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Thema: Panik im Bett bei verstopfter Nase

  1. #1
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    Standard Panik im Bett bei verstopfter Nase

    Hallo!

    Ich dachte mir, ich frage mal die Restwelt da draußen, ob der eine oder andere das vielleicht auch kennt. Ich fange mal am Anfang an.

    Vor etwa einem Jahr hatte ich ein Schlüsselerlebnis, wenn man das so nennen kann. Ich hatte eine leichte Grippe und deswegen eine verstopfte Nase. Nicht die erste verstopfte Nase in meinem Leben nebenbei bemerkt. Aber diesmal war etwas anders. Ich wachte nachts auf, wurde mir meiner Situation bewusst – nur durch den Mund atmen zu können -, und empfand das mit einem Mal als ziemlich bedrohlich. Ich konnte nicht mehr im Bett bleiben, musste sofort von der Horizontalen in die Vertikale wechseln und so lange so verbleiben, bis die Nase frei wurde. Eher konnte ich mich nicht mehr hinlegen. Ich versuchte es zwar, aber die horizontale Lage war mir unerträglich. Das Perfide an dieser Situation war, dass ich quasi postwendend entsprechende Phantasien entwickelte. Also zum Beispiel, wie es wohl wäre zu ersticken, etc..

    Was aber besonders bedrohlich anmutete war noch etwas perfider, weil es in meinen Augen eine absolut reelle Bedrohung ist. Darauf komme ich gleich anschließend zu sprechen. Zuvor nur noch das: diese Phantasie kehrt nun immer wieder, immer dann, wenn ich gerade mit leicht verstopfter Nase im Bett liege. Es raubt mir in dem Zustand geradezu den Verstand. Zwei Bedingungen sind dabei wesentlich: 1.) Im Bett liegen, vor allem auf dem Rücken und dabei eine verstopfte Nase zu haben ist absolut unerträglich. Inzwischen reicht schon allein das Liegen auf dem Rücken in Kombination mit der Vorstellung, das sehr lange tun zu müssen, um Panik auszulösen. 2.) Es besteht ja die Möglichkeit, dass das irgendwann einmal tatsächlich der Fall sein wird. Entweder durch Unfall oder Krankheit, oder weil man alt ist und irgendwann im Sterben liegt. Das ist die erwähnte reelle Seite dieser Angst. Irgendwie scheint es mir beinahe unausweichlich, dass diese Situation in einer dieser Variationen einmal eintreten wird. Das ist es, was mich dann quasi martert und letztendlich verfolgt, bis ich auf andere Gedanken komme.

    Letzte Nacht war es wieder so weit. Ich erwachte mitten in der Nacht und die Nase war leicht zu (sie muss gar nicht ganz zu sein, ein wenig reicht bereits), mir wurde wieder bewusst, wie unerträglich das ist und schon waren diese Phantasien da. Was ist wenn? Was, wenn ich einmal über längere Zeit in so einer Körperhaltung verbleiben muss, auf dem Rücken (z.B. Beinbruch) und was vor allem, wenn dabei auch noch die Nase zugeht? Ich würde komplett durchdrehen. Was, wenn es sich dabei dann am Ende meines Lebens um den Sterbeprozess handelt? Diese Aussicht dürfte dass dann alles noch einmal krass verstärken. Irgendwie münden diese trüben Gedanken immer in das Thema Sterben. Aber wie gesagt, ein bisschen davon als Phantasie reicht schon, dass ich wie letzte Nacht wieder quasi aus dem Bett flüchten und erst einmal 2 Stunden lustige YouTube-Videos gucken muss, um dieses “Gespenst“ aus meinem System zu kriegen und dann letztendlich noch einmal Schlaf zu finden.

    Besonders bedrückend ist, dass mir während dieses Zustands klar wird, dass ich in so einer hilflosen Lage bestimmt zu einer Bürde für meine Mitmenschen würde. Ich verfiele derart in aggressive Agonie, dass ich wohl alle vor den Kopf stoßen würde und ihre Anwesenheit nicht mehr ertragen könnte. Außer vielleicht, sie helfen mir. Aber das bringt dann schon den nächsten trüben Gedanken auf den Plan: Was, wenn ich mich dann nicht mehr artikulieren kann? Auch nicht mehr entschuldigen? Die Frage, ob man alle Rechnungen beglichen hat und ob man alles gesagt hat, was zu sagen ist im Angesicht des Abschieds wird zu einem Monstrum in dieser Vorstellung. Was, wenn man das nicht mehr leisten kann?

