Hallo und guten Tag.
Nachdem ich mich registriert habe, möchte ich mich vorstellen.
Inzwischen bin ich 61. Vor über einem Jahr wurde ich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt. Bis dahin arbeitete ich 33 Jahre als Lehrer. Obwohl es aus gesundheitlichen Gründen zwingend war, meine Berufstätigkeit aufzugeben, entstand dadurch ein großes Loch.
Ich bin seit vielen Jahren manisch-depressiv. Seit etlichen Jahren lebe ich nach der Scheidung allein. Meine vier Kinder sind alle erwachsen. Im Sommer dieses Jahres erreichte meine Situation einen Tiefpunkt, ich dachte konkret an Suizid. Freunde, denen ich von meiner Absicht berichtete, taten das, was sie tun mussten, verständigten die Polizei.
Innerhalb weniger Stunden landete ich in der Psychiatrie. Obwohl ich mit einem gehörigen Misstrauen gegenüber dieser Einrichtung ausgestattet war, erlebte ich die Therapie in der Klinik als überaus hilfreich. Die Behandlung kann ich wirklich als umfassend und durchgreifend bezeichnen.
Ich erlebte hervorragende Ärzte, Therapeuten und mich beeindruckende Pflegerinnen und Pfleger. Drei Monate verbrachte ich in der Klinik. Auch die Medikation half mir sehr.
Vor allem aber die zahlreichen Mitpatienten auf meiner Station von jung bis alt, Frauen und Männer, trugen erheblich zu meiner Gesundung bei. Ich kann heute die Psychiatrie mit anderen Augen sehen.
Für die Zeit, die mir das Leben noch lässt, wünsche ich mir neue Aufgaben, in die ich meine Erfahrungen und Kenntnisse einbringen kann. Und eins weiß ich:
Ich bin nicht allein. Und das ist gut.


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