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Thema: Offensichtlich gute Dinge nicht tun

  1. #1
    Neuling
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    Pfeil Offensichtlich gute Dinge nicht tun

    Hi,

    in der letzen Zeit fällt mir immer mehr auf, dass ich, aber auch viele viele andere ein (großes) Problem damit haben, Dinge, die offensichtlich gut für einen selbst bzw. das eigene Leben sind, eben gerade nicht zu tun.

    Ein (noch lustiges) Beispiel:

    Ich bspw. weiß, dass es gut wäre, jede Woche die Wohnung einmal aufzuräumen, so wäre sie öfters viel sauberer und ich müsste auch nicht am Ende nach einige Wochen, wenn der Zustand erreicht ist, wo man aufräumen muss, alles auf einmal wegräumen.

    Das ist nur ein Beispiel,

    ersetzt "Aufräumen" aber auch zB mit "Sport treiben". Auch hier wissen viele, dass es eigentlich gut wäre, es zu tun, aber man tut es dann doch wieder nicht.

    ersetzt "Sport treiben" mit "sich mal eine Auszeit nehmen". Auch hier wissen viele, dass es sehr sehr gut wäre, wenn sie mal ne Pause machen, aber es wird nicht getan.

    Ersetzt das durch "Rauchen", "die Unstrukturtheit loswerden", ...


    Und ich spreche hier nun wirklich von Sachen, die Leuten wirklich Probleme bereiten, Aufräumen mag da ja noch harmlos sein Meine Frage daher: "Warum ändern Menschen Dinge (bei sich selbst) nicht, obwohl sie die Dinge doch stören und es Ihnen auffällt, dass es nicht gut ist?" Und Folgefrage: "Wie kann diesem 'Teufelskreis' entkommen werden?"

    Grüße!

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Steph,

    Meine Frage daher: "Warum ändern Menschen Dinge (bei sich selbst) nicht, obwohl sie die Dinge doch stören und es Ihnen auffällt, dass es nicht gut ist?"
    hierzu ein Spruch zum Sinnieren:

    Lieber das bekannte Elend, als das Elend des Unbekannten..

    Und wenn Du dann noch von der Annahme ausgehst, dass nichts, was uns ausmacht, geschaffen wurde, um uns zu schaden, sondern um unser Überleben zu sichern, dann siehst Du das ganze vll auch noch mal in nem anderen Licht.

    Wenn man diese Muster, die einmal folgerichtig und/oder not-wendig waren, nicht auflösen bzw mit neuen Strategien abmildern kann oder will, dann werden sie irgendwann einengend und krankmachend wie ein Korsett. Denn sie erkennen nicht von selbst, dass sie ihren Zweck erfüllt haben und die Situation sich geändert hat und neue Strategien erforderlich sind. Wir müssen die Arbeit schon selbst machen und lernen. Das sind machmal recht langwierige Entwicklungsprozesse. Vieles ändert sich aber "von selbst", einfach durch die neuen Erfahrungen und das Reifen.

    Gilt jetzt natürlich für seelische Prozesse. Aufräumen und Sport sind eine Sache des inneren Schweinehundes und der ernährt sich von unserer (mangelhaften) Struktur und Disziplinlosigkeit . Abgesehen von Faktoren aus unserer Sozialisierung und Genetik, die da mit reinspielen, sehe ich das ganz gern als Spiegel dafür, wie aufgeräumt es gerade in mir ist, oder wie bewegt und energievoll ich derzeit bin. Manchmal sagt mir der Spiegel aber auch einfach nur, dass mein Hormonhaushalt gerade im Keller ist

    Mit dem Rauchen ist es schon wieder was anderes, weil da eine Suchtstruktur dahinter steckt.

    Auszeit nehmen - das könnte eine Frage sein, ob man es denn mit sich selber aushalten kann, oder was mit sich anzufangen weiss. D.h. dadurch könnten ja schon wieder Defizite spürbar werden

    Und Folgefrage: "Wie kann diesem 'Teufelskreis' entkommen werden?"
    Indem wir immer wieder dafür sorgen, dass wir neue Erfahrungsräume haben. Das kann einfach heissen, dass wir mal etwas Bekanntes auf eine ganz neue Weise angehen, oder dass wir etwas machen, was wir noch nie gemacht haben, bzw uns mit Menschen und Dingen befassen, die eher nicht in unserer selektiven Wahrnehmung enthalten sind. Dies kann z.B. auch durch den geschützten Übungsraum geschehen, der in einer Therapie zur Verfügung steht. Denn es ist ja ganz oft keine Frage, dass man was bei sich selbst ändern will. Sondern man scheitert ja i.d.R. daran, dass man nicht weiss, WIE man das machen soll

    Wir können unsaber vll auch mal mehr erlauben alle Fünfe gerade sein zu lassen und nicht die perfekten Wesen zu werden. Es ist ja in erster Linie eine Frage des eigenen Leidensdrucks und der Lebensqualität, die wir uns wünschen, wie sehr und woran wir an uns rumfeilen. Also mein Minischweinehündchen hat seine Daseinsberechtigung und sein Platz aufm Sofa gekriegt und seitdem hält er sich mit dem gierigen Fressen auch brav zurück
    Geändert von Gast784 (28.12.2010 um 10:23 Uhr)

  3. #3
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    Aber das genaue das meine ich, also diese Themen, die du mit dem "inneren Schweinehund" bezeichnest.

    Die Frage ist ja:

    a) Warum gewinnt der innere Schweinehund so oft? und
    b) Wie kann ich es schaffen, dass ich und nicht er gewinnt?

    Im Grunde ist dies ja die Prototypfrage, weshalb Neujahrsvorsätze zwar 2-3 Wochen erfolgreich sind, aber meistens nie länger.