    Das hört sich jetzt alles wahnsinnig deprimierend oder sogar reichlich bekloppt an. Ich muss aber sagen, dass das ausschließlich in einer solchen Situation hochkommt. Ansonsten leide ich nicht unter Schlafstörungen, ich schlafe sehr schnell ein und tagsüber beschäftigt es mich gar nicht. Es ist nicht etwa so, dass es mich als Wahnvorstellung ständig verfolgt. Nur eben wenn...! Wenn eine der zwei oben erwähnten wesentlichen Bedingungen erfüllt ist und ganz besonders, wenn beides (1. verstopfte Nase, 2. bedrohlicher Gedankenkomplex) der Fall ist. Das war bisher etwa 6 Mal der Fall. Auch würde ich es nicht als Panikattacke beschreiben, weil die Reaktion aus dem Bett zu flüchten sofort Linderung bringt und ich keine Schweißausbrüche oder Herzrasen habe. Es ist eher so eine Art Platzangst, die mit dem Beheben der Situation sofort verschwindet. Was bleibt sind dann lediglich unschöne Gedanken eine mögliche Zukunft irgendwann einmal betreffend...

    Das ist so seltsam, weil früher kannte ich das gar nicht. Ich lag als Kind schon einmal mit gebrochenem Arm, der operiert werden musste, im Krankenhaus und verbrachte Tage (und Nächte) auf dem Rücken. Kein Problem. Und ich hatte auch schon oft Schnupfen und konnte trotzdem gut schlafen, oder einfach nur im Bett liegen. Doch das ist nun scheinbar vorbei. Der Ideenkomplex ist nun in meinem Kopf und wird schlagartig aktiviert, wenn die Umstände halbwegs gegeben sind.

    Nach diesem Roman nun meine Frage. Gibt es dafür einen medizinischen Fachausdruck? Kennt ihr das und wenn ja, auch in so weit, dass es wie bei mir schnell zur deprimierenden Zukunftsvision wird?

    Sorry, dass ich so ausführlich war, aber ich habe das Gefühl, es ganz genau beschreiben zu müssen. Okay, danke und trotzdem selige Träume! ;-)
    Geändert von Gordon (30.06.2011 um 22:45 Uhr)

  2. #2
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    Als es das erste Mal auftrat, hattest du da hohes Fieber?

  3. #3
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    Nein, ich denke nicht. Hohes Fieber bestimmt nicht. Ich war auch arbeiten am nächsten Tag.

  4. #4
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    Aber durch den Mund zu arten ist doch garnicht schlimmer, als durch die Nase?!
    Also ich mein ganz objektiv gesehn atmet man durch den Mund doch sogar mehr Luft ein?
    Ausserdem würde ich den umgekehrten Fall viel schlimmer finden. Die Vorstellung, dass ich durch die Nase atmen müsste, denn auf der Nase kann man leicht mal drauf liegen, so dass die Seite durch die man grade atmet (man atmet nie gleichzeitig durch beide Flügel) zusammengequetscht ist.

    Den Mund allerdins nachts so zu verschließen, dass man nichtmehr atmen könnte sollte fast unmöglich sein, wenn man nicht grad sich ins Koma gesoffen hat und an seinem eigenem Erbrochenem erstickt.

    Und nochwas: Sollte deine Atmung beim schlafen aufhören, so gibt es Körpereigene Reflexe die dich sofort aufwachen lassen. Sozusagen ein Notprogramm um eben genau den Fall, vor den du dich fürchtest, zu verhindern!

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Pure für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (01.07.2011)

  6. #5
    katha
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    hallöchen

    ist es die angst vor der geschilderten situation die dich quält, oder kann es sein das du dich gerade insgesamt mit dem thema tod beschäftigst...also könnte es sein das es eigentlich nichts mit der verstopften-nase-geschichte zu tun hat sondern dass insgesamt das thema tod in dir arbeitet?

