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Thema: Partnerin leidet an Borderline und ich kann nicht mehr...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Partnerin leidet an Borderline und ich kann nicht mehr...

    Hallo,

    wie man in der Überschrift ja schon lesen kann leidet meine Frau am Borderline-Syndrom. Und sie leidet wirklich sehr, dass weiß ich, aber ich kann mittlerweile auch nicht mehr. Und gerade heute Abend ist etwas passiert, was mir wirklich Angst macht.
    Wir haben eine kleine Tochter, ein renovierungsbedürftiges Haus gekauft, ich bin berufstätig. Meine Frau ist mehr oder weniger Hausfrau und hat noch einen "Heimjob". Finanziell sieht es bei uns sehr bescheiden aus.
    Im großen und ganzen habe ich gedacht, ich komme mit ihrer Krankheit klar, aber das Jahr 2008 steht wirklich unter keinem guten Stern. Anfang des Jahres hat sie mir gestanden, dass sie mich betrogen hat. Ich hab ihr verziehen. Eigentlich hätte ich die Situation nutzen sollen, um die Beziehung zu beenden, aber so ist das manchmal, wenn die Gefühle den Verstand ausschalten.
    Eine ihrer großen Hauptprobleme ist eigentlich ihre Einsamkeit. Sie ist zu mir gezogen und hat hier eigentlich niemanden ausser mich. Sie ist seit langem auf der Suche nach Arbeit, aber da sie unter einer sozialen Phobie leidet, ist das Thema Arbeit erstmal auf Eis gelegt. Dann habe ich etwas getan, was ich eigentlich nie tun wollte. In meiner Firma werden Jobs vergeben, die man von zu Hause aus erledigen kann, bei freier Zeiteinteilung. Eigentlich der perfekte Job um wenigstens etwas Geld zu verdienen. Ich dachte so kann sie mit weniger Druck sich in Ruhe nach einer anderen Stelle umgucken. Aber schon gleich am Anfang hat ihr der Job keinen Spaß gemacht, hat sie gestreßt, kann sich nicht aufraffen usw. In Absprache mit ihrer Therapeutin haben wir uns darauf geeinigt, dass sie täglich 40-60Minuten arbeitet. Ich hab mich bereit erklärt, dass ich die restliche Arbeit mache. Jetzt sieht es aber so aus, dass ich fast alles alleine mache. Vor allem an den Wochenenden versuche ich die Arbeit wett zu machen, die sie unter der Woche nicht geschafft hat. Aber sie kommt nicht etwa auf die Idee mir zu helfen. Sie macht gar nichts. Sitzt während dessen meistens am PC und surft. Heute Abend beim Fernsehen fragt sie mich dann, ob wir Sonntag was unternehmen können. Ich hab ihr gesagt, dass ich erst noch die Arbeit fertig machen muss, dann können wir schaun, ob noch Zeit ist. Da wurde sie stinksauer, guckte mich mit bösem Gesicht an und sagte mir, dass sie auf 180 sei. Ihrer Meinung nach kann die Arbeit warten. Meiner Meinung nach kommt erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Sie hat soviel Ansprüche ans Leben, will soviel erleben, am liebsten alles kaufen, aber sie will nichts dafür tun.
    Wir kommen seit Monaten schon am Monatsanfang ins Minus. Durch diesen Nebenjob konnten wir das zum erstem Mal verhindern. Wir sind wirklich auf ein kleines Zweitgehalt angewiesen. Da sie momentan nicht in der Lage ist irgendwo einen Job anzunehmen, ist das die derzeit beste Lösung. Aber ich merke, wie ich so langsam vor die Hunde gehen. Mein Hauptjob ist derzeit mehr als streßig, die Renovierung des Hauses steht still (was vor allem meine Frau belastet). Ein kleines Kind haben wir auch noch. Dann eine seit Monaten hochdepressive Frau. Und ihren Job muss ich auch noch machen. Ich weiß alleine würde sie untergehen und ich bin auch überzeugt davon dass sie sich umbringen würde, sollte ich sie verlassen. Auch heute hat sie mir das wieder zu verstehen gegeben. Tja, und dann kam der Höhepunkt des Tage. Ich bin ausgerastet. Ich hab sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Hab rumgeschrien und sie rumgeschupst. Es kam schon öfters zu Handgreiflichkeiten, dass war aber nichts im Vergleich zu heute. Ich hab mich selbst erschrocken und hasse mich dafür. Ich bin kein Schlägertyp und kann überhaupt nicht verstehen, wie ich so ausser Kontrolle geraten konnte. Und ich weiß auch gar nicht, ob ich will, dass sie mir das verzeiht. Ich kann mir das ja selber nicht verzeihen. Ich will eigentlich nur noch weg von ihr. Das alles beenden. Aber sie hat mich so in der Hand mit ihrer Krankheit. Und ich weiß, sie tut es. Wenn ich gehe, dann wird sie sich was antun. Was soll ich nur tun? Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Nur so kann es doch nicht weitergehen.

