund war einer, wie man ihn sich wünscht und ich habe es einfach vermasselt... ich werde mir das nie verzeihen können, glaube ich.

    Auch wenn das nun vermutlich so rüberkommt, als käme ich mit meiner eigenen Homosexualität gut klar, so ist das ein gewaltiger Trugschluss, denn das Gegenteil ist der Fall. Ich habe mich mit 15 Jahren bei meiner Familie geoutet und es lief auch alles ganz gut ab, ein paar damalige Freunde hatte ich auch eingeweiht und stets positives Feedback bekommen. Es war eigentlich nie ein Thema für andere, jedoch immer für mich; ich konnte mich einfach nie völlig damit abfinden, dass es so ist und dass ich bspw. nie eine stinknormale Familie mit Frau und Kind(ern) haben werde. Gerade letzterer Punkt schmerzt mich sehr, weil ich Alternativen wie Adoption oder Leihmutterschaft ablehne (es sind nun mal keine leiblichen Kinder dann bzw. nur von einem Partner) und ich trotz allem starke Vatergefühle in mir habe, sie aber nicht ausleben kann.
    In der Öffentlichkeit stehe ich immer unter dem Druck, nicht ich selbst sein zu dürfen und ja meine Hetero-Maske aufrechtzuerhalten. Ich kann mich da selten fallen lassen (meistens nur unter Alkoholeinfluss), sodass mein Umfeld ausblenden kann und das tue, worauf ich gerade Lust habe. Wann immer irgendwo das Wort „schwul“ fällt, beziehe ich es sofort auf mich, als wäre ich gemeint und kann demzufolge auch nicht über irgendwelche dummen Schwulenwitze mitlachen. Mir selbst wäre meine Neigung egal, aber ich habe ein Problem, dass andere damit ein Problem haben und das macht mich immer mehr kaputt. Es gab bspw. mal so eine Situation im Kino, als in der Werbung vorab in einem Spot zwei Schwule zu sehen waren, die miteinander Sex haben wollten und prompt hat alles um einen herum angefangen, seinen Ekel darüber Ausdruck zu verleihen mit dem einen oder anderen dummen Spruch. In dem Moment wurde mir heiß und kalt und ich war kurz davor, den Saal zu verlassen.
    Durch meine Identitätskrise, wenn ich es mal so nennen will, habe ich auch stets die „Szene“ gemieden und den Umgang mit anderen Schwulen generell, bis auf ein paar wenige Ausnahmen. Es hört sich vermutlich homophob an, aber ich hasse diese Ghettoisierung unter Homosexuellen einfach und möchte mich in solchen Kreisen auch nicht bewegen. Ich möchte mir meine Freunde nicht anhand der sexuellen Orientierung aussuchen, das finde ich bescheuert. Anders formuliert: wenn ich hetero wäre, hätte ich damit vermutlich weniger Probleme und hätte nichts gegen ein paar schwule Freunde, aber so hab ich einfach ein Problem damit. Ähnlich verhält es sich mit Frauen, die Schwule als ihre neue Handtasche ansehen und überall herumzeigen müssen; so etwas kann ich nicht leiden, und ist auch ein Grund, warum ich mit Frauen auch selten richtig warm werden kann.

    ...

  2. #2
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    Standard

    (sorry, war zu lang für einen Post (ohje))

    ...

    Eine weitere Baustelle, die mir Sorgen bereitet, ist meine Beziehung: ich lebe seit einigen Jahren in einer festen Beziehung und mein Partner hält stets und in jeder Lebenslage zu mir. Er hatte neben anderen Ereignissen auch die Tragödie mit besagtem Freund mitbekommen bzw. war ich von Beginn an ehrlich ihm gegenüber, was meine Gefühle betraf und hat mich keineswegs unter Druck gesetzt, sondern war nur da, wenn ich ihn brauchte, hätte mich aber wohl auch schweren Herzens gehen lassen, hätte es diese Option gegeben. Es gab jedoch gerade in den letzten Wochen immer wieder Momente, wo mir alles zuviel wurde, ich meinen Partner nicht weiter belasten und mich daher von ihm trennen wollte. Ich hatte und habe auch kein Eisen im Feuer, stattdessen wollte ich lieber allein sein, vielleicht um auch wieder zu mir selbst zu finden, da ich mich momentan auch für nicht beziehungsfähig halte.
    Nun ist es aber so, dass wir zusammen wohnen, eine Beziehungspause oder dergleichen, wo man sich wirklich mal aus dem Weg gehen kann, nicht ohne weiteres möglich ist. Auch die finanziellen Situationen bei uns beiden erlauben keine getrennten Wohnungen. Dabei würde ich gern auch versuchen, auf eigenen Beinen zu stehen und nicht meinem Partner wie ein unnützer Klotz am Bein zu hängen. Es geht mir nicht gut dabei, wenn ich weiß, dass er schuften muss, um sein Geld zu verdienen (und auch mir damit auszuhelfen), während ich bislang fast immer bloß Einkommen aus öffentlichen Quellen bezogen hatte (Hartz4, BAFöG).

