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Thema: Persönlichkeitstest bei Vorstellungsgespräch

  1. #1
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    Standard Persönlichkeitstest bei Vorstellungsgespräch

    Heute hatte ich ein Vorstellungsgespräch in eienr großen Firma und musste dann einen Fragebogen ( Persönlichkeitstest) ausfüllen, der nichts mit Logik und Rechenaufgaben zu tun hatte, sondern ausschließlich mit Emotionen. Es gab Aussagen wie "ich wasche mir aus Gesundheitsgründen die Hände, wenn ich nach Hause komme" und dann musste ich stimmt oder stimmt nicht ankreuzen. Wisst Ihr, wo ich solche Auswertungen im Internet finden kann bzw wie ausschlaggebend das Ergebnis für eine Einstellung ist?
    wozu dienen solche Tests eigentlich?

  2. #2
    Schreiberling
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    Standard

    Ich hatte mal so einen, der hieß PPI-R oder so. Es geht um mögliche psychische Störungen oder Eigenschaften der Persönlichkeit, die sich in eine Störung verwandeln könnten, wenn es zu stressig wird.

    In sehr großen Firmen werden wohl öfters komische Bewerbungsverfahren eingesetzt. Das mit dem Fragebogen scheint also legal zu sein und sie möchten natürlich ernste Antworten. Etwas, was ich im Bezug auf die Ergebnisse kenne (halt aus meinem Beispiel) sind die Persönlichkeitsstörungen und dann die Persönlichkeitstypen.

    Falls die dir sagen, die nehmen dich nicht, weil du vermutlich irgendwelche Zwänge entwickeln könntest, wäre das villeicht ein Fall für den Anwalt. Ansonsten kannst du ihnen freundlichst mitteilen, dass sogar Vorstände im Managerberuf unter psychischen Störungen in Richtung Nazismus und Asozialität leiden sollen... Hast du dich vorsichtshalber noch woanders umgeschaut?
    aufwachen, träumerle...!


  3. #3
    Neuling
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    Pff die Arbeit hab ich nicht bekommen..villeicht wegen "psychischen Störungen"
    wenn es um psychologische Tests geht ist das nicht möglich sich vorzubereiten.. aber sg. nummerical tests usw. (die man bei Big 4 auslöst).. Hat schon mal jemand von euch solche Tests gemacht und weiss wie sie eigentlich ablaufen?
    Oder kennt ihr gute Seiten zur Vorbereitung?

  4. #4
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    Hallo mannica,

    das Problem mit solchen Tests im Zuge von Einstellungstests ist eigentlich sehr oft, dass sie zwar eine "professionelle Basis" haben mögen, in der (betrieblichen) Realität dann aber von Laien durchgeführt und "ausgewertet" werden

    Die, die sie einsetzen, haben eine "Vorstellung" von dem, was sie an "Eigenschaften" des Wunschkandidaten erwarten - ob das von irgendwelcher Relevanz für die reale Tätigkeit ist oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Ebenso, ob diese durch einen solchen Test überhaupt "ausfilterbar" sind.
    Diese Wunschvorstellungen haben zu oft mehr mit dem eigenen Selbstbild eines Unternehmens oder der jeweiligen Entscheider zu tun (also mit der gerade vorherrschenden "Philosophie" ) als mit dem, was für einen bestimmten Arbeitsplatz wirklich erforderlich ist.

    Wenn dann noch der weit verbreitete Glaube hinzukommt, dass alles durch Zahlen, Tabellen, Formeln etc. erfassbar und quantifizierbar ist, ohne dabei aber die eigentlichen Prozesse dahinter zu kennen ...

    Du kannst Dich daher auf solche Tests nicht wirklich vorbereiten - lege zwei Personalchefs zum gleichen Test die gleichen Ergebnisse vor, lass sie auch noch die gleichen "Ziele" formulieren ...
    ... und Du wirst mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch zwei unterschiedliche "Auswertungsergebnisse" haben
    (Es besteht ja die Möglichkeit, dass die ihre Tests bei zwei unterschiedlichen Gurus für teuer Geld eingekauft haben - auf deren Verkaufsargumente sie dann auch blind vertrauen ... verifizieren können sie es zu oft nämlich nicht, mangels eigenem Wissen und Können ...)