    Hat jemand einen Rat für mich?
    Wäre sehr dankbar.
    Gruß
    Thomas

  2. #2
    Gast784
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    hallo Thomas,

    Du hast da echt viel geschultert

    Deine Frau ist doch in Therapie, würde es nicht Sinn machen, dass sie mal eine stationäre Therapie macht, am besten mit einer integrierten Familientherapie? An der Klinik, an der ich kürzlich arbeite, gabs so was. Eine sog. Familienwoche. Also die Angehörigen waren dann eine Woche dabei und die Familie hatte sozus. eine Intensivwoche.

    Oder ihr erweitert das ambulant zu einer Familientherapie.

    Das Problem ist folgendes: ihr seid in eurem System gefangen. Sie ist borderline, depri usw, du stützt das durch Deine Coabhängigkeit. Eure Tochter wird von diesem System natürlich auch entsprechend beeinflusst.

    Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass sie einen aus den vertrauten Strukturen herausreißt, somit das Verdrängen schwermacht und einen in die Konfrontation mit sich selbst bringt. Je nach Konzept lernt man, eine neue Struktur auch im Alltag nach der Therapie zu integrieren.

    Vll solltet ihr zusammen mal mit der Therapeutin reden.

    lg Gaby

  3. #3
    Neuling
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    Hallo Gaby,

    danke für deine Antwort.
    meine Frau hat gerade im letzten Jahr 3 Monate stationär eine DBT gemacht.
    Davor schon mehrere stationäre Aufenthalte in Psychatrien und in einer Tagesklinik. Es ging ihr danach auch jedes Mal besser, aber es dauert nie lange und sie verfällt in alte Muster.
    Das mit der Familientherapie klingt vielleicht gar nicht so übel, ich frag mich nur, ob es nicht mittlerweile zu spät dafür ist. Und ob meine Frau gleichzeitig zwei Therapien bezahlt bekommt, ist glaub ich auch fraglich. Denn auf ihre derzeitige wird sie auf keinen Fall verzichten wollen. Sie hat zum ersten Mal eine Therapeutin gefunden, mit der sie zufrieden ist.
    Ganz ehrlich. Ich bin momentan mit meiner Kraft am Ende. Das ich sie geschlagen habe, war eine totale Verzweiflungstat. Ich schäme mich dafür, aber gleichzeitig hab ich nicht mal das Bedürfnis mich dafür zu entschuldigen. Ich will sie auch gar nicht in den Arm nehmen, um mich zu versöhnen. Momentan ist eine totale Leere in mir. Ich will einfach nur weg.

    Gruß
    Thomas

  4. #4
    Neuling
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    Daumen hoch Hallo Thomas!!

    Sehr tragisch kann ich nur sagen,aber weglaufen ist keine gute lösung stärke ist gefragt!Und wenn du deine Arbeit mal etwas zurückstellst und dich deiner Frau sowie deinem Kind widmest wäre es besser und wenn es nur 1 Stunde der freude ist dann geht alles wieder besser!Ich spreche aus erfahrung habe 5 Kinder alle gross ,wir haben gebaut 4 Kinder waren da ich mit dem 5 Schwanger mein Mann wechselschicht,die Arbeit war nicht wenig das sag ich dir,aber wir haben es immer sogemacht auch mit den Kindern was unternommen wenn das andere auch langsamer lief es wurde trotz und alledem fertig,aber wenn man sich nur sorgt und alles über den Kopf wäckst geht nicht mehr ,gerade deine Frau braucht mehr verständnis denn je und viel liebe keine schläge es wird alles nur noch schlimmer,und wo willst du hin laufen meinst du es wird besser nein ,es könnte noch schlimmer werden!Bete zu Gott er wird euch beistehn Tag und Nacht!!Und wenn deine Frau dann die Kraft wider hat kann sie auch wieder zu Hause Arbeiten und wird wieder agil mit deiner liebe ,und es geht auch um das Kind das ihr habt denn es übertägt sich ja der ganze stress!!Liebe grüsse anastasia

  5. #5
    Neuling
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    Mit dem Verständnis ist es aber irgendwann auch mal zu Ende. Sie ist diejenige, die sehr hohe Ansprüche hat. Ich gebe mich eigentlich mit relativ wenig zufrieden. Um ihre hohen Ansprüche zu erfüllen, muss Geld verdient werden. Mein Gehalt allein reicht dafür nicht aus. Da ist nebenher nichts mehr drin. Da sie sich aber für ihren Heimjob nicht aufraffen kann, muss ich ihn machen. Jetzt ist zwar mehr Geld da, aber dafür auch weniger Zeit. Das passt ihr natürlich auch nicht.
    Keine Ahnung ob es besser wird wenn ich weglaufe. Wenn mich diese Scheidung finanziell an den Abgrund bringen sollte, ist mir das egal. Dieses eingeengte Leben macht jedenfalls auch keinen Spaß mehr. Jeden Tag komme ich von der Arbeit und mich erwartet ein depressiver Mensch der mir täglich sagt, wie beschissen das Leben ist. Das über Jahre hinweg macht einen kaputt. Ich kann meinen Bedürfnissen nicht nachgehen. Meine Freizeit muss ich immer mit ihr verbringen. Mal alle paar Monate Freunde treffen am Wochenende ist jedes Mal ein Theater. Es macht keinen Spaß mehr.
    Gott wird mir nicht helfen. Tut mir leid, ich bin Atheist.