    Nun habe ich mir eine weitere Last auferlegt, die mich wieder zu erdrücken droht. Es musste ja irgendwie weitergehen, und so habe ich mich gegen mein altes Studium und für ein neues (und schwereres) entschieden und fühle mich jetzt bereits nach zwei Monaten schon wieder ausgebrannt und überfordert. Es fing schon damit an, dass ich mir kaum die nötigen Informationen insbesondere zu organisatorischen Angelegenheiten erfragen konnte, weil ich immer Angst hatte, man würde mich für dumm halten oder dergleichen. Imgrunde macht mir mein Studium auch keinen Spaß, ich bin nur noch gestresst und habe sowieso immer solche Spannungskopfschmerzen und schaue deswegen auch immer recht finster, weil sie über den Tag doch sehr anstrengend werden können. Anschluss habe ich an der Uni auch keinen gefunden, es beschränkt sich auf ein paar wenige Worte mit Leuten aus der Übungsgruppe, aber alles nur sehr sporadisch und stets fachbezogen. Ich fühle mich, wie zuvor im alten Studium, auch auf dem Campus zunehmend unwohler, habe das Gefühl, jeder schaut mich komisch an und funktioniere noch wie fremdgesteuert, völlig emotionslos, oft plan- und ziellos und nie wirklich bei der Sache. Oft sitze ich im Hörsaal, schaue mir unauffällig die anderen Studenten an und frage mich dabei immer, wie sie das anstellen, dass sie fast alle Anschluss gefunden zu haben scheinen, sich zwanglos untereinander austauschen und v.a. mit Interesse bei der Sache sind. Ich komme mir immer nur fehl am Platz vor, denke dann, ich bin nicht aufgeschlossen und intelligent genug und werde an den Prüfungen ohnehin scheitern. Wenn das wieder passieren sollte, habe ich wieder Zeit vertan, und jünger werde ich leider auch nicht.

    Freundschaften sind bei mir auch ein Thema für sich. Im Moment habe ich eigentlich gar keine Freunde mehr, was auch ein Grund ist, warum mich hier an den Ort rein gar nichts bindet. Ich könnte ebenso gut wieder in meine alte Heimat oder woanders hin, ohne dass ich etwas zurücklassen würde. Alles, was ich hier aufgebaut oder angenommen habe, habe ich zunichte gemacht. Ich möchte an manchen Tagen einfach nur noch weg von hier.
    Es fällt mir schwer, mich für etwas zu begeistern oder mich gar für andere Menschen zu interessieren. Ich habe oft den Eindruck, nicht mitreden zu können und keine Gesprächsgrundlage zu haben, da nun einmal viele meiner Altersgenossen berufliche Erfahrung haben oder so etwas, ich hingegen noch nicht einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann. Hobbys habe ich auch keine nennenswerten mehr oder sie sind nichts, worüber man mit anderen quatschen könnte. Mein Leben ist viel zu langweilig, aber das zuzugeben, fällt natürlich schwer und so meide ich lieber jeglichen Kontakt, damit auch ja niemand merkt, was für ein komischer Kauz ich bin. Andererseits wünsche ich mir nichts sehnlicher als soziale Kontakte. Ich leide sehr darunter, dass ich keine habe. Auch an der Uni würde das den Tag wesentlich angenehmer werden lassen. Ich habe generell so ein recht starkes Bedürfnis danach, mit jemanden zusammen etwas zu tun, und seien es bloß so banale Dinge, wie zu zweit irgendwelche Erledigungen zu tätigen. Das gibt mir Sicherheit und ich bin abgelenkt, muss mich also nicht mehr so sehr auf mein Umfeld konzentrieren und es ist einfach ein gutes Gefühl zu zeigen, dass man auch nicht ganz allein ist.

    Ich möchte ehrlich wissen, was zum Teufel eigentlich mit mir los ist. Jemand im Chat meinte mal zu mir, ich sei ein Hypochonder. Vielleicht bin ich das, vielleicht steckt aber doch mehr dahinter, ich weiß es eben einfach nicht. Manchmal weiß ich nicht, woran es liegt, dass ich in meinem Leben immer einen Schritt vorwärts, und drei zurück gehe. Alles, was ich möchte, ist endlich einmal meine innere Ruhe finden, ohne schlechtes Gewissen, ohne Blockaden und Ängste, die mir immer wieder alles vermasseln und vor allem, ohne selbst immer wieder utopische Erwartungen an mich selbst zu stellen und an jeder Entscheidung zu zweifeln.

    Tut mir leid, dass es so lang geworden ist... aber es musste halt mal alles raus.

    Wäre nett, wenn jemand seine Sicht der Dinge schreiben könnte.

