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Thema: Panikattacken

  1. #1
    Neuling Avatar von Niamh
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    Standard Panikattacken

    Hey,
    es geht um meine jüngere Schwester. Sie ist 20 Jahre alt und hat seit Monaten (seit letzten März) immer wieder Panikattacken. Es fing damit an, dass sie eine Magen-Darm Grippe hatte und dabei etliche Kilos verloren hat (1,60m groß und 43 kilo). Da fings dann an. Sie denkt dauernd, sie bekommt schwer Luft, der Krankenwagen musste deswegen kommen. Aber nichts wurde gefunden. Seitdem rennt sie ständig zum Arzt und nimmt nicht zu. Die Ärzte können nichts finden, auch nicht wenn sie zu anderen Ärzten ging. Aber sie ist felsenfest davon überzeugt, dass sie totsterbenskrank ist, kann deswegen Nachts nicht schlafen und hat Beruhigungspillen bekommen. Sie ist jetzt auch in Psychotherapie... Die Ärzte sagen ihr, dass sie viel zu dünn ist... aber sie nimmt nicht zu, weil sie sich einfach nicht drum kümmert. Dann wird auf Partys übern Durst getrunken und wenn sie dann einen Kater danach hat, ist sie wieder TOTAL krank und will ins Krankenhaus. Dann denkt sie sie hat Lungenkrebs, raucht aber ständig. Lieber Rauchen als mal etwas zu essen... Und WENN sie isst, dann irgendwelches ungesundes Fastfood, ABER sie hat panische Angst vor gefährlichen Mängeln. Sie tut alles, was ihre Ängste am Ende nur bestätigen könnte, macht aber nichts dagegen. Denn kaum hat der Arzt gesagt, dass sie nichts hat, außer Untergewicht, gehts ihr wieder paar Wochen gut und sie macht weiter wie bisher.

    Ich hab keine Ahnung ob sie essgestört ist. Also gestört ist das Essverhalten auf jeden Fall, ich weiß jetzt aber nicht, ob sie mit Absicht so dünn sein will. Sie hat ein ganz schlechtes Selbstwertgefühl. Sie denkt sie muss ALLEN gefallen (auch Fremden), sie darf niemanden enttäuschen, etc, also das is auch ganz schlimm. Deswegen halte ich es für möglich, dass sie so dünn sein wollte. Wir sind uns halt sehr ähnlich, es äußert sich bei uns nur unterschiedlich.

    Da das alles nun schon seit Monaten anhält, sind alle Familienmitglieder schon ziemlich am Ende mit den Nerven, besonders ihr Freund.
    Ich würde ihr SOOO gerne helfen. Ich weiß nicht was ich da tun oder sagen kann...
    Klar es muss ja auch von ihr selbst kommen. Aber sie lässt alles SO lange warten, bis es kritisch wird. Ich weiß nicht, ob es ihr an Antrieb fehlt (ich denke aber schon). Ihre Arbeitsstelle im Freiwilligen Sozialen Jahr ist auch allmählich gefährdet, weil sie eben dauernd krank ist, dauernd zum Arzt rennt, dann geht's ihr da wegen dem Untergewicht schlecht (niedriger Blutdruck).

    Ich hoffe, dass mein Text jetzt nicht böse klingt. Ich bin ja schließlich mit meinen Dingen nicht besser als sie, ich zeige es hier zu Hause nur niemanden, deswegen bekommt es keiner mit. Aber ich weiß nicht, es muss doch irgendetwas geben, was man tun kann... Hinterher wird sie richtig depressiv, oder magert mehr ab, oder sie macht Dummheiten... Und da kann ich nicht einfach zu sehen... Ich liebe meine jüngere Schwester ÜBER ALLES!!!!

    Naja danke schonmal!!!
    Liebe Grüße

  2. #2
    Painter
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    Hallo Niamh,

    hoffe dir geht es den Umständen entsprechend gut.