    Gruß
    Thomas

  6. #6
    Neuling
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    Hallo Thomas,darf ich mal fragen wie alt ihr seit, und wie lange seit ihr Verheiratet!!Die Heimarbeit würde ich sehr gern machen, wäre da eine möglich keit einzusteigen bei euch,wenn es gehen sollte?? Könnstest du mir ja bescheid geben,was es denn ist?? Lieben gruss anastasia.
    Geändert von anastasia2007 (15.06.2008 um 11:15 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Hallo Thomas,

    meine Frau hat eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung mit allem drum und dran und es ist ja fast das Gleiche wie Borderline, zumindest im Verhalten.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, das du völlig am Ende bist. Auch du bist nur ein Mensch und Mann und Papa und alles neben dem Arbeiten noch erledigen und kümmern ist wirklich sehr Kräfte raubend. Du musst haushalten lernen, genau wie deine Frau damit umgehen lernen muss mit ihrer Krankheit und an sich arbeiten muss. Sie ist in Therapie und das würde ich dir auch raten. Ich habe bei der Psychaterin meiner Frau mich gemeldet und hab sie gefragt, ob sie mir auch helfen kann, durch die schwere Zeit zu kommen. Sie hat mir dann Therapieadressen und Beratungsstellen genannt und ich bin jetzt auch in einer Therapie für mich und meine Psyche, die auch sehr drunter leidet, was so abgeht. Mir hilft es sehr mal mit jemanden über meine täglichen Probleme zu reden und zu lernen auf sich selbst wieder mehr aufzupassen ohne, das ich das Gefühl habe ich vernachlässige jemanden in der Familie.

    Mittlerweile tauschen sich die Therapeuten von uns aus und wir lösen gemeinsam Probleme. Naja, ich habe Glück, das die zwei Therapeutinnen sehr gut befreundet sind. Bei Profamilia wurde mir auch sehr geholfen und ich würde dort auch jederzeit wieder hingehen. Ich kanns dir nur empfehlen.

    Gönne dir mehr Auszeiten und tue was für dein Wohlbefinden, auftanken für die harten Phasen, die immer wieder kommen. Ich liebe meine Frau über alles und wir schaffen es gemeinsam, da wieder rauszukommen und sie wird irgendwann ihre Traumata hinter sich lassen können und unser Leben wird ruhiger werden. Zur Zeit tobt halt immer wieder die Flut und droht uns mitzureissen und zu verschlucken, aber unsere Frauen haben ja uns, die immer wieder zupacken und Kopf hochholen.

    Lass dich nicht kleinkriegen, sprich alles an, was dich stört oder in der Beziehung gerade nicht gut läuft. Du kannst nur profitieren von dem Austausch mit deiner Frau. Ehrlich zueinandersein ist die Basis. Sie kann sich über die Probleme, die sie mit dem Gespräch von dir hat mit der Therapeutin besprechen und es werden Lösungen auftauchen. Versuch nicth aus Rücksicht zu ihr, dich zu vergessen und alles nur einzustecken. Das bringt euch beide nur ganz weit weg voneinander.


    Farmer der so liebt wie sie ist...mal so und mal so. Ist halt Einzigartig.

  8. #8
    Gast784
    Gast

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    hallo Thomas,

    ich kann Deinen Unwillen gut nachempfinden. Ein kranker Partner ist fast wie ein weiteres Kind, wo bleibt da Dein Bedürfnis als erwachsener Mensch nach einem Partner auf gleicher Augenhöhe?

    Ohne das Leid der Betroffenen in Frage stellen zu wollen, halte ich Deine Gefühle und Deine "Verweigerungshaltung" für eine gesunde Reaktion, welche eigentlich Dich schützen will. Ich finde drum Farmers Vorgehen, selber sich professionelle Unterstützung zu holen, sehr vernünftig.

    Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Co-Abhängige (siehe in meinem Thread unter Therapiemittel), für diejenigen, die nicht gleich therapeutische Unterstützung wollen, anonym bleiben wollen, oder es sich schlichtweg nicht leisten können (wobei das die Kasse vermutlich bezahlt).

    Ob eine Familientherapie Teil der Therapie sein könnte, die Deine Frau gerade macht, müsstest Du ihre Therapeutin fragen. Vll müsstest Du für Dich selber zahlen, was aber in dem Umfang durchaus überschaubar sein könnte, vor allem, wenn man es dem Nutzen gegenüberstellt.

    lg Gaby

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