Liebe Gemeinde
Man liest hier viel über Beziehungsunfähigkeit und in manch geschildertem sehe ich mich als Spiegelbild. Ich weiss, dass ich, ja in mir der Grund liegt, dass ich all das, was Andere sich wünschen, nicht leben kann, es von mir weise und daran doch fast zerbreche.
Ich werde bald 43, bin seit 2004 geschieden und habe 2 Kinder, die regelmässig bei mir sind. Seit der Trennung gab es 3 Beziehungen. Zwei davon mit Frauen, die alleinerziehend waren, also selber Kinder hatten.
Mal abgesehen davon, dass beide Frauen stets im Spitzentempo von Zusammenziehen und Heiraten sprachen, spielte sich in beiden Beziehungen, wenn es dann konkret wurde, immer dasselbe ab.
Aktuell bin ich also mit einer wunderbaren Frau zusammen. Sie hat 2 Kinder. Wir leben eine Fernbeziehung, rund 200 km liegen zwischen uns. Sind seit Januar 11 zusammen und haben uns seither jedes Wochenende gesehen, waren auch schon in Urlaub, gemeinsam mit allen Kindern. Ich lebe seit 2005 alleine in einer Wohnung und komme damit gut klar.
Nun konkretisierten sich in den letzten Wochen Wünsche wie gemeinsame Wohnung. Ich wohne in der CH, sie in D. Aus verschiedenen Gründen waren wir uns schnell einig, dass nur ein gemeinsames Leben in der CH (wirtschaftlich) möglich ist.
Nun wird es also konkret und mir stellt es mehr und mehr den Schnauf ab. Wenn ich daran denke, dann permanent meine Freundin bei mir zu haben, dann sollte das doch absolute Glücksgefühle auslösen. Tut es aber bei mir nicht, ganz im Gegenteil.
Und ich weiss, dass diese Wohnfrage über den Fortbestand dieser Beziehung entscheidet. Denn sie und ich sind auf Dauer nicht in der Lage, so eine Beziehung zu leben.
Faktisch liegt eigentlich viel sehr klar auf dem Tisch. Und dennoch hänge ich emotional so unglaublich an dieser Frau. Dass ich sie gar nicht mehr bei mir habe, dieser Gedanke schmerzt unglaublich. Aber ich weiss auch, dass es meine Pflicht ist, ihr nichts vorzumachen und sie nicht noch mehr zu verletzen, als ich das schon tat.
Ich spüre, dass ich mich als primärer Einzelgänger wohler fühle. Nicht dass ich gar keine Kontakte zu Menschen hätte. Das ganz und gar nicht. Aber daheim ist es mir gold wert, alleine zu sein, ohne irgendwas, ohne Hund und ohne Kinder, einfach nichts. Das ist doch nicht normal, absolut unnormal. Ich würde mich so gerne freuen über so viele Dinge, aber alles was mit Familie, Kindern, Haus zu tun hat, bringt mich fast um den Verstand. Ich bin nicht famillien- und beziehungstauglich. Anders kann ich das nicht formulieren. Und daran gehe ich einfach kaputt, weiss nicht, was ich tun soll. Und dieses Abhängigkeitsgefühl von meiner Partnerin hat mich schon so viele Dinge tun lassen, die ich nicht wollte.
Das ist kein Vorwurf an sie, im Gegenteil. Es ist mein riesen Problem, das ich so verabscheue, mich aber in der Form schon mein ganzes Leben beherrscht. Und ich glaube schon lange nicht mehr daran, dass ich da je rauskomme.
Viel geschrieben, ich weiss. Doch vielleicht lösen Buchstaben auch Barrieren, irgendwie und irgendwann.
R


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