    Was dein Schwester angeht, das dürfte für dich (oder andere) schwer sein, wirklich etwas entscheidendes zu ändern, solange sie nicht selber wirklich, gegen diese Mechanismen, die sie zu dem ungesunden (selbstzerstörerischen Handeln treiben, ankämpft.
    Vielleicht kannst du, oder ihr, sie gelegentlich, oder öfter zu einem gemeinsamen gesunden Essen einladen. In Gemeinschaft isst es sich ja leichter. Vielleicht kann man ihr auch zeigen das man sie mag egal wieviel sie isst oder wiegt. da kennst du sie besser, in wie weit sie auf Gespräche eingeht.
    Wünsch dir alles gute

  3. #3
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Niamh,

    es riecht in der Tat nach ES. Deine Situation, die Deiner Eltern und aller, denen Deine Schwester nahe steht, ist alles andere als leicht zu verarbeiten.
    Seit knapp drei Jahren habe ich sehr engen Kontakt mit einer Frau, die dieses Problem seit vielen Jahren mit sich herumschleppt - bis zum Extrem hin.
    Es kommen da immer ganze Bündel von einzelnen Problemen zusammen, die alle voneinander abhänhen, sich gegenseitig hochschaukeln und gleichzeitig aber, jedes für sich betrachtet, gar nicht mal so dramatisch aussehen. Dies macht es oft auch den Betroffenen so schwer, die ES als ihr Problem anzunehmen.
    Meist fängt es ganz schleichen an, bis dann immer mehr Dinge mit hineinspielen und die Folgen immer sichtbarer werden. Die ES gewinnt irgendwann einmal im Denken oder Fühlen die Oberhand und verhindert gleichzeitig, dass man zu den eigentlichen Ursachen durchkommt.
    Es gibt eben nicht den Auslöser, sondern viele, viel kleine.

    Wenn ich Dir nen Vorschlag machen dürfte: es gibt im Internet einige gute Foren im Bereich Magersucht/Essstörung (z.B. www.magersucht.de), die gerade auch Angehörigen die Möglichkeit bieten, Unterstützung und Informationen zu erhalten. Du hast dort auch die Möglichkeit, Antworten von Betroffenen zu bekommen, Dich mit ihnen auszutauschen und so ein Gespür für das zu bekommen, was sie so vor sich hertreibt.

    Es ist für Nichtbetroffene leider sehr schwer, sich in diese Welt hineinzuversetzen und den richtigen Weg im Umgang mit dem Menschen, der einem so viel bedeutet, zu finden.

    Verstehe dies jetzt hier bitte nicht als Abweisung, ja?!
    Ich bilde mir als "Normal-Gestörter" ja ein (), so einige Dinge nachvollziehen und nachfühlen zu können - aber trotz dem dieses Thema zwischen dieser Frau und mir völlig offen und unbefangen behandelt wird, muss ich zugeben, dass ich nicht selten an Grenzen komme, ab denen ich mich rat- und hilflos fühle.

    Da Du aber quasi eine Mitbetroffene bist: poste weiter hier!

    Liebe Grüße

  4. #4
    Neuling Avatar von Niamh
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    Hallo und danke für eure Antworten

    @Painter
    Danke mir selbst geht es seit langem mal wieder besser. Hoffe dir geht es auch gut!

    Mit meiner Schwester wird es immer schlimmer... Heute denkt sie, das sich alle gegen sie verschworen hätten. Besonders die Ärzte. Gerade sitzt sie bei meiner Mutter und weint Meine Schwester sagt, dass sie nicht mehr kann... Meine Mutter findet, dass sie vielleicht mal in eine Klinik sollte... oh mann, das wird immer schlimmer. Boah das geht einem echt nah... Immerhin will sie morgen zum Arzt und wegen Kur oder Klinik fragen... Ich glaub das geht auch ohne nicht mehr

    @Darkstar
    Also ich denke nicht, dass sie mit Absicht so dünn werden wollte... Gerade ist es richtig schwierig, sie hat Panikattacken, ist mit den Nerven fertig und da kann sie dann nichts essen. Ich denke es liegt eher an den Panikattacken, dass sie so unter Dauerstrom ist und dann nichts runter bekommt.