    Besonders bedrückend ist, dass mir während dieses Zustands klar wird, dass ich in so einer hilflosen Lage bestimmt zu einer Bürde für meine Mitmenschen würde. Ich verfiele derart in aggressive Agonie, dass ich wohl alle vor den Kopf stoßen würde und ihre Anwesenheit nicht mehr ertragen könnte. Außer vielleicht, sie helfen mir. Aber das bringt dann schon den nächsten trüben Gedanken auf den Plan: Was, wenn ich mich dann nicht mehr artikulieren kann? Auch nicht mehr entschuldigen? Die Frage, ob man alle Rechnungen beglichen hat und ob man alles gesagt hat, was zu sagen ist im Angesicht des Abschieds wird zu einem Monstrum in dieser Vorstellung. Was, wenn man das nicht mehr leisten kann?
    hmm vielleicht stecken in diesem absatz wichtige dinge die deine ängste mit auslösen?

    z.B fühlst du dich wie eine Bürde für jemanden? hast du das gefühl das jemand dir etwas gibt und du ihm nicht das zurück geben kannst was er deiner meinung nach verdient hätte?

    oder gibt dir jemand das gefühl/oder sagt du wärst undankbar?

    hast du sonst irgendwelche schuldgefühle? unausgesprochene dinge?

    fühlst du dich zu wenig beachtet...wünscht du dir von jemandem mehr zuwendung?

    das hört sich vielleicht an den haaren herbeigezogen an ist es vielleicht auch...aber irgendwie ist mir der absatz ins auge gefallen und hat bei mir so ein gefühl ausgelöst das mich zu diesen fragen gebracht hat.

  7. Der folgende Benutzer bedankte sich bei katha für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (01.07.2011)

  8. #6
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    Zitat Zitat von Pure Beitrag anzeigen
    Aber durch den Mund zu arten ist doch garnicht schlimmer, als durch die Nase?!
    Also ich mein ganz objektiv gesehn atmet man durch den Mund doch sogar mehr Luft ein?
    Ausserdem würde ich den umgekehrten Fall viel schlimmer finden. Die Vorstellung, dass ich durch die Nase atmen müsste, denn auf der Nase kann man leicht mal drauf liegen, so dass die Seite durch die man grade atmet (man atmet nie gleichzeitig durch beide Flügel) zusammengequetscht ist.

    Den Mund allerdins nachts so zu verschließen, dass man nichtmehr atmen könnte sollte fast unmöglich sein, wenn man nicht grad sich ins Koma gesoffen hat und an seinem eigenem Erbrochenem erstickt.

    Und nochwas: Sollte deine Atmung beim schlafen aufhören, so gibt es Körpereigene Reflexe die dich sofort aufwachen lassen. Sozusagen ein Notprogramm um eben genau den Fall, vor den du dich fürchtest, zu verhindern!
    Da hast du zwar prinzipiell Recht, aber das Gefühl einer geschlossenen Nase ist für mich schon schlimmer. Vor allem im Liegen. Mit geschlossenem Mund zu atmen hingegen nicht. Das ist ja auch ein natürlicher Normalzustand, mit geschlossenem Mund durch die Nase zu atmen. Das löst keinen Alarm aus. Vielleicht, weil ich den Mund ja jeder Zeit noch hinzuschalten kann. Somit ist da keine Bedrohung. Ist die Nase aber zu, ist das nicht so einfach zu beheben. Man muss warten, oder Nasenspray anwenden. Vielleicht ist es das. Wenn man nur durch die Nase atmet, ist der Mund als Backup stets einsatzbereit. Umgekehrt nicht unbedingt.

  9. #7
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    Zitat Zitat von katha Beitrag anzeigen
    hallöchen

    ist es die angst vor der geschilderten situation die dich quält, oder kann es sein das du dich gerade insgesamt mit dem thema tod beschäftigst...also könnte es sein das es eigentlich nichts mit der verstopften-nase-geschichte zu tun hat sondern dass insgesamt das thema tod in dir arbeitet?
    Es ist dann die Angst vor der Situation. Der Tod spielt mit hinein, weil er eine mögliche Folge wäre. Entweder, weil man erstickt, oder einen Herzkasper bekommt. Ich glaube, ich würde den kriegen, wenn ich hilflos in so einer Situation steckte. Es ist für mich vergleichbar mit Platzangst. Landet jemand mit großer Platzangst in einen Kühlschrank, den er nicht wieder öffnen kann, wird er wohl auch recht schnell durchdrehen. Es ist also nicht direkt die Angst vor dem Tod, der wäre ja dann die Erlösung, sondern konkret die Situation. Zu wenig Luft zum Atmen, zu viel zum Ersticken quasi.