    Es gibt keine Tabellen im Sinne von "bei Frage A muss Antwort a3 angekreuzt werden, bei Frage B dann b1" usw. ("Personaler" glauben sowas oft, ich weiß - vor allem die, diesen Posten so nebenbei mit übernehmen).
    Es gibt da auch kein "richtig" oder "falsch": es gibt nur ein "passt zur Erwartungshaltung des Testers" oder eben nicht - und die gilt es zu treffen, wenn Du "erfolgreich" sein willst

    Mir hat daher in solchen Momenten eher geholfen, mir vorher schon ein paar ganz andere Gedanken zu machen:
    - Was will ich selbst - sprich: ist dies überhaupt ein Job, den ich machen kann und für den ich mich nicht jeden Tag verbiegen müsste, so ich ihn dann bekomme; will ich ihn wirklich, weil er auch zu mir "passt", so wie ich auch in das Unternehmen "passe"
    - Was würde dieses Unternehmen (oder der jeweilige Entscheider) denn gerne hören wollen (deren "Wunschbild" eines potentiellen Mitarbeiters), damit ich auch in die Auswahl aufgenommen werde - und was verbirgt sich so vielleicht, aus Sicht des Testers, noch so alles an "versteckten Aussagen" hinter den zur Auswahl stehenden Antworten

    Wenn man erst einmal die Hürde des Tests gemeistert und den Fuß in der realen Firma, in der realen Abteilung drin hat, dann sieht die Welt dort meist ohnehin völlig anders aus (und: man hat es dann mit den Anforderungen der Mini-Chefs vor Ort, der Kollegen und denen des eigenen Aufgabenbereichs zu tun - die oft nicht unwesentlich von dem abweichen, was sich die Persoabteilung an Profilvorgaben für ihre Tests zurechtgeklöppelt hat ...).

    Als Beipiel:
    Ich habe u.a. vor einigen Jahren mal an solch einem Test bei einem großen Versicherungsunternehmen teilgenommen. Als, "zukünftiger", Außendienstler (Versicherungsvertreter mit eigenem Bezirk und eigenen Wasserträgern) musst Du da bereit sein, zur Not Deiner eigenen Oma Policen anzudrehen, die allen nutzen, nur nicht ihr - Skrupellosigkeit beim Keilen von Verträgen ist gefordert, denn es zählt nur das Abschlussvolumen pro Monat und damit der Ertagszugewinn an Prämien.
    Ethische oder moralische Prinzipien sind da absolut hinderlich - was zählt (und damit an "psychischem Profil" getestet wird), ist der Wille und die bedingungslose Bereitschaft, unter allen Umständen Abschlüsse einzufahren.

    Das sind eigentlich alles "Kriterien" gewesen, die ich nicht tragen kann - mich hat es dann nur noch gereizt zu sehen, wie weit ich es dennoch schaffen könnte, wenn ich die Fragen eben entsprechend der Erwartungshaltung des dortigen Bezirksleiters beantworte.
    Um es kurz zu machen: durch beide Tests (einer schriftlich/multiple sch**ß, einer mündlich durch den Regionalchef) mit Bravour durchgekommen und ein ausführliches Einstellungsgespräch gehabt ...

    Eine Testvorbereitung, wie sie Dir da vorschwebt, hätte mir nicht "geholfen" - ohne die Motive der testenden Seite (also: ohne deren Kontexte) ist sie wertlos, denn sie wertet schließlich die Antworten aus ...
    Mein Test war in einem gewissen Sinne auch nur ein "Standardtest", wie er, als Teil eines umfassenderen Gesamtpaketes (!), in vielen anderen Firmen auch eingesetzt wurde und wird (es gibt durchaus nicht wenige darunter, die sowas auch wirklich realistisch und professionell angehen!). Er zielte auf die Einzel-Kriterien Durchsetzungsvermögen und Zielstrebigkeit (und, allerdings nur am Rande, auf kommunikative Kompetenzen) ab - und wurde so zum einen aus dem Zusammenhang herausgerissen, in dem er nur aussagekräftig sein konnte, und zum anderen einfach nur "umgestrickt", damit er auch "passte" ... von Laien ...


    Nur mal am Rande: da in diesen Tests oft Fragen gestellt werden, die, juristisch gesehen, zumindest in einer Grauzone angesiedelt sind (Stichworte: Schutz der Privatsphäre, Verhältnismäßigkeit etc.), brauchst Du auch nur wenig Hemmungen zu haben, sie etwas "freier" und "kreativer" anzupacken - nicht jeder Arbeitsplatz (einige aber schon) rechtfertigt die Erhebung solcher intimer Details. Wenn sie nicht wirklich objektiv relevant und damit erforderlich sind ...


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

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