    Viele Grüße,
    buoy

  3. #3
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    Hm, ich fühle mich mal wieder bestätigt darin, dass ich besser niemandem von meiner Gedanken- und Gefühlswelt erzählen sollte. Auch hier hätte ich nichts schreiben sollen und bereue es inzwischen auch, dass ich es getan habe. Ich würde meine Beiträge gern wieder zurücknehmen, was nun leider aus unerfindlichen Gründen nicht möglich ist...

  4. #4
    Neuling
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    Bedankte sich ein mal in einem Post.

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    Extra mal registriert, damit ich dir antworten kann. Ich hoff du schaust nochmal rein hier.

    Habe mir deinen Text komplett durchgelesen und glaub mir, ich kann vieles davon gut nachvollziehen. In vielen Punkten geht es mir ähnlich, ist wirklich keine einfache Situation.

    Was dein Studium und bisherigen Werdegang angeht, mach dir bitte nicht unnötig Vorwürfe (ich weiss, ist leicht gesagt). Kenne genug Leute, die mit 24 auch noch nicht wissen oder wussten, was sie wirklich machen wollen und sich auch nochmal komplett neuorientiert haben. So selten ist das gar nicht mehr, die konservative Traumvorstellung vom 23jährigen Absolventen der sofort in der Führungsetage von Unternehmen XYZ einsteigt gibt es kaum noch. Wenn man erst mit knapp 30 das Studium absolviert, bekommt man auch nicht gleich die rote Karte gezeigt. Ich glaube das wird inzwischen etwas lockerer gesehen.

    Ich hab übrigens auch 6 Jahre studiert und Regelstudienzeit hat bei uns fast keinem gereicht. Mein Interesse hat mit der Zeit auch stark nachgelassen und da meine einzigen Freunde leider im Grundstudium schon zurückgefallen sind und ich im Hauptstudium ziemlich allein dastand, hab ich auch kaum noch Vorlesungen besucht und mir den ganzen Kram lieber selbst beigebracht. Das geht aber auch nicht in jedem Studiengang so leicht, zugegeben. Weiss auch nicht, was ich dir da raten soll. Wenn sowohl das Interesse komplett weg ist, als auch der Schwierigkeitsgrad so hoch ist, dass man nicht mitkommt, würde ich wohl eher zum Abbruch raten. Wie gesagt auch wenn du schon 2 Versuche hattest, es ist mit 24 noch nicht zu spät.

    Was deine Beziehung angeht, das hört sich echt kompliziert an. Es wundert mich ein bisschen, dass dein Partner so locker mit der Sache umgeht, normalerweise nagt da die Eifersucht schon ganzschön an der Psyche. Es klingt irgendwie so, als wäre die Liebe da nicht mehr im Vordergrund, sondern eher die gegenseitige Abhängigkeit. Auf die Dauer führt sowas fast immer zu Problemen.

    Normale Freunde, tja... da bin ich wohl in der selben Lage. Bin kein extrovierter Mensch, der viele Freunde will, aber auch kein Lonewolf der ganz allein sein kann. Die hohen Ansprüche an Freundschaften machens mir schwer (neben der Schüchternheit und den für die meisten unintressanten Hobbies), aber ohne jemanden an meiner Seite werde ich schnell lethargisch und mache gar nix mehr. Allein macht mir einfach nichts Spaß.

    Da könnte ich auch ein ganzes Buch zu schreiben, will ich jetzt hier gar nicht lang drüber schreiben. Ich hab dir mal ne PN geschickt, hoffe du liest das noch. Glaube wir hätten genug Stoff für nen gegenseitigen Austausch und ich möchte das erstmal nicht hier im Forum ausbreiten.

    Bye
    Mayem

  5. #5
    Neuling
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    Hallo,

    Das Leben ist nicht perfekt. Auch wenn es bei den anderen oftmals so aussieht, bzw. die es so aussehen lassen. Überforderung und Unsicherheit gehören dazu. Genauso wie gelegentliches scheitern. Guck mal: Du hast dein Abi gemacht, womit du schoneinmal under den besten 35-40% des Landes bist. DU hast mit 15 die eier in der Hose gehabt dich zu outen, was ich persönlich echt mutig und bewundernswert finde. Das du BaFöG beziehst ist dein gutes recht und dass man im Studium manchmal nur Bahnhof versteht, kennt auhc jeder, der mal studiert hat. Trau dich zu Fragen, klar vielleicht komtm manchmal n dummer KOmmentar aber wenn du nicht Fragst bleibst du letzendlich der Dumme. Such dir n Hobby, sport, theater, Literatur. Es gibt sehr viele möglichkeiten, grade an der Uni. Und was nicht zuletzt kommt: Riskier mal was, sei mal unvernünftig und unlogisch. Das kann tierischen Spass machen!

    Ich wünsch dir alles gute!

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