    Liebe Grüße

  5. #5
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Niamh,

    mit Absicht wollen nur die wenigsten dünn werden. Wie gesagt, es ist oft ein ganzes Bündel von Dingen, die da zusammenkommen können, bei Deiner Schwester eben gerade die Panikattacken. Es ist gut, dass sie jetzt etwas dagegen unternehmen will. Ein Profi kann hier eher herausfinden, wo welche Ursachen liegen und wie sie sich gegenseitig treiben, um dann den besten Hebel anzusetzen.
    Wie fühlst Du Dich dabei?

    lg

  6. #6
    Neuling Avatar von Niamh
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    Hey!

    Sooo der neuste Stand... Sie is einmal die Woche in Psychotherapie, und macht ab Mitte November dazu noch ne Ernährungsberatung und fürn Körper irgendein aufbauendes Training, also das is so ein ganzes Programm. Die Ärztin meinte, dass sie wohl schon leicht depressiv ist...
    Sie will nicht in eine Klinik, wenn es nicht unbedingt sein muss. Vielleicht hilft ihr das ja nun, wenn sie so viel Unterstützung bekommt. Es geht ihr jetzt schon etwas besser (ist beruhigter).
    Meint ihr sowas wie Baldrian würde helfen, also sowas muss man ja länger nehmen, oder? Das findet sie besser als andere Beruhigungssachen...

    Wie ich mich dabei fühle? Naja nicht gut, man kann ja nicht wirklich viel machen, außer "da" sein und sowas mag ich gar nicht (ich bin gerne da, aber ich mags nicht sonst nichts tun zu können). Bin jetzt aber erstmal beruhigt, dass sie da so viel Unterstützung hat. Und ich hoffe, dass ihr das hilft.

    Meine Eltern hatten in demselben Alter beide ja auch mit Panikattacken und Ängsten zu tun und sie haben es beide hinter sich gelassen, ich hoffe meine Schwester erholt sich auch wieder.

    Liebe Grüße

  7. #7
    Painter
    Gast

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    Hallo Niamh,

    Das hört sich doch vielversprechend an.
    Und du kannst bestimmt eine Menge machen, vielleicht nicht sofort und immer aber wenn ihr gemeinsam was unternehmt ist das bestimmt eine Riesenhilfe, wenns in die depressive Richtung geht kann jeder helfen der mit ihr ein bisschen Leben lebt!
    Baldrian muss man ausprobieren, habe Leute getroffen die davon einschlafen können, ich hab da nichts von gemerkt. Da kann man aber nicht viel falsch machen und bevor man die harte Chemie nimmt ist es doch einen Versuch wert.

  8. #8
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Hallo Niamh,

    ...man kann ja nicht wirklich viel machen, außer "da" sein...
    Das kann ich verstehen, dass Du mehr für sie tun willst. Weißt Du, es ist nicht ein "nur" - das "da-sein" ist mit das Wichtigste und Hilfreichste, das Du für einen Menschen in solch einer Situation tun kannst. Die "konkrete", also: fachliche, Hilfe, kommt von den Therapeuten und allen anderen "Profis", die Deine Schwester auf ihrem Weg begleiten. Nur: den Halt, wenn ihr die Luft mal ausgeht, wenn es ihr zu viel erscheint und sie einfach nur wieder am Zweifeln ist - dieser Halt kommt von den Personen, die "nur" da sind. Ohne zu fordern, ohne zu drängen, ohne alles mit "tollen Ratschlägen" kommentieren - Menschen, die durch ihre bloße Anwesenheit den (auch selbst auferlegten) Druck mildern.
    Dies zu tun ist oft viel schwieriger, als sich fachlich-rational mit der Krankheit auseinanderzusetzen.

    Deine Frage nach Baldrian: sie sollte dies vll besser mit den Theras besprechen. Ob und, wenn ja, mit welchen Mittelchen der Prozess unterstützt werden kann / soll, ist Teil der Therapiestrategie. Man sollte da vll nicht unbedingt auf eigene Faust "experimentieren" - obwohl Baldrian in sich harmlos ist. Fragen kost' nichts

    lg

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