    hmm vielleicht stecken in diesem absatz wichtige dinge die deine ängste mit auslösen?

    z.B fühlst du dich wie eine Bürde für jemanden? hast du das gefühl das jemand dir etwas gibt und du ihm nicht das zurück geben kannst was er deiner meinung nach verdient hätte?

    oder gibt dir jemand das gefühl/oder sagt du wärst undankbar?

    hast du sonst irgendwelche schuldgefühle? unausgesprochene dinge?

    fühlst du dich zu wenig beachtet...wünscht du dir von jemandem mehr zuwendung?

    das hört sich vielleicht an den haaren herbeigezogen an ist es vielleicht auch...aber irgendwie ist mir der absatz ins auge gefallen und hat bei mir so ein gefühl ausgelöst das mich zu diesen fragen gebracht hat.
    Na ja, das ist mehr so eine Folge des Weiterspinnens dieser "Was wäre wenn"-Gedanken. Wäre ich an ein Bett gefesselt und könnte nicht aus der Rückenlage, ich würde halt wie beschrieben durchdrehen. Da braucht die Nase gar nicht zu zu sein. Diese Vorstellung allein ist bereits höchst ungut. Und wenn ich manchmal so daliege und gerade diese Gedanken sich meiner bemächtigen, kann ich regelrecht die Realität dieser Situation nachempfinden. Dann stelle ich mir vor, wie mich Angehörige zu trösten versuchen und postwendend reagiere ich aggressiv und ablehnend. Das ist eine reale körperliche Reaktion auf diese Vorstellung. So würde ich also sein, wenn...
    Letzteres wäre aber nur eine bittere Begleiterscheinung. Die Sache an sich ist noch viel schlimmer. Mir wird klar, dass Mobilität und Atmen für mich Leben bedeuten. Aber ich weiß halt auch, dass irgendwann einmal der Moment kommt, wo zumindest eines nicht mehr geht. Wie wird das dann sein? Es ist schwer zu erklären. Aber das habe ich nur während dieser Nächte. Da macht es mir dann Angst. Zum Glück kann ich aber nach wie vor aufstehen und mich ablenken. Blöd nur, wenn man dann in die Arbeit muss und einem mehrere Stunden Schlaf fehlen. Aber wie gesagt, es ist nicht dramatisch, weil es kam nur wenige Male vor. Meistens schlafe ich problemlos durch. Ich finde es seltsam, dass etwas, das früher kein Problem war, plötzlich eines ist.

  10. #8
    katha
    Gast

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    hey,
    also du bist echt total verbissen auf diese nasengeschichte..des is krass.
    du hast den absatz mit meinen fragen (ob du dir mehr zuwendung wünscht, schuldgefühle hast usw.) kopiert und wolltest glaube ich darauf antworten..oder hast in deinen augen darauf geantwortet.

    aber für mich wenn ich das lese ist das keine antwort darauf..du lässt dich gar nicht auf andere gefühle ein, gefühle außerhalb dieser situation sondern bist ganz schnell wieder beim beschreiben der nasenproblematik...verstehst du wie ich mein?

    ich denke das es nicht um die nase geht..die ängste haben einen grund/ wurden durch etwas anderes ausgelöst als durch die geschichte mit dem schnupfen...ist meine meinung.

    vielleicht stresst du dich auch selbst rein? also mit dem schlaf usw...ich kenn das von mir wenn ich wegen terminen unter druck steh, dann hab ich oft unrugigen schlaf und hab auch schon angst davor wieder nicht schlafen zu können...und das stresst natürlich noch mehr und ich fang dann oft an mich in "sinnlosen" gedanken zu verfangen...komm dann in so eine "gedankenschleife"..vielleicht ist das mit der verstopften nase deine gedankenschleife?

    denk aber doch nochmal genau über meine vorherigen fragen nach...weg von der verstopfen nase/erstickung usw..hinein in deine gefühlswelt..also die gefühle in der realen welt..familie, freunde usw.

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