  4. #4
    Gast784
    Gast

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    Steph, wir haben ein Unterforum zum Thema "innerer Schweinehund". Haste da schon rumgeschmöckert? Die Tipps und die Problematik sind ja im Grunde immer die selben.

    Ausserdem gibts auch viel Literatur zum Thema: Überwindung des inneren Schweinehundes.

    Als erstes solltest Du Dir mal klar machen (am besten aufschreiben), was Du willst, warum Du es willst, was Du dabei gewinnst bzw verlierst.

    Und dann gehts darum, die Umsetzung in eine Form zu packen, die Deiner Struktur liegt. Es bringt nix, wenn Du gegen Dein Naturell handelst, nur weil Du meinst, das muss aber so sein.

    als Beispiel nehm ich mal den Sport: Das kann bei der falschen Sportart voll in die Hose gehen. Aber es gibt praktisch für Jeden eine Sport- bzw Bewegungsart, die zu seinem Naturell passt und in seinem individuellen Lebensalltag umsetzbar ist. Dann kanns nämlich auch Spaß machen. Und nur dann ist Sport erfolgreich, da er nur bei Kontinuität greifen kann.

    Warum Neujahrsvorsätze nicht greifen: weil da genauso wenig Kraft dahinter ist, wie an jedem anderen Datum
    Geändert von Gast784 (28.12.2010 um 10:33 Uhr)

  5. #5
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    Das finde ich ein interessantes Thema.

    Ich habe einige "Schweinehunde" in meinem Leben überwunden, wie z.B. die "Sportlosigkeit".

    Gerade habe ich mir überlegt, wie ich diese Trägheit überwunden habe, aber eine konkrete Antwort, habe ich da nicht mal parat.

    Ich weiß aber noch, dass mir -bevor ich mit dem Radfahren angefangen habe- oft geträumt hat, dass ich (wieder) radfahre.
    Ich glaube, ich habe dann meiner Tochter von dieser Idee erzählt und sie hat mich ihr versprechen lassen, dass ich in den Sommerferien ("damals"...) wieder mit dem radfahren beginne.

    Da ich sehr viel Wert darauf lege, meine Versprechen zu halten, habe ich es gehalten und mit dem Radfahren angefangen.

    Seitdem fahre ich fast täglich, auch bei "diesem" Wetter --- habe mittlerweile ein Mountainbike und es tut mir richtig, richtig gut.

    Was ich von mir sagen kann:
    ich brauche lange -ganz lange- bis ich einen inneren Schweinehund überwinden kann, aber ich kann dann doch eine kontinuierliche Disziplin entwickeln, die bleibt.

    Nur ist das auch keine Antwort auf das "Warum tut man sich so schwer....".
    Viele Grüße

    "Klee"



  6. #6
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    Zitat Zitat von Gabiannarele Beitrag anzeigen

    Als erstes solltest Du Dir mal klar machen (am besten aufschreiben), was Du willst, warum Du es willst, was Du dabei gewinnst bzw verlierst.

    Und dann gehts darum, die Umsetzung in eine Form zu packen, die Deiner Struktur liegt.
    Danke für die Hinweise, im Unterforum konnte ich leider nicht ganz genau das finden, was ich suchte, vlt. kann aber der Thread hier dorthin verschoben werden?

    Zu dem, was du oben schreibst: Zwischen Punkt 1 (Problem erkennen) und Punkt 2 (Problem anpacken) liegt logischerweise der Hase im Pfeffer... Warum will ich ein Problem, das für mich erkennbar ein Problem darstellt, nicht über längere Zeit anpacken (allenfalls 2-3 Woche, s. Neujahrvorsätze)? Liegt es vlt. daran, dass ich das Problem gar nicht als so dringliches Problem ansehe?

  7. #7
    Schreibkraft Avatar von Brom
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    Nein so kann man das nicht sehn.

    Der Mensch ist ein Gewohneheitstier.

    Dieses Sprichwort haste sicher irgendwo schon mal gehört.

    Dh um etwas in unserem Verhalten zu festigen, bedarf es der Wiederholung. Das hat auch was mit dem Denkprozessen zu tun, ..jetzt hast du über jahre hinweg, die Denkstrucktur gefestigt, .."ach komm das hat noch zeit ect." Mit gefestigt, meine ich das sich die Synaptischen Struckturen in deinem Gehirn so ausgeprägt haben.
    Diese nun "umzuschreiben" bedarf eines Starken willens. Da man gegen gelernte Struckturen arbeiten muss, ...bis sich die neuen Struckturen aufgebaut haben, dauert es einfach etwas, vorallem hängt die Zeit auch an der Anzahl der Wiederholungen.

    Dh zb Beim Aufräuen, wäre es vorteilhafter jeden Tag, erstmal 10min einzuplanen, die Zeit langsam zu steigern, als es einmal die woche zu machen.
    Da es zeit braucht, die neuen "denkwege"(synapsen) aufzubauen. Allerdings verschwinden die alten Pfade nicht.

    Das ganze hat also eine Biologische Grundlage.

    lg Brom
    Wenn leuchtend die Gestirne tauchen
    im dunklen Äthermeer empor
    und in geheimnisvollem Hauchen
    die Welt umweht ein Dämmerflor,
    entschwebt der Geist zu wachen Träumen
    ins große heilige Reich der Nacht,
    beschwingt nach unermessnen Räumen
    von tiefer Phantasien Macht.
    Im weichen Zauber solcher Nächte
    scheint sich die Schöpfung zu entfalten,
    und dunkel ahnen wir die Mächte,
    die über unserem Leben walten.

  8. #8
    Gast784
    Gast

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    Steph, kannst Du nicht einfach Deine ganz konkreten Vorsätze benennen, damit wir wissen, was Du eigentlich vor hast und